nicht in die Verwaltung dieser vereinigten Fonds aufgenommen sind, da
die testamentarischen Bestimmungen eine gesonderte Rechnungsstellung
verlangen.
Die beiden folgenden betreffen die _Gesammtuniversität_:
Der _Albrecht'sche Stipendienfond_. -- Herr Stadtrath _Johannes Wimmer_
sel. und Frau _Salomea_ geb. _Albrecht_ sel. stifteten durch das am
26. Juli 1871 publicierte Testament einen Stipendienfond, der zuerst
während 25 Jahren durch die Zinsen geäufnet werden soll und dessen
Ertrag hernach in erster Linie den Nachkommen der _Albrecht_'schen
Familie, die sich dem Studium widmen, zu Gute kommen soll, dann aber
auch andern Studierenden, wenn keine _Albrecht_'schen Nachkommen
Anspruch erheben oder die Zinsen auch für weitere Unterstützungen
ausreichen. Die Regenz hat die Uebernahme der Verwaltung am 30.
November 1871 beschlossen und den ausgewiesenen Betrag am 28. September
1872 in Empfang genommen. Die gestiftete Summe betrug mit Einschluss
eines Postens von Fr. 1333, auf welchen die Geschwister _Wimmer_ zu
Gunsten der Universität verzichtet haben, Fr. 43,438. Bis zum 31.
Dezember 1884 war das Vermögen angewachsen auf Fr. 70,582.
_Stiftungsfond der Studentenkrankenkasse._ -- Im Jahre 1877
übergab Herr Professor _J.J. Bachofen_ mit Fr. 15,000, die für den
Heusler'schen Vermächtnissfond bestimmt waren, noch weitere Fr. 5000
der Regenz, um einen Fond der Studentenkrankenkasse zu bilden. Der
Ertrag desselben wurde theils verwendet zur Deckung eines Deficits der
genannten Kasse, theils zu Extraunterstützung kranker Studierender,
besonders durch Beiträge an ärztlich angeordnete Landaufenthalte.
Auf zwei _Fakultäten_ bezieht sich:
Die _theologisch-philosophische Stiftung_. -- Im Dezember 1872 übergab
ein Freund der Universität anonym einem von ihm selbst bezeichneten
und später durch Cooptation sich ergänzenden Curatorium von drei
Professoren die Summe von Fr. 20,000 zur Unterstützung der Studien
in den Disciplinen der Theologie und Philosophie. Der Ertrag des
Kapitals soll seine Verwendung finden für Ausschreibung von Preisfragen
aus den Gebieten der genannten Wissenschaften, oder Ertheilung von
Stipendien an Studierende der Universität Basel hauptsächlich zu
wissenschaftlichen Reisen. Die Verwaltung der Stiftung besorgt das
Curatorium, und es wird nur der Status des jeweiligen Vermögens in die
Universitätsrechnung aufgenommen; am 31. Dezember 1884 betrug derselbe
Fr. 26,066.
Zu der _Bibliothek_ gehört:
Die _Episcopius-Stiftung_. -- Im Oktober 1881 hat Herr Dr. _Gottlieb
Bischoff_ sel. in dankbarer Erinnerung an seinen Vorfahr, den
Buchdrucker _Nicolaus Episcopius_, dem Oberbibliothekar die Summe von
Fr. 1000 übergeben, um aus dem Ertrage Werke über die Geschichte der
Buchdruckerkunst und des Buchhandels für die Universitätsbibliothek
nach freier Wahl anschaffen zu können. Bei Ablage der Bibliotheksrechnung
wird über den jeweiligen Stand dieser Stiftung berichtet.
Schliesslich haben wir noch drei Stiftungen zu besprechen, die sich auf
die _Kunstsammlung_ beziehen.
Die _Samuel Birmann_'sche _Stiftung_. -- Herr _Samuel Birmann-Vischer_
sel. hat durch sein am 15. August 1844 geschriebenes und am 30.
September 1847 eröffnetes Testament zu Haupterben seines Vermögens
ernannt: zur Hälfte die Universität, zum Viertel den Spital und zum
Viertel das Waisenhaus.
