[1] Wie z. B. unsere deutschen Liederkränze, Singakademien, Musikfeste
erst nach dem Tode unserer Mozart und Beethoven ihre volle Ausbildung
erlangt haben.
[2] Das bekannte Werk von _%MacCulloch% The literature of political
economy_ (1845) ist am Ende weiter Nichts, als ein für England
ziemlich reichhaltiger, aber ziemlich übel nach Fächern geordneter
Bücherkatalog, welchen der Herausgeber mit mehr oder weniger
treffenden Randbemerkungen versehen hat. Diejenigen Schriftsteller,
welche mehrere Werke geschrieben haben, sind durch das ganze Buch
zerstückelt: Josiah Tucker z. B. muss aus 11 verschiedenen Orten
zusammengelesen werden. Wie ist da eine historische Charakteristik,
auch nur des Einzelnen, geschweige denn ganzer Perioden und Richtungen
möglich? Vgl. meine Recension in den Göttinger Gelehrten Anzeigen
1846, Stück 163 fg.
[3] _Libellus vere aureus, nec minus salutaris quam festivus de optimo
reipublicae statu deque nova insula Utopia. (Lovan. 1516. 4.)_ Ich
citiere nach der Cölner Ausgabe in 12. von 1555.
[4] Ob nicht schon der Aufruhr der Londoner Handwerker von 1517, den
Morus selbst, als gewesener Unter-Sheriff, in nächster Nähe beobachten
konnte, zu dieser Sinnesänderung beigetragen hat?
[5] _%Sir F. M. Eden% State of the poor_ I, 112.
[6] Mit welchen die gleichzeitigen Schriften des berühmten
%Fitzherbert%, Richters der _Common pleas_ unter Heinrich VIII.,
zusammenhängen: _Book of husbandry_, und _Book of surveying_.
[7] In der That wurde 1533 ein Gesetz gegeben (_25 Henry VIII.
cap. 13_), dass keine Schafheerde über 2000 Stück halten sollte. Der
Eingang dieses Gesetzes versichert, dass einzelne Eigenthümer bis
24000 Stück besässen.
[8] Die Hauptschwierigkeit aller socialistischen Weltverbesserer!
[9] Die Empfehlung des Selbstmordes für unheilbar Kranke (p. 148)
erinnert gleichfalls an heidnische Ideen.
[10] Es klingt in der That grässlich, wenn _%Harrison% Description of
Britain p. 186_ behauptet, dass Heinrich VIII. insgesammt 72000 grosse
und kleine Diebe mit dem Tode bestraft habe. Unter Elisabeth seien
doch alljährlich 3-400 »vom Galgen gefressen worden.«
[11] Das vorliegende Kapitel kann leider nicht viel mehr sein, als ein
Lückenbüsser, weil die wichtigsten Quellen weder in Leipzig und
Dresden, noch in Berlin und Göttingen aufzutreiben waren. Ich habe
mich desshalb mit den Auszügen, welche neuere englische Schriftsteller
mittheilen, begnügen müssen.
[12] _%J. Law% Money and trade considered, p. 129._ (Glasgow 1750.)
[13] Vgl. _%Sir J. Steuart% Principles of political economy. B. II,
Ch. 3._ Ganz vornehmlich aber %J. Helferich% Von den periodischen
Schwankungen im Werth der edlen Metalle, S. 65-76: eine höchst
schätzbare Arbeit.
[14] _%G. R. Carli% Della moneta: Scrittori classici econom. XIII,
p. 327 ff._
[15] _Sermons (edit. 1575), p. 31 ff._ Vgl. _%Sir F. M. Eden% State of
the poor I, 93. %W. Jacob% An historical inquiry into the production
and consumtion of precious metals: II, Ch. 19._
[16] _%A. Young% Political arithmetic: B. I, Ch. 8._
[17] S. die _Table of prices_ im dritten Bande von _%Sir F. M. Eden%
State of the poor_. Da Eden keine Bürgschaft leistet, dass die von ihm
erwähnten Preise Durchschnittspreise gewesen, so ist diese Quelle mit
Vorsicht zu gebrauchen, und die Abweichung von A. Young darf Niemand
befremden.
[18] Wo ich aber die grosse Hungersnoth von 1523 weggelassen habe.
[19] Vgl. _1 et 2 Phil. et Mary, c. 5. 1 Elizab., c. 11. 5 Eliz. 35
Eliz., c. 7. 1 James I, c. 25._
[20] Wie denn auch _%A. Smith% (Wealth of nations, B. I, Ch. 11)_ die
sinkende Bewegung der Geldpreise von 1570 bis 1640 datirt. Er stützt
sich dabei vorzüglich auf die von Fleetwood berechneten
Durchschnittspreise des Quarters Weizen, die zwischen 1499 und 1560 =
10 S. 5/12 D., zwischen 1561 und 1601 dagegen 2 Pfd. 7 S. 5-1/3 D.
betragen.
[21] Ein Buchhändler, welcher die Schrift 1751 neu auflegte, ergänzte
die Buchstaben _W. S._, ohne weitere Auctorität, vielleicht nur, um
den Absatz zu verbessern, mit dem grossen Namen William Shakespeares.
Der Dichter wäre indess zur Zeit des ersten Erscheinens 17 Jahre alt
gewesen, und ein so reifes, beobachtungsreiches Werk schreibt wohl
Niemand in solchem Alter. Vgl. _%Farmer% On the learning of
Shakespeare_. -- Ausführliche Excerpte des Stafford'schen Buches
findet man bei _%J. Smith% Memoirs of wool, or Chronicon
rusticum-commerciale (London 1747). %A. Young% Political arithmetic B.
I, Ch. 8. %Sir F. M. Eden% State of the poor I, p. 89. 109. 119. %W.
Jacob% l. l. II, Ch. 20._ Wie wenig das Original selbst in England
verbreitet ist, beweiset der Umstand, dass A. Young seine
Mittheilungen aus J. Smith ausschreibt.
[22] Die Form des Gespräches war in jener dramatischen Zeit sehr
beliebt; ich erinnere an die berühmte Schmähschrift gegen Leicester:
_A dialogue between a scholar, gentleman and lawyer. 1584._
[23] Nach Humes treffender Bemerkung hängt diese Zunahme der
_Inclosures_ ganz wesentlich mit der Abnahme der alten Lehnsheere
zusammen.
[24] Uebrigens ist es bekannt genug, dass die englischen
Mittelklassen, sowohl die landbauende, als die gewerbetreibende,
während der grossen Preisrevolution und mit Hülfe derselben erst
rechte Wurzel gefasst haben: auf Kosten einerseits der Handarbeiter,
andererseits der Grundeigenthümer und Gläubiger. Vgl. _%Harrison%
Description of Britain, passim. %Sir F. M. Eden% State of the poor I,
119 ff. %W. Jacob% l. c. II, Ch. 20._ Die Klagen des Mittelstandes
müssen daher grossentheils auf die Unart der meisten Menschen
zurückgeführt werden, mit welcher sie jeden Gewinn, als sich von
selbst verstehend, hinnehmen, jeden Verlust aber laut bejammern.
[25] Nach der ausdrücklichen Versicherung von J. Smith.
[26] Das Verdienst jener Erklärung, die uns so nahe zu liegen scheint,
lässt sich am besten abmessen nach dem Grade ihrer Neuheit und
Seltenheit in damaliger Zeit. Wie die gebildeteren Klassen Englands
über die Ursache der Preisrevolution urtheilten, haben wir eben
gesehen. Das gemeine Volk, das sicher am härtesten litt, schrieb die
Theuerung nicht selten der Aufhebung der Klöster zu. Vgl. _%Percy%
Reliques of ancient poetry (4 edit.)_ II, 296. In Spanien stimmten
Regierung und Cortes dahin überein, dass die Habsucht der
Gewerbetreibenden alle Schuld trage. Aus diesem Grunde verbot man
(zwischen 1550 und 1560) die Ausfuhr des Korns, Viehes, Leders, der
Seide und anderer Waaren. Man suchte ferner den Kleinhandel in seiner
vermittelnden Stellung zwischen Grosshändler und Consument zu
vernichten, um dadurch die Preise wohlfeiler zu machen (%Leop. Ranke%
Fürsten und Völker I, 400 ff.). In Deutschland glaubte man, wie das
Sinken der Geldpreise begann, das factische Monopol der grossen, oft
sogar verbundenen Handlungshäuser sei die Ursache. Die zahlten z. B.
