Sie steigt mit frostig eingekrümmtem Rücken
Und mit gestelzten Beinen in den Fluß,
Mißmutig, daß sie sich nur immer bücken
Und dies Gewühl von Leuten tragen muß.
Erst wenn die Nacht mit ihren dunklen Netzen
Die Menschen in die dunklen Häuser fängt,
Daß sie sich nicht mehr durch die Straßen hetzen:
Dann steht die Brücke leicht und froh zersprengt.
Ein einsam Schreitender kommt noch gegangen,
Schaut in den Fluß, oder ein Liebespaar,
Die hält wie eine Mutter sie umfangen
Und wiegt sie auf den Wassern wunderbar,
Daß sie wie Träumende hinüberschreiten.
Die Brücke tönt wie eine Melodie,
Indes die kleinen Wellen schluchzend gleiten
Und leis und zärtlich um ihr wundes Knie.