„Ja -- sie! Es ist eine merkwürdige Frau. So impulsiv, so ganz und

gar unberechenbar. Man könnte eine Sphinx, könnte mehrere Sphinxe aus

ihr machen. Was glauben Sie, was sie tat! Sie zitierte einen nicht

ganz klaren Ausspruch -- ich glaube von Schopenhauer, er kann aber

auch von Macchiavelli gewesen sein; und dann nahm sie plötzlich einen

japanischen Aschenbecher und warf ihn nach mir. Ich bückte mich rasch,

fiel über den immer vollen Papierkorb. Als ich mich wieder erhob, war

Maruschka Anastasia aus dem Zimmer gegangen.“

„Und dann?“

„Ich habe Maruschka Anastasia -- -- Was ist das doch für ein Theater?“

„Das Lessingtheater.“

„Richtig, ja. -- Karl, sieh es dir genau an, es ist das Lessingtheater

-- Ja. Ich habe Maruschka Anastasia +nie+ wieder gesehen. Sie hat,

+wie+ sie war, mein Haus verlassen und ist dem Rittmeister -- er

befand sich damals mit seinen Terriers auf einem von den Zeitungen sehr

gerühmten Distanzritt -- entgegengereist. Der Rittmeister hat mich

einige Tage später auf Pistolen fordern lassen. Meine Freunde haben mir

gesagt, es hätte das eigentlich umgekehrt sein müssen. Nun, es war ja

auch +so+ gut.“

„Sie haben sich -- geschossen?“

„Aber das war doch unmöglich. Gleich nachdem Maruschka Anastasia ihre

Möbel durch den Spediteur holen ließ -- +einen+ Tag nach ihrer Flucht

-- schloß ich doch mit Frau +Benzmann+ ab.“

„Sie haben sich -- wieder verlobt?“

„Gerechter Himmel -- ich +denke+ nicht daran! Frau Benzmann ist

Karls Großmutter -- ich denke, ich erzählte Ihnen damals -- eine

vortreffliche, nur etwas, sagen wir: etwas zu energische Frau.“

„Ach, die alte Dame mit der -- Kohlenschaufel? Der Junge ist also ...“

Michael Monkebach sprach so leise, daß ich ihn nur noch verstehen

konnte, wenn ich mein linkes Ohr dicht unter seine Nase hielt. Das tat

ich. Denn die verwickelten Schicksale des Mannes mit dem persönlichen

Einfluß interessierten mich sehr.

„Durch die Adoption erwuchsen mir doch Verpflichtungen, nicht wahr?

Ich konnte mich doch jetzt nicht von jedem beliebigen Rittmeister,

der meine weitgehende Gastfreundschaft, drücken wir uns milde aus:

mißbraucht hatte, über den Haufen schießen lassen. Sie begreifen

das? Ich habe Frau Benzmann, -- sie trinkt leider stark und ist als

Verwandte recht lästig, -- dem Jungen und mir selber versprochen,

ein guter Vater zu sein. +Nur+ ein Vater. Man muß etwas sein und das

ganz. Ich wollte meinen ganzen persönlichen Einfluß geltend machen,

wollte dieses Menschheitspflänzchen zu herrlicher Blüte zu -- Karl,

wirst du augenblicklich dem Kutscher die Peitsche zurückgeben?

Au-gen-blick-lich!“

Auf dem Bock hatte sich so etwas wie ein Kampf entsponnen, den der

neckisch aufgelegte Gaul dazu benutzte, uns in einem harten, stoßenden

Galopp bald nach links bald nach rechts unsanft an eine Bordschwelle zu

fahren.

„Du sollst die Peitsche hergeben!“ Halb aufstehend kniff der ergrimmte

Michael Monkebach den renitenten Pflegesohn in eine seinem Arm

erreichbare besonders fleischige Körperstelle.

Der Junge gab schrill aufquietschend die Peitsche zurück. Und die

genußreiche Fahrt nahm einen friedlicheren Verlauf.

„Und haben Sie denn nun rechte Freude an +die+sem Sohn?“

Michael Monkebach umging die direkte Antwort.

„Es war nicht immer ganz leicht,“ sagte er. „Es meldeten sich

störende, kleine Atavismen -- Sie wissen, sein armer Vater, der

ehemalige Briefträger ... Der Bedauernswerte ‚sitzt‘ jetzt wieder.

