=Wendla=
O Mutter, warum hast du mir nicht alles gesagt!
=Frau Bergmann=
Kind, Kind, laß uns einander das Herz nicht noch schwerer machen! Fasse
dich! Verzweifle mir nicht, mein Kind! Einem vierzehnjährigen Mädchen
das sagen! Sieh’, ich wäre eher darauf gefaßt gewesen, daß die Sonne
erlischt. Ich habe an dir nicht anders getan, als meine liebe gute
Mutter an mir getan hat. -- O laß uns auf den lieben Gott vertrauen,
Wendla; laß uns auf Barmherzigkeit hoffen und das unsrige tun! Sieh’,
_noch_ ist ja nichts geschehen, Kind. Und wenn nur wir jetzt nicht
kleinmütig werden, dann wird uns auch der liebe Gott nicht verlassen.
-- Sei _mutig_, Wendla, sei _mutig_! -- -- So sitzt man einmal am
Fenster und legt die Hände in den Schoß, weil sich doch noch alles zum
Guten gewandt, und da bricht’s dann herein, daß einem gleich das Herz
bersten möchte.... Wa -- was zitterst du?
=Wendla=
Es hat jemand geklopft.
=Frau Bergmann=