Nach dem am 4. Februar 1859 erfolgten Tode der Frau Witwe _Birmann_
geb. _Vischer_, welche die Nutzniessung des hinterlassenen Vermögens
hatte, wurde entsprechend den testamentarischen Bestimmungen die
Verwaltungskommission gebildet aus zwei Vertretern der Universität,
einem Vertreter des Spitals und einem Vertreter des Waisenhauses. Das
dieser Kommission eingehändigte Vermögen bestand aus Werthtiteln,
und zwar hauptsächlich Actien von Banken, Eisenbahn- und
Versicherungs-Gesellschaften und dem Landgute vor dem Spalenthor.
Entsprechend den im Testamente deutlich ausgesprochenen Bestimmungen
sind diese Titel zum grössten Theile behalten worden und haben die
vom Testator ausgesprochene Erwartung eines mit der Zeit zunehmenden
Nutzens gerechtfertigt; das Landgut wurde in den Jahren 1860 und 1861
zu damals günstigen Bedingungen verkauft, und seither ist ein ganzes
Quartier auf seinem Boden entstanden. Während die für Spital und
Waisenhaus bestimmten Antheile einstweilen noch zum grössten Theile
den Verwandten des Testators zu Gute kommen, erhielt die Universität
den vollen Ertrag ihrer Hälfte seit 1860. Diese Summe ist ganz für die
Kunstsammlung bestimmt und wird desshalb auch direkt an die derselben
vorstehende Kommission abgeliefert; sie soll nach dem Testament
ausschliesslich verwendet werden für Ankauf schweizerischer Kunstwerke,
Unterstützung talentvoller Künstler aus Basel-Stadt, Honorierung des
Custoden der Kunstsammlung und Aufstellungskosten der Birmann'schen
Sammlung. Das Stiftungskapital ist laut der auf den 1. Februar 1885
abgeschlossenen, von der Verwaltungskommission genehmigten und der
Regenz mitgetheilten Rechnung gewerthet zu Fr. 487,377. Der jährliche
Ertrag war in den letzten zehn Jahren im Mittel etwas über Fr. 30,000,
wovon also die Hälfte an die zur Universität gehörige Kunstsammlung
ging.
Die _Bleiler_'sche _Stiftung_. -- Von dem Ehepaar _Bleiler-Mieg_ sel.
sind im Jahre 1858 laut testamentarischer Verfügung der Kunstsammlung
des Museums Fr. 10,000 zugekommen; die eine Hälfte bestimmt zur
Anschaffung von Kunstgegenständen, der Ertrag der andern Hälfte zur
Unterstützung eines fleissigen und bedürftigen, sich zur Ausbildung
in Rom aufhaltenden Basler Künstlers. Die Stiftung wird von der
Kunstkommission verwaltet; der letzte Rechnungsabschluss ergab als
Saldo auf neue Rechnung Fr. 18,157.
Das _Singeisen_'sche _Legat_. -- Jungfrau _Magdalena Singeisen_ sel.
vermachte durch das im Jahre 1870 publicierte Testament dem Museumsfond
der Stadt Basel die Summe von Fr. 17,000 mit der Bestimmung, dass die
Zinsen davon vorerst ihrer Dienstmagd während Lebenszeit ausbezahlt
werden sollen. Nach deren Tode soll dieser Zins zur Unterstützung
älterer und bedürftiger, in Basel wohnender Künstler verwendet werden.
Diese früher von der Museumskommission verwaltete Stiftung wird jetzt
von der Kunstkommission besorgt.
Wir haben hier nur die zu Gunsten der Universität gemachten Stiftungen
besprochen, welche öffentlich von der Universität verwaltet werden
und über welche also auch die Universitätsrechnung berichtet;
andere, theils für die Universität im Allgemeinen, theils für
einzelne Anstalten oder Sammlungen derselben bestimmte Stiftungen
verwalten Privatvereine, insbesondere die Akademische Gesellschaft
und der Museumsverein. Auskunft über dieselben ist zu finden in den
jährlich veröffentlichten Berichten dieser Vereine, sowie in der
soeben herausgekommenen fünfzigjährigen Geschichte der Akademischen
Gesellschaft.