dem portugiesischen Könige mehr für seine Gewürze u. s. w., als er
ihnen abforderte; nur müsste er dagegen versprechen, andere Deutsche
noch mehr zu übertheuern! Um desshalb die Concurrenz der kleinen
Kaufleute zu verstärken, verbot der Reichstag 1522 jede Compagnie, die
über 50000 Gulden Kapital besässe (%Leop. Ranke% Geschichte
Deutschlands im Zeitalter der Reformation II, 42 ff. 134 ff.). Dagegen
hat der französische Theoretiker, %Jean Bodin%, den wahren Grund der
grossen Preiserschütterung richtig erkannt. Dieser schrieb nämlich
[und zwar jedenfalls vor 1584; denn in diesem Jahre erschien das
berühmte Buch _De republica_, in welchem Bodinus der uns hier
interessierenden Schrift bereits Erwähnung thut: _Lib. VI, p. 1028
(ed. 7)_. Der _Discours sur les causes de l'extrème cherté, qui est
aujourdhuy en France_, welcher 1574 erschien, und neuerdings in
_%Cimber% et %Danjou% Archives curieuses de l'histoire de France
(Serie I, Tom. VI.)_ wieder abgedruckt ist, kann als eine erste,
obschon in mancher Hinsicht unvollkommene Ausgabe der _Responsio ad
paradoxa_ betrachtet werden] eine _Responsio ad paradoxa Malestretti
de caritate rerum eiusque remediis_, worin er zuvörderst die
Behauptung Malestroits widerlegt, als wenn die Waaren gegen frühere
Jahrhunderte nicht theuerer geworden wären. Als Gründe der Theuerung
giebt er fünf an: die vielen Monopolien der Kaufleute und
Gewerbetreibenden; die starke Ausfuhr nach Spanien und Italien; die
Laune der Fürsten, welche den Gegenständen ihres Gefallens auch in der
Volksmeinung einen höhern Werth verschafft; den hochgestiegenen Luxus;
ganz besonders aber die so stark vermehrte Quantität des Goldes und
Silbers. Er sucht diesen letzten Grund aus der Entdeckung des Seeweges
nach Ostindien, der Eroberung Amerikas durch die Spanier, dem
Aufblühen des französischen Handels, den vielen Auswanderungen
französischer Arbeiter, die alsdann mit Geld wieder heimkehren, der
Gründung der Lyoneser Bank u. dgl. m. zu erklären: versichert indessen
ausdrücklich, dass er der Erste sei, welcher die vermehrte Gold- und
Silbermenge als eine Ursache der allgemeinen Waarentheuerung
aufstelle. S. p. 33.
[27] _Wealth of nations: Book IV, Chap. 7, Part 1._
[28] S. %meine% Untersuchungen über das Kolonialwesen, erste
Abhandlung, S. 30. (Im Archiv der politischen Oekonomie, Neue Folge,
Bd. VI.)
[29] Wie sehr übrigens die englische Kolonialpolitik schon im ersten
Keime von der spanischen verschieden war, erhellt aus dem Charter,
womit Heinrich VII., einer der klügsten, zugleich nüchternsten
Herrscher seiner Zeit, 1502 eine Gesellschaft von Bristoler Kaufleuten
und portugiesischen Seefahrern zur Vornahme von Entdeckungsreisen
privilegierte. Da heisst es Art. 2 ausdrücklich, dass sich in den neu
entdeckten Ländern Männer und Weiber aus England frei sollen ansiedeln
können; weiterhin aber, dass der Verkehr mit den Kolonien auf
englische Unterthanen beschränkt bleiben müsse. (_%Rymer% Foedera
XIII, 37._) Vgl. %meine% Untersuchungen u. s. w., dritte Abhandlung,
S. 266. (Archiv, N. F., Bd. VII.)
[30] _%R. Hackluyt% Voyages, navigations, traffiques and discoveries
of the English nation (1600), Vol. III, p. 22 ff._
[31] Auch in den höheren Ständen wurde die Uebervölkerung sehr lebhaft
gefühlt. Man schreibt die vielen Unruhen seit 1571 namentlich mit der
grossen Menge von aussichtslosen jüngeren Söhnen vornehmer Familien
zu: vgl. _%Hume% Chap. 40_
[32] %Hackluyt% III, 152 ff. Die Redaction ist von einem Gefährten
Gilberts verfasst.
[33] Zu diesen gediegenen Ansichten steht der leidenschaftliche Eifer,
womit Gilbert im Parliamente von 1571 das Kron-Monopolienrecht
vertheidigte, freilich in einem sonderbaren Contraste.
[34] _%Hackluyt% III, p. 45 ff._
[35] _%Hackluyt% III, p. 165 ff._
[36] _%Hackluyt% III, p. 182 ff._
[37] Abgedruckt in dem grossen Werke von _%Sam. Purchas% Pilgrims
(1625), Vol. IV, p. 1809 ff._ Hiermit sollte die, im Jahre 1587
verfasste, Schrift von THOMAS HARIOT verglichen werden: _A briefe and
true report of the new found land of Virginia, of the commodities
there found and to be raised, as well merchantable as others.
(%Hackluyt% III, p. 266 ff.)_ Dieser Hariot, einer der ersten
Mathematiker seiner Zeit, war von Raleigh der Expedition beigegeben,
welche 1585 unter Leitung von Ralph Lane die Kolonisierung Virginiens
ernstlich versuchte. Seine Aufgabe bestand darin, das Land
wissenschaftlich zu untersuchen; und er hat die Ergebnisse einjähriger
Forschung an Ort und Stelle in der angeführten Schrift, gewiss einer
der frühesten statistischen Uebersichten, musterhaft veröffentlicht.
Die Gesichtspunkte sind wesentlich dieselben, wie bei Peckham,
Carleill, Hackluyt u. A. Es werden die Producte Virginiens mit grosser
Vollständigkeit aufgeführt: zuerst die für den Handel geeigneten;
sodann diejenigen, welche zur Nahrung der Kolonisten brauchbar sind;
zuletzt die Baumaterialien u. s. w. Eine vortreffliche Schilderung der
Eingebornen, sowie des Klimas u. s. w. in gesundheitlicher Beziehung,
macht den Schluss. Das Scheitern der Unternehmung, deren einziger
praktischer Erfolg in der Einführung der Tabakspflanze nach Europa
bestand, wird von Hariot der Unwissenheit und Bequemlichkeit, sowie
zum Theil auch dem blinden Golddurste der Kolonisten zugeschrieben.
Nach alle Diesem bildet sein Bericht im Inhalte keinen Gegensatz zu
dem _Virginias Verger_, desto mehr im Tone, welcher dort im höchsten
Grade nüchtern und streng wissenschaftlich, hier aber phantastisch und
puritanisch-religiös ist. Man kann den Unterschied der
Elisabeth-Shakespeare'schen Zeit und der einbrechenden
puritanisch-revolutionären Periode nicht deutlicher markieren.
[38] Ich benutze die Oxforder Ausgabe der _Works_ in acht Bänden:
1829. Vgl. die gediegene kritische Abhandlung über Raleighs Leben im
_Edinburgh Review, Vol. LXXI_.
[39] _Works VIII, 351 ff._ Diese Schrift ist zuerst im Jahre 1603, und
dann wieder kurz vor Raleighs Hinrichtung Jacob I. vorgelegt worden
(_Preface_), und die gewöhnliche Ansicht schreibt sie Raleigh selber
zu: so z. B. _%Anderson% a. 1603_. Auf der andern Seite behauptet _%J.
Smith%, Memoirs of wool I, p. 144_, sie rühre von einem Londoner
Alderman, Namens Cockaigne, her. Raleigh selber scheint die letztere
Ansicht zu begünstigen; denn in einer unzweifelhaft ächten Schrift: _A
discourse of the invention of ships etc. (Works VIII, p. 333)_ nennt
er den Verfasser _a gentleman to me unknown; but so far as I can judge
he has many things very considerable in that short treatise of his,
yea both considerable and praiseworthy_. Und in dem Widmungschreiben,
womit er die zweite Ueberreichung an Jacob I. begleitet, um die,
vermuthlich vergessene, Schrift in neue dringende Erinnerung zu
bringen, nennt er sie _a book of extraordinary importance for the
honour and profit of your majesty and posterity_. Ob nun die
Anonymität eine blosse Maske gewesen ist, wage ich nicht zu behaupten;
jedenfalls aber können wir nach den obigen Aeusserungen den
Hauptinhalt dieser Schrift als von Raleigh gebilligt ansehen.
