(Die Gymnasiasten ab. -- Martha und Ilse kommen ans Grab.)
=Ilse=
Rasch, rasch! -- Dort hinten kommen die Totengräber.
=Martha=
Wollen wir nicht lieber warten, Ilse?
=Ilse=
Wozu? -- Wir bringen neue. Immer neue und neue! -- Es wachsen genug.
=Martha=
Du hast recht, Ilse! -- (Sie wirft einen Epheukranz in die Gruft. Ilse
öffnet ihre Schürze und läßt eine Fülle frischer Anemonen auf den Sarg
regnen.)
=Martha=
Ich grabe unsere Rosen aus. Schläge bekomme ich ja doch! -- Hier werden
sie gedeihen.
=Ilse=
Ich will sie begießen, so oft ich vorbeikomme. Ich hole Vergißmeinnicht
vom Goldbach herüber und Schwertlilien bringe ich von Hause mit.
=Martha=
Es soll eine Pracht werden! Eine Pracht!
=Ilse=
Ich war schon über der Brücke drüben, da hört’ ich den Knall.
=Martha=
Armes Herz!
=Ilse=
Und ich weiß auch den Grund, Martha.
=Martha=
Hat er dir was gesagt?
=Ilse=
Parallelepipedon! -- Aber sag’ es niemandem.
=Martha=
Meine Hand darauf.
=Ilse=
-- Hier ist die Pistole.
=Martha=
Deshalb hat man sie nicht gefunden!
=Ilse=
Ich nahm sie ihm gleich aus der Hand, als ich am Morgen vorbeikam.
=Martha=
Schenk’ sie mir, Ilse! -- Bitte, schenk’ sie mir!
=Ilse=
Nein, die behalt’ ich zum