Als aber Eleonore angefangen hatte, mit Eifer zu malen, wurd

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1905 so weit

wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler

wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr

verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert;

fremdsprachliche Ausdrücke wurden nicht korrigiert.

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Antiqua: ~Tilden~

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_Von Kindern ○ ○ ○

und jungen Hunden_

Rudolf Presber

Von Kindern ○ ○ ○

und jungen Hunden

Erste Auflage

[Illustration]

Berlin ~W.~ 50

Concordia Deutsche Verlagsanstalt

+Hermann Ehbock+

Alle Rechte vorbehalten

Inhalt

[Illustration]

Flocki (Die Geschichte eines merkwürdigen Hundes) 1

Das Verhängnis des Hauses Brömmelmann 103

Der rote Esel (Ein lyrisches Intermezzo) 127

Des letzten v. Birkowitz letztes Fest 145

Der Mann mit dem persönlichen Einfluß 177

[Illustration]

[Illustration]

[Illustration: Flocki

Die Geschichte eines merkwürdigen Hundes]

Ich habe „Flocki“ nie geliebt. Das muß ich vorausschicken.

Um so heroischer komme ich mir nun vor, indem ich mich hinsetze, um

von „Flocki“ zu erzählen. Denn -- das ist fast ein Axiom geworden in

der literarischen Welt: die Lebewesen, die man so von Grund der Seele

aus +nicht+ leiden mag, erwähnt man nicht in Briefen oder gar in den

zum Druck bestimmten Manuskripten. Man schweigt sie einfach tot, so

bemerkenswert sie anderen erscheinen mögen.

Ich hätte vielleicht auch von „Flocki“ heute und später und für immer

geschwiegen, wenn nicht dieses äußerst seltsame Wesen so bedeutungsvoll

und bestimmend in das Leben eines Freundes eingegriffen hätte. Eines

Freundes, dessen Wert ich schätze, wennschon ich seine Schwäche im

Charakter tief beklagen muß.

„Flocki“ war ein Hund. Um das gleich zu sagen: ein sehr merkwürdiger

Hund.

Seine Mutter stammte aus der weitverbreiteten und durchaus beliebten

Familie des ~canis genninus~. Oder kürzer und deutsch: sie war

eine besonders hübsche Pudelhündin. Sie hatte den in der Familie

üblichen gedrungenen Körperbau mit den langen, breiten Ohren; besaß

ein lockiges, schwarzes Fell mit zwei sauber, fast kokett gezeichneten,

weißen Flecken an Stirn und Brust. Diese beiden weißen Flecken waren

vielleicht die Ursache, daß sie so sehr stolz auf der Straße war und

sich selbst vom Milchmädchen nicht streicheln ließ. Was später aus ihr

geworden ist, weiß man nicht genau. Die Köchin bei Hauptmann Weber --

sie diente einen Stock unter „Fifi“, der schwarzhaarigen Pudelhündin,

-- behauptete, sie hätte sich in älteren Jahren aus einer verspäteten

unglücklichen Liebe zu des Hauptmanns langhaarigem, englischem Setter,

der sechzehn Ahnen hatte, damals gerade von der Staupe genas und ein

sehr interessanter Rekonvaleszent war, in den Landwehrkanal gestürzt.

Aber die Köchin bei Hauptmanns war überhaupt eine sehr romantische

Person und wenig glaubhaft.

Piefkes selbst, bei denen „Fifi“ seit den betrübenden Zeiten, in denen

ihrer ahnungslosen Jugend noch der erste Zimmeranstand beigebracht

werden mußte, treue Hausgenossin war, erzählten, sie sei von einer

„Elektrischen“ in der Potsdamerstraße überfahren worden. Das hat viel

für sich, wenn man erwägt, daß „Fifis“ Sehvermögen stark nachgelassen

hatte, und daß die „Elektrischen“ damals -- kurz nach dem Streik -- oft

von absonderlichen Fahrkünstlern gelenkt wurden.

Flockis Vater aber -- und das blieb nicht ohne Bedeutung für Flockis

Aussehen, wie für seine Talente und Neigungen -- war ein +Mops+

gewesen. „Schufterle“ hieß der wenig liebenswürdige Vertreter

einer unschönen Rasse, die, ruhmlos und unbeweint, faul, dick und

aller Tätigkeit abhold, im Aussterben begriffen ist. Er hatte einen

schraubenförmig gerollten Schwanz, eine schwarze, sehr unfreundliche

Maske und war von besonders bösartiger Gemütsart; als wollte er bei

jeder Gelegenheit durch tückisches Benehmen den Beweis liefern,

daß seine Familie nur eine Karikatur der mißliebigen Bullenbeißer

darstelle. Kam hinzu, daß seine Herrin eine alte, schrullige

Regierungsrätin war, die nur zwei Leidenschaften hatte: auf einem

unglaublich verstimmten Klavier Chopin zu spielen und ihren dicken Mops

zu verwöhnen.

Diese sonst achtbare Dame hatte alle vielleicht in dem Tiere

schlummernden guten Qualitäten durch falsche Erziehung verdorben.

„Schufterle“ war knurrig und ohne jede Liebenswürdigkeit. Er war

gefräßig und litt infolge von Fettleibigkeit, die wiederum eine

Konsequenz der mangelhaften Bewegung in freier Luft war, stark an

Asthma. Seinetwegen wohnte die Regierungsrätin nur Hochparterre. Und so

oft sie auch wegen ihrer Vorliebe für Chopin umziehen mußte, mehr als

vierzehn Stufen mutete sie ihrem kurzatmigen Liebling niemals zu.

Wie eigentlich der Liebesbund zwischen zwei so verschiedenen Wesen,

wie es „Fifi“ und „Schufterle“ waren, zustande kommen konnte, das ist

mir heute noch ein Rätsel. Brehm lebt nicht mehr, den ich gern gefragt

hätte; und zu den modernen Zoologen hab’ ich kein Zutrauen. Sie

versenken sich nicht in die Tierseele.

„Schufterle“ hat übrigens seinen Sohn niemals gesehen. Denn „Flocki“

kam im dritten Stock zur Welt, in einer Höhe, die Schufterle niemals

erklomm. Und vierzehn Tage nach der Geburt des ihm gleichgültigen

Sohnes starb „Schufterle“. Die Hausbewohner, denen seine Korpulenz

und sein Schnaufen bei jeglicher Fortbewegung stark mißfallen hatte,

behaupteten pietätlos, er sei „geplatzt“. Einige wollten sogar den

Knall gehört haben ...

Die Regierungsrätin aber machte den Briefträger für „Schufterles“

Tod verantwortlich. Ihn allein. Zwischen diesem behenden Vermittler

schriftlicher Nachrichten und dem asthmatischen Mops hatte eine latente

Feindschaft schon seit Monaten bestanden. Schufterle knurrte, wenn

er den Briefträger sah. Und der Briefträger knurrte auch. Freilich

nur innerlich. Schufterle war überzeugter Demokrat und haßte alles

Uniformierte. Der Briefträger vermochte über Schufterles feindseliges

Benehmen um so weniger Entzücken zu heucheln, als der Regierungsrätin

das Verständnis für den Begriff eines Trinkgeldes selbst bei so

feierlichen Gelegenheiten, wie Ostern oder Jahreswechsel, durchaus

fremd blieb. Während sie für Schufterle eine verschwenderische

Zärtlichkeit an den Tag legte, pflegte sie die herzlichsten

Neujahrswünsche nur durch ebenso herzliche Wünsche zu erwidern.