Er machte als Kassenbote -- ich hatte ihm die Kaution gestellt --

eine unangemeldete Erholungsreise und vergaß, zuvor einen der Firma

gehörigen Tausendmarkschein abzugeben ... Übrigens, ich möchte nicht

schlecht sein, aber, ehrlich gesagt, mir ist’s für alle Teile fast

lieber, er ist auf solche Weise aufgehoben. Seine Besuche waren nicht

sehr angenehm. Er hetzte den Jungen auf. Ich glaube, es war auch +sein+

Gedanke, daß Karl zur +See+ gehen sollte. Er dachte mich wohl damit am

empfindlichsten zu treffen.“

„Sie lassen den Jungen zur +See+ gehn?“

„Mein Gott, ich ‚lasse‘ --? was will ich machen? Wenn nun einmal

sein junges, törichtes Herz daran hängt. Und in der Schule --

unter uns: er ist leider nicht sehr begabt. Wenigstens nicht für

Unterrichtsgegenstände. Zuweilen hat er wohl ganz überraschende

Geistesblitze, aber die sind immer mit einer gewissen Tücke verbunden.

Sie könnten zum Exempel Erdbeermarmelade verstecken, +wo+ Sie wollten

-- er würde sie finden. Aber im schlichtesten Aufsätzchen eine Kuh zu

beschreiben oder eine Mühle oder einen Storch -- er bringt’s nicht

fertig. Nun hab’ ich ihn also angemeldet als Schiffsjungen in Hamburg.

Der Kapitän ist ein Schulfreund von mir. Er nimmt ihn dort schon an der

Bahn in Empfang. Gleich die erste Fahrt ein hübsches Stückchen Wasser

... Nach Valparaiso. Es soll gute Zucht sein auf dem Schiff. Auch

über das Essen habe ich mich vergewissert. Na, natürlich nicht gerade

Erdbeermarmelade; aber kräftig und reichlich.“

„Ist da nun nicht ein trauriger Gedanke, einen Sohn zu haben und doch

wieder +keinen+ Sohn zu haben?“

„Gewiß, gewiß. Aber, was wollen Sie, sein Herz hing daran, nicht wahr?

Er wäre mir verbummelt, verbittert zu Hause. Und +so+ -- ich denke, ich

kann doch für ihn sorgen. Lächeln Sie nicht, das ist doch etwas, ist

ganz viel. Ich kaufe ihm warme Unterwäsche, wenn er nach Spitzbergen

fährt, und ich suche ihm leichte Sommersachen aus, wenn er nach dem

Äquator steuert. Ich habe mir einen neuen großen Atlas gekauft --

meinen schönen alten Kiepert hat Maruschka Anastasia irrtümlich unter

ihren Sachen mitgenommen. Und so kleine Fähnchen hab’ ich in einem

Papierladen erstanden, wissen Sie, so lustige bunte Wimpelchen an

Stecknadeln, wie sie die großen Dampfschiffahrtsgesellschaften auf

ihre Karten stecken. Genau solche. Das hab ich ihnen abgesehen. Und

so mache ich auf der Karte alle Fahrten mit ihm; und abends lese ich

die Berichte von den Seewarten. Und aus jedem Hafen -- das hab ich

schon ausgemacht mit meinem Schulfreund, dem Kapitän -- bekomme ich

ein ausführliches Telegramm. Sehn Sie, mich hat das Leben gelehrt, es

ist gar nicht so wichtig, daß man immer +körperlich+ bei den Menschen

ist, die man liebt, die man halten und schützen und fördern möchte.

Maruschka Anastasia zum Beispiel -- ich habe sie +nie+ wieder gesehn.

Aber es freut mich doch an jedem Ersten im Monat, wenn ich, die Hand

auf der Brusttasche, die Bückeburger Straße hinaufgehe und ihr das

Geld auf ihr Konto bei der Deutschen Bank einzahle.“

„Was -- Sie -- Sie -- unterstützen Ihre geschiedene Frau noch --?“

„Das +muß+ ich doch. Ich bin ja der schuldige Teil, nicht wahr? Heißt

das: vor der Welt. Wir haben das ganz hübsch so eingerichtet. -- Und

dann hat ihr Verleger Bankrott gemacht. Und der Rittmeister hat doch

selbst nichts, nicht wahr? Er verkauft manchmal einen Wurf Foxterriers

-- aber mein Gott, jetzt sind wieder die schottischen Schäferhunde

Mode. Er hat Unglück der Mann, wirklich, er tut mir leid.“

Wir waren am Lehrter Bahnhof und stiegen aus.

