Nach langer Zeit, als er die Augen öffnete, saugte die Kälte der
feuchten Erde an allen seinen Gliedern. Er lag langgestreckt in einem
Gemüsebeet. Schmutz und Blut klebten auf seinen zerschundenen Wangen.
Er schloß den Mund, schluckte. Die Gurgel würgte. Ein wüster Ekel
stieg vom Magen auf.--
Wie eine gemeine, grüne Qualle hockte das Haus in den zertrampelten
Beeten. Das zärtliche Rot des frühen Tages beleckte die Fenster, die
ausdruckslos vor sich hinglotzten. Es roch nach Verwesung.--
Taumelnd sprang er auf und rannte entsetzt aus dem Garten. Schwankend
wie ein Wrack trieb er über die Wiesen, der Stadt zu. Eine gräßliche
Schwäche fieberte in ihm. Angstvoll schleuderte er zuletzt seine Füße
nach vorne, lief, lief, was er konnte.
Erst als er die ersten Häuser erreicht hatte, hielt er inne und wischte
sich aufatmend Kot und Blut aus dem Gesicht.
Ruhig und nüchtern griff die Straße aus. Arbeiter gingen vorüber und
beachteten ihn kaum. Sie bewegten sich und redeten wie Menschen, die
nichts anficht. Es strömte eine seltsame Festigkeit aus ihren Gebärden
und Worten.
Verlassen, nutzlos, ein jämmerlicher Wicht stand Adam Högl da.
Unerbittlich brach die Scham der letzten Wochen aus ihm, stieg, stieg.
Bettelnd, hilflos blickte er auf alle Menschen.
Endlich gab er sich einen Ruck und ging wieder weiter. Sein Gesicht
bekam langsam eine größere Ausgeglichenheit. Fester, entschlossener,
mit dem erleicherten Ernst eines Menschen, der sich durch eine große
Erschütterung die Ruhe wieder zurückerobert hat, schritt er fürbaß.--