So kam es, daß der sonst durchaus friedliche Briefträger kurz

nach Neujahr bei einem Zusammentreffen mit Schufterle auf der

Treppe die kläffende Mißbilligung des feindlichen Mopses mit einem

gesinnungstüchtigen Tritt seines doppeltgesohlten Zugstiefels

erwiderte. Dieser Tritt hatte, obschon er nicht mit voller Kraft

und in ganz ungefährlicher Richtung geführt war, nach Ansicht der

Regierungsrätin „edle Teile“ verletzt. Und als einige Wochen darauf

das vorzügliche Schufterle in seinem ausgepolsterten Schlafkörbchen

verschieden war, schwur die aufs äußerste erzürnte alte Dame, ihr

Liebling sei an dem Tritt des rohen Staatsbeamten gestorben. Sie

verkrümelte von diesem Tage an ihre bescheidene Pension in gehässigen

Prozessen gegen die Postbehörde. Aber das einzige Resultat dieser

fortgesetzten kriegerischen Tätigkeit war, daß sie dreimal wegen grober

Beleidigung eines Beamten in erhebliche Geldstrafen genommen wurde ...

Ich hätte mich selbstverständlich weder bei „Fifi“, noch bei der

Hauptmannsköchin, noch bei „Schufterle“, der Regierungsrätin oder dem

Briefträger so lange aufgehalten, wenn ich nicht glaubte, daß alle

diese Dinge für +Flockis+ schönes Leben in gewissem Sinne vorbedeutend

und bestimmend gewesen wären.

Daß Flocki, der Sohn von Fifi, der Pudelhündin, und von Schufterle,

dem asthmatischen Mops, ein +bemerkenswerter+ Hund war, muß ich

leider hinzufügen. Flocki war kurzbeinig, gedrungen, und obschon

sein schwarzer Kopf die mütterliche Rasse im Schädelbau deutlich

verriet, zeigte er die ganze, nur in der eigenen Dummheit begründete

Weltverachtung des ererbten Mopsgesichtes. Auch der schraubenförmig

gedrehte Schwanz erinnerte an den asthmatischen Vater, während die

lockige, grauschwarze Behaarung offenbar von der angenehmeren Mutter

kam.

Ich will meiner Antipathie gegen „Flocki“ hier nicht die Zügel schießen

lassen; eines aber steht für Unparteiische völlig fest: es gibt selbst

unter den verwahrlosten Kötern, die die schmutzigen Straßen von

Stambul so angenehm beleben, keinen, der bei mäßigen Geistesgaben so

täuschend den Eindruck zu erwecken vermöchte, als habe er sich soeben

in einer besonders üblen Lehmgrube gewälzt. Diesen Verdacht aber rief

Flocki, wo und wann er erschien, in jedem Unbefangenen hervor; obschon

es vielleicht in Mitteleuropa keine +drei+ Hunde gibt, die +soviel+

gewaschen, gebadet, gekämmt, so oft mit grüner Seife abgerieben und mit

Insektenpulver bestreut wurden, wie Flocki. Diese Reinigungsprozesse

waren -- um ein schiefes Bild an Stelle eines weit besseren, das mir

nicht einfällt, zu gebrauchen -- die einzigen dunklen Punkte in Flockis

sonst so sonnigem Leben.

Flockis Herrin war eine unverehelichte Malerin. Früher hatte sie bloß

gegen den Willen ihrer Eltern gemalt. Jetzt malte sie gegen den Willen

der ganzen Welt.

Die Eltern waren gestorben und hatten ihr und ihrer älteren Schwester,

die genau so eifrig und auch ungefähr so schön Klavier spielte, wie

die jüngere Schwester „Stilleben“ malte, ein bescheidenes Vermögen

hinterlassen. Nicht gerade, um auf lautlosen Gummirädern zu fahren und

den Karneval in Nizza zu verleben, aber doch um sich’s daheim behaglich

zu machen, ohne auf Verdienst angewiesen zu sein. Das war auch gut,

denn +Eleonore Eikötter+ hatte wohl das Talent, Bilder zu malen, die

ihr selbst, ihrem Dienstmädchen und dem vorzüglichen Flocki ausnehmend

gefielen; aber sie hatte leider +nicht+ das Talent, diese Bilder auch

der Kritik zu empfehlen oder gar diese Kunstwerke zu verkaufen.

Das war eigentlich sehr zu verwundern. Denn es heißt immer, wir leben

in einer realistischen, in einer materiellen Zeit. Und Eleonore

Eikötter kam in allen ihren Werken einem gesunden Materialismus

vertrauensvoll entgegen. Ihre Stilleben wiesen keine bekränzten

Totenschädel auf, keine Lichtscheren, alte Gebetbücher, rostige

Hufeisen oder was sonst noch diese Art von Bildern besonders

reizvoll zu machen pflegt. Eleonore malte prinzipiell nur +Eßwaren+:

Hummerscheeren, Marzipantörtchen, Schweinsfüße, Pastetchen und

gebratene Wachteln. Und da sie mit ihren Bildern rasch fertig war, wie

die Jugend mit dem Wort, und aus ästhetischen Gründen ihre Modelle

nie mehr als +einmal+ benutzte, so hatte Flocki allen Grund, mit dem

Schicksal zufrieden zu sein, das ihn und sein Leben so innig mit dieser

Kunst verknüpft hatte, die +nicht+ „nach Brot“ zu gehen brauchte.

Flocki erhielt nämlich, sobald ein Bild vollendet war, die „Modelle“

zur Erledigung in seine mit stilisierten Lilien bemerkenswert bemalte,

sehr geräumige Freßschüssel. Er hatte folglich ein nicht rein

künstlerisches Interesse daran, daß die Farbendichtungen Eleonorens

rasch ihrer Vollendung entgegenreiften.

Schlau und perfid, wie er leider war, hatte er gemerkt, daß seine

Herrin einmal außer sich vor Entzücken geriet, als er -- eigentlich nur

aus Langerweile und weil ihm die Sache diesmal zu langsam ging --, eine

von ihr gemalte Schinkenstulle ärgerlich angauzte. Damals geschah es,

daß Eleonore Eikötter stolz zu ihrer Schwester +Adelgunde+, die einen

ihrer selteneren Besuche bei der Malerin machte, bemerkte:

„Kennst du die Geschichte von Apelles, dem Lieblingsmaler des großen

Alexander? Nein? Nun, siehst du, der berühmte Apelles hat einmal

Kirschen gemalt. Da kamen die Spatzen von den Bäumen und wollten die

gemalten Kirschen aufpicken. +So+ natürlich waren sie. Dem Apelles aber

war das Lob, das ihm die getäuschten Sperlinge zollten, wertvoller,

als das Lob der Schranzen des Königs der Mazedonier. Nun, siehst

du, so geht es mir auch. Flocki, mein süßer, kluger Flocki, hat die

Schinkenstulle, die ich auf die Leinwand geworfen, +angebellt+. Das ist

das +höchste+ Lob; das ist mir mehr wert als das Lob Alexanders des

Großen!“

Die pietätlose ältere Schwester sagte bloß:

„Du bist verrückt.“

Aber Flocki, der sofort das appetitliche Modell, die Schinkenstulle,

ausgeliefert erhielt, überlegte, während er die fetten Bissen gierig

verschlang, daß sein lautes Benehmen vor der bunten Leinwand, der er im

Grunde durchaus verständnislos gegenüberstand, offenbar diese so rasche

wie erfreuliche Lösung der Problems bewirkt habe. Und er beschloß, auch

fernerhin sein lautes Urteil rechtzeitig abzugeben und seiner mild

gesinnten Herrin mehr Freude zu bereiten, wie Alexander der Große.