Der Zug stand schon bereit. Michael Monkebach eroberte für den Jungen

einen Eckplatz, Rücksitz am Fenster. Er dachte an alles, brachte die

Reisetasche im Gepäcknetz unter und erprobte umständlich auf mehrere

sinnreiche Arten, ob sie nicht etwa dem Daruntersitzenden auf den

Kopf fallen könnte. Er kaufte ihm noch ein paar Orangen und zwei

fingerdick belegte Brote; er belehrte ihn noch über die wohlgesetzten

Begrüßungsworte, die er dem Kapitän bei der Ankunft in Hamburg

widmen sollte, ermahnte ihn dringend, auf die Reize der Aussicht ein

Augenmerk zu haben und sich ja nicht aus dem Fenster zu beugen, weil

einem da leicht kleine Kohlenstäubchen ins Auge fliegen könnten, was

sehr fatal und schmerzhaft sei. Und mit einer unnachahmlich diskreten

Handbewegung auf eine dunkle Verbindungstür nach einem kleinen

Kabinett weisend, flüsterte er: „Und -- du weißt, lieber Karl, für alle

Fälle ... +Genier+’ dich nicht, Junge! Solche Dinge sind menschlich.

Die vornehmste Dame ist nicht frei davon.“

Ich hielt mich bescheiden etwas zurück, den Abschied nicht zu stören.

Daß der Jüngling von Sentimentalitäten überwältigt werden könne, schien

er nicht zu befürchten. Er betastete neugierig den blanken Griff der

Notbremse und prüfte die geheimnisvolle Plombe, was Michael Monkebach

sehr in Verwirrung setzte. Er drehte die Heizungskurbel, las die

ausführlichen Bestimmungen über „verlorene und gefundene Gegenstände“

mit lauter Stimme von einem angeschlagenen Blättchen ab und bat

schließlich seinen Vater, dem Mathematiklehrer zu bestellen, daß er ihn

nie habe ausstehen können und für einen ekelhaften Esel halte.

Das war der letzte Gruß des künftigen Seefahrers an die Heimat, an die

Vergangenheit, an das Festland.

Der Zug setzte sich in Bewegung.

Michael Monkebach zog mit nervöser Hast ein sehr sauberes Taschentuch,

reichlich so groß wie eine Kinderwindel; und er winkte mit der

ganzen Kraft seines Armes, so lange der Zug in Sicht war, wobei er

im Überschwang der Gefühle am äußersten Ende des Perrons herlief und

beinahe den diensttuenden Stationsvorsteher auf die Schienen geworfen

hätte.

Als wir langsam die Treppe herunterstiegen, blieb er plötzlich stehen,

legte mir die Hand auf den Arm und sagte:

„Ist es nun nicht ein wunderbarer, ein, möchte ich sagen, erhebender

Gedanke, daß der Junge vielleicht in drei Monaten in Kapstadt vor Anker

geht, oder in sechs Monaten in den Hafen von Habana einläuft oder

in Montevideo an Land klettert oder in Melbourne? Und ich in meinem

stillen Landstädtchen, der ich nur noch seine ziemlich schlechten

Bilder und sein zerbrochenes Kinderspielzeug und seine zerpflückten

Schulbücher habe als Erinnerungen an so viele Sorgen und Hoffnungen und

gern erfüllte Pflichten, ich weiß: daß er unter Kaffern und Indianern,

unter Grönländern und Indiern und unter lauter seltsamen Menschen, die

eine fremde Sprache reden und fremden Sitten gehorchen, plötzlich etwas

sagen, etwas tun wird, daß er nur von +mir+ hat, nur von +mir+ haben

kann. Er wird sich plötzlich auf eine Lehre besinnen, die ich ihm gab;

wird ein Wort, eine Sentenz anwenden, die er mich oft gebrauchen hörte.