[40] Vgl. unten S. 47.
[41] _On the seat of government: Works VIII, p. 539._
[42] _The discovery of Guiana, Pref. to the reader._
[43] _History of the world, B. I, Ch. 8. §. 4._
[44] _A discours of war in general: Works VIII, p. 257 ff._
[45] _History of the world, B. V, Ch. 2, §. 4._ Ohne Zweifel ein
Anklang aus Aristoteles Politik!
[46] _Edinburgh Review, l. l., p. 72._
[47] _Edinburgh Review p. 40._ Vgl. jedoch unten S. 41, Anm. 1.
[48] Eine so massenhafte, fast schulmässige Verbreitung der richtigen
Ansicht vom Wesen des Reichthums, wie sie im vorstehenden Kapitel
geschildert ist, suchen wir bei den meisten anderen Völkern jener Zeit
vergebens. Sporadisch jedoch lässt sie sich allerdings auch ausserhalb
Englands nachweisen. Ich erinnere an %Sully%. Aber selbst in Spanien
urtheilte um 1640 _%Diego Saavedra Faxardo% Idea principis christiani,
centum symbolis expressa (Amstelod. 1665), p. 590: Potissimae divitiae
ac opes terrae fructus sunt: nec ditiores in regnis fodinae, quam
agricultura. Plus emolumenti acclivia montis Vesuvii latera afferunt,
quam Potosus mons cum intimis suis visceribus, licet argentiferis._
[49] Zuerst in englischer Sprache 1605 erschienen.
[50] Vgl. _Sermones fideles, Cap. 29_.
[51] Einen höchst merkwürdigen Beitrag hierzu hat Bacon selbst
geliefert: _De sapientia veterum, Cap. 19_; wo er die Dädalossage mit
dem glücklichsten Scharfsinne als eine Allegorie der regelmässigen
Entwickelung von Kunst und Gewerbfleiss behandelt. Diess Buch ist 1610
erschienen.
[52] _Novum Organon I, 4. (1620.)_
[53] _Descriptio globi intellectualis, Cap. 2._
[54] _Sermones fideles, Cap._ 34 und 28. Der erste Theil dieses Buches
ist bekanntlich schon 1597 erschienen.
[55] _Sermones fideles, Cap. 15 (De seditionibus et turbis.)_ Freilich
ist der vulgäre Irrthum, als könne jedes Land im Handel nur soviel
gewinnen, wie irgend ein anderes verloren habe, soviel ich weiss, erst
durch _%J. Tucker% Tracts on political and commercial subjects (1776),
p. 42 ff._ recht beseitigt worden.
[56] _Historia regni Henrici VII, p. 1038. (Edit. Lips. 1694.)_ Zum
Theil mit denselben Worten: _De dign. et augm. scientiarum VIII, 3_
und _Sermones Cap. 29_ gepriesen. Die _Historia_ ist 1622 erschienen.
[57] Die z. B. in Frankreich erst unter Ludwig XV thatsächlich ausser
Uebung kamen.
[58] _Sermones Cap. 15. 29._ _Sorti reipublicae nihil addunt_, heisst
es in der erstern Stelle: also ein Vorläufer der spätern
physiokratischen Ansicht von den unfruchtbaren Klassen.
[59] _%Salmasius% De usuris_ ist 1638 erschienen, _De modo usurarum_
1639, _De mutuo_ 1640.
[60] _%D. Hume% History of England, Ch. 44, App. 3._
[61] _Sermones fideles Cap. 34._ Den letztern Grund führt schon
%Dante% an, wesshalb die Zinsgläubiger in der Hölle schmachten:
_Divina Commedia, Inferno XI, 106 ff._
[62] Auch %Hugo Grotius% (_De iure belli et pacis II, 12, 20 sq._)
billigt im Grunde das Zinsnehmen; die biblischen Verbote, die er von
den Gegenbeweisen allein anerkennt, will er nur für einen solchen
Zinsfuss gegeben wissen, welcher das Risico des Darleihers, das eigene
Gewinnentbehren desselben, seine Mühe u. s. w. übersteigt. Dagegen
meinte %Sir Walter Raleigh% (_The cabinet-council: Works VIII,
p. 49._), es sei gerade damals eine Beschränkung des Wuchers um so
nothwendiger, weil aus Indien so viel Geld einströme; Menschen, die
viel Geld in ihrer Hand haben, werden Wuchergeschäfte, dafern sie
gesetzlich erlaubt sind, immer sicherer und einträglicher finden, als
andere Handelszweige.
[63] _De vicissitudine rerum: Sermones fideles Cap. 56._
[64] _%Purchas% Pilgrims IV, p. 1766. %Bancroft% History of the U.
States I, 161. 340._
[65] Ueber die fruchtlosen Versuche, unter Leitung des Grafen von
Essex 1573 in Ireland englische Kolonien zu gründen, und zwar auf
confiscierten Ländereien, vgl. %Lingard% VIII, 150 fg. Ueber den
Erfolg der von Bacon angeregten Pläne Jacobs I: Idem IX, 200 ff.
[66] _Famous among merchants_, wie sein Sohn in der Vorrede des
posthumen Werkes sich ausdrückt.
[67] _%Misselden% Circle of commerce, (1623) p. 36._
[68] _%MacCulloch% Literature of political economy, p. 38._
[69] Nach eigenen Aeusserungen des Verfassers in dem posthumen Werke.
[70] Eine ähnliche, obwohl schwächere Vertheidigung des ostindischen
Handels (von _%Sir Dudley Digges%_) erschien zu London 1615: _The
defence of trade, in a letter to Sir Thomas Smith, governor of the E.
J. Companie etc. From one of that societie._
[71] Bei dieser Gelegenheit möchte ich eine weitergehende Bemerkung
nicht unterdrücken. Es ist nämlich die Gunst oder Ungunst der Bilanz
von jeder volkswirthschaftlichen Theorie nach demjenigen Momente
beurtheilt worden, welches ihr als das für den Volksreichthum
wichtigste galt. Also von den Mercantilisten nach der Geldmenge; von
Männern, wie Sonnenfels, Forbonnais, Necker, nach der Zahl der
beschäftigten und ernährten Menschen; von den heutigen Engländern nach
der Productivität der nationalen Arbeit. Während bei diesen letzten
die günstige Bilanz nur secundäre Ursache, fast bloss Symptom des
grössern Volksreichthums ist, war sie bei den ersten ausschliesslich
Ursache desselben.
[72] In demselben Menschenalter hatte auch _%Lewis Roberts%_,
Verfasser einer damals sehr berühmten Handelsencyklopädie (_The
merchants mappe of commerce. 1638._), sich für die freie Ausfuhr der
edlen Metalle ausgesprochen; in der Schrift: _The treasure of
trafficke, or a discourse of forraigne trade. 4. London 1641._
[73] Er hat in dieser Hinsicht einen vortrefflichen Kampfgenossen in
%Sir Robert Cotton%, dessen ausgezeichnete Rede wider die
beabsichtigte Verschlechterung der Münzen, am 2. September 1626 vor
den Lords des Geheimen Rathes gehalten, und mehrmals herausgegeben
ist: so 1641, 1651 und 1679: vgl. _%MacCulloch% Literature, p. 155_.
Es ist ein Ruhm für England, diese hochwichtige Frage theoretisch so
früh gelöst zu haben, während z. B. in Italien noch _%Galiani% (Della
moneta III, 3)_ eine sophistische Apologie der Münzverschlechterungen
wagen konnte.
[74] _Leviathan Cap. I_ und _passim_.
[75] Die letztere Schrift 1642, die erstere 1651 erschienen.
[76] _Ego huic homini (vel huic coetui) auctoritatem et ius meum
regendi meipsum concedo, ea conditione, ut tu quoque tuam auctoritatem
et ius tuum tui regendi in eundem transferas._ (_L. 17_; vgl. _C. 5_.)
Die erstaunliche Consequenz, mit welcher Hobbes diesen Grundgedanken
ausführt, zeigt sich am klarsten im Inhaltsverzeichnisse von _C. 12_:
_Iudicationem boni et mali ad singulos pertinere, seditiosa opinio.
Peccare subditos (posse) obediendo principibus suis, seditiosa opinio.
Tyrannicidium esse licitum, seditiosa opinio. Subiectos esse legibus
civibus etiam eos, qui habent summum imperium, seditiosa opinio.
