Mux. Gerl.
Gerl: Dem Frauenzimmer geht es wirklich schlecht,
Soviel mir scheint.
Mux: ’s ist alles nur Komödie,
Ging es ihr schlecht, hätt’ sie das Geld genommen,
Mich täuscht kein Weib, ich hab’ es schnell durchschaut.
Gerl: Wir alte Füchse lassen uns nicht fangen,
Was, Meister Mux? Ja, Klugheit nur allein
Kann in der Welt den Menschen vorwärts bringen.
Nun hab’ ich euer Frühstück euch verzehrt,
Doch wißt, mir wird es gleich so flau im Magen,
Wenn man von Not und Elend mir erzählt,
Ob’s auch erlogen ist.
Mux (hinausrufend): Lisbeth, bring’ Wein!
Gerl (Mux umschlingend, singt):
Zu jubelnder Freude nur sind wir geboren,
Wir lassen die Tränen den Armen und Toren,
Es liegen ja offen die Schätze der Welt,
So nehme sich jeder, was ihm nur gefällt.
(Lisbeth tritt ein, stellt schweigend zwei Kannen auf den Tisch und
geht wieder hinaus.)
Gerl: Die Jungfer ist so still, die stört euch nicht,
Ich wollt’, daß meine Alte auch so wäre.
Allein die zankt und keift und keift und zankt
Und will mir keinen Tropfen Wein vergönnen,
Sie meint, das Wasser tät denselben Dienst;
Was weiß ein Weib, wie’s einem Mann zumute —
Ja, ich vergriff mich auch bei meiner Wahl.
Die Schätze dieser Welt, sie liegen offen,
Doch selten hat ein Mensch so viel Verstand,
Das richtige fürs Leben sich zu wählen.
Man greift hinein und meint, man macht es schlau,
Wenn man ein wenig wählt und — greift daneben.
An meiner Alten hab’ ich’s oft gerühmt,
Als sie noch Mädchen war, daß sie so sparte;
Ich führt’ sie heim, was hab’ ich nun davon?
Das Geld mehrt sich im Schrank und ich verdurste.
Nun muß ich aber wirklich schon hinüber,
Sonst holt sie mich am Ende selber noch.
Ja, daß ich nicht vergess’, warum ich kam:
Wir kegeln heut’ im Regensburger Hof,
Vergesset’s also nicht und kommt gewiß.