sagte er. „Ein Fest von passender Art soll dort nach der Vermählung
gegeben werden. In diesem Saal, der von dem Betrüger verunreinigt
wurde, will ich nicht länger weilen.“
* *
*
Trotz alldem besiegte die Neugierde Mrs. Bowlbys übrige Gefühle,
und als gegen elf Uhr abends das Vermählungsfest in Yussuf Khans
Appartements gefeiert wurde, war sie auch mit dabei, vom Maharadscha
eingeladen, der alles, was sie sagte, mit demselben erstaunten
Interesse anhörte wie einen Papagei, der sprechen gelernt hat. Das
Fest spielte sich diesmal nach europäischer Weise ab, und die Juwelen
Nasirabads waren in der Mahagonikassette wohl verwahrt und wurden von
der schwarzen Leibwache gegen alle neuen Versuche von seiten Herrn
Mirzls geschützt. Der einzige orientalische Einschlag war der alte Ali,
der in morgenländischem Kostüm ein hochgestimmtes Poem zu Ehren seines
Schülers deklamierte, das nur etwas darunter litt, daß man _Pommery
nature_ in ausgedehntem Maße serviert hatte. Mrs. Langtrey feierte
ihren letzten Abend in europäischer Tracht mit einer Modestie, die
sogar Mrs. Bowlby halb und halb versöhnte. Doch konnte diese Dame es
nicht lassen, bei der ersten Gelegenheit auf den Maharadscha Beschlag
zu legen, um zu fragen:
„Aber wissen Hoheit nicht, daß Ew. Hoheit ... hm ... Gemahlin
mindestens einmal verheiratet war?“
„Was bedeutet das für mich?“ sagte Yussuf Khan, „das war ich doch
selbst auch.“
Mrs. Bowlby konnte diese Tatsache schwer in Abrede stellen.
„Und daß sie die Freundin des Mannes war, der drei Attentate auf die
Juwelen Ew. Hoheit und auf Ew. Hoheit selbst unternommen hat?“ beharrte
Mrs. Bowlby, die ihren Ohren nicht trauen wollte. „Und daß sie selbst
-- --“
„Ich weiß alles. Was macht mir das? Sie ist mein Auge und mein Ohr. Was
ich nicht schauen konnte, werde ich durch sie schauen, und was ich nie
gehört, wird sie mir erzählen. Nie habe ich süßere Tage durchlebt, als
die zwei letzten, wo sie meine Wächterin war und wo sie während unserer
Gespräche allmählich etwas anderes wurde und mich wählte anstatt des
Mannes, der sie erstrebt hat und an dem sie durch seine Kühnheit
Gefallen gefunden. Vielleicht war er durch seinen Mut ihrer würdiger
als ich, der ich auch sonst ihrer unwürdig bin. In der Gesellschaft
keiner Frau habe ich ein Glück gekostet, wie damals, als sie mir Trank
und Speise reichte, und schließlich meine Bande löste. Ihr Wille ist
fest wie eine Stahlklinge und weich wie der Brustflaum einer Taube. Vor
allen anderen ist sie meine _Maharaneeh_.“
Das Fest hatte etwa eine Stunde gedauert, als der Direktor sich mit
einer Verbeugung auf der Schwelle des Speisesaales zeigte, mit einem
Silbertablett, auf dem zwei Telegramme lagen. Der Maharadscha kannte
die europäischen Gebräuche bei Hochzeiten nicht genügend, um die
Bedeutung dieser Gegenstände zu verstehen, aber Oberst Morrel beeilte
sich, die Telegramme in Empfang zu nehmen. Er riß das eine auf, starrte
es einen Augenblick an und wurde vor Zorn ganz rot. Er wollte es
wegwerfen, aber Yussuf Khan kam ihm zuvor.
„Was steht auf diesem Papier geschrieben?“ sagte er. „Ich will es
wissen. Handelt es von mir?“
Der Oberst räusperte sich.
„Es ist ein Telegramm von dem Schwindler,“ murmelte er.
