niemals die Geheimnisse der Bande verraten, und sollte man auch in
Stücke zerrissen werden: daß man jeden umbringen wolle samt seiner
ganzen Familie, der irgend einem der Bande was zu leide thut.«
»Das ist lustig, Tom, arg lustig, sag' ich dir.«
»Ja, das ist's. Und der ganze Schwur muß um Mitternacht geschehen, am
einsamsten, schauerlichsten Ort, den man finden kann, -- in einem Haus,
wo's spukt, wär's am besten, aber die sind jetzt alle abgebrochen.«
»Um Mitternacht ist gut, Tom, -- irgendwo.«
»Ja, das ist wahr. Und man muß über einem Sarge schwören und alles mit
Blut unterzeichnen.«
»Das klingt doch nach etwas! Weiß Gott, das ist millionenmal besser,
als Seeräuber sein. Ich will mich an die Witwe kleben, bis ich schwarz
werd', Tom, und wenn ich mal so 'n richtiger Hauptkerl von 'nem
vornehmen Räuber bin, Tom, und alle Welt von mir redet, dann wird sie
wohl, denk' ich, sich auch freuen und stolz sein, daß sie mich aus dem
Sumpf gezogen hat!«
* * * * *
So endet denn diese Chronik. Da es nur die Geschichte eines Knaben
ist, so _muß_ sie hier enden; ließe sie sich doch nicht viel weiter
fortspinnen, ohne zur Geschichte eines Mannes zu werden. Wer einen
Roman über erwachsene Leute schreibt, weiß ganz genau, wo er aufzuhören
hat, nämlich -- bei der Heirat. Wer aber von Kindern und sehr
jugendlichen Helden erzählt, der muß eben aufhören, wo es sich am
besten fügt.[7]
[7] Der Verfasser hat in seinem ›_Huckleberry Finn_‹ -- siehe
den nächsten Band der ausgewählten Schriften -- eine
prächtige Fortsetzung der Knabenstreiche Tom Sawyers
geschrieben, wobei ›Huck‹ der Held ist.
[Illustration]
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
Korrekturen:
S. 96: daß → was
was denkst du, {was} draus werden wird
S. 297: Ausdruck → Ausbruch
war im stande, einen {Ausbruch} des Gelächters