[1] Am 8. Tage des Peßachfestes, am 2. Tage des Schebuothfestes, am Jom
Kippur und Schemini Azereth.
Maskirbetrachtung (Feuchtwang) 288
Totenfeier 292
A. Oeffentlicher Gottesdienst.
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Sabbat- und Festgebete.
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Die Feste des Herrn.
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„Lasse uns den Segen Deiner Feste zuteil werden, o Gott, zum Leben und zum
Frieden, zur Freude und zur Wonne. Heilige uns mit der Ausübung Deiner
Gebote und gib uns unseren Teil an Deiner Thora. Sättige uns von Deiner
Güte und erfreue uns mit Deiner Hilfe. Reinige unser Herz, Dir in Wahrheit
zu dienen. Mache uns deine heiligen Feste zum Eigentum. Du bist der
Segenspender, o Gott, indem Du Israel heiligst und die Zeiten.“ In diesem
kindlich-schlichten, menschlich-wahren Gebete drückt sich der ganze tiefe,
volle Segen aus, den die Festeszeiten in die Herzen, Seelen, Geister
überreichlich streuen. Wie erquickender Sonnenstrahl in kaltes Dunkel, wie
blütenprächtiger Frühling in winterlich-frostige Gefilde, so fallen die
Festeszeiten in das harte, ernste Leben. — Wer lebt, der kämpft. Wer
kämpft, der siegt nicht immer. Nicht jedwedem gedeiht die Saat auf dem
Arbeit und Fleiß fordernden Ackerland des Lebens. Nicht alle, die unter
Tränen das Saatkorn in die Furche geworfen, ernten in Jubel und Freude.
Und die in scheinbar ungestörter Freude die Tage verbringen, die in nie
umwölktem Sonnenleuchten ihre Jahre leben, in deren Sein und Streben sich
goldene Ringe in köstlicher Kette an goldenem Ring zu reihen scheint, sie
sind nicht immer die Glücklichen. Der ewige Festtag ist nicht des Ewigen
Festtag. Menschengewollte und menschengebotene Ruhe steht im Dienste
vergänglicher, täuschender Wünsche. Der ermüdete Leib des Daseinskämpfers
bedarf der Seelenerquickung, die höchste Weihen empfangen hat und die im
Zeichen idealen Dienstes steht. Festesstimmung und Festesfreude quellen
aus dem Borne der Ewigkeit und der seelenvollen Hingebung an den
weltbeglückenden Gedanken _eines Gottes, eines Schöpfers, eines
Menschenvaters_. Sie sind uns nicht Stimmungen des flüchtigen
Augenblickes, sondern vertiefte Gedanken an große geschichtliche
Vergangenheit, ereignisreiche Gegenwart und glückverheißende Zukunft.
Die „Feste des Herrn“ sind Zeiten der _Sammlung_ und der _Andacht_. Der
Sammlung in jeglichem Sinne. Auch in dem, daß durch Arbeit versprengte
Glieder des durch Bande des Blutes gebundenen _Hauses_ sich warm und
freudevoll zusammenfinden; die _Gemeinde_ im brüderlichen Verbande an
gemeinsamer Stätte sich Gottes und seiner Waltung freut; die
Glaubensschwestern und Glaubensbrüder allesamt in aller Welt an
ebendemselben Tage und zur selben Stunde des großen Lebens gedenken, das
unser Volk gelebt, des unendlichen Segens, den es empfangen und gespendet
hat. Der _Andacht_, die aller selbstischen Schlacken frei, sich in
geiststärkende und weltumfassende Gedanken versenkt, die beruhigen, adeln
und erheben. Denn die „Feste des Herrn“ sind nicht allein Festtage für
sein erstgeborenes Volk, für Israel, sondern ziehen in den Bereich ihres
weiten Andachtsbezirkes _alle Menschenbrüder_. So begrüßen wir diese Feste
in gelassener _Freude_ und mit gedämpftem Jubelruf. Sie sind der
Gottesverehrung, geschichtlichen Erinnerung, sittlichen Selbsterziehung,
Einkehr und Umkehr geweiht und ihr geschlossener Kreis zieht sich um die
gemeinsame Mitte der Menschenerziehung und Menschenbeglückung. So feiern
wir die „Feste des Herrn“ zu unserem Heil und Segen.
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