Und bewußt oder instinktiv wird er ein winziges Spürchen Kultur, die

Kultur von +meiner+ Kultur ist, unter die Feuerländer und Kanibalen,

unter die poesielose Hafenbevölkerung des schmutzigen Ostens, unter die

armen Fischer im Eis des hohen Nordens tragen. Und so dünn und klein

diese Fäden auch sein mögen, +mein+ persönlicher Einfluß, den ich auf

sein Kindergemüt übte, umspannt auf solche Weise in ein paar Jahren

vielleicht die ganze Welt. Ein Späßchen, das +ich+ einmal gemacht,

erzählen sie sich vielleicht am lodernden Wachtfeuer am Amazonenstrom.

Eine Handbewegung von mir, wenn ich abends den Tee bereitete, wird

vielleicht in Lappland von einem schmierigen Eingeborenen als fremde

Kulturblüte nachgeahmt. Ein gutes Wort, daß ich gelegentlich aus

dem Gedächtnis nach einem deutschen Dichter falsch zitierte, klingt

vielleicht in derselben irrigen Version in einem Tempel bei Nagasacki

wieder. So hat alles Trübe sein Fröhliches, jeder Schmerz seine Heilung

in sich selbst. Ich verliere, sehn Sie --“ Er stockte einen Augenblick,

dann sprach er mit wehmütigem Lächeln weiter: „Ich verliere einen

Jungen an die große Welt da draußen; und mein Haus wird still und

einsam. Aber ein Stückchen, ein Spürchen, ein Gruß von mir passiert mit

+ihm+ den Äquator, fährt mit ihm durch die Wendekreise. Und auf all das

Fremde, Große, Schöne da draußen, das ich mit eigenen Augen nie sehen

werde, habe ich ganz heimlich und ganz bescheiden durch die Fahrten

meines Adoptiv-Kindes einen gewissen persönlichen Einfluß.“

Während er mehr zu sich selbst, als zu mir sprach, hatte er den

schwarzen Schäfermantel auseinandergeschlagen und wischte sich mit

dem riesigen Zipfel des Taschentuches verstohlen das Auge. Als er

aber meinen freundlich verstehenden Blick auf sein gerötetes Antlitz

gerichtet sah, steckte er das Tuch sofort weg, zwinkerte noch ein

paar Mal wie prüfend mit dem Augendeckel und erklärte dann ein wenig

unsicher im Ton:

„Es muß mir ein Kohlenstäubchen ins Auge gekommen sein.“

Dann schritt er im Gewühl der Passagiere eines eben angekommenen

Zuges zwischen einem höheren Offizier und einer Eierfrau durch die

Perronsperre ins Freie ...

[Illustration]

[Illustration:

Druck von

C. Schulze & Co., G. m. b. H.

Gräfenhainichen]

Bücher aus dem

Verlage ○ ○

Concordia Deutsche

Verlags-Anstalt ○

+Hermann Ehbock+

Berlin W. 50 ○ ○

Geisbergstraße 29

Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock

[Illustration: Berlin W. 50.]

Rudolf Presber:

Von Leutchen, die ich lieb gewann

_=15 Auflagen=_ in kurzer _=Preis=_ geheftet Mk. 3.50,

Zeit gbden. Mk. 4.50.

=Berliner Tageblatt.= +Welch ein Buch! Welch ein lustiges Buch durch

und durch!+ Der ernsteste, bis aufs äußerste überlastete Minister, ja

alle überlasteten Menschen (und wer wäre es nicht?) hätten freudige,

fröhliche Stunden, wo sie ab und zu aufsehen müßten vom Lesen, um

sich vom Lachen auszuruhen und minutenlang zu stoppen, um sich zu

erholen. Ja, welch ein +wundervolles köstliches Buch ist es+! Voller

(wenn erlaubt ist, so zu sagen) durchdringenden Humors. Wie scharf hat

der Dichter uns Menschen gesehen, „in diesem Fall“ wie scharf unsere

großen und kleinen Eigenheiten gekannt! Wie vielen wird dies Buch ein

erfrischendes Buch sein, wo sie mal beim Lesen alle und alle Sorgen

an den Laternenpfahl hängen können! Und die Kranken, die darin lesen,

müssen gesund werden (+Detlev von Liliencron+).

