22. Die Felsengebirgs-Unterregion.

23. Die alleghanische Unterregion (der ganze östliche Teil

der Vereinigten Staaten, ein altes Waldgebiet).

24. Die kanadische Unterregion (der nördliche Teil des

Kontinents).

Man hat dann später viel herumgebessert, aber auch »verbösert« an

dieser Wallaceschen Einteilung, namentlich seit man sich zu einseitig

auf den erdgeschichtlichen Standpunkt einstellte und alles von diesem

aus erklären wollte. Allerdings sind die Tiere, deren versteinerte

Reste man irgendwo findet, im allgemeinen mit denen verwandt, die

auch heute noch dort leben, aber dies ist keineswegs durchgehends der

Fall. In Wirklichkeit ist die Wallacesche Einteilung z. B. für die

Vögel auch heute noch sehr gut brauchbar, wenn man sie durch einige

kleine Abänderungen dem heutigen Standpunkte der Vogelkunde anpaßt,

jedenfalls sehr viel besser als die oft recht gekünstelten Versuche

seiner meisten Nachfolger. Vor allem muß man sich immer bewußt bleiben,

daß die Aufstellung von Tiergebieten ja gar nicht der Endzweck der

Tiergeographie ist, sondern nur ein Hilfsmittel zur leichteren

Erreichung dieses Zwecks. Weiter stellte es sich sehr bald heraus, daß

es unmöglich ist, eine Einteilung in Tiergebiete zu schaffen, die für

alle Ordnungen des Tierreiches in gleichem Maße Geltung haben könnte.

Dazu ist schon deren erdgeschichtliches Alter viel zu verschieden,

denn z. B. Säugetiere und Vögel finden wir erst im Tertiär, Krebse und

Skorpione aber schon in weitaus älteren Erdschichten. Es wird also

am besten sein, sich an eine ganz bestimmte Tierordnung zu halten,

ohne allzu viele und übertrieben ängstliche Rücksicht auf die anderen

zu nehmen, und zwar an die Ordnung, die für den gedachten Zweck am

geeignetsten ist. Wallace und Sclater hielten sich hauptsächlich

an die Vögel, die gewiß in vieler Beziehung sehr gut passen, aber

allzu bewegungsfähig sind, weil gewisse Verbreitungsschranken für

sie als Flugtiere keine Rolle spielen und weil viele von ihnen

durch ausgedehnte Wanderungen den ursprünglichen Verbreitungsherd

leicht verwischen. Kriechtiere und Lurche haben auch ihre Bedenken,

obgleich sie in Einzelheiten oft sehr hübsche Aufschlüsse geben.

Die Fische können nicht in Betracht kommen, weil sie aufs Wasser

beschränkt sind; Kerfe und Schnecken erscheinen nicht recht geeignet,

weil ihre Verbreitung zu sehr von allerlei Zufälligkeiten abhängt.

Bleiben also die Säugetiere. Sie vereinigen in der Tat alles in

sich, was wir für unsere Zwecke brauchen. Sie sind im allgemeinen

gut erforscht, sie haben im Laufe der Erdgeschichte noch keine allzu

großen Umformungen und Umwälzungen erlitten und haben deutliche

Spuren ihrer ausgestorbenen Geschlechter in der obersten Erdrinde

zurückgelassen. Sie sind in ihrer Verbreitungsfähigkeit beschränkt und

vermögen insbesondere breitere Meeresarme nicht zu überwinden, sie

sind in hohem Maße von der Beschaffenheit des Geländes und von seiner

Pflanzendecke abhängig, und sie richten sich in Größe, Form und Farbe

stark nach äußerlichen Einflüssen. Die neueren Tiergeographen haben

aus den oben angedeuteten Gründen fast durchgängig die Säugetiere an

den Ausgangspunkt ihrer Betrachtungen gestellt, und zwar mit vollem

Recht, bis in jüngster Zeit, als man mehr Wert auf die ökologische

Betrachtungsweise zu legen begann, auch die Vögel wieder mehr in den

Vordergrund traten. Von den zahllosen neuen Einteilungsversuchen

gefällt mir am besten der von Dahl.

Er lautet:

I. _Arktogäisches_ (altländisches) _Reich._ Kenntiere:

Maulwurf, Biber, Springmaus, Rauhfußhuhn, Seetaucher, Alk,

Laubfrosch, Schwanzlurche, Honigsauger.

1. Arktische Provinz. Kenntiere: Renntier, Vielfraß,

Moschusochse, Lemming, Eisfuchs, Schneehase.

2. Europäisch-mediterrane Provinz. Kenntiere: Haselmaus,

Gemse, Birkhuhn, Blindschleiche, Kreuzotter, Salamander.

3. Ostasiatische Provinz. Kenntiere: Eine eigene

Bärengattung (~Ailuropus~), Schwanzgimpel,

Riesensalamander.

4. Sonorische oder Nordamerikanische Provinz. Kenntiere:

Waschbär, Biberhörnchen, Taschenratte, Gabelantilope,

Truthahn, Glasschleiche.

II. _Äthiopisches Reich._ Kenntiere: Hyäne, Klippschiefer,

Nilpferd, Giraffe, Strauß, Perlhuhn, Madenhacker,

Mäusevogel, Bananenfresser, Korallenotter, Puffotter.

5. Westafrikanische Provinz. Kenntiere: Schimpanse,

Gorilla, Okapi, Graupapagei.

6. Südafrikanische Provinz. Kenntiere: Fuchsmanguste,

Goldmull, Springhase, Kragenhopf.

7. Ostafrikanische Provinz. Kenntiere: Mantelpavian,

Schuhschnabel, Kranichgeier, Frankoline.

8. Madagassische Provinz. Kenntiere: Fingertier, Makis,

Borstenigel.

III. _Indo-Australisches Reich._ Kenntiere: Pelzflatterer,

Spitzhörnchen, Rachenvogel, Emu, Kasuar, Paradiesvogel.

9. Indische Provinz. Kenntiere: Bartaffe, Nilgau,

Hirschziegenantilope.

10. Malaiische Provinz. Kenntiere: Orang-Utan, Gibbon,

Palmenroller, Zwerghörnchen, Stinkdachs.

11. Papuanische Provinz. Kenntiere: Großfußhuhn,

Paradiesvogel, Laubenvogel, Kronentaube.

12. Neuholländische Provinz. Kenntiere: Känguruh, Emu,

Leierschwanz, Schnabeltier, Moloch, Stutzechse,

Kragenechse.

13. Neuseeländische Provinz. Kenntiere: Schnepfenstrauß,

Eulenpapagei, Nestorpapagei, Brückenechse.

14. Polynesische Provinz. Kenntiere: Flughundgattung

~Notopterus~, Rallenkranich.

Zwischen Pol und Äquator: Tiergeographische Lebensbilder · 第 38 / 59 题