„Gut, lasset hören! Wenn dieser Mann auch ein Betrüger ist, so hat er
doch Mut. Lasset hören, Oberst Morrel Sahib!“
Der Oberst las:
„An das königliche Brautpaar, Grand Hotel Hermitage.
Unwürdige Glückwünsche des gestürzten Prätendenten. Möge der legitime
Stamm sich allzeit fortpflanzen! Saget Ihrer Majestät, ich begreife,
daß es einer Frau interessanter erscheint, über fünfzehn Millionen
Mann zu regieren, als über einen einzigen, der allerdings vielleicht
die fünfzehn Millionen aufwiegt, und ruhmreicher, die Regentenreihe
Nasirabads fortzupflanzen als den Stamm de Citrac!
Benjamin Mirzl, Ex-Maharadscha,
Ex-Baron de Citrac.“
„Und das andere?“ fragte Yussuf Khan, der den Oberst mit
unerschütterlichem Ernst angehört hatte.
„Das ist an den jungen Mann mit dem unaussprechlichen Namen.“
„An mich!“ rief Allan. „Ich konnte mir denken, daß ich nicht leer
ausgehen würde. Lesen Sie es nur, Oberst Morrel!“
„Wie Sie wollen,“ sagte der Oberst und öffnete das Telegramm:
„Mr. Allan Kragh, Suite des Maharadscha von
Nasirabad, Grand Hotel Hermitage!
Sie haben meine Pläne dreimal durchkreuzt, aber ich bin Ihnen nicht
böse. Ich bin ja selbst in die Falle gegangen. Wie Herr van Schleeten
ließ ich mich von einer Frau betören. Ich strebte drei Jahre nach
ihrer Hand, und sie verschmähte mich, um über fünfzehn Millionen
Neger zu herrschen. Aber einen Rat: Lassen Sie uns kein viertesmal
zusammentreffen!
Mirzl.“
* *
*
Die Privatauseinandersetzung zwischen Allan und der ehemaligen Mrs.
Langtrey gestaltete sich kurz und bestand nur in einem Lächeln und
einem Händedruck.
XIV
Einfach, Nasirabad!
Es besteht eine eingewurzelte Ueberzeugung bei alten Alkoholikern,
daß kein Katzenjammer schlimmer ist, als der, den man vom Champagner
bekommt. Allan Kragh war nicht abgeneigt, dieser Anschauung am Morgen
nach Yussuf Khans Vermählung beizupflichten.
Eigentlich war seine Lage nicht sehr angenehm. Nun wohl, er
hatte Abenteuer gehabt, Abenteuer aus Tausendundeine Nacht,
Champagnerabenteuer -- aber an diesem Morgen verspürte er hauptsächlich
den Katzenjammer darnach. Seine Kasse hatte Herr Mirzl übernommen, und
er wußte noch nicht, ob das Hotel dafür Ersatz leistete. Daß Herr Mirzl
es nicht tat, war ziemlich ausgemacht. Yussuf Khan hatte von Belohnung
für die Dienste gesprochen, die er dem Herrscher Nasirabads erwiesen,
aber nach einer unbestimmten Aeußerung in dieser Richtung hatte er den
Abend vorübergehen lassen, ohne daß mehr darüber verlautete. Allerdings
hatte er das Halsband aus der Kronjuwelensammlung Nasirabads, aber da
er es von Herrn Mirzl während dessen kurzer Regierungszeit erhalten,
konnte er offenbar nichts anderes tun, als es zurückerstatten. Und
selbst, wenn er vom Hotel Ersatz bekam, was sollte er dann anfangen?
Nach den Abenteuern, die er nun gehabt, würden die meisten Erlebnisse
schal wirken. Nach Hause reisen? Bei dem Gedanken an die brüllenden
Akzeptanten daheim fühlte er einen Schauer wie der Gladiator bei dem
Gedanken an die ausgehungerten Löwen der Arena. Nun, fürs erste war
wohl nichts anderes zu tun, als zum Direktor zu gehen und zu fragen,
wie es mit dem Ersatz für das gestohlene Geld stand.
Der Direktor hatte offenbar denselben Champagnerkatzenjammer nach den
Erlebnissen des gestrigen Tages wie Allan. Er war verschlossen und
nicht besonders entgegenkommend.
