IV. _Neogäisches_ (neuländisches) _Reich._ Kenntiere: Vampir,
breitnasiger Affe, Aguti, Meerschweinchen, Ameisenbär,
Gürteltier, Faultier, Nandu, Steißhuhn, Kolibri,
Pfefferfresser, Zuckervogel, Glanzvogel, Leguan.
16. Mittelamerikanische Provinz. Kenntiere: Mehrere
eigentümliche Gattungen von Mäusen und Taschenratten.
17. Antillen-Provinz. Kenntiere: ~Solenodon~ aus der Gruppe
der Kerfjäger, Plattschnäbler.
18. Brasilianische Provinz. Kenntiere: Baumstachler, Aguti,
Gürteltier, Arara.
19. Chilenische Provinz. Kenntiere: Chinchilla, Viscacha,
Lama, Kondor, Pflanzenmäher.
Aufmerksame Leser werden bei dieser Einteilung die Antarktis vermissen,
aber Dahl betrachtet diese mit Recht als überhaupt nicht mehr zur
Landfauna gehörig, sondern rechnet sie schon zur Meeresfauna,
zumal die wenigen dort vorhandenen Säuger und Vögel – vor allem
die putzigen Pinguine – ihr ganzes Leben im Meere verbringen und
nur zum Fortpflanzungsgeschäft an Land gehen. Ein entschiedener
Nachteil der Dahlschen Einteilung ist es aber, daß die einzelnen
tiergeographischen »Provinzen« so überaus ungleichwertig sind. So
wird z. B. den Sandwichinseln (Hawaiische Provinz), obgleich sie kaum
17000 ~qkm~ umfassen und nur ein einziges alteingesessenes Säugetier
in Gestalt einer Fledermaus amerikanischer Herkunft besitzen, derselbe
Rang eingeräumt wie so tierreichen und ausgedehnten Landstrecken
in Nordamerika oder Westafrika! Für die Vögel gefällt mir die alte
Wallacesche Einteilung eigentlich immer noch besser, wenn auch die
Dahlsche für die Tierkunde im allgemeinen vorzuziehen sein mag.