In der Folgezeit wurde er laut, sobald die ersten Farbenklexe sich

auf der Leinwand zeigten und die ersten Linien erschienen, aus denen

noch ebensogut ein Nilpferd, wie ein Stiefelknecht oder eine gotische

Kathedrale werden konnte.

Eleonore war selig im Bewußtsein, es in ihrer Kunst bereits so weit

gebracht zu haben, daß sie, wie sie sich ausdrückte, „mit wenigen

Winken das Bedeutsame auszudrücken vermochte“; so deutlich und klar,

daß es selbst Flocki, der bei aller Klugheit doch immerhin nur ein Hund

war, nur der Sohn eines Mopses und einer Pudelhündin, erkennen und

würdigen konnte.

Wenn aber dem verschmitzten Flocki die öde Malerei zu lange dauerte und

die Gründlichkeit der Künstlerin in Anbetracht seiner Gelüste nach den

„Modellen“ verdrießlich wurde, dann gebärdete er sich wie unsinnig

vor der Staffelei und drohte unter jubelndem Gebell mitten in die

künstlerische Tat hineinzuspringen.

Dann legte Eleonore Eikötter, gerührt und stolz, die Pinsel hin und

belohnte den kritischen Freund mit den zärtlichsten Schmeichelnamen und

mit reelleren Genüssen ...

So lebte Flocki im Atelier der genialen Pflegerin wie der große

Hannibal im üppigen Capua. Er wurde dick und fett. Und wären nicht

häufig kleine Verdauungsstörungen vorgekommen, peinliche Folgen seiner

kritischen Verdienste und seiner bedauerlichen Gefräßigkeit, so wäre er

ein vollkommen glücklicher Hund gewesen.

Die Schönheit seiner Erscheinung litt wohl unter den Jahren und

der rasch fortschreitenden Korpulenz. Die vom Vater ererbte

Unliebenswürdigkeit gegen alle Fremden nahm zu, und beim Treppensteigen

zeigten sich auch schon zuweilen Vorboten des bösen, väterlichen

Leidens, des Asthma. Aber die sorgsame Liebe seiner Herrin wuchs

ins Ungemessene, wenn der dicke, häßliche Köter mit den fettigen,

kleinen Augen und dem verschraubten Schwanz sich breitbasig vor

ihren Pfuschereien aufpflanzte und der entzückten Eleonore Eikötter

mit seinem gequetschten Gebell das Zeugnis ausstellte, daß sie eine

talentvolle Künstlerin sei, eine nicht unebenbürtige Kollegin des

großen Apelles aus Kolophon. -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --

Mein Freund +Emil Steinbrink+ hatte seit einigen Monaten sein Atelier

neben dem Raume, den sich Eleonore Eikötter mit allerlei Teppichen,

die sie für „echte Perser“ hielt, weil sie vielfach gestopft waren,

mit sehr unpraktischen, breitbeinigen Tischen und sehr staubigen

Markart-Buketts zum Heiligtum ihrer Kunst eingerichtet hatte.

Emil war nicht ohne Talent. Er hatte nur eine bedauerliche Vorliebe

für Violett; eine Vorliebe, die sich leider auch da nicht unterdrücken

ließ, wo diese an sich milde und gewiß sympathische Farbe nicht recht

hinpaßte.

Über seine Porträts war kaum zu streiten, da violette Menschen

nirgends vorgekommen, und weil höchstens auf den Nasen einiger

Gewohnheitstrinker sich die unbequeme Farbe zeigt, die Emil bei seinen

Bildnissen bevorzugte. Aber auch seine „Landschaften“ gewannen durch

das merkwürdige violette Licht, das über die Wälder, die Häuser und

die Teiche flutete, ein eigentümliches Ansehen. Man vermutete immer,

sie sollten einem erschrecklichen Spuck, einer Geistererscheinung

oder einer gespenstischen Botschaft aus der vierten Dimension als

Hintergrund dienen. Und wenn dann unter solchem Bilde ganz einfach zu

lesen stand: „Frühlingslandschaft im Spessart“ oder „Herbstmorgen in

der Rhön“, so schwuren die gewissenhaften Kenner deutscher Gebirge,

dergleichen weder in der Rhön noch im Spessart, noch im Schwarzwald,

im Taunus oder in der sächsischen Schweiz jemals wahrgenommen zu

haben. Ja, ein Weltreisender, mit dem ich einmal in den versteckten

Kunstsalon zusammentraf, in dem Emil seine Werke vor den Augen der

gemeinen Menge so ziemlich verborgen auszustellen pflegte, versicherte

mir, auch der Himalaja, der Kaukasus und die Roky Mountains seien

gänzlich frei von solchen violetten Stimmungen.

Nur der Portier des Hauses, in dessen fünftem Stock Eleonore Eikötter

und Freund Emil Wand an Wand künstlerisch wirkten, behauptete steif und

fest, als Kind in seiner Heimat -- er war aus Schopfheim -- derartige

wunderliche Farbenstimmungen häufig und mit innigem Genuß beobachtet

zu haben. Seine sonst wohl interessanten Mitteilungen verloren an Wert

dadurch, daß der alte Herr früher als Weichensteller bei der Hessischen

Ludwigsbahn angestellt war und dann wegen plötzlich eingetretener

Farbenblindheit entlassen werden mußte.

Dieser Weichensteller a. D. und jetzige Portier eines herrschaftlichen

Hauses mit zwölf Etagen, vier Kellern und fünf Ateliers hieß +Erasmus

Schellenkopf+ und wurde in seinen Pflichten als Hausbesorger

unterstützt von einer ebenso dicken wie asthmatischen Frau, seiner ihm

ehelich angetrauten Lebensgefährtin. Frau +Emma+ Schellenkopf blickte

zu dem Kunstverständnis ihres Eheherrn mit erfreulicher Ehrfurcht

empor, seit ihr Emil, der Meister in Violett, einmal erklärt hatte:

Das Gerede von der Farbenblindheit ihres Mannes sei ein Unsinn und

ein Quatsch, und man könne aus den Augen ihres Gatten durchaus

ausreichende Gesichtsorgane für zwei Dutzend Akademieprofessoren

herstellen.