Imperium summum posse dividi, seditiosa opinio. Fidem et sanctitatem
non studio et ratione acquiri, sed semper supernaturaliter infundi et
inspirari, seditiosa opinio. Civibus singulis esse rerum suarum
proprietatem sive dominium absolutum, seditiosa opinio, cett._ (Vgl.
_Leviath. 29_.)
[77] Diese Idee ist bekanntlich unter dem langen Parliamente, durch
Gründung des englischen Accisesystems, recht praktisch geworden,
während es vorher bloss directe Steuern und Zölle gegeben hatte. Da
die Accisen nur insofern bedeutenden Ertrag gewähren, als sie von den
Consumtionsgegenständen der Mittelklasse erhoben werden, so findet man
bei den meisten Völkern, dass sie erst auf einer Kulturstufe
entstehen, wo schon ein ansehnlicher Mittelstand gebildet ist.
[78] _The Oceana of %James Harrington% and his other works. The whole
collected, methodiz'd and review'd etc. by %John Toland%. (London
1700.)_
[79] _Oceana, p. 39 ff. System of politics, p. 497 ff. (Ch. 2. 3.)_
[80] _The prerogative of popular government, p. 246 ff. (B. I, Ch.
3.)_
[81] _The prerogative etc., p. 243. 249. (B. I, Ch. 3.)_
[82] a. a. O. p. 249. Auch %Toland% (_Life of J. Harrington,
p. XVIII_) stellt die Entdeckung seines Helden mit derjenigen des
Schiesspulvers, der Buchdruckerei, der optischen Gläser u. s. w.
zusammen.
[83] _The art of lawgiving, p. 388 ff. (B. I, Ch. 2.)_
[84] _The prerogative of popular government, p. 291. (B. I, Ch. 11.)_
[85] _The art of lawgiving, p. 392. (B. I, Ch. 3)_
[86] _Oceana, p. 102 ff._
[87] _The prerogative of a popular government, p. 245. (B. I, Ch. 3.)_
[88] u. a. O. p. 300 fg. (_B. I, Ch. 11._)
[89] Sein Leben ist so wenig bekannt, dass selbst sein grosser
Verehrer, Sir J. Child, nur sagt, er scheine ein Landedelmann gewesen
zu sein.
[90] Vgl. den Vorwurf von _%J. Mill% History of British India I, 95_:
dass er den Nutzen des ostindischen Handels absichtlich übertrieben
habe.
[91] _Land and trade are twins: it cannot be ill with trade, but land
will fall, nor ill with land, but trade will feel it._ (_Pref._)
[92] Von Roger Coke, welcher diess behauptet hatte, s. unten Kapitel
VIII.
[93] Es ist darum sehr auffallend, dass ein so kluger Mann, wie
%Anderson% (_Historical etc. deduction of commerce II, a. 1670_), ihm
diese Vorliebe für Holland mehrfach übelnimmt. Auch ist Child
entschieden der Hoffnung, dass England seinem Vorbilde recht bald
nachkommen werde (p. 43 ff.).
[94] Derselbe Punkt ist nachher besonders von %Davenant% sehr
energisch hervorgehoben: _Works I, 448 ff._
[95] Uebrigens hat es damals an intelligenten Vertheidigern des
englischen Erstgeburtsrechtes nicht gefehlt. Der berühmte Jurist, %Sir
Matthew Hale%, ist der Ansicht, dass die gleichen Erbtheilungen eine
Herabdrückung der ländlichen Familien unter das Mass wahrer
Steuerfähigkeit herbeiführen; dass hingegen das Vorrecht des
Erstgeborenen im Grundbesitze die jüngeren Geschwister zu Handel und
Gewerbfleiss antreibt u. s. w. (_History of the common law of England,
Ch. 11._)
[96] Bei _%Forbonnais% Recherches et considérations sur les finances
de la France I, 418 ff._
[97] _%Sir W. Temple% Observations on the Netherlands. (1675.)_
[98] Unterstützt nachmals von _%Davenant% Works II, 207_.
[99] Es war damals in England sehr controvers, ob die Navigationsacte
mehr genützt, oder geschadet habe. So versichert z. B. %Roger Coke%
(s. unten Kapitel VIII), es sei der Schiffbau in England um 1653 wohl
etliche dreissig Procent theuerer gewesen, als vor der Navigationsacte
1651; auch die Matrosenlöhne seien dermassen gestiegen, dass England
seinen russischen und grönländischen Handel völlig an die Holländer
verloren habe. Doch spricht um dieselbe Zeit der berühmte Holländer
_%Jean de Wit% Mémoires_ _p. 220 ff._ die Befürchtung aus, das Gesetz
werde einen grossen Theil der holländischen Rhederei nach England
hinüberziehen.
[100] In der Praxis hatten die Engländer schon seit 1663 das alte
Verbot, Geld auszuführen, auf die in England selbst geprägten Münzen
beschränkt.
[101] Von einer andern Seite her wird diese Ansicht in folgender,
höchst merkwürdigen Broschüre unterstützt: _Reasons for a limited
exportation of wool. London 1677._ (_24 p._ in 4.) Ihr zufolge soll
die Prohibition mit einem billigen Ausfuhrzolle vertauscht werden. Und
zwar wird als Hauptgrund dafür angegeben, dass die Landbesitzer des
Königreiches ein wichtigeres Interesse verträten, als die Paar
Wollarbeiter und Kaufleute, welche Manufacturwaaren ausführen. 1) Weil
jene die Herren und Eigenthümer vom Grunde alles Nationalreichthums in
England sind, indem aller Profit aus dem, ihnen gehörenden, Boden
entspringt. 2) Weil sie alle Steuern und öffentlichen Lasten tragen;
indem diese allein auf diejenigen drücken, welche kaufen, ohne zu
verkaufen. Die Verkäufer nämlich pflegen, der Steuer entsprechend,
ihre Waarenpreise zu erhöhen, oder die Güte ihrer Waaren zu
verschlechtern (p. 5).
[102] Wie bedeutend Child noch lange nach seinem Tode geschätzt wurde,
erhellt z. B. aus _%J. Gee% The trade and navigation of Great-Britain
considered_ (1730) recht deutlich. Im Jahre 1797 nennt ihn _%Sir F. M.
Eden% (State of the poor I, 187)_, also ein Mann, welcher dem Adam
Smith'schen Standpunkte angehört, _this acknowledged oracle of trade_.
[103] Vgl. _%Evelyn% Memoirs I, 474 fg. (4. ed.)_
[104] Die Originale sind zum Theil verbrannt; dagegen finden sich
Copien im Besitze der Pariser Bibliothek, welche Petty für sich hatte
anfertigen lassen, die aber auf der Ueberfahrt nach England von einem
französischen Kaper genommen waren. (_%MacCulloch% Literature of
political economy, p. 211._)
[105] Vgl. das Leben Pettys in der Londoner Ausgabe seiner _Essays_
von 1755.
[106] _%Pepys% Diary II, 145._ (_ed._ in 8.)
[107] _Five Essays in political arithmetick (1687), No. 3. (Several
Essays p. 78 ff.)_
[108] _Political anatomy of Ireland, p. 54 ff._
[109] _Several essays, p. 54._
[110] _Political anatomy, p. 18._
[111] _Political anatomy, p. 48 ff._
[112] _Ibidem, p. 50._
[113] _Several essays, p. 35._
[114] _Political anatomy, p. 42 fg. 91 ff._
[115] _Political anatomy, p. 101 fg._
[116] Vgl. %mein% Leben, Werk und Zeitalter des Thukydides (1842), S.
133 ff.
[117] Dieser Titel verdankt wohl der Freundschaft und
Geistesverwandtschaft mit Hobbes seinen Ursprung.
[118] _Several essays, p. 98: to express myself in terms of number,
weight or measure, to use only arguments of sense, and to consider
only such causes, as have visible foundations in nature;....
observations, which if they are not already true, certain and evident,
yet may be made so by the sovereign power._
[119] _%Davenant% Commercial and political works II, 169 fg._
[120] _Several essays, p. 93._
[121] Hierher mag es rühren, dass _%Halley%_ in seiner Schrift _An
estimate of the degrees of the mortality of mankind_ und _%Evelyn%
Memoirs I, 475_ die eigentliche Urheberschaft des Graunt'schen Werkes
unserm Petty zuschreiben: eine Ansicht, welche _%M'Culloch%
Literature, p. 271_ sehr richtig damit widerlegt, dass es gar nicht in
Pettys Charakter liege, die Ehre einer so trefflichen und anerkannten
Leistung fälschlicher Weise auf Andere zu übertragen.