* * * * *
Es mag im Anschluss an diesen Abschnitt noch kurz in abgerundeten
Zahlen angedeutet werden, wie die _Mittel für die Universität_
zusammenfliessen, wobei wir nicht von den ausserordentlichen Leistungen
für Erstellung neuer Unterrichtsanstalten, sondern nur von dem
sprechen, was zur Bestreitung der jährlichen regelmässigen Ausgaben
gespendet wird. Abgesehen von den verhältnissmässig nur geringe Summen
betragenden Gebühren und Eintrittsgeldern kommen hier drei verschiedene
Einnahmequellen in Betracht:
1. _Die direkten Beiträge des Staates_, entsprechend den durch Gesetze
und Grossrathsbeschlüsse festgesetzten Krediten. Im Jahre 1835 betrugen
dieselben etwa nur Fr. 40,000 und sind in den fünfzig Jahren bis
1885, Dank der Bereitwilligkeit der Behörden, Opfer für die höchste
Lehranstalt zu bringen, etwa auf Fr. 185,000 gestiegen.
2. _Der Ertrag der Universitätsfonds._ Im Jahre 1835 war derselbe
etwa Fr. 20,000 und hat in den fünfzig Jahren theils durch Vermehrung
des Vermögens, theils in Folge des höheren Zinsfusses etwa Fr. 60,000
erreicht.
3. _Die freiwilligen Beiträge von Vereinen und Privaten._ Hier sind
vor Allem die in der besonderen Festschrift dargestellten Leistungen
der Akademischen Gesellschaft zu erwähnen; ausserdem aber spenden der
Museumsverein, die Gemeinnützige Gesellschaft und manche Freunde der
Universität Geschenke an die verschiedenen Universitätsanstalten. Wenn
wir die theils höchst werthvollen Kunstgegenstände, Bücher, Naturalien
und Apparate bei Seite lassen und nur die Geldgaben in Betracht ziehen,
so finden wir für diese ganz freiwilligen Leistungen im Jahre 1884 etwa
Fr. 31,000.
Somit setzen sich die regelmässigen jährlichen Leistungen für die
Universität etwa folgendermassen zusammen:
Staatsbeitrag Fr. 185,000 macht 67 % oder ⅔
Ertrag der Universitätsfonds » 60,000 » 22 % » ²⁄₉
Freiwillige Privatleistungen » 31,000 » 11 % » ⅟₉
------------
im Ganzen Fr. 276,000.
Ed. Hagenbach-Bischoff.
III.
Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität.
A. =Rektoren der Universität=
(gewählt zu Ende des Jahres für das nächste Kalenderjahr)
waren:
14. Sept.-31. Dec. 1835: Herr W. M. Leberecht _de Wette_, Professor der
Theologie.
=für das Jahr=
1836: - Friedrich _Brömmel_, Professor der Geschichte.
1837: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache.
1838: - Friedrich _Fischer_, Professor der Philosophie.
1839: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik.
1840: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
1841: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache.
1842: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie.
1843: - Friedrich _Miescher_, Professor der Physiologie.
1844: - Christian Friedrich _Schönbein_, Professor der Physik
und Chemie.
1845: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache.
1846: - Johann Jacob _Stähelin_, Professor der Theologie; an dessen
Stelle trat
- Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache.
1847:}
1848:}- Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache.
1849: - W.M. Leberecht _de Wette_, Professor der Theologie; an
dessen Stelle trat
- Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
1850: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
1851:}
1852:}- Johannes _Schnell_, Professor des schweizerischen Civilrechts.
=für das Jahr=
1853: Herr Friedrich _Miescher_, nun Professor der pathologischen
Anatomie.
1854: - Christoph Johannes _Riggenbach_, Professor der Theologie.
1855: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache.
1856: - Roderich _Stintzing_, Professor des römischen Rechts.
1857: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache.
1858: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie.
1859: - Gustav Heinrich _Wiedemann_, Professor der Physik.
1860: - Peter _Merian_, Rathsherr und Professor der Geologie.
1861: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik.
1862: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie; an dessen
Stelle trat
- Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
1863: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen
Sprache.
1864: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie.
1865: - Ludwig _Rütimeyer_, Professor der vergleichenden Anatomie.
1866: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache.
