26. Auftritt.

Mux (allein): Gott ist die Liebe und du kennst sie nicht!

Wie sie es sagte! Wie ein Racheengel

Erschien sie mir. Bis in das Mark durchbebt

Ward ich von diesen Worten, nie im Leben

Hat etwas mich so tief ins Herz getroffen.

Und hielt’ ich es für Teufelsblendwerk nicht,

Ich glaubte fast, es wäre Gottes Stimme. —

Ich hab’ gelebt, wie ich es mir gewünscht,

In Saus und Braus, im Taumel des Vergnügens —

War es das rechte, was ich mir erwählt?

Durch meine Seele geht ein leise Ahnen

Von einem Glück, so heilig, hoch und hehr,

Wie ich im Leben niemals es empfunden.

(Er schiebt den Stuhl zurück, steht auf und schüttelt unwillig den

Kopf.)

Ob ich das Glück errang, ob ich’s verwarf,

Ich hab’ gewählt; nun muß ich bis ans Ziel

Den Weg verfolgen, den ich eingeschlagen;

Ich will ihn gehn, was hält mich davon ab?

(Er greift nach dem Kruge und will ihn ansetzen.)

Da greif’ ich nun schon wieder nach dem Kruge,

Und doch trägt nur der Wein die Schuld daran,

Daß ich so weibermäßig weich geworden.

(Er schleudert den Krug zu Boden, daß der Wein ausfließt.)

Da fließe hin, du gift’ger Zaubertrank,

Der den Verstand mir hat umnebeln wollen,

Der Teufel selber hat mir dich gemischt,

Damit ich seiner List um Opfer falle.

Jetzt bin ich wieder ich, der Martin Mux,

Der aller Bitten, aller Tränen spottet,

Der kühn es aufnimmt mit der ganzen Welt.

O, flucht mir nur, ihr Toren allesamt,

Und keuchet weiter unter eurer Bürde,

Die ihr euch selber aufgeladen habt,

Schleppt sie nur fort, brecht unter ihr zusammen!

Hohnlachend steh’ als Sieger ich vor euch,

Ein freier Mann, der sich an nichts gebunden —

Ich kenn’ die Liebe nicht, ich halt’ das Glück!

[Illustration]

Der Teufelsschlosser · 第 43 / 53 题