„Wie ich Ihnen schon gesagt habe, ich kann die Sache selber nicht
entscheiden. Natürlich weiß ich alles zu schätzen, was Sie, wenn nicht
für das Hotel, so für einen der Gäste getan haben, aber wie gesagt, ich
kann nichts Bestimmtes versprechen, bevor ich nicht mit der Direktion
gesprochen habe.“
Allan ging mit einem Achselzucken und spazierte ein paarmal durch die
große Halle, bis er sich erinnerte, daß Yussuf Khan und sein Gefolge
schon zu Mittag abreisen sollte, und daß es daher an der Zeit war,
das Halsband des Ex-Maharadschas Mirzl zurückzustellen. Er hatte es
im Bankkontor bei dem jungen Manne deponiert, der einmal Herrn Mirzl
sein Geld ausgeliefert hatte. Seltsamerweise war es noch da! Aber es
brauchte Zeit, bis der junge Bankbeamte genügend von seiner Identität
überzeugt war; und die Mühe, ihn zu überzeugen, brachte Allan nicht
gerade in bessere Laune.
„Wären Sie das vorigemal nur halb so genau gewesen, so wäre ich jetzt
um dreihundert Pfund reicher,“ knurrte er den Bankbeamten an und begab
sich in den ersten Stock. Die schwarze Leibwache, die im Korridor über
die Sicherheit ihres Herrschers wachte, schien nicht unter derselben
Depression zu leiden wie Allan. Sie schnatterte und wisperte in ihrem
krähenähnlichen Dialekt. Offenbar hatten sie schon von der Heimreise
erfahren und freuten sich bereits darauf. Sie ließen Allan mit einem
Grinsen ein. Nun kannten sie ihn schon.
Im Vorraum befand sich nur der alte Ali. Er begrüßte Allan mit
demselben heiteren Lächeln, das die Leibwache draußen zur Schau
getragen hatte.
„Ah!“ sagte er. „In einigen Stunden befinden wir uns auf dem großen
Wasser, von der Krankheit geplagt, die die Dämonen des Wassers die
Eigenschaft haben, bei den Reisenden hervorzurufen. Ja, nur einige
Stunden, und wir verlassen diese große wunderbare Stadt, von der wir
dank dem König der Betrüger so wenig gesehen haben.“
„Sie scheinen nicht gerade betrübt darüber, den Wasserdämonen zu
begegnen,“ sagte Allan.
„Nein, denn sie müssen mich ja doch in mein Land zurücktragen.
Treffend und anmutig sagt ein Dichter, der sich freilich nicht mit
dem göttlichen Zeltmacher messen kann: ‚Wer unter Palmen geboren ist,
findet die Tannen häßlich, und für die Einwohner Delhis ist der Gestank
ihrer Stadt schön.‘“
„Ausgezeichnet, auf Ehre,“ sagte Allan. „Wie sieht es denn jetzt in
Delhi aus?“
„Wahrlich, junger Freund, ich kann es Ihnen nicht sagen. Es ist
viermal zehn Jahre her, seit ich diese Stadt besucht habe. Und ich
erinnere mich tatsächlich nur an einen großen Gestank und an eine
Sonne, wie sie sich die Bevölkerung in London nicht träumen läßt,
selbst wenn sie Haschisch kaut, und die unerträglich war wie Allahs
Augen für den Ungläubigen.“
„Das klingt ja lockend,“ sagte Allan.
„Junger Freund,“ sagte der alte Hofdichter, „verstehe ich recht, Sie
sind nie in Delhi gewesen?“
„Sie haben mich recht verstanden,“ sagte Allan, „eigentümlicherweise
habe ich total vergessen, Delhi zu besuchen.“
„Aber sicherlich sind Sie in Indien gewesen,“ sagte Ali zuversichtlich.
„Ich schäme mich, Ihnen eine Enttäuschung bereiten zu müssen,“ sagte
Allan, „aber wie lächerlich es auch klingt, ich bin nicht einmal in
Indien gewesen. Ich bin ein unerzogener Esel, mit abgeschnittenen Ohren
und Scheuklappen um die Augen. Sagt das nicht der göttliche Zeltmacher
irgendwo?“
„Der göttliche Omar hat diese Aeußerung nie gemacht,“ sagte Ali. „Das
muß irgendein anderer Dichter von geringerer Bedeutung gewesen sein.