[122] In der angeführten Abhandlung: _Philosophical transactions,
London 1693_.
[123] _Several essays, p. 96._
[124] Frankreich war damals nicht allein politisch und literarisch das
erste Land der Welt, sondern es schien auch, unter Colberts Leitung,
begründete Aussicht auf eine volkswirthschaftliche Suprematie zu
haben. Die Unterthanen Karls II. glaubten desshalb ihren Handel und
Gewerbfleiss von Frankreich her ebenso bedrohet, wie es ihre
parliamentarische Freiheit, ihre protestantische Confession und ihre
nationale Sitte in der That waren. Hieraus erklärt sich der grosse
Anklang, welchen die Behauptung von Englands nationalökonomischem
Sinken fand. Bei der Unvollkommenheit aller damaligen Statistik war
sie schwer zu bekämpfen. _%Samuel Fortrey% Englands interest and
improvement, consisting in the increase of the store and trade of this
kingdom_, (1663) eröffnet die Controverse. Ausser einigen Bemerkungen
zu Gunsten der _Enclosures_ und der Ansiedelung Fremder in England,
wird hier auf Grund einer angeblichen Untersuchung Ludwigs XIV. die
Ansicht durchgeführt, dass Frankreich eine Ausfuhr nach England =
2600000 Pfund St. jährlich habe, während die Engländer nur für etwa
1000000 Pfund St. nach Frankreich exportierten. Also eine für England
ungünstige Bilanz (_clear loss_) von 1600000 Pfund St. jährlich
(p. 22 ff.). Der grosse Schrecken, der durch solche angebliche
Thatsachen hervorgerufen wurde, hat dann ungemein dazu beigetragen,
das englische Volk für Beschränkungen und Verbote des französischen
Handels günstig zu stimmen. -- _%Roger Coke% A treatise, wherein is
demonstrated, that the church and state of England are in equal danger
with the trade of it. 1671. Reasons of the increase of the Dutch
trade, wherein is demonstrated, from what causes the Dutch govern and
manage trade better than the English. 1671. Englands improvement, in
two parts (the first part relates to the strength and wealth, and the
latter to the navigation of the kingdom). 1675._ Alle drei Schriften
in 4. und zu London erschienen. Hier wird die Voraussetzung, als wenn
England im Sinken begriffen wäre, ausser der ungünstigen Bilanz noch
durch die grosse Entvölkerung erklärt, welche die Pest und die vielen
Auswanderungen nach Amerika, Ireland u. s. w. bewirkt hätten. Auch die
Folgen der Schifffahrtsacte und der Elisabeth'schen Armengesetzgebung
werden als nachtheilig geschildert. Dagegen empfiehlt Coke u. A. die
Naturalisierung fremder Protestanten, die Wiederherstellung der freien
Vieheinfuhr aus Ireland, die Oeffnung der geschlossenen Corporationen
u. s. w. -- Eine höchst merkwürdige Gegenschrift ist _Englands great
happiness, or a dialogue between Content and Complaint, wherein it is
demonstrated, that a great part of our complaints is causeless. By a
real and hearty lover of his king and country. 4. London 1677._ Hier
finden wir u. A. folgende Ueberschriften über den Kapiteln: _To export
money our great advantage. The French trade a profitable trade.
Variety of wares for all markets a great advantage. High living a
great improvement to arts. Invitation of foreign arts a great
advantage. Multitudes of traders a great advantage. The word
impossible a great discourager of arts._ Der Verfasser ist überall ein
warmer Vertheidiger der Handelsfreiheit, während seine Gegner eben
Diejenigen sind, auf welche das übliche Bild des Mercantilsystems
verhältnissmässig am besten passt. Der zufriedene Unterredner unseres
Buches giebt dem _Complaint_ die Richtigkeit der Fortrey'schen Bilanz
immerhin zu; gleichwohl erklärt er den französischen Handel für
nützlich, weil er nützliche oder doch angenehme Waaren einführt. Es
würde nur ein noch höherer Grad von Nützlichkeit sein, wenn die
Franzosen, statt englischen Geldes, englische Waaren zurücknähmen.
Schon hier findet man die, neuerdings so üblich gewordene,
Argumentation, dass ja Privatleute nicht immer bloss von solchen
kaufen, an die sie unmittelbar wieder verkaufen können; warum sollte
es denn im internationalen Verkehre so völlig anders sein? --
_Britannia languens, or a discourse of trade: shewing the grounds and
reasons of the increase and decay of land-rents, national wealth and
strength. 8. London 1680._ Hier werden als Ursachen des
wirthschaftlichen Verfalles von England (_consumptive condition_)
besonders folgende angegeben: die Ausfuhr von Geld, die Einfuhr von
Luxuswaaren, zumal aus Frankreich, die Schifffahrtsgesetze, die
Privilegien der ostindischen Compagnie und anderer
Handelsgesellschaften, die Corporationsvorrechte u. dgl. m. Vgl.
_%MacCulloch% Literature, p. 39 ff._
[125] _A treatise of taxes and contributions, p. 31._
[126] _Ibidem, p. 67._
[127] _Ibidem, p. 24._
[128] _Political anatomy of Ireland, p. 62 ff._
[129] _Several essays, p. 171._
[130] _Political anatomy of Ireland, p. 125._
[131] _Quantulumcunque concerning money._
[132] _Political anatomy of Ireland, p. 54._
[133] _Ibidem, p. 62 fg._
[134] _Several essays, p. 147 ff._
[135] _Several essays, p. 123 ff._
[136] _Political anatomy of Ireland, p. 65._
[137] _Verbum sapienti, p. 10. Several essays, p. 123._
[138] _Several essays, p. 127 fg._
[139] _Political anatomy of Ireland, p. 85 ff._
[140] _Ibid. p. 115._
[141] _Several essays, p. 4 ff._
[142] _Political anatomy of Ireland, p. 25._
[143] _Several essays, p. 17._
[144] _Ibid. p. 107 fg. 147._
[145] _Ibid. p. 113._
[146] Vgl. _%Anderson% a. 1580. 1593. 1630._ Man denke namentlich an
die Geldstrafen, welche Karl I. 1634 von den neuerbauten Londoner
Häusern forderte.
[147] _Several essays, p. 23 ff._ In derselben Zeit ist das Anwachsen
der grossen Städte noch durch eine andere, anonyme Schrift ebenso
eifrig, wie geschickt vertheidigt worden: _An apology for the builder;
or a discourse showing the cause and effects of the increase of
building. 4. London 1685._ Denn noch das Parliament von 1685 hatte auf
Andringen der Landgentlemen beschlossen, die neuerbauten Häuser
Londons schwer zu besteuern, ja für die Zukunft den weitern Häuserbau
im Londoner Stadtbezirke ganz zu verbieten.
[148] _Political anatomy of Ireland, p. 82. Verbum sapienti, p. 17._
[149] _Quantulumcunque concerning money. Political anatomy, p. 82.
67._
[150] _Verbum sapienti, p. 16 fg._
[151] _Several essays, p. 179. Political anatomy, p. 116._
[152] _Quantulumcunque concerning money._ Gewiss ein bedeutender
Fortschritt gegen Mun oder Child!
[153] _Political anatomy, p. 74._
[154] _Several essays, p. 113. 126. 159._ Mancher Neuere, der auf
solche «mercantilische Irrthümer» vornehm hinunterblickt, sollte nicht
vergessen, dass sich der auswärtige Handel regelmässig viel eher
entwickelt, als der inländische. Die älteren Mercantilisten haben
desshalb mit ihrer Höherschätzung des auswärtigen Handels eine für
ihre Zeit völlig begründete Thatsache ausgesprochen, nur freilich mit
ungenügender Erklärung.
[155] _Quantulumcunque concerning money. Political anatomy, p. 72._
[156] _Political anatomy, p. 67._
[157] _Several essays, p. 120 fg._ Bei dieser Gelegenheit scheint es
angemessen, beiläufig der wichtigsten Schriften zu gedenken, welche in
England die Entstehung der grossen %Bank% theils vorbereitet, theils
begleitet haben: vgl. _%MacCulloch% Literature, p. 158 ff._ Eines an
Cromwell gerichteten Pamphlets in Folio von dem Kaufmanne %Samuel
Lamb% (1657) gedenkt _%Anderson% II, a. 1651_. _%W. Potter% The
tradesman's jewel; or a safe, easie, speedy and effectual means for
the incredible advancement of trade and multiplication of riches etc.,
by making bills become current instead of money. 4. London 1659. %Fr.