Frau Emma Schellenkopf trug sich nach dieser Unterredung sogar

wochenlang mit dem Plan, auf Grund eines solchen fachmännischen

Gutachtens nachträglich einen Prozeß gegen die Hessische Ludwigsbahn

anzustrengen. Allein der Friedensliebe ihres verständigeren Gatten war

es zu danken, daß die Justiz nicht mit der Beamtenlaufbahn des Herrn

Schellenkopf weiter befaßt wurde.

Erasmus Schellenkopf war für Freund Emils Schaffen ungefähr das, was

Flocki, der vorzügliche Hund, für Eleonore Eikötters Werke in Öl war.

Er war der Ansporn, die Aufmunterung, das anregende und treibende

Element. Wenn er morgens die fünf Treppen heraufkam, die schmutzigen

Pinsel zu waschen und die Aschbecher auszuleeren, eine Arbeit, die er

mit der pedantischen Umständlichkeit eines alten Professors ausführte,

so sprachen die beiden, der Maler und der kunstsinnige Portier,

ein Langes und ein Breites über die deutsche Kunst und benachbarte

Gebiete. Es war ein „Dialog in Violett“ ... Und nebenan im Atelier

der Stilleben malenden Eleonore hörte man von Zeit zu Zeit den

kunstbegeisterten Flocki bellen und vor der Staffelei seiner Herrin in

wildem Enthusiasmus umherhüpfen. Dazwischen Eleonorens freudig bewegte

Stimme, die den Liebling nicht ohne Stolz in die gebührenden Schranken

zurückwies ...

Als Emil das Atelier bezog, hatte er Eleonoren einen nachbarlichen

Besuch abgestattet.

Sie hatte ihm einige Dutzend ihrer Bilder gezeigt, die auf ihn -- er aß

aus Sparsamkeitsgründen an einem bescheidenen Mittagstisch der Altstadt

für 65 Pf. „mit Bier“ -- einen peinlich appetiterregenden Eindruck

machten. Dann hatte sie mit noch größerem Stolz Flocki, den gestern

erst gewaschenen und bereits heute wieder sehr schmutzigen Flocki in

Freiheit vorgeführt.

Es traf sich, daß Flocki gerade an diesem Tage, da er einen alten

Mallappen aus Langeweile aufgefressen hatte, an einem akuten Magenübel

erkrankt war, das durch praktische Verwertung der Modelle seiner Herrin

nicht besser geworden war. Das liebenswürdige Tier mußte deshalb sehr

häufig die fünf Treppen heruntergeführt werden, um sich an der frischen

Luft eine Weile zu ergehen.

Emil, immer galant, erbot sich in diskretester Weise, zuweilen die

kleine gesundheitliche Exkursion Flockis zu leiten und mit Umsicht zu

überwachen. Diese angenehme, zarte Aufmerksamkeit gewann ihm das Herz

dieses späten Mädchens im Sturm.

Schon am nächsten Tag machte sie ihm einen anderthalbstündigen

Gegenbesuch in seinem Atelier; und nachdem sie ihn mit längeren,

ziemlich verworrenen Plänen einer Romreise, für die sie die richtige

Jahreszeit schon seit sieben Jahren nicht hatte finden können,

gelangweilt hatte, kaufte sie eine seiner violetten Landschaften, die

nun schon ins fünfte Atelier mit umgezogen waren ...

Der Verkehr zwischen den beiden Ateliers wurde rasch lebhafter

und freundschaftlicher. Daran trug im Grunde weniger die

Seelenübereinstimmung des nachbarlichen Paares, als das Verhältnis

Flockis zu Emil die Hauptschuld. Aus gänzlich unaufgeklärten Gründen

beglückte Flocki den neuen Freund, so oft er ihn traf, mit seinen

ehrenden Vertraulichkeiten. Saß Emil, so sprang Flocki unaufgefordert

auf seinen Schoß, was, besonders wenn es draußen geregnet und Flocki

bereits eigensinnig den Weg durch mehrere Pfützen genommen hatte,

für Emils Kleidung gerade nicht von besonderem Vorteil war. Aber er

ertrug es; denn Eleonore sprach schon mit bescheidenem Augenaufschlag

davon, gelegentlich aus dem Schatze der violetten Landschaften noch

ein passendes Pendant zu dem von ihr gekauften Bilde auszuwählen. Sie

ging dabei wohl von dem nicht ganz unrichtigen Gesichtspunkte aus, daß

man solche violette Landschaften erst glaubt, wenn +mehrere+ beisammen

hängen und gewissermaßen die eine die andere bestätigt.

Leisten konnte sich’s Eleonore Eikötter übrigens. Von ihren Eltern

hatten die Schwestern ja nur ein bescheidenes Vermögen geerbt, das

der alte Eikötter einer von ihm erfundenen und mit großem Geschick

vertriebenen Fruchtmarmelade verdankte. Dann aber war eine Tante

gestorben, die im Leben durch Besuche niemals lästig gefallen war,

die Schwester der Mutter. Diese merkwürdige alte Dame hatte sich

in ein Kinderbild Eleonorens in der Weise verliebt, daß sie ihr

fünfundzwanzig Jahre später, nachdem das Bild wirklich nicht mehr

ähnlich war, mit Übergehung der älteren Schwester Adelgunde ihr ganzes

Vermögen vermachte. Das war in soliden Staatspapieren angelegt und

brachte immerhin eine Rente von 3000 Mk., ohne der Besitzerin durch

Schwankungen im Kurs den Schlaf der Nächte zu rauben.

Adelgunde hatte nun zwar die Schwester durchaus nicht im Verdacht der

Erbschleicherei. Sie kannte auch die Geschichte von der berückenden

Wirkung des Kinderbildes auf das Herz der alten Tante. Aber sie

fühlte sich zurückgesetzt. Ein paar tausend Mark, die ihr die

gutmütige Eleonore als Geschenk und als Trost überlassen wollte, wies

sie hochmütig zurück und lebte von nun an von dem Ertrag weniger

Klavierstunden und der kleinen Rente, die das elterliche Vermögen

abwarf.

Als aber Eleonore angefangen hatte, mit Eifer zu malen, wurde das

Verhältnis noch gespannter. Denn Adelgunde hatte schlechterdings für

diese Stilleben, auf denen nichts vorkam, wie lauter eßbare Dinge, die

später in Flockis stilisiertes Freßnäpfchen wanderten, aber auch gar

nichts übrig. Sie war mehr für die große historische Schule, Piloty,

Kaulbach und die andern, und verachtete derartige Malereien, in denen

kein Mann, kein Weib und kein Held eine Rolle spielte.

So malte Eleonore nicht nur für sich. Sie +lebte+ auch für sich.

Sie malte für sich und Flocki. Nur die Besuche des benachbarten

Strebensgenossen, der die ganze Welt violett sah, brachte einige

Abwechslung in ihr Dasein.

Ihr Tagewerk war äußerst regelmäßig. Früh um sieben Uhr erhob sie sich,

nahm ein Bad, kleidete sich halb an und badete Flocki, für den dieser

Anfang des Tagewerks nicht den geringsten Reiz besaß. Häufig kroch er

sogar unter Eleonorens Bett, was die betrübte Künstlerin -- nicht ohne

dabei heftig zu erröten und das kurze und allgemein übliche Wort für

ihre jungfräuliche Lagerstätte zu umschreiben -- dem Freund und Nachbar

gesprächsweise mitteilte.