1867: - Andreas _Heusler_, Vater, Professor des schweizerischen
Staatsrechts.
1868: - Hermann _Schultz_, Professor der Theologie.
1869: - Wilhelm _His_, Professor der Anatomie und Physiologie.
1870: - Eduard _Hagenbach_, Professor der Physik.
1871: - Andreas _Heusler_, Sohn, Professor des deutschen Rechts.
1872: - Freiherr _von der Goltz_, Professor der Theologie.
1873: - Simon _Schwendener_, Professor der Botanik.
1874: - Moritz _Heyne_, Professor der deutschen Sprache.
1675: - Carl Ernst Emil _Hoffmann_, Professor der Anatomie.
1876: - Friedrich _von Wyss_, Professor des schweizerischen
Civilrechts; an dessen Stelle trat
- Franz _Overbeck_, Professor der Theologie.
1877: - Wilhelm _Vischer_, Sohn, Professor der Geschichte.
1878: - Friedrich _Schulin_, Professor des römischen Rechts.
1879: - Emil _Kautzsch_, Professor der Theologie.
1880: - Hermann _Immermann_, Professor der klinischen Medicin.
1881: - August _von Miaskowski_, Professor der Nationalökonomie.
1882: - Hermann _Siebeck_, Professor der Philosophie.
1883: - Rudolf _Stähelin_, Professor der Theologie.
1884: - Albert _Teichmann_, Professor des Straf- und Kirchenrechts.
1885: - Moritz _Roth_, Professor der pathologischen Anatomie.
B. =Lehrpersonal der Universität.=
-- Geordnet nach der Zeit des Eintritts in die Fakultät, bezw. in
die höhere Stellung in derselben. -- O. = Ostern. S. = Sommer. M. =
Michaelis. W. = Winter.
1. Theologische Fakultät.
a) =Ordentliche Professoren.=
1. =de Wette=, Wilhelm Martin Leberecht -- geb. 12. Jan. 1780 zu Ulla
bei Weimar, 1805 Docent in Jena, 1807 a.o. Prof. der Philosophie, 1809
ord. Prof. der Theologie in Heidelberg, 1810 in Berlin. Am 2. Oct. 1819
seines Amtes entlassen, begab er sich nach Weimar und folgte 1822 einem
Rufe an die theologische Fakultät nach Basel, deren Reorganisator er
wurde; Rektor 1823, 1829, 1834. Ende 1835 u. 1849, † 16. Juni 1849.
_Hagenbach_, die theologische Schule Basels und ihre Lehrer, Basel 1860
und in Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVIII. 61 ff. -- _Holtzmann_
in »Allgem. Deutsche Biographie« V. 101-105. -- _Wiegand_. W.M.L. de
Wette, Erfurt 1879. -- _Rudolf Stähelin_, W.M.L. de Wette nach seiner
theol. Wirksamkeit und Bedeutung, Basel 1880.
2. =Hagenbach=, Karl Rudolf -- geb. 4. März 1801 zu Basel, Sohn des
Basler Arztes und Professors Karl Friedrich H. († 20. Nov. 1849),
studierte in Basel, Bonn und Berlin, habilitierte sich 1823 in Basel,
1824 Lic. theol. und a.o. Prof., 1828 ord. Prof. für Kirchengeschichte,
1830 zum Dr. theol. ernannt, Rektor 1832, 1840, 1849, 1850 u. 1862. †
7. Juni 1874.
Erinnerung an K.R. Hagenbach, Basel 1874. -- _Eppler_, K.R. Hagenbach,
Gütersloh 1875. -- _Rudolf Stähelin_, K.R. Hagenbach, Basel 1875.
-- W. _Krafft_ in »Allgem. Deutsche Biographie« X. 344. -- Herzog's
Realencyclopädie, 2. Aufl. V. 537 ff.
3. =Stähelin=, Johann Jacob -- geb. 6. Mai 1797 zu Basel, studierte in
Basel und Tübingen, 1823 Dr.phil. und Docent in Basel, 1827 Lic.theol.,
1829 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Altes Testament, 1840 zum Dr.
theol. ernannt, kurze Zeit 1846 Rektor, † 27. Aug. 1875 zu Langenbruck.