=Leipziger Tageblatt.= Dieses Buch stelle ich +an einen ganz

besonderen Platz in meiner Bibliothek+. Ich stelle es dahin, wo

die Sorgenbrecher des Lebens stehen, dahin, wo all das traulich

zusammensteht, was pessimistische Gedanken und Gefühle verscheucht,

was mir die Schatten des Lebens bannt und die Sonne goldiger macht.

Ganz in die Nähe der ernsten Philosophen stelle ich es, nicht zu weit

weg von Shakespeare, dem genialen Witzbold, und nicht zu weit auch

vom (nicht zeitlich, aber wesentlich) älteren Jean Paul ... Der Wert

der Presberschen humoristischen Erzählungen, ihr ganz +einzigartiger

und außerordentlicher künstlerischer Wert+, besteht in der Fähigkeit

des Dichters, sich in die Lebensgewohnheiten und Lebensauffassungen

der Personen völlig hineinzudenken, die er uns schildert. Nur der

wirkliche Dichter vermag seine Figuren lediglich durch sich selbst

humoristisch wirken zu lassen. Da ist nichts gesucht und an den Haaren

herbeigezogen, +all diese Personen leben+, leben, so wie sie der

Dichter schildert.

=Die Literatur (Hamburger Nachrichten).= In diesen Skizzen zeigt

sich der Verfasser, den wir als einen unserer innerlich reichsten

und feinsten Lyriker bereits kennen, als treffsicherer Spötter und

Satiriker. „Der Mäcen“, „Liardot II.“, „Mein Porträt“ usw. sind

+Kabinettstücke humoristischer Lebensepisoden+.

=Dresdener Nachrichten.= Ein Zug von, ich möchte fast sagen

+überwältigendem Optimismus+ geht durch jede einzelne dieser feinen

Skizzen, aus denen der Humor als der „verschönte Ernst“ zu uns spricht,

jene Liebe zu den Menschen, die stets in dem großen Verstehen ihrer

Schwächen und Fehler, ihrer Leiden und Freuden ausklingt. Man fühlt

es, Rudolf Presber ist das Leben nicht stumm geblieben, er hat es sich

selbst gedichtet, zur Poesie umgestaltet in den Sorgen des Alltags, in

den Freuden der Feierstunden, in Jahren des Ringens und Leidens, in

Augenblicken der Freude und des Glücks. Nur ein solcher Mensch, den

das eben zum Dichter gemacht hat, kann Leben so sehen, wie es Presber

sieht ... Nur wenige Dichter, die heute mit uns und hinter uns leben,

verstehen es, +mit solcher Herzlichkeit zu schreiben, mit so viel

echtem Gemüt zu erzählen+, wie dieser Poet, um dessen Lippen immer ein

Lächeln zu schweben scheint, aus dessen leuchtenden Augen stets ein

warmes Leuchten bricht, mag er auch nicht immer von lachendem Frohsinn

sprechen.

=Breslauer Zeitung=: „+Ich habe lange nicht so gelacht+“, sind die

Worte, die jeder ausrufen dürfte, der das entzückende humorvolle Buch

„Von Leutchen, die ich lieb gewann“, von Rudolf Presber aus der Hand

legt. Es ist reiner, klarer, echter Humor.