Emil hatte zuweilen gute Einfälle. Nicht allzu häufig, aber doch

öfter, als die Leute glauben mochten, die nur seine Bilder kannten.

So riet er der bekümmerten Besitzerin des merkwürdigen Hundes nach

einigem Besinnen, die vier Beine ihres Bettes, von dem er, ohne es

gesehen zu haben, annahm, daß es aus Holz gebaut sei, einfach absägen

zu lassen. Sie werde dann allerdings beträchtlich tiefer liegen, aber

das habe nach den Erfahrungen der Ärzte keinen Einfluß auf Schlaf und

Wohlbefinden. Die berühmten französischen Betten seien sogar, wie man

ihm mitgeteilt habe, alle +sehr+ niedrig.

Eleonore unterbrach hier errötend seine warmherzigen Ausführungen über

die französischen Betten, für die sie sich weniger interessierte.

Sie dankte ihm aber herzlich für seinen guten Rat; denn die sich

immer häufiger wiederholenden Unterredungen mit dem unter dem Bett

sich verkriechenden Flocki, der nicht gewaschen sein wollte, waren

frühmorgens oft recht kraft- und zeitraubend.

Sie ließ nun wirklich, wie der Freund geraten, die vier unnützen

Beine ihres Bettes absägen und gewann durch diese Kriegslist, die dem

überraschten Flocki höchst perfide erschien, durchschnittlich jeden

zweiten Morgen eine gute halbe Stunde.

Um acht Uhr unternahm sie dann einen Spaziergang mit Flocki durch

die Anlagen der Stadt, wobei sie weniger auf die Reize der Natur als

darauf zu achten hatte, daß Flocki nicht durch seine Wißbegier in

den künstlich angelegten Beeten Übles stiftete. Mit den Angestellten

der Stadtgärtnerei, denen Flocki wohlbekannt und tief verhaßt war,

lebte Eleonore in ewiger Fehde. Die jüngeren Gärtnerburschen fanden

bedauerlicherweise ihre neckische Freude daran, einen kräftigen

Strahl aus den wasserspendenden Rasenschläuchen, wenn’s irgend ging,

auf den weltvergessen botanisierenden Flocki zu lenken, der dann mit

unsäglichem Geheul über dieses zweite unbestellte Bad quittierte. Für

die Beschwerdebriefe Eleonorens an die Stadtgärtnerei rächten sich

wiederum die Parkaufseher durch Anzeigen, wenn Flocki, was leider

häufig vorkam, unter dem kleinen Geländer, das die gelben Fußwege von

den weichen Rasenflächen trennte, durchkroch, um sich im Grünen oder

unter Tulpen und Hyazinthen zu ergehen.

Um 9½ Uhr kam Eleonore gewöhnlich von ihrem Spaziergang, der ihr

mehr seelische Erregung als Erholung zu bringen pflegte, zurück. Sie

teilte dann mit Flocki, der merkwürdig gern gut gezuckerte Schokolade

trank, ihr Frühstück und trat mit dem Glockenschlag zehn Uhr in einer

erstaunlich verklexten Malschürze vor ihre Staffelei.

Um zwölf Uhr klopfte Emil gewöhnlich an ihre Tür. Sie rief „Herein“

und zeigte jeden Mittag dieselbe freudige Überraschung über den

unerwarteten Besuch.

Dann sprachen sie eine halbe Stunde über Kunst. Über Böcklin, dessen

geniale Verwendung der violetten Farben Emil nicht genug rühmen

konnte; über die Niederländer Snyders, Hondecoeter und van Streek, in

denen Eleonore die Großen +ihrer+ Kunst verehrte, die Meister, die es

verstanden, das Kleine groß zu sagen und dem an sich Unbedeutenden, --

einer Jagdbeute, einem Küchenstück, einer Tafel ohne Gäste -- geistige

Bedeutung und Poesie zu leihen.

Sie sprachen ohne Leidenschaft, wie zwei gute, wohlerzogene Kameraden.

Eins ließ das andere ausreden, ob es gleich ganz genau wußte, was

es nun sagen werde. Denn der Gedankengang in diesen ästhetischen

Besprechungen war stets der gleiche. Und da nie ein Widerspruch von

der andern Seite erfolgte, so war auch eine dialektische Verteidigung

des Standpunktes, eine Vertiefung der Begründung, eine Vermehrung der

Argumente durchaus unnötig.

Zuletzt sprach man immer -- von Flocki, der, sobald er seinen Namen

hörte, in seinem mit weichen bunten Lappen ausgelegten Körbchen faul

mit dem Schwänzchen wedelte, ohne sonst irgendeinen Muskel seines

Körpers an der freudigen Bewegung teilnehmen zu lassen, ja meist ohne

die Augen nur zu öffnen.

Dann kam man überein, zusammen zu Mittag zu essen. In dem bescheidenen

kleinen Restaurant in der Nähe, das Eleonore entdeckt hatte, und

in dem sie, obschon sie keine geistigen Getränke zu sich nahm, auf

deren Verkauf die Wirte sonst angewiesen sind, als Stammgast mit

Aufmerksamkeit und Respekt behandelt wurde.

Auch dieses gemeinsame Diner schien jeden Mittag das Resultat einer

ganz plötzlichen Erwägung zu sein. Man zeigte sich jedesmal wieder

aufs neue erfreut, die fesselnde Unterredung über Böcklin, über die

Niederländer und Flocki bei Tisch fortsetzen zu können. Und niemals

wäre es Einem von beiden eingefallen, etwas Seltsames darin zu finden,

daß sie ohne Verabredung, ohne Übereinkunft oder Abonnement schon seit

Monaten jeden Mittag um ein Uhr gemeinsam in das freundliche Gastzimmer

der „Goldenen Eidechse“ eintraten.

Der Pikkolo, der eine aus dem alten Frack des Oberkellners umgebaute,

in der Fasson sehr merkwürdige Jacke trug, die an Flecken der

Malschürze Eleonorens nicht nachgab, kam ihnen jeden Mittag mit

derselben theatralischen Verbeugung entgegen. Den pomadisierten Kopf

zwischen die Schultern ziehend, wie eine gekitzelte Schildkröte, wies

er mit huldvoller Bewegung der roten Hand, die aus der spiegelnden

Gummimanschette wie der breite Schaufelfuß eines Maulwurfs kam, nach

dem für zwei Personen gedeckten Tischchen in der Ecke:

„Die Herrschaften, bitte, +hier+!“

* * * * *

Auch Eleonorens Schwester, die selten erscheinende Adelgunde, hatte

Emil einmal bei der befreundeten Künstlerin getroffen.

Es war kein besonders günstiger Tag, um sie kennen zu lernen. Sie

hatte sich am Vormittag einen Vorderzahn ziehen lassen, und die Zunge

war noch nicht recht gewöhnt daran, daß gerade an der Front des

Kiefers eine Lücke in die Zahnreihe gebrochen sei. Demgemäß „lispelte“

Adelgunde in einer befremdlichen Weise, und die Aussprache gewisser

Konsonanten ergoß sich wie feiner Sprühregen auf den Partner der

Unterhaltung.