Zur Erinnerung an Herrn J.J. Stähelin, Basel 1875. -- Herzog's
Realencyclopädie. 2. Aufl. XIV. 570 ff.
4. =Müller=, Johann Georg -- geb. 8. Mai 1800 zu Basel, 1825 cand.
theol., 1831 Lektor u. Lic. theol., 1832 a.o. Prof., 1835 ord. Prof.
für Neues Testament, 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1842 u. 1858, †
30. August 1875.
Abriss meines Lebenslaufes. Aufzeichnung von J.G. Müller, theol. Prof.
Basil. (Druck von Schultze) 1875.
5. =Schenkel=, Daniel -- geb. 21. Dec. 1813 zu Dägerlen bei Winterthur,
studierte in Basel u. Göttingen. 1839 Docent in Basel, 1841 Prediger
und Mitglied des Schul- und Kirchenrathes in Schaffhausen, 1850 ord.
Prof. für systematische Theologie in Basel, ging 1851 nach Heidelberg,
† daselbst 19. Mai 1885.
6. =Riggenbach=, Christoph Johannes -- geb. 8. Oct. 1818 zu Basel,
wurde Pfarrer in Bennwil (Baselland), 1851 in Basel zum Lic. theol.
ernannt und ord. Prof. für systematische Theologie, Rektor 1854, im
Juni 1860 zum Dr. theol. ernannt.
7. =Schultz=, Hermann -- geb. 30. Dec. 1836 zu Lüchow (Hannover), 1858
Dr.phil. in Rostock, 1861 Lic. theol. und Docent in Göttingen, 1864
ord. Prof. für Altes Testament und systematische Theologie in Basel,
1865 Dr. theol. (Göttingen), Rektor 1868, ging 1872 nach Strassburg,
1874 nach Heidelberg, 1876 nach Göttingen.
8. =von der Goltz=, Hermann Freiherr -- geb. 17. März 1835 zu
Düsseldorf, studierte in Erlangen, Berlin, Tübingen und Bonn, 1858-61
in der französischen Schweiz, 1861-65 Gesandtschaftsprediger in
Rom, 1865 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für
exegetische u. systematische Theologie berufen, zum Lic. theol. ernannt
und a.o. Prof., 1870 ord. Prof., Rektor 1872, ging 1873 nach Bonn, 1876
nach Berlin.
9. =Overbeck=, Franz -- geb. 4./16. Nov. 1837 zu St. Petersburg, W.
1864 Docent in Jena, Frühjahr 1870 a.o. Prof. und W. 1871 ord. Prof.
für neutestamentliche Exegese und ältere Kirchengeschichte in Basel,
Rektor 1876.
10. =Kautzsch=, Emil -- geb. 4. Sept. 1841 zu Plauen i.V., 1863
Dr.phil. und Gymnasiallehrer an der Nicolaischule in Leipzig, 1869
Docent d. Theol. an der Universität, 1871 a.o. Prof. daselbst, M. 1872
ord. Prof. für alttestamentliche Exegese in Basel, im Sept. 1873 zum
Dr. theol. ernannt, Rektor 1879, ging O. 1880 nach Tübingen.
11. =Stähelin=, Rudolf -- geb. 22. Sept. 1841 zu Basel, 1865 cand.
theol., 1873 Lic. u. Docent d. Theologie, 10. Jan. 1874 a.o. Prof.
und 10. Dec. 1875 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 15. Nov. 1880 Dr.
theol. (Bern), Rektor 1883.
12. =Schmidt=, Paul Wilhelm -- geb. 25. Dec. 1845 zu Berlin, 1865
Dr.phil. in Halle, 1867 Lic. theol. in Berlin, O. 1869-76 Docent
daselbst, O. 1876 ord. Prof. für Neues Testament in Basel, 22. Juli
1885 Dr. theol. (Strassburg).
13. =Stockmeyer=, Immanuel -- geb. 28. Juli 1814 zu Basel, war 1846-71
Pfarrer zu St. Martin, 1850 zum Lic. theol. ernannt, 1851 Docent der
Theologie, im Dec. 1860 zum Dr. theol. ernannt, 1871 Antistes, 17. Juli
1876 ord. Prof. für praktische Theologie.