Die Diva und Andere

von =Rudolf Presber=

_Sechste_ Auflage

Preis: Geheftet Mk. 3.--, gebunden Mk. 4.--

=Münchener Neueste Nachrichten=: Einen hohen und seltenen Genuß

verschafft die Lektüre dieser von sonnigem Humor und sprudelnder

Heiterkeit erfüllten Skizzen. Presber, der feinsinnige Lyriker

und geistreiche Spötter, ist unstreitig auch einer unserer besten

Humoristen. Das neueste Buch ist ein schlagender Beweis dafür. Wie

prächtig bearbeitet ist die kleine Skizze „Die Diva“, mit welch

bitterer Ironie deckt der Verfasser mit wenigen genial hingeworfenen

Strichen die ganze Falschheit und Niederträchtigkeit dieser drei sich

gegenseitig umschmeichelnden Gestalten, der Diva, des Kritikers und des

Dichters, auf. Nichts darin erscheint übertrieben, sondern alles atmet

natürliche Frische. Eine ebenso große Rolle spielt das komische Element

in der künstlerisch fein gearbeiteten und ergötzlich geschilderten

Skizze „Der rätselhafte Findling“, der durch das Erscheinen Sherlock

Holmes als Sohn des Dalai Lama erkannt wird. Der überaus ansprechende

Stil, der das ganze Buch durchweht, übt einen unwiderstehlichen

Zauber aus. Warmherzig und voll Empfindung ist das Buch so recht dazu

geeignet, jedermann von krankhaften Seelenzuständen zu befreien und

allen Pessimismus zu verscheuchen. Presber ist ein ganzer Künstler,

dessen Phantasie einen Zündstoff bildet, dessen Wirkung niemand sich

entziehen kann.

=Internationale Literatur- und Musikberichte=: Ein echter

Sorgenbrecher! Man kennt Presbers Humor schon von seinem Buche her:

„Von Leutchen, die ich lieb gewann“. Hier ist derselbe Humor, derselbe

geistreiche Witz, die gleiche Kunst der kurzen, scharf pointierten

Erzählung. Die vierzehn kleinen Erzählungen sind Meisterstücke ihrer

Art und werden mit Recht dazu beitragen, Presbers Namen in die Reihe

der ersten Humoristen zu stellen. Schon die Tatsache der 5. Auflage

ist der beste Beweis für die Güte des Buches. Ich empfehle es auf das

allerwärmste.

=Breslauer Zeitung=: Zwanglos intensiv teilt sich wieder die

Grundstimmung der Presberschen Prosasatiren mit: Klar erkennt man in

der Karikatur den fein durchschauten, festgeformten Typ, im scharfen

Angriff die verstehende Entschuldigung, im brillierenden Wortwitz die

Treffsicherheit der inneren Pointe, in der schneidigen Ironie noch die

warme Herzlichkeit des Optimisten von Geburt. Nicht viele sehen jetzt

so wie Rudolf Presber. Am meisten Otto Ernst (der Erzähler natürlich!),

wo ihm das Leben ein frohes Farbenspiel ist. Aus einiger Entfernung

schon grüßen die Menschen Heinrich Seidels und die Querköpfe Hans

Hoffmanns sich mit Presbers Leuten. Und ganz aus der Weite reckten

sich dann die Charakterfiguren noch weit Größerer auf. Die Form --

sie ist bei Presber mit dem Geschick des Routiniers dem allerjüngsten

Geschmack angepaßt -- wird nicht über den soliden Dauerwert dieser Art

Humor hinwegtäuschen, der nicht Presbers persönliches Eigen allein ist,

sondern künstlerische Daseinsäußerung eines typischen Temperaments,

das zum Glück jeder Epoche immer wieder neu ersteht, nie unverstanden

bleiben darf und von seiner Zeit immer nur die Aeußerlichkeiten leiht.

=Der „Rheinische Kurier“=: Presber ist nicht nur in seiner

engeren Heimat, sondern im ganzen deutschen Vaterland als einer

der geistvollsten Plauderer und Feuilletonisten bekannt, der

es versteht, auf der Grundlage einer scharfen Beobachtung und

einer feinen psychologischen Zergliederung Grazie und Anmut mit

ästhetisch-philosophischem Ernst zu verbinden. Wie immer, so bekundet

auch Presber in der vorliegenden Sammlung geistvoll-humoristischer

Silhouetten seine großen Vorzüge. Mit kecken Strichen versteht er seine

„Helden“ und „Heldinnen“ uns vorzuführen, ihre Tugenden zu preisen und

ihre Schwächen unbarmherzig zu geißeln und doch so liebenswürdig dabei

zu bleiben, daß keine Bitternis in der Seele des Lesers aufsteigt.

=Deutsche Tageszeitung=: Von Rudolf Presber, dessen bereits in

vierzehnter Auflage erschienenes Buch von „Leutchen, die ich lieb

gewann“ nach dem Ausweis des Buchhandels zu den meistverlangten

Neuerscheinungen dieses Jahres gehört, ist soeben das amüsante

Geschichtenbuch „Die Diva und Andere“ in sechster, vermehrter Auflage

mit neuem, charakteristischem Buchschmuck von Hanns Anker erschienen.