Eleonore fand es furchtbar komisch. Sie hatte gleich beim Eintritt der

Schwester zu lachen angefangen. Sie hörte gar nicht auf zu lachen;

und je mehr sie ihrer humoristischen Laune die Zügel schließen ließ,

desto ärgerlicher wurde die Schwester. Schließlich kamen die beiden

in Streit, ohne die Anwesenheit Emils, der sich nach einer ersten

Begrüßung, verlegen in alten Skizzenmappen blätternd, an den Wänden

herumdrückte, weiter zu beachten. Sie sprachen recht deutliche Töne

über den kleinen körperlichen Schaden Adelgundens, der Eleonore so sehr

amüsierte.

„Nimm mir das nicht übel, Eleonore, aber ein Gänschen“ -- sie sprach

das „s“ sehr scharf, fast zischend -- „ein Gänschen von fünfzehn Jahren

benimmt sich nicht törichter, wie du. Und, wie alt bist du doch?“

„Fünf Jahre jünger als du,“ gab Eleonore prompt zurück.

„Richtig. Aber du benimmst dich wie ein Kind. Das steht dir wirklich

nicht besonders, die Naivenrolle mit dem Backfischgekicher.“

„Ja, das mag ja sein, meine Liebe, aber du sprichst auch zu komisch.

Sag’ doch bitte noch einmal, Gänschen -- Gänsz-schen -- es klingt gar

zu drollig.“

Diesen Gefallen tat ihr Adelgunde nun zwar nicht, aber sie belehrte die

Schwester:

„Wenn du die Folgen eines Zahngeschwürs, das mich acht Tage lang

gemartert hat, ‚drollig‘ findest, so kann ich deiner Schwesterliebe das

nicht verwehren. Ihr Künstler seid immer äußerst originell in eurer

Auffassung fremder Gefühle; und du bist ja -- wenigstens +deiner+

Auffassung nach -- eine Künstlerin.“

Eleonore überhörte die Bosheit und fragte teilnehmend:

„Du wirst dir doch einen andern Vorderzahn einsetzen lassen?“

„Nein!“

Das Nein kam so scharf und eisig heraus, als wollte Adelgunde damit

ihrer Schwester einen Hieb versetzen.

Emil sah verstohlen von seinen Skizzenbüchern auf, die Eleonorens

zeichnerische Gedanken über verschiedene, durchaus gewöhnliche

Hausgeräte enthielten. Er prüfte Adelgunde mit den Kenneraugen des

Malers. „Schönheit ist nicht die Falle ihrer Tugend,“ dachte er. Es ist

ja nun einmal von der Natur bestimmt, daß die Töchter Evä einen kurzen

Unterkörper und langen Oberkörper besitzen, und man hat sich allmählich

daran gewöhnt, daß dem so ist. Aber so kurz, wie bei Adelgunde,

brauchen schließlich die Beine auch nicht zu sein; besonders wenn der

Oberkörper so lang und eckig gebaut ist, wie hier.

Er erinnerte sich, mal als Junge auf einem Jahrmarkt einen sogenannten

„Rumpfmenschen“ gesehen zu haben. Der Ärmste saß in einem hellblauen

Seidenwams auf einem wulstigen Kissen; und der Knabe ging damals

mit Staunen und Schauder um den hockenden Fleischklotz, in dem nur

die Augen zu leben schienen, herum und suchte die Beine. An diesen

Rumpfmenschen erinnerte ihn Adelgundens wenig glückliche Erscheinung.

Durch ihre Angewohnheit, die Arme stets unbeweglich dicht an den Körper

gepreßt zu halten, als ob unter den Achseln die Naht ihres Kleides

geplatzt wäre und sie das durchaus nicht sehen lassen wollte, gewann

die grausame Illusion noch an Wahrscheinlichkeit.

Und dann die Toilette! Das Kleid, das sie trug, war weder alt noch

schäbig; aber wann sein wunderlicher Schnitt jemals modern gewesen

wäre, das konnte kaum festgestellt werden. Ihren Hals schmückte ein

himbeerfarbener Seidenschlips, auf dem eine dicke goldne Spinne

mit einem perlenbesetzten Hinterleib als Nadel saß. Auf ihren

schlechtgebrannten Haaren vom fadesten Blond, durch das sich schon

silberne Streifchen zogen, wallte ein unförmiger kanariengelber Hut,

der einem Fieberkranken im Traume erscheinen konnte.

Gewiß, Eleonore war ja auch keine ~beauté~, und auf einer

Schönheitskonkurrenz hätte sie -- selbst in ihrer bereits überwundenen

Blütezeit -- verteufelt wenig Aussicht auf eine „lobende Erwähnung“

gehabt. Aber sie kleidete sich wenigstens einfach und hatte in ihren

Bewegungen nichts Unweibliches. Diese Adelgunde aber war einfach

furchtbar. Selbst wenn sich Emil den kanariengelben Hut und den

fehlenden Schneidezahn „rekonstruiert“ dachte; selbst wenn er die

himbeerfarbene Krawatte durch eine in Gedanken und Farbe bescheidenere,

die besser zu ihrem farblosen, unreinen Teint paßte, ersetzte und sich

das Mißverhältnis von Ober- und Unterkörper durch eine zweckmäßige

Kleidung gemildert vorstellte, blieb das Gesamtbild noch immer

unerfreulich.

So etwas zu heiraten, das muß doch furchtbar sein, beendigte der

betrübte Maler seine stille Prüfung. Und er versuchte, sich den Armen

vorzustellen, der etwa zu Adelgunde passen könnte. Einen Lebenden,

der dieser Aufgabe gewachsen wäre, kannte er nicht. Und indem er dies

konstatierte, empfand er es als eine seelische Befriedigung, wie ein

großes Kompliment für das ganze männliche Geschlecht. Wenigstens vom

Standpunkte des Malers.

Flocki hatte sich mittlerweile persönlich aus seinem Körbchen bemüht

und hatte die ihm äußerst unsympathische Schwester seiner gütigen

Herrin zunächst und von der Ferne durch feindliches Knurren begrüßt.

Dann hatte er sich, eingeschüchtert durch eine drohende Gebärde

Adelgundens, zu Emil begeben, an dessen Hosenbein er sich mit ehrender

Zutraulichkeit und großer Energie das Fell rieb.

Als Adelgunde den mißvergnügten Köter bemerkt hatte, erhellten sich

ihre Züge. Sie wußte, an welcher Stelle sie ihre Schwester kränken

konnte.

„Da ist ja auch der häßliche Butz,“ sagte sie, einen horngefaßten

Kneifer aufsetzend, der sie um nichts schöner machte.

„Ich habe dir schon mindestens zwanzigmal gesagt, daß der Hund nicht

Butz, sondern Flocki heißt,“ belehrte Eleonore, aufgebracht über die

Mißachtung, der ihr Liebling begegnete.

