Unterdrauburg.
Ein Brand hatte kürzlich mehrere Häuser vernichtet, Manches lag noch
wild und wüste durcheinander und entstellte den ohnedieß unansehnlichen
nur eine lange Berggasse bildenden Markt. Rechts auf glatter Felsenhöhe
trauern die Trümmer der alten Veste. Ihr Umfang muß noch kleiner, als
jener von Puchenstein gewesen seyn. Von dem wenigen Gemäuer hat sich
noch ein viereckiger Thurm erhalten, der von Laubholz schön begrünt
dasteht. Die Seitenmauern, welche bei jedem Lüftchen den Einsturz
drohen, sind durch Schatzgräber so Verderben-drohend geworden, weil vor
20 Jahren ein armer Handwerksbursche, durch Geldmangel zu einem
Nachtquartier in denen damals noch einigermassen Schutz gewährenden
Hallen gezwungen, einen Fund von bedeutendem Werthe soll gemacht haben.
Ob, wenn ja ein Bursche plötzlich zu Gelde gekommen, diese Ausbeute eben
nicht List von dem vorgeblichen Finder gewesen sey, sich strenger
Untersuchung zu entziehen, kann ich nicht untersuchen; genug, den Mauern
ließ man es entgelten, daß sie einem Fremden so leichtfertig Schätze
überließen. Das Schloß Unterdrauburg sammt dem Markte hat einstens denen
berühmten Rittern von _Auffenstein_ gehört; als aber Friedrich, der
letzte dieses Stammes sich wider den Landesfürsten empörte, nahm das
Reich davon Besitz.
Leider mußte ich nun bei den schlüpfrigen Feldwegen, welche durch die
zunehmende Nässe sich noch verschlimmerten, die lästige Fahrtstrasse
fortwährend wählen. Es war auch eine der abgeschmaktesten Promenaden, im
Kothe Berg auf und ab, durch einzelne Wälder, die nichts Sonderliches
darbothen, immer fortzuwandern; auch kein Erholungspunkt an der links
sich hinwälzenden Drau, kein Kahn darauf, kein Vogel in dem
Nebel-umflorten Haine ließ reges Leben verspüren; selbst das heilige
Dreifaltigkeits-Kirchlein, so passend es rechts einen Felsen krönt,
konnte bei seinem düsteren Schweigen nichts weniger als Ermunterung
spenden. Endlich hatte ich