Alle Vorzüge einer humor- und gemütvollen Erzählungskunst, die dem

Verfasser des „Von Leutchen, die ich lieb gewann“ nach dem einstimmigen

Urteil der Kritik unter die ersten Humoristen einreiht, findet sich in

diesem Buche in bunter Fülle wieder.

=Berliner Tageblatt=: Rudolf Presber hat viel Begabungen: er kann sehr

schöne zartflimmernde Verse machen; er kann mit ganz aktuellem Witz

sich zum Herrn einer momentan interessanten Situation machen; er kann

sich träumend über die platte Wirklichkeit erheben und kann auch als

rechtes Weltkind harmlos fröhlich irgendeine Schnurre erzählen. Von

+alldem+ findet sich etwas in diesem Satirenband.

=Die Post=: Presber liebt es, Satire und Humor und Grazie ineinander zu

flechten. Seine Satire wird nie bösartig und gallig, der wundervolle

süddeutsche Humor streicht mit einer weichen, warmen Hand über

die Spitzen und Widerhaken der Satire und kulminiert zumeist die

temperamentvoll losfahrende Vehemenz der Satire in einem befreienden

und herzerquickenden Gelächter. So etwas bringt ein Norddeutscher nicht

gut zuwege, dazu muß man schon Süddeutscher sein von dem leichten und

doch empfindungsvollen fränkischen Geblüt.

Die Bilder-Stürmer

Eine Tragödie in fünf Akten

von =Cléon Rangabé=

Übersetzt und für die Deutsche Bühne bearbeitet von

Rudolf Presber

Mit Buchschmuck von +Hanns Anker+

Ihrer Kgl. Hoheit der Kronprinzessin von Griechenland gewidmet

Geheftet Mk. 4.--, gebunden Mk. 5.--

Numerierte Luxus-Ausgabe Mk. 25.--.

„=Nord und Süd.=“ Nicht nur der Diplomat, auch der Dichter Cléon

Rangabé ist in Deutschland wohlbekannt und geschätzt. Das vorliegende

Buch, das Drama „Die Bilderstürmer“, ist geeignet, den Namen des

Dichters noch weiter hinauszutragen. Das behandelte Thema steht

an und für sich uns Deutschen recht fern und abseits; jedoch ist

Rangabé vollkommen gelungen, unser Interesse wachzurufen und wach zu

halten, uns zu erwärmen und tiefinnerlich zu erschüttern! Gleich am

Anfang empfinden wir bewundernd, mit wie kurzer kraftvoll gestalteter

Exposition uns der Dichter in die das Stück bedingenden Verhältnisse

hineinversetzt, daß die Zeit, die Umgebung mit all ihren Kämpfen und

Gegensätzen sofort klar vor uns liegt. Es ist die Zeit der dogmatischen

Kirchenkämpfe, die Zeit der „Bilderstürmer“; es ist die Umgebung des

byzantinischen Kaiserhofes, wo eben jene Frage des Bilderdienstes

die Kaiserin Irene, Leos IV. Witwe, zu ihrem Sohne und Mitregenten

Konstantin VI. in schärfsten Konflikt brachte.

Im Theater zu Athen haben die „Bilderstürmer“ großen Erfolg erzielt,

und wir sind überzeugt, daß auch ihre Aufführung in deutscher Sprache

auf deutschen Bühnen bei angemessener Inszenierung und guter Besetzung

der Hauptrollen reichen Beifall finden und Zugkraft ausüben wird.

Und zum Schluß die höchst vornehme Ausstattung des Buches, die nicht

nur prächtig ist -- das kann auch von manchen anderen Erzeugnissen des

modernen Buchschmuckes gesagt werden -- sondern, was weit schwerer

wiegt und größere Anerkennung verdient, in ihrem Stile bis ins Detail

hinein einheitlich und dem Inhalte des Buches angepaßt ist. So ist

ein Kunstwerk entstanden, das in jeder Beziehung zu erfreuen und

befriedigen vermag.

Im Lande der Jugend

Roman von Traugott Tamm

_6. Auflage._ Geheftet Mk. 4.--, geb. Mk. 5.--.

Von Kindern und jungen Hunden · 第 14 / 15 段