14. =Smend=, Rudolf -- geb. 5. Nov. 1851 zu Lengerich (Westfalen), 1874
Dr.phil. in Bonn, 1875 Lic. theol. u. Docent der Theologie in Halle,
1880 a.o. Prof. und S. 1881 ord. Prof. für Altes Testament in Basel, im
Jan. 1885 Dr. theol. (Giessen).
15. =Orelli=, Conrad von -- geb. 25. Januar 1846 zu Zürich, 1871
Dr.phil. in Leipzig, W. 1871 Docent der Theologie in Zürich, O. 1873
vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für Altes
Testament berufen und a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., Aug. 1885 Dr.
theol. (Greifswald).
16. =Kaftan=, Julius -- geb. 30. Sept. 1848 zu Loit (Schleswig),
1872 Dr.phil. in Leipzig, 1873 Lic. theol., W. 1873 vom Verein f.
christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie
berufen und 1874 a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., im Dec. 1882 zum Dr.
theol. ernannt, ging O. 1883 nach Berlin.
b. =Ausserordentliche Professoren.=
17. =Beck=, Johann Tobias (von) -- geb. 22. Febr. 1804 zu Balingen,
1828 Stadtpfarrer in Mergentheim, 1836 vom Verein für christl.-theol.
Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie
berufen, 1842 vor seinem Weggange nach Tübingen zum Dr. theol. ernannt,
† daselbst 28. Dec. 1878.
18. =Hoffmann=, Wilhelm -- geb. 30. Oct. 1806 zu Leonberg
(Württemberg), wurde 1839 Direktor der Missionsanstalt in Basel,
1843 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für exegetische
u. systematische Theologie berufen und a.o. Prof., ging 1849 nach
Tübingen, 1852 nach Berlin, † daselbst 28. Aug. 1873.
_Karl Hoffmann_, Leben und Wirken des L. Fr. W. Hoffmann, Berlin 1878
-- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. VI. 216 ff.
19. =Auberlen=, Carl August -- geb. 19. Nov. 1824 zu Fellbach
(Württemberg), W. 1851 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft
nach Basel für exegetische u. systematische Theologie berufen und a.o.
Prof., 6. Sept. 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 2. Mai 1864.
Leichenrede von Prof. _Riggenbach_ sammt Lebensabriss von Prof. _Gess_
(Basel, Balmer und Riehm). -- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. I.
757.
c. =Privatdocenten.=
20. =Preiswerk=, Samuel -- geb. 19. Sept. 1799 zu Rümlingen (Kt.
Basel), 1830 Pfarrer in Muttenz, 22. Jan. 1833 vertrieben, 1834-37 am
Oratoire in Genf, 1839 Docent für hebräische Sprache in Basel, 1845
Hauptpfarrer zu St. Leonhard, 1851 zum Lic. theol. ernannt und Docent
der Theologie, 1859 Antistes, 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 13. Jan.
1871.
Zum Gedächtniss an Antistes Samuel Preiswerk (Basel, Franz Wittmer)
1871.
21. =Schmid=, Johannes -- geb. 4. Jan. 1817 zu Schünholzersweilen (Kt.
Thurgau), 1854 in Basel zum Lic. theol. ernannt und Docent daselbst bis
1858 für praktische Theologie, † 31. März 1874 zu Florenz.
22. =Böhl=, Eduard -- geb. 18. Nov. 1836 zu Hamburg, 1860 Dr.phil. in
Erlangen, S. 1860 in Basel zum Lic. theol. ernannt und W. 1860 bis O.
1864 Docent daselbst für Altes Testament, seit O. 1864 ord. Prof. der
Dogmatik u. Symbolik an der evang.-theol. Fakultät in Wien.
23. =Böhringer=, Paul -- geb. 1. Sept 1852 zu Glattfelden (Kt. Zürich),
1878 Docent in Zürich, 13. Juni 1879 daselbst zum Lic. theol. ernannt,
seit W. 1879 Docent für Kirchengeschichte in Basel.
24. =Marti=, Carl -- geb. 25. April 1855 zu Bubendorf (Baselland), 10.
März 1879 Lic. theol. in Basel, seit S. 1881 Docent daselbst für Altes
Testament und seit 1884 Pfarrer in Muttenz.