Flocki verstand, daß von ihm die Rede war. Er hörte sofort auf, sich

an Emils Hosenbeinen zu schaben und sah mit schiefgelegtem Kopf und

mißtrauischer Aufmerksamkeit nach Adelgunde.

Und richtig, die Kampflustige setzte ihre bedauerlichen Beleidigungen

fort:

„Solche Köter, die gar keiner Rasse angehören und gar keinen Charakter

haben, sollten immer ‚Butz‘ heißen. Butz schlechtweg. Niemals anders.

Und nun gar +der+! Ich begreife nicht, wie du mit deinem ewigen

Schönheitsgefühl dieses abscheuliche Tier um dich dulden kannst.

Freilich, er lobt ja deine Bilder. Der Gute, der Uneigennützige! Das

gibt ihm einen durchaus einzigen, unbestreitbaren Platz in deinem

Herzen. Du brauchst jemanden, der deine Bilder lobt. Aber das dürfte

dich doch nicht blind machen, daß er geradezu der Thersites unter den

Hunden ist. Und immer schmutzig.“

„Bitte, heute erst gebadet.“

Adelgunde ignorierte diese entrüstete Berichtigung. Sie wendete

sich nun direkt an Emil, der ziemlich geniert auf einem groben

Melkstuhl saß, den Eleonore einmal vor Jahren aus einer bescheidenen

Sommerfrische auf einer Schweizer Alm als sinnige Erinnerung

mitgebracht hatte.

„Haben Sie schon einmal einen zweiten Hund gesehen, der immer aussieht,

als sei er in eine Lehmgrube gefallen?“

Emil wich der direkten Antwort auf diese Frage aus.

„Flockis Fell nimmt merkwürdig leicht Staub an,“ entschied er, „aber

ich bin Zeuge, daß er fast täglich gebadet und sehr häufig am Tag

gebürstet wird.“

„Ja, +Sie+ sind Zeuge?“ lächelte Adelgunde spitz. „Sie sind wohl

der pädagogische und medizinische Beirat bei Flockis leiblicher und

seelischer Erziehung.“

„Im Hauptberuf,“ sagte Eleonore rasch und enthob dadurch den ob solcher

Anzapfung sichtlich verlegenen Emil der Antwort. „Im Hauptberuf

ist Herr Emil Steinbrink, wie ich dir vorhin schon erklärte, liebe

Adelgunde, Maler. Also ein Kollege von mir. Sogar ein Kollege, von dem

ich sehr viel halte.“

„Sogar!“ Adelgunde verbeugte sich mit leichtem Spott.

„Jawohl, meine Liebe, sogar! Er ist Landschafter und hat die Welt mit

den Augen des Poeten betrachtet. Daß er, wie die meisten ästhetisch

Veranlagten und wie alle +guten+ Menschen“ -- sie legte auf die

„guten“ Menschen einen bedeutsamen Nachdruck -- „nebenbei ein großer

Hundefreund ist, hat mir seine kollegiale Freundschaft noch wertvoller

gemacht.“

„+Noch+ wertvoller?“ Adelgunde schien das ironische Echo der Schwester

geworden zu sein.

Emil beschloß der peinlichen Szene ein erträgliches Ende zu geben.

Er erhob sich von seinem Melkstuhl und sagte mit einer linkischen

Handbewegung:

„Hier nebenan ist mein Atelier.“

„Hier -- +nebenan+?“

Adelgundens Gesicht nahm einen Augenblick den Ausdruck beleidigter

Tugend an.

„Ja, er ist ein sehr angenehmer Nachbar,“ kommentierte Eleonore

boshaft, „er spielt niemals Chopin, keine Trauermärsche und nichts

anderes, was ähnlich klingt.“

Emil begriff, daß Adelgunde nun wieder an der Reihe war für eine

bissige Bemerkung. Er beeilte sich also zu sagen: „Interessiert es Sie

vielleicht, mein Atelier zu sehen? Ich muß doch eben noch eine halbe

Stunde hinüber.“

Er hatte erwartet, daß Adelgunde ablehnen würde. Vielleicht mit

ironischem Dank, vielleicht gar mit einer beleidigenden Bemerkung.

Aber in der unangenehmen Dame schien die Neugier gesiegt zu haben. Sie

erklärte sich sofort zur Besichtigung bereit.

Jedenfalls kam er auf diese Weise hier los.

Die folgende Viertelstunde gehörte zu den wenigst genußreichen in Emils

Leben.

Es ist zwar nicht anzunehmen, daß Adelgunde überhaupt was von Bildern

verstand; in der Beurteilung von Emils Werken nahm sie jedenfalls

einen nüchtern ablehnenden Standpunkt ein. Sie behauptete, daß die

violette Farbe in der realen Welt sehr selten vorkomme. +Wenn+ sie aber

vorkomme, dann sehe sie nach ihren Beobachtungen anders aus, als Emil

sie wiedergab.

Sie sprach dann von seiner Vorliebe für Violett, wie von einem

schmerzlichen Sehfehler und diskutierte mit ernster Teilnahme die

Möglichkeit, dieses Gebrechen durch einen operativen Eingriff in das

Sehnetz zu heben. Sie kenne einen Augenarzt, der die merkwürdigsten

Operationen mache. Eine sehr distinguierte Dame, mit der sie früher

vierhändig Klavier gespielt habe, sei von dem unglücklichen Fehler

behaftet gewesen in allen hellen Dingen einen dunklen Punkt zu sehen.

Einen Punkt von der Gestalt und Farbe einer Baumwanze. Diese Baumwanze

habe ihr der Doktor aus dem Auge herausgeschnitten. Es sei natürlich

keine wirkliche Baumwanze gewesen, sondern, wie sie vermute, ein

häßlicher Fleck in der Pupille. Die distinguierte Dame sei nach der

wohlgelungenen Operation sehr glücklich gewesen, habe vier Wochen

nach Vorschrift im dunklen Zimmer gesessen zur Nachkur und sei leider

in der fünften ganz plötzlich gestorben. Ein sehr trauriger Fall,

der aber niemanden abschrecken dürfe, eine Operation zu wagen. +Sie+

z. B. würde in Emils Fall lieber heute als morgen ihre Zuflucht zur

Operation nehmen. Es müsse doch geradezu schauderhaft sein, die ganze

Welt, den Himmel, die Bäume, die Menschen, alles violett zu sehen. Auch

der Wahnsinn beginne sehr häufig, wie sie aus sehr ernst zu nehmenden

Büchern wisse, mit solchen Gesichtsstörungen ...

So plauderte sie in ihrer gewinnenden Weise noch vieles, das den

Verfertiger der violetten Bilder ähnlich sympathisch berühren mußte.

Dann empfahl sie sich, nicht ohne Flocki aus Versehen auf die Pfoten

getreten zu haben; eine Ungeschicklichkeit für die der davon Betroffene

mit dem ihm eigenen maßlosen Geheul quittierte.

Vollständig mit der Untersuchung und der Pflege des Patienten

beschäftigt nahm die empörte Eleonore keinerlei Notiz davon, als die

Schwester davonrauschte.

Emil begleitete sie bis zur Treppe und empfing dort ihre letzte

dringende Ermahnung, lieber so lange +nicht+ mehr zu malen, bis die

empfehlenswerte Operation vorgenommen sei.