Aber wer nie in Indien war, der ist wie ein unerfahrenes Kind, und
wer nie in Nasirabad gewesen, wie ein Ungeborener. Da ist der Himmel
blauer denn irgendwo und die Luft kühler. Dort scheint die Sonne mit
ungewöhnlicher Klarheit, aber sie brennt nicht wie über den Ungläubigen
in Delhi. Die Berge sind mit Zedern und Pinien bewachsen, und in ihrem
Schatten duftet es süßer als aus dem Haar eines Weibes. Karawanen mit
bewaffnetem Schutzgefolge ziehen durch die Pässe auf und nieder, und
am Abend duftet es von ihren Lagerfeuern nach gekochtem Hammelfleisch,
Reis und guter Butter. Dieser Duft ist köstlicher als andere Düfte, und
wer ihn nie geatmet hat, ist wie einer, der nie Wein getrunken oder den
Mund einer Geliebten geküßt. Die Frauen in Nasirabad haben schlankere
Mitte, üppigere Hüften und kleinere Händchen und Füßchen als andere
Frauen, und ihre Augen sind schwarz und funkelnd wie die Nacht im
Winter. Nein, wer nie in Nasirabad gewesen, hat nie gelebt.“
„Ich beginne es zu glauben,“ murmelte Allan zu sich selbst; und während
der alte Dichter fortfuhr, in langen Sätzen und mit zahlreichen Zitaten
aus dem göttlichen Zeltmacher und anderen Dichtern von geringerer
Bedeutung sein Vaterland zu beschreiben, sah er vor seiner Seele in
einem Blitz den ganzen Orient, bunt flammend von Düften und Visionen,
so wie Yussuf Khans Juwelen von Licht und Farben flammten. Er stand
noch halb traumbefangen, als die Türe des inneren Gemaches sich öffnete
und Yussuf Khan selbst erschien, begleitet von seiner Gemahlin und dem
Obersten. Allan verbeugte sich und zog das Halsband hervor, das Yussuf
Khan mit erstaunter Miene betrachtete.
„Das habe ich von Ew. Hoheit falschem Repräsentanten bekommen,“ sagte
Allan, „darf ich bitten, es Ew. Hoheit selbst zurückgeben zu dürfen,
bevor er es mir wieder stiehlt.“
„Bekommen?“ wiederholte Yussuf Khan.
„Zur Belohnung,“ schaltete der alte Ali ein. „Weil dieser junge Mann
ihn zweimal verhindert hat, deine Juwelen zu stehlen, mein Sohn,
hat ihm der König der Betrüger dieses Geschmeide geschenkt, ich war
selbst anwesend. Die Schamlosigkeit dieses Betrügers wurde durch eine
Scherzhaftigkeit gemildert, die ich zuweilen bewundern muß.“
Yussuf Khan sah Allan an.
„Und nun wollt Ihr das zurückgeben,“ fragte er. „Warum?“
„Ich habe es doch von einem Schwindler bekommen,“ begann Allan.