25. =Riggenbach=, Bernhard Emil -- geb. 25. Oct. 1848 zu Karlsruhe,
1874 Dr.phil. in Tübingen, 1876 Lic. theol. in Basel, seit S. 1882
Docent daselbst für praktische Theologie und neutest. Exegese, seit
Anfang 1885 Pfarrer der Strafanstalt in Basel.
26. =Schnedermann=, Georg -- geb. 3. Juli 1852 zu Chemnitz, 1878
Dr.phil. und 1880 Lic. theol. in Leipzig, W. 1883 vom Verein f.
christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie
berufen und Docent daselbst.
27. =Heman=, Friedrich -- geb. 30. Aug. 1839 zu Grünstadt (Rheinpfalz),
1871 Dr.phil. in Tübingen, 1883 Lic. theol. in Basel, W. 1883 vom
Verein für christl.-theol. Wissenschaft für systematische Theologie
berufen und Docent daselbst.
2. Juristische Fakultät.
a. =Ordentliche Professoren.=
1. =Heusler=, Andreas -- geb. 8. März 1802 zu Basel, studierte in Jena
u. Tübingen, 1826 J.U.D. in Tübingen, 1828 Docent in Basel, 1830 ord.
Prof. (kurze Zeit über römisches Recht und Criminalrecht, dann bis
1843 über Bundes- und Kantonalstaatsrecht in historischer Beziehung
lesend), 1831-47 Mitglied des Kleinen Rathes, wirkte 1852-68 an der
Universität mit Titel und Rechten eines ord. Prof. (für Bundes- und
Kantonalstaatsrecht), 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1867, † 11.
April 1868.
Leichenrede von Dr. theol. _J. Stockmeyer_ (Basel, Wassermann) 1868. --
_W. Vischer_ (Sohn) in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 337-339. --
_G. v. Wyss_ im Archiv f. Schweiz. Geschichte XVII. (1871).
2. =Burckhardt=-Vischer, Adolf -- geb. 12. Nov. 1809 zu Basel, 1834
Docent, M. 1835 ord. Prof. des Criminalrechts, † 14. Oct. 1838.
Baseler Zeitung 1838, Nr. 193.
3. =Beseler=, Georg -- geb. 2. Nov. 1809 zu Rödemiss (Schleswig),
1835 Docent in Heidelberg, M. 1835 a.o. Prof. und 1836 ord. Prof.
des römischen Rechts in Basel, ging M. 1837 nach Rostock, 1842 nach
Greifswald, 1859 nach Berlin.
4. =Schnell=, Johannes -- geb. 31. Aug. 1812 zu Basel, Sohn des Basler
Prof. der Rechte J.R. Schnell (1767-1829), promovierte in Heidelberg,
1837 in Basel Docent, 1838 a.o. Prof. und 1839-78 ord. Prof. (besonders
für schweizerisches Civilrecht), Rektor 1851 u. 1852, 17. Juli 1841 bis
1. Juli 1875 Civilgerichtspräsident, siedelte W. 1878 nach Bern über.
5. =Wunderlich=, Agathon -- geb. 1810 zu Göttingen, 1833 Docent
daselbst, 1838 a.o. Prof. und 1839 ord. Prof. des römischen Rechts
in Basel, ging O. 1842 nach Rostock, 1847 nach Halle, 1850 an das
Oberappellationsgericht in Lübeck, † daselbst 21. Nov. 1878.
R. v. _Jhering_ in den Jahrbb. f. d. Dogmatik d. heut. röm. u.
deutschen Privatrechts, XVII. 145-147.
6. =Bachofen=, Johann Jacob -- geb. 22. Dec. 1815 zu Basel, 1841 Docent
und 1842 ord. Prof. des römischen Rechts, nahm 1844 seine Entlassung.
7. =Planck=, Johann Julius Wilhelm (von) -- geb. 22. April 1817 zu
Göttingen, 1837 J.U.D. und 1839 Docent daselbst, O. 1842 ord. Prof. des
römischen Rechts und des Civilprozesses in Basel, ging O. 1845 nach
Greifswald, M. 1850 nach Kiel, O. 1867 nach München.