STADT OHNE DICH

Alle Straßen fallen müd zusammen,

Seit Dein Leuchten sie nicht mehr zerteilt;

Keine Sonne kann sie mehr entflammen,

Wie sie auch sich in die Schluchten keilt.

Alle Häuser haben tote Blicke,

Seit Dein Glanz sie nicht mehr überschwemmt,

Traurigkeit unendlicher Geschicke

Fällt aus allen Fenstern starr und fremd.

Menschen rinnen zäh durch Einsamkeiten,

Tausendfach im Boden dumpf verklebt;

Keiner, dem sich so die Augen weiten,

Daß er sie verzückt zum Lichte hebt.

Durch die Straßen wehn viel hundert Frauen,

Aber keine, Liebste, ist wie Du.

Abendwolken, die ins Dunkel schauen,

Fallen müd wie meine Augen zu.

Die Dinge, die unendlich uns umkreisen · 第 12 / 34 题