Cradocke% An expedient for taking away all impositions and for raising
a revenue without taxes, by creating banks for the encouragement of
trade. 4. London 1660. %Matth. Lewis% Proposals to the king and
parliament; or a large model of a bank, showing how the fund of a bank
may be made without much charge or any hazard, that may give out bills
of credit to a vast extent. 4. London 1678._ -- Mit der wirklich zu
Stande gekommenen Bank von England hängen zusammen: _A short account
of the intended bank of England. 4. London 1694._ (Von Michael
Godfrey, erstem _Deputy-Governor_ der Bank, und einem der thätigsten
Gehülfen Patersons.) _%Will. Paterson% Conferences on the public debts
by the Wednesday-Club in Friday-Street. 4. London 1695._ Viele Gegner
der Bank meinten damals, ein solches Institut könne bloss in einem
Freistaate bestehen, und werde England in einen solchen verwandeln.
Andere wieder fürchteten, der König werde dadurch unbeschränkt werden.
Auch in Bezug auf die mercantilen Folgen der Anstalt waren die
Erwartungen einander entgegengesetzt. Einige besorgten, die Bank würde
allen Handel erdrücken; Andere wieder, sie würde alles Geld in den
Handel ziehen, und auf solche Art die Bodenpreise erniedrigen. Gegen
allerlei religiöse Bedenken mussten sich die Freunde der Bank auf
Evang. Luc. XIX, 23 berufen. -- Ein theoretisch lehrreicher Seitenweg
wurde empfohlen durch _%R. Murray% A proposal for a national bank,
consisting of land, or any other valuable securities or depositums. 4.
London 1695. %H. Chamberlen% The constitution of the office of land
credit declared in a deed. Enrolled in chancery a. 1696. 12. London
1698._ Diese Männer verfolgten den Plan, ihre Bank und das von
derselben auszugebende Umlaufsmittel auf den Werth von Grundstücken zu
basieren: ein Gedanke, welcher bekanntlich den Schriften und
praktischen Schwindeleien von J. Law zu Grunde liegt. Ich werde
desshalb in der zweiten Abhandlung, welche das 18. Jahrhundert bis
David Hume und Adam Smith enthält, hierauf zurückkommen müssen.
_%Asgill% Several assertions proved in order to create another species
of money than gold (London 1696)_ unterstützte das Chamberlen'sche
Project mit Gründen, welche ganz an die spätere Physiokratie erinnern.
«Was wir Waaren nennen, ist weiter Nichts, als vom Boden losgetrenntes
Land. _Man deals in nothing, but earth!_ Die Kaufleute sind die
Factoren der Welt, um einen Theil der Erde gegen den andern zu
vertauschen.»
[158] _%Malthus% Principles of political economy, p. 345-522._
[159] _Political anatomy, p. 81. 96 fg._ Die Fruchtbarkeit jener
Eintheilung in zwei Volksklassen ist auch neuerdings wieder von einem
ausgezeichneten Nationalökonomen bethätigt worden: %F. B. W. Hermann%
Staatswirthschaftl. Untersuchungen, S. 354 ff.
[160] _Ibid. p. 82 ff._
[161] _Political anatomy, p. 30. 32 ff. 99. 122 fg._ Die Einfuhr des
lebendigen Viehes war schon 1663, die des gesalzenen Fleisches von
Ireland 1666 verboten.
[162] _Several essays, p. 164 fg._
[163] In der Schrift _Verbum sapienti_, welche während des
holländischen Krieges von 1665 bis 67 geschrieben ist, um eine bessere
Vertheilung des unerträglich gewordenen Steuerdruckes anzurathen.
[164] _Several essays, p. 125 ff._
[165] _Ibidem, p. 129._
[166] _Ibidem, p. 166._
[167] _Ibidem, p. 130 ff. Political anatomy, p. 78._ Vgl. %meine%
Ideen zur Politik und Statistik der Ackerbausysteme, dritte
Abhandlung, S. 11 ff. (Im Archiv der politischen Oekonomie, Neue
Folge, Band IV.)
[168] Vgl. die Lebensbeschreibungen des Lord Guildford und des Sir
Dudley North von dem Bruder der Beiden, _%Roger North%_; ferner
_%Macaulay% History of England, Ch. 4_. Lord Guildford gehörte zu den
hervorragenden Mitgliedern der s. g. Trimmerpartei, obschon es ihm an
der Charakterstärke, welche allein ein würdiges Juste-Milieu möglich
macht, am allermeisten fehlte.
[169] Wenn eine grosse politische Umwälzung das Volksleben erschüttert
und losgefesselt hat, so ist es nicht ungewöhnlich, dass auch auf
anderen Gebieten, welche den brennendsten Fragen des Augenblicks
ferner liegen, heterodoxe Ansichten geäussert, und mit rücksichtsloser
Consequenz vertheidigt werden. Man denke nur an die merkwürdigen
Parliamentsverhandlungen vom 2. Februar 1689, welche der Abfassung der
_Declaration of Rights_ vorausgingen.
[170] Schon _%Roger North%_ konnte in den Lebensbeschreibungen seiner
Brüder, indem er die geistvollen Ansichten des Sir Dudley über
nationalökonomische Gegenstände erwähnt, die Bemerkung hinzufügen,
dass kein Exemplar seiner Schrift für Geld mehr zu haben sei. (_Life
of Lord Guildford, p. 168. Life of Sir Dudley North, p. 180 fg._:
beide in der 4. Ausgabe.) Die in jenen Biographien mitgetheilten
Auszüge haben alsdann mehr als Einen Sachkundigen zu einer sorgsamen
Nachforschung nach dem Originale gereizt. Doch umsonst. Wie ein
verloren gegangener alter Klassiker, musste das Buch wiedergefunden
werden; und zwar geschah diess auf der Bücherauction des bekannten
Numismatikers Ruding, worauf dann zu Edinburgh 1822 ein neuer Abdruck
veranstaltet wurde. Das mir vorliegende Exemplar ist 1846 bei Adam und
Charles Black in Edinburgh erschienen, 42 Seiten in 4.
[171] Es fand gerade damals eine grosse Productionskrisis in England
statt, von der auch Locke handelt: eine sehr begreifliche Folge der
innern Revolution und des gleichzeitigen äussern Krieges.
[172] Vgl. das folgende Kapitel.
[173] Sonst hat mein College und Freund, G. Hartenstein, gewiss Recht,
wenn er aus der obigen Stelle, die allerdings viel Heterogenes
zusammenwirft, den Schluss zieht, dass North in der eigentlichen
Philosophie nicht eben zu Hause gewesen. Seine im Orient und in
Handelsgeschäften hingebrachte Jugend wird ihn an dergleichen Studien
verhindert haben; und es ist nicht schön, dass er durch anscheinende
Belesenheit diess verdecken wollte.
[174] Vgl. oben S. 59.
[175] Locke war einer der ersten _Commissioners_ dieser Behörde: vgl.
_%Sir F. M. Eden% The state of the poor I_, _p. 244 ff._
[176] _Of civil government_, §. 25-51. Wer die grosse Rolle kennt,
welche der Begriff _Property_ in den Actenstücken, Parliamentsreden
u. s. w. der englischen Revolution spielt, dem wird die zeitgemässe
Wichtigkeit dieser Locke'schen Untersuchung nicht entgehen. Und zwar
ist diese Stellung des Eigenthumsbegriffes eine dauernd nationale
geblieben. Der liberale Fox hat in einer seiner wichtigsten Reden
(über die _East-India-Bill_ am 1. December 1783) eine klassische
Definition von Freiheit aufgestellt, welche mit den Worten beginnt:
_it consists in the safe and sacred possession of a mans property
etc._ Man vgl. übrigens oben S. 51. Hobbes und Locke vertreten auf
eine höchst charakteristische Art die Controverse, welche seit J. J.
Rousseau eine so gesteigerte Bedeutung erlangt hat: ob das Eigenthum
auf der Anerkennung des Staates, oder auf der Arbeit des Einzelnen
beruhet. Möchte Niemand übersehen, dass der tyrannische Hobbes für die
erste, der freiheitsliebende Locke für die zweite Alternative ist!