Sie war schon auf der Treppe, da raffte Emil, der bis dahin mit der

Geduld eines Märtyrers die Freuden dieses Besuches, der ihm eigentlich

gar nichts anging, ertragen hatte, zu einer kleinen, bescheidenen

Bosheit auf.

„Alles, liebes Fräulein,“ sagte er, „+alles+ sehe ich nun doch nicht

violett. Zum Beispiel ihren schönen Hut empfinde ich durchaus gelb.“

„So. Empfinden Sie ihn gelb?“ sie lächelte ihm geschmeichelt zu. „Nun,

sehen Sie, ich kann Ihnen versichern: er +ist+ auch gelb. Ein kräftiges

Kanariengelb. Ich liebe überhaupt das Kräftige.“

Und damit stieg die freundliche Dame, die das Kräftige liebte, mit dem

kanariengelben Hut die Treppe hinunter.

Das war am Abend des 24. Mai.

Emil ahnte nicht, welche Bedeutung einmal für ihn dieses Datum gewinnen

sollte. Und als er in sein Atelier zurücktrat und Eleonore zwischen

all den violetten Bildern mit finster verkniffenen Lippen in seinem

antiquarisch gekauften Sicherheitstriumphstuhl sitzend fand, immer noch

den wimmernden Flocki betreuend, da konnte ihm nimmermehr der Einfall

kommen, daß diese Stunde in der Freundin einen Entschluß gereift habe,

der ihn sehr nahe anging.

Ihr Urteil über die Schwester aber faßte Eleonore, ehe sie mit Flocki

ging, nur in die knappe Charakteristik zusammmen:

„Es ist eine +widerliche+ Person!“

Emil war zu höflich, zu widersprechen.

* * * * *

Am andern Mittag saßen sich Emil und Eleonore schweigsam bei ihrem

bescheidenen Mahl gegenüber.

Die Schweigsamkeit des Menschen kann sehr verschiedene Ursachen haben.

Hier zwei Beispiele. Emil schwieg, weil das Menü sehr minderwertig

zusammengesetzt war. Es gab Erbsensuppe mit Schweinsohren, für die

Emil sein Leben gelassen hätte, wenn sie gut gewesen wäre. Sie war

angebrannt. Und dann Brathecht mit grüner Sauce. Die Suppe beschäftigte

sein enttäuschtes Gemüt; der Hecht, den er minder schätzte, wandte

sich mehr an seine Intelligenz und nahm mit seinen Gräten seine volle

Aufmerksamkeit in Anspruch. Um so mehr, als Fischessen eine Kunst und

ein Probierstein guter Erziehung ist und er sich vor Eleonore keine

Blöße geben mochte.

Eleonore aber schwieg, weil ihr vielerlei im Kopfe herumging und das

Herz bewegte. Vielerlei, das mit der Erbsensuppe und dem Brathecht in

gar keinem Zusammenhange stand.

Plötzlich legte sie die Gabel hin, sah Emil ernst und fest in die Augen

und fragte mit einer Stimme, der man tiefe, seelische Erregung leicht

anmerken konnte.

„Wenn ich +stürbe+, mein lieber Freund, würden Sie wohl dem armen

Flocki ein Vater und Versorger sein?“

„Wenn Sie -- +was+?“ Emil war froh, besonderes Interesse an der

Unterhaltung heuchelnd, den Brathecht beiseite schieben zu können,

dessen Todestag, wie ihm schien, schon etwas ferne lag.

Eleonore wiederholte mit genau demselben schwermütigen Tonfall ihre

ernste Frage.

„Aber natürlich, Fräulein Eleonore. Sie wissen doch, mein Herz --

Pikkolo nehmen Sie doch endlich den Brathecht weg! -- mein Herz hängt

an dem Tier. Ich habe mich so an ihn gewöhnt und --“

Eleonore reichte über den leeren Brotkorb dem Freunde die Hand. Sie

war gerührt. Tränen standen in ihren Augen, und ihre Nasenspitze

war elfenbeinweiß und zuckte leise, was stets bei ihr ein Zeichen

besonderer seelischer Erschütterung war.

„Ich +danke+ Ihnen,“ sagte sie, in jedes Wort eine Fülle glückseliger

Empfindung gießend, als habe er ihr soeben Holländisch-Indien als

souveränes Fürstentum geschenkt.

Emil empfand die Feierlichkeit peinlich. Er liebte das Feierliche

überhaupt nicht in öffentlichen Lokalen. Am wenigsten, wenn ein

unerzogener Pikkolo in der Nähe stand, der seine schaufelförmig

abstehenden Ohren ausgiebig zur aufmerksamen Teilnahme an den

Gesprächen der Gäste benutzte.

„Aber, liebes Fräulein,“ wehrte der Maler geniert und halblaut ab,

„nein wirklich, wie können Sie jetzt vom Tode -- heute gerade vom Tode

reden! Sie -- in der Blüte der Jahre, in der Fülle der Kraft, in der --

in der -- --“

„Nehmen die Herrschaften Obst oder Käse?“ fragte der Pikkolo.

Emil war ihm dankbar für die Störung. Denn seine Beredsamkeit hatte ihn

in eine lichtlose Sackgasse geführt. Er bestellte den steinharten Käse,

den man hier, weil er etwas altes Stanniol auf der Oberfläche zeigte,

„Chamambert“ nannte.

Aber Eleonore kam mit der ganzen Zähigkeit des Frauengemüts auf den ihr

lieben Gedanken zurück.

„Wenn Sie wüßten, wie mich das beruhigt. Es gibt mir geradezu das

seelische Gleichgewicht wieder, das ich verloren hatte --“

Emil ließ einen Grunzton hören, der immerhin ein Bedauern und ein

Befremden über das verlorene Gleichgewicht bedeuten konnte.

„Ich weiß, +Sie+ verstehen mich,“ fuhr Eleonore fort, während sie

Flocki, der einen Gast am Nebentisch einen Geflügelknochen behandeln

sah und unschöne Zeichen einer durchaus mißgünstigen Stimmung an den

Tag legte, beruhigend an sich zog. „+Sie+ ganz allein. Ruhig, Flocki,

nicht heulen! Als gestern meine Schwester ging, stand mein Entschluß

fest, felsenfest, wie die Mauer von Jericho.“

Eleonore liebte solche kühnen Vergleiche, die zu denken gaben. Emil

überlegte, daß sie außer der Mauer von Jericho auch den Käse, den

er hilflos zwischen den Kiefern umherschob, ganz gut zum Vergleich

für die Festigkeit ihres Entschlusses hätte heranziehen können. Aber

worin dieser Entschluß bestand, das erforschte er weder durch emsiges

Nachdenken, noch erfuhr er es an diesem Tage aus Eleonorens Munde.

Flocki, tieferregt über den Herrn mit dem Geflügelknochen, hatte Händel

an dem Nebentisch gesucht und dafür einen Tritt bekommen. Sein Schmerz

über diese unwürdige Behandlung machte sich in kläglichen Lauten Luft.

Von Kindern und jungen Hunden · 第 1 / 15 段