Endlich nach fünfzehn Wochen Haft fand die Verhandlung gegen Peter
statt.
Stupid folgte der Gefangene den Wärtern durch lange Gänge, dann fühlte
er Luft und bekam Angst, atmete sparsam.
Und dann saß er in einem Saal, sah Gestalten, sah starre Augen und
hörte Redegeräusche um sich herum und aus sich heraus.
Zuerst saß er da wie eine leblose Puppe. Dann, mit jedem gehörten
Wort, kam mehr und mehr das Leben in ihn. Sein Gesicht bewegte sich,
als öffne es sich aus einer Erstarrung--und dann lag ein Lächeln die
ganze Zeit auf seinen stoppeligen Falten und blieb.--
Die Dienstmagd vom Vorderhaus sagte aus. Einfach klangen ihre Worte.
Sie sprach nicht zu viel und nicht zu wenig.
Das Geräusch der Worte war erst undeutlich, dann wurde es klarer und
klang.--
Am fraglichen Sonntag nachmittags zwei Uhr vernahm diese Dienstmagd
ein Wimmern aus dem offenen Fenster des Windelschen Zimmers. Dem
folgte ein grobes, kurzes Schimpfen. Dann sah sie den Angeklagten auf
der Treppe, wie er plötzlich innehielt und wieder umkehrte. Und wieder
hörte sie das Wimmern, noch deutlicher sogar und ein wütenden Schimpfen,
dann einen Türzuschlag und Windel mit grimmigem Gesicht die Treppe
hinunterrennen.
Wie ruhig sie das sagte: "Und dann, gleich darauf, habe ich einen
dumpfen Knall und einen kurzen, nicht recht lauten Schrei, der eher
ein Stöhnen war, gehört und das Wimmern hat auf einmal aufgehört. Ich
weiß nicht mehr genau, war's gleich nach dem Türzuschlagen oder ein
wenig später. Ich bin dann zu meiner Schwester gegangen, weil ich
Ausgang hatte.... Die Leute im Vorderhaus und im Hinterhaus? ... Ja
... soviel ich gesehen habe, die waren fast alle weggegangen ... schon
mittags.... Es war ja auch so schönes Wetter."