Dies sind Tage, die uns langsam töten.
Stunde geht um Stunde und zerbricht,
Und kein neuer Tag bringt neue Sicht,
Keines Morgens Antlitz will sich röten,
Und wir finden uns're Wege nicht.
Keiner Zukunft Winken kann uns trösten,
Unentrinnbar in den Tag gedrängt,
Der mit Schmerz und Freude so behängt,
Daß wir nie uns aus den Schleiern lösten,
Gehen wir, in fremde Spur gezwängt.
Wir beginnen schwer auf uns zu lasten,
Fühlen mitten in der Jahre Flucht
Jedes fallen, jäh, in dumpfer Wucht,
Wie wenn Winde in die Bäume faßten,
Und es stürzte ungereifte Frucht.
Kaum, daß Abende uns so verschönen
Voll von Freundschaft und von Glanz der Frau'n,
Daß wir uns zu reiner Tiefe stau'n,
Daß wir wachsend in die Leere tönen
Und die toten Stunden von uns tau'n.
Wenn wir in dem Meer der Nacht zerfließen,
Wird uns nur ein Traum von Glück zuteil.
Nacht ist Bogensehne nur, um steil
Uns in einen neuen Tag zu schießen
Und wir sind nur Spur und irrer Pfeil.
Nutzlos hingegossen in die Jahre
Ganz entwachsen mütterlichem Schoß
Reißen wir vom letzten Ufer los --
Schütteln Sehnsucht leise aus dem Haare,
Stehen auf der Erde, fremd und groß.