[177] _Considerations etc. (Works II, 36.)_
[178] Vgl. oben S. 81.
[179] Und doch wurde 1694 die Bank von England errichtet! So wenig ist
%Locke% ein in praktischen Dingen erfinderischer Kopf.
[180] In Frankreich unter Ludwig XIV. noch eine sehr beliebte
Finanzmassregel.
[181] Vgl. oben S. 47. 50. 81. 91.
[182] _Things must be left to find their own price: p. 18._
[183] Vgl. oben S. 76. 90.
[184] Man sieht hier, wie flüchtig Locke zuweilen schreibt: offenbar
ist im ersten Falle der Rohertrag, im zweiten der Reinertrag gemeint.
[185] Vgl. oben S. 89.
[186] Diese Reaction gegen die, seit Hobbes entstandene, Vorliebe der
Theoretiker für indirecte Steuern ist auch in der damaligen Praxis
wahrzunehmen. Ich erinnere an die neue Grundsteuer vom Jahre 1692,
deren Kataster bis auf den heutigen Tag fortdauert.
[187] Bei _%Sir F. M. Eden% State of the poor I, p. 244 ff._
[188] Von Schriften, welche in ähnlicher Weise, durch Beschäftigung
und Unterricht der Armen, dem Pauperismus zu steuern suchen, lässt
sich eine ganze Literatur zusammen stellen. Dahin gehört namentlich
das Pamphlet des berühmten Juristen %Sir Matthew Hale% _A discourse
touching provision for the poor_ (erschienen 1683, geschrieben jedoch
1659 nach _%Eden% State of the poor I, 215_.) Hier wird eine strengere
Beaufsichtigung der Kirchspiele durch den Friedensrichter, eine
Vereinigung der bisherigen Armensprengel in Gruppen und eine
mehrjährige Anticipation der Armensteuer empfohlen, um solchergestalt
ein Netz von Arbeitshäusern über das ganze Reich zu gründen. Der Verf.
hegt von der Ausführung dieses Planes wahrhaft sanguinische
Hoffnungen: nicht bloss einer Beseitigung fast aller Armennoth,
sondern zugleich einer bedeutenden Hebung des Gewerbfleisses; obschon
er, merkwürdig genug, die wichtigsten Bedenken, welche sich gegen die
Ausführbarkeit erheben lassen, alle selbst aufgezählt hat. -- Ein
ähnliches Ziel, nur mit geringeren geistigen Hülfsmilteln, verfolgte
%Richard Haines% _Proposals for building in every county a working
alms-house or hospital, as the best expedient to perfect the trade and
manufactory of linnen cloth. (1677.)_ Vgl. _%Eden% I, 197 ff._ -- Am
nächsten erinnert an Locke der Plan des %Thomas Firmin% _Proposals for
the employing of the poor (1678)_, in Form eines Briefes an den
Erzbischof Tillotson erschienen. Dieser Schriftsteller verwirft die
öffentlichen Arbeitshäuser, ausgenommen für Vagabunden u. s. w.; die
besseren Armen sollen nur Gelegenheit erhalten, in ihrer Wohnung zu
arbeiten, und zwar hauptsächlich mit Flachs und Hanf, weil hier die
Arbeit das Kapital mehr überwiegt, als in den meisten anderen
Gewerben. Das Wichtigste bleibt jedoch immer, die armen Kinder zur
Arbeit anzulernen. Daher meint Firmin, wenn er 100 Pfund St. für
Armenzwecke bekäme, so würde er 20 Pfund zur Besoldung einer Frau
verwenden, die im Lesen und Spinnen unterrichtete; 5 Pfund zur
Miethung eines Schullocales, 25 Pfund zur Anschaffung von Hanf und
Flachs, 25 Pfund zur Ablöhnung der damit beschäftigten Kinder, 15
Pfund zum Verweben und Bleichen des Garnes, 8 Pfund zur Anschaffung
der nöthigen Werkzeuge, endlich 2 Pfund zu einem Gastmahle für die
Aufseher. Das auf solche Art erzeugte Fabricat müsste dann theils an
die Kinder selbst, theils an kranke oder hülflose Arme verschenkt
werden.
[189] Die Gesammtausgabe seiner Werke, nach welcher ich im Folgenden
citiere, ist von Sir Charles Whitworth unter dem Titel _The political
and commercial works of that celebrated writer, Charles D'Avenant,
London 1771_, in 5 Octavbänden veranstaltet worden.
[190] Ich erinnere nur daran, dass Prideaux Hauptwerk im Jahre 1676
erschien, die Reise von Spon und Wheeler 1679; dass Bentley 1662,
Potter 1674, Markland 1693 geboren wurden; dass Arbuthnot um 1704 in
die _Royal Society_ eintrat, Dodwell seit 1692, Davies besonders seit
1703, Ruddiman seit 1725 schriftstellerisch wirkten, und Chishull
seine Reise in den Jahren 1715 ff. machte.
[191] Vgl. namentlich IV, 177.
[192] Offenbar nur unter der Voraussetzung richtig, dass die englische
Woll- und die ostindische Baumwollproduction festgegebene, nicht
vermehrbare Grössen seien.
[193] _%J. Pollexfen% England and East-India inconsistent in their
manufactures. 1697. 12^o._
[194] Vgl. dagegen II, 238.
[195] Vgl. oben S. 79.
[196] Vgl. die ausführlichen Gründe gegen Einfuhrverbote und allzu
hohe Zölle: V, 379 ff.
[197] Vgl. oben S. 65. -- Bei dieser Gelegenheit wird auch (II, 224)
die von King ersonnene Scala mitgetheilt, in welcher Progression das
Deficit der Ernte den Kornpreis erhöhe. Ich habe die Unmöglichkeit,
eine solche Scala gemeingültig zu machen, in %meiner% Schrift «Ueber
Korntheuerungen» (1847) S. 7 nachgewiesen.
[198] Vgl. oben S. 63 fg.
[199] Einigermassen ist die letztere Idee nicht lange nachher durch
die Errichtung der _Lords of Trade and Plantations_ verwirklicht
worden.
[200] Diess ist nachmals durch _%Vanderlint% Money answers all things_
(1734) geschehen, der insoferne den Uebergang zu den Physiokraten
bildet.
[201] Und doch hatte der Staat beim Abschlusse des Ryswiker Friedens
(1697) nur 21515742 Pfund St. Schulden: _%Hamilton% An inquiry
concerning the rise and progress etc. of the national debt, p. 65_.
[202] _%G. King% Natural and political observations and conclusions
upon the state and condition of England in 1696._ Gedruckt erst 1801
durch den bekannten _%Chalmers%_ als Anhang zu dessen _Estimate of the
comparative strength of Great-Britain_.
[203] Ich habe früher des Eifers gedacht, mit welchem sich Davenant
gegen jedes Verbot des ostindischen Handels erklärte. In dieser
Hinsicht schliesst sich ein anonymes, aber höchst merkwürdiges Buch an
ihn an: _Considerations upon the East-India trade. London 1701._ Mit
einem neuen Titel, jedoch ohne sonstige Veränderung: _The advantages
of the East-India trade to England considered, wherein all the
objections to that trade are fully answered. 1720. (%MacCulloch%
Literature, p. 99 ff.)_ Weil die Gegner Ostindiens von der Einfuhr
dortiger Fabricate den Untergang des englischen Gewerbfleisses und die
Entleerung Englands von edlen Metallen befürchteten, so mussten die
Freunde des indischen Handels möglichst erschöpfend den Ungrund dieser
Besorgniss zeigen. Unser Verfasser thut das auf eine Weise, die
MacCulloch mit A. Smith vergleicht. Abgesehen von ihrer
Weitschweifigkeit und Tautologie, kann sie wirklich an alle Vorzüge
und Einseitigkeiten der Smith'schen Schule erinnern. «Der ostindische
Handel zerstört kein vortheilhaftes englisches Gewerbe; er beraubt das
Volk keiner Beschäftigung, deren Erhaltung wir wünschen müssten. Die
Begründung dieser Klage besteht darin, dass Manufacten aus Indien
durch die Arbeit von weniger Menschen verschafft werden, als nöthig
wären, um dieselben in England zu machen; und diess kann man zugeben.
Hieraus folgt, dass ein Verbot der indischen Manufacten, um ähnliche
Waaren durch die Arbeit von mehr Händen in England verfertigen zu
lassen, so viel ist, als Viele zu einer Arbeit zu verwenden, die
ebenso gut von Wenigen gethan werden kann.» Mit denselben Gründen
würde man auch jede wirksame Maschine, jede verbesserte
Arbeitsmethode, jeden schiffbaren Strom verwerfen müssen, weil durch
alle solche Dinge an Arbeit gespart wird; man würde es ablehnen
müssen, wenn die Danziger uns ihr Korn schenken wollten, oder wenn die
Vorsehung von Neuem Manna regnen liesse. Jedes Verbot in dieser
Hinsicht ist ein Zwang, viele Menschenkräfte unnütz zu beschäftigen,
die Bedürfnisse des Lebens auf die möglich theuerste Art zu
befriedigen. «Wenn ich diess betrachte, so möchte ich mir immer sagen,
dass Gott seine Segnungen an Menschen gewendet hat, die weder Herz
noch Geschick besitzen, sie zu brauchen. Denn warum sind wir von der
See umgeben? Sicherlich, damit unser Mangel zu Hause durch unsere
Schifffahrt in andere Länder, die geringste und leichteste Arbeit,
ergänzt werden möchte. Hierdurch kosten wir die Gewürze Arabiens, und
fühlen doch niemals die brennende Sonne, welche sie hervorbringt; wir
prangen in Seide, welche unsere Hände nie verarbeitet haben; wir
trinken von Weinbergen, die wir nie gepflanzt; die Schätze von Minen
sind unser, in welchen wir nie gegraben haben. Wir pflügen nur die
Tiefe, und heimsen die Ernte jedes Landes der Welt ein!» Da Maschinen
und Erfindungen dasselbe leisten, wie der indische Handel, nämlich das
gleiche Quantum Arbeit, ohne Verringerung des individuellen
Arbeitslohnes, wohlfeiler zu machen; und da ferner die Nothwendigkeit
und der Wetteifer ein Hauptsporn zu Fortschritten ist: so lässt sich
von der Freigebung des indischen Handels ein bedeutender Einfluss auf
die Erfindungen u. s. w. im englischen Gewerbfleisse erwarten. Wenn
mein Nachbar durch irgendwelche Kunstgriffe wohlfeiler produciert und
verkauft, als ich, so bin ich gezwungen, auch meine Productionsweise
zu verbessern und wohlfeiler zu machen. Aus diesem Grunde «wird der
ostindische Handel wahrscheinlich mehr Künstler, mehr Ordnung und
Regelmässigkeit in die englischen Manufacturen bringen; er wird
diejenigen schliessen, welche am wenigsten nützlich und einträglich
sind; die hier beschäftigten Leute werden sich alsdann auf andere
Gewerbszweige verlegen, entweder solche, die besonders einfach und
leicht sind, oder auf die einzelnen Theile anderer Gewerbe von der
grössten Mannichfaltigkeit; denn einfache und leichte Arbeit ist am
schnellsten gelernt, und die Menschen sind am vollkommensten und
gewandtesten darin. Und so kann der ostindische Handel die Ursache
werden, geeignete Theile sehr zusammengesetzter Arbeiten einzelnen und
geeigneten Künstlern zu übergeben, und nicht zu Vieles der
Geschicklichkeit einzelner Personen zu überlassen..... Je grösser die
Verschiedenheit der Künstler in jeder Manufactur ist, je weniger der
Geschicklichkeit der Einzelnen überlassen bleibt: desto grösser ist
die Ordnung und Regelmässigkeit in jedem Geschäfte; dasselbe muss in
weniger Zeit geschehen, die Arbeit muss geringer sein, und folglich
der Preis der Arbeit niedriger, obschon sich die Löhne nicht
verringern. So wird ein Stück Tuch von vielen Künstlern verfertigt:
der Eine kämmt und spinnt, ein Anderer macht den Webestuhl, ein
Anderer webt, ein Anderer färbt, ein Anderer appretiert das Zeug, und
so ist immer ein geeigneter Theil des Werkes geeigneten Künstlern
übertragen. Der Weber muss nothwendig geschickter und flinker im Weben
sein, wenn das seine ganze und beständige Arbeit ist, als wenn
derselbe Weber auch kämmen und spinnen, den Webestuhl machen, weben
und appretieren und färben müsste. So muss der Spinner, Walker,
Färber, Tuchmacher nothwendig geschickter und flinker in seinem
eigenthümlichen Geschäfte sein, das seine ganze und beständige Arbeit
ist, als irgend ein Mann in demselben Geschäfte sein kann, dessen
Geschicklichkeit durch eine Menge anderer Geschäfte verwirrt wird.»
Mit der nämlichen Weitläufigkeit werden hiernächst die Vorzüge der
Arbeitstheilung im Uhrmachergewerbe nachgewiesen.
[204] _%Daniel Wakefield% An essay upon political economy (1804)_
wirft ihm geradezu vor, den «grossen» Sir James Steuart auf das
Eifrigste benutzt, aber undankbar genug nie citiert zu haben.
[205] So die A. Smith'sche Lehre von der Arbeitstheilung in Mandeville
_Fable of the bees, or private vices public benefits (1714)_; Ricardos
Lehre von der Grundrente in Anderson _Inquiry into the nature of the
corn-laws (1777)_; Malthus Lehre von der Bevölkerung in Benj. Franklin
_Observations concerning the increase of mankind (1751)_. Auf dieselbe
Art hat Prices Theorie des Sinkingfund in Nathanael Gould _An essay on
the public debts of this kingdom (1726)_ und _A defence of an essay
etc. (1727)_ ihren Vorläufer; Ricardos Plan, die Staatsschuld auf das
Privatvermögen umzulegen, in Archibald Hutcheson _Treatises relating
to the national debt (1721)_; die neuere Praxis der Zinsreductionen in
John Barnard _Considerations on the proposal for reducing the interest
of the national debt. (1750)_ U. dgl. m.
[206] Wenn der Gegensatz von Sullysmus und Colbertismus, weiterhin von
Physiokratie und Mercantilsystem grossentheils auf dem tiefern
Gegensatze von Land und Stadt beruhet: so hat %J. Schön% (Neue
Untersuchung der Nationalökonomie, S. 14) gewiss nicht Unrecht, die
Freiheit schon der älteren Engländer von solchen Einseitigkeiten
dadurch zu erklären, dass ihre Verfassung jede schroffe Opposition
zwischen Land und Stadt verhinderte.
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| Anmerkungen zur Transkription |
| |
| Guillemets wurden inkonsistent benutzt, das wurde unverändert |
| beibehalten.Inkonsistenzen wurden nicht geändert, wenn beide |
| Schreibweisen mehrfach verwendet wurden oder gebräuchlich waren, |
| wie: |
| |
| Kapitalanlehen -- Kapitalanleihen |
| Balanz -- Bilanz |
| Davenant -- D'Avenant |
| |
| Satzzeichen wurden korrigiert, ohne hier im Einzelnen Erwähnung |
| zu finden. |
| Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen: |
| |
| S. 6 "Rafael Hythlodäus" in "Raphael Hythlodeus" geändert |
| (Fußnote). |
| S. 9 "Fitz Herbert" in "Fitzherbert" geändert. |
| S. 14 "LATYMER" in "LATIMER" geändert. |
| S. 15,16 "Latymer" in "Latimer" geändert. |
| S. 21 "Cimbre" in "Cimber" geändert (Fußnote). |
| S. 21 "Danjon" in "Danjou" geändert (Fußnote). |
| S. 27 "Capitain" in "Captain" geändert. |
| S. 27 "CARLISLE" in "CARLEILL" geändert. |
| S. 28 ff. "Carlisle" in "Carleill" geändert. |
| S. 29 "Escheol" in "Eschkol" geändert. |
| S. 34 "Das" in "Dass" geändert. |
| S. 36 "Faxardo" in "Fajardo" geändert (Fußnote). |
| S. 64 "englichen" in "englischen" geändert. |
| S. 87 "voraufgingen" in "vorausgingen" geändert (fortgesetzte |
| Fußnote). |
| S. 92 "weitläuftig" in "weitläufig" geändert. |
| S. 103 "2)" in Aufzählung eingefügt |
| S. 108 "Wheler" in "Wheeler" geändert (Fußnote). |
| S. 112 "ungebauten" in "unbebauten" geändert. |
| S. 112 "voraufgeht" in "vorausgeht" geändert. |
| Alle "Macculloch", "Mac Culloch" in "MacCulloch" geändert. |
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