Yussuf Khan unterbrach ihn:
„Es ist gut. Der Betrügerkönig, der meine Juwelen stehlen wollte und
zwei Tage hindurch meinen Namen stahl, hat ein Werk getan, das ihm zum
Verdienst gereicht. Ich bin Euch, junger Sahib, mehr schuldig, als mit
diesem Schmuckstück bezahlt werden kann. Sagt mir, was ich tun kann, um
meine Schuld zu tilgen. Sprechet frei, und wisset, daß alles, was Ihr
begehrt, im vorhinein bewilligt ist.“
Allan sah das Halsband, das er in der Hand hielt, unentschlossen
an. Geschenke und Belohnungen anzunehmen, widerstrebte seinem
Nationalinstinkt; aber dennoch wußte er, daß eine Weigerung verletzend
wirken würde, und dabei konnte er sich nicht von dem Gedanken
losmachen, was er eigentlich anfangen sollte, wenn diese Personen fort
waren, in deren Drama er mitgespielt hatte. Der alte Ali sagte zum
Maharadscha:
„Mein Sohn, denke dir, dieser junge Mann, aus dessen Zügen Begabung
und edle Gesinnung sprechen, und der uns große Dienste erwiesen hat,
hat in seinem ganzen Leben weder Delhi noch Nasirabad gesehen, ja,
er hat nicht einmal Indien besucht. Mit Worten, dem besten unserer
Dichter entnommen, zu denen ich für mein eigen Teil viel zu unwürdig
bin gezählt zu werden, habe ich versucht, ihm ein mattes Bild von
Nasirabads Schönheit zu geben.“
Allan kam eine Idee, die ihn erzittern ließ. Nach diesen Abenteuern aus
Tausendundeiner Nacht mußte alles andere als Tausendundeine Nacht einen
faden Geschmack haben ... und war Tausendundeine Nacht denn anderswo zu
finden als in dem uralten Märchenlande selbst?
„Hoheit,“ sagte er, „wollen mir Ew. Hoheit irgendeinen Posten in Ihren
Diensten in Nasirabad verleihen?“
Yussuf Khan starrte ihn an.
„Ist das alles, was Ihr wünscht?“ fragte er.
„Ja,“ sagte Allan, „welchen Platz immer.“
Yussuf Khan betrachtete ihn noch einen Augenblick.
„Gut,“ sagte er, „ich habe versprochen, Euren Wunsch zu erfüllen, was
immer Ihr begehrt. Von heute an seid Ihr mein nächster Mann in allem,
was nicht die Regierung der Sahibs in meinem Lande betrifft. Aber
wisset, daß wir diese Stadt in wenigen Stunden verlassen.“
„Ich weiß es,“ sagte Allan, „und ich werde mich mit dem Packen beeilen.
Ich packe jetzt meine Koffer zu einer Reise nach Tausendundeine Nacht!“
* *
*
Dasselbe sagte er ein paar Stunden später zur Familie Bowlby, als er
-- obendrein mit seinen dreihundert Pfund vom Hotel in der Tasche --
auf der Eingangstreppe des Hotels von ihr Abschied nahm. Mrs. Bowlby,
skeptisch bis zuletzt, sagte:
„Ich bin überzeugt, er wird Sie nur dazu verwenden, seine
Hundertundfünfzig zu bewachen.“
„Mrs. Bowlby,“ sagte Allan, „ich glaube, daß es Kompetenzbedingungen
für eine solche Stellung gibt, die ich nicht erfüllen kann.“
Oberst Morrel, der daneben stand, lachte barsch in seinen weißen
Schnurrbart und bemerkte:
„_All right_, junger Freund, Indien hat sich seit der Zeit
Harun al Raschids ein bißchen verändert. Es ist nicht gesagt, daß
Sie dieselben Abenteuer finden, wie in Tausendundeine Nacht. Aber im
Notfalle können Sie immer einen Platz unter dem Residenten haben und
mit etwas Bekanntschaft machen, worin Sie, wie ich glaube, noch keine
große Erfahrung haben, nämlich die Arbeit. -- Es ist Zeit, in das Auto
zu steigen.“
„Und die Arbeit“, rief Mr. Bowlby Allan nach, indem er ihm ein Lebewohl
zuwinkte -- „ist doch endlich und schließlich das größte Abenteuer.“
Frank Heller
Herrn Collins Abenteuer
Roman
Autorisierte Uebersetzung aus dem Schwedischen von Marie Franzos
21.-30. Tausend
Geheftet Mk. 5.50 Gebunden Mk. 7.50
+Münchener Neueste Nachrichten+: ... mit dem vergnüglichsten
und kurzweiligsten Buch sei begonnen. Herrn Philipp Collins
Abenteuer von dem gewandten geschliffenen Schweden Frank Heller ist
ein Detektivroman, aber keiner jener dutzendhaften, langweiligen,
angelsächsischen Art, die nur mehr Köchinnen und Gymnasiasten gruseln
macht. In dem Buche ist Abwechslung, Spannung, unverbrauchter Witz.
Blitzschnelle Phantasie, die wie der elektrische Funke um den Erdball
springt, wirbelt die Geschehnisse durcheinander; dem Verfasser gelingt
die Verblüffung, die schließlich das Kunststück der Detektivgeschichte
ist.
+Das Literarische Echo+: Es hat nichts mit großer Literatur zu
tun, dieses famose Buch, und das ist seine oberste Tugend. Seine zweite
ist seine Tugendlosigkeit. Das Böse triumphiert zu unserem Entzücken,
und die Bravheit muß mit langer Nase abziehen. Man lacht nicht, aber --
was viel schöner ist -- man wird durch und durch heiter, stillvergnügt,
spitzbübisch froh. Es fließt kein Blut, kein Mord muß gesühnt werden;
unsere Spannung wird edler erregt. Das ist sympathischer als Doyle,
Green, Gaboriau. Also, Herr Heller, es hat uns sehr gefreut. Beehren
Sie uns wieder.
Georg Müller Verlag, München
Frank Heller
Die Finanzen des Großherzogs
Roman
Autorisierte Uebersetzung aus dem Schwedischen von Marie Franzos
13.-22. Tausend
Geheftet Mk. 5.50 Gebunden Mk. 7.50
+Wiener Abendpost+: Dieser Autor läßt einen nicht zu Atem kommen,
bevor man auf der letzten Seite angekommen ist. Er hat ein Buch
geschrieben, das man verschlingt, wie man es in der seligen Bubenzeit
mit den Indianergeschichten getan hat. Wahrhaftig, dieser Frank Heller
ist ein Indianerromancier für Erwachsene, ein glänzend begabter,
ideenreicher, witziger, gescheiter noch dazu.
+Neue Züricher Zeitung+: So spannend in der Handlung die Romane
des jungen Schweden sind, so humorvoll sind sie zu gleicher Zeit. Wie
er es fertig bringt, das Ernsthaft-Gefährliche einer Situation und
deren komischen Moment stilistisch wiederzugeben, das verdient alle
Aufmerksamkeit. Zutiefst kollert immer ein befreiendes Lachen. Und
dieser Humor ist nichts Gesuchtes, sondern wirkt selbstverständlich und
berechtigt. Die Originalität dieses Kriminalromans stellt ihn auf eine
literarische Stufe, die bis jetzt auf diesem Gebiete wohl noch selten
oder nie erreicht worden ist.
Georg Müller Verlag, München
Frank Heller
Lavertisse macht den Haupttreffer
Roman
Autorisierte Uebersetzung aus dem Schwedischen von Marie Franzos
9.-18. Tausend
Geheftet Mk. 5.50 Gebunden Mk. 7.50
+München-Augsburger Abendzeitung+: Wir bedürfen der leichtern
Kunst gegenüber den schweren Lasten des ernsten Lebens, wir brauchen
eine Stunde des Untertauchens, wenn unsere Seele oder unser Geist in
hochgespannter Arbeit sich heiß gelaufen haben. Der Roman Hellers
ist in diesem Sinne sogar ein Kohlensäure-Bad, prickelnd von einem
geistigen Fluidum, das erfrischend wirkt, gegossen in das Gefäß eines
glatten, blanken, glitzernden Stils und angereichert durch überlegenen
Humor von snobistischer Färbung.
+Neueste Hamburger Zeitung+: Was die Bücher Frank Hellers so
anziehend macht, ist die fast übermütige Darstellung der Gauner-
und Heldenstreiche, die famose Ueberlegenheit, mit der hier die
Wirklichkeiten durcheinandergeschoben und in immer neue, überraschende
Kombinationen gebracht werden. Es fehlt die Betonung des reinen
Handwerks (die bei Conan Doyle etwa vorherrscht), er ist nicht vom
„Fall“ ausgegangen, sondern vom Charakter des Helden. Das ist viel
interessanter als Sherlock Holmes, weil er ein lebendiger, beweglicher,
blendender Kerl ist.
Georg Müller Verlag, München
Druck von Mänicke und Jahn in Rudolstadt