"Halt die Fresse, Hund!" fielen die beiden ihn an und warfen ihn
zurück, daß die Pritsche knarrte. "Hasenfüße!" plärrte Peter wilder.
Die beiden hielten die Gewehrläufe drohend auf ihn gerichtet: "Noch
ein Wort und wir knallen dich nieder!"
"Hasenfüße!" schrie Peter noch greller. Die Wächter schlugen sinnlos
auf ihn ein.
"Hasenfüße!" bellte der Gefesselte aus Leibeskräften: "Hasenfüße!
Hasenfüße!"
Da schossen sie. Das Gehirn peitschte an die Wand.
Als der Sergeant und die Landstürmer schlotternd angestürmt kamen,
standen sie wie geistesabwesend stramm. Erst als kurz darauf der
Leutnant eintrat, meldeten sie zugleich: "Melden Herrn Leutnant, daß
wir ihn erschossen haben, weil er uns Hasenfüße genannt hat."
Der Leutnant warf einen flüchtigen Blick auf die Leiche, drehte sich
herum und sagte befehlsmäßig: "Gut! Abtreten!"--
Tags darauf diktierte er dem Kanzleiunteroffizier folgende Meldung an
das Oberkommando der östlichen Streitkräfte in die Maschine:
"Meldereiter Peter Nirgend, zugeteilt dem Stab der Eisenbahntruppen,
wurde wegen Befehlsverweigerung inhaftiert. Weiterleitung des Verfahrens
war dem Kriegsgericht der Etappenkommandantür übergeben. Nirgend
ermordete kurz nach seiner Einlieferung in die Arrestanstaltin seiner
Zelle den Unteroffizier der Eisenbahnbaukompagnie 14 Joseph Thiele durch
Durchschneidung des Halses. Sofortige Protokollaufnahme durch den
Gerichtsoffizier ergab Mord. Exekution wurde auf andern Tag 9 Uhr
festgelegt. Infolge fortgesetzter Widersetzlichkeiten gegen die
Wachhabenden und Verhöhnung des Feldheeres, mußten die Pioniere
Traugott Schloch und Otto Flemming von der Eisenbahnbaukompagnie 14
von der Waffe Gebrauch machen, was den Tod des Nirgend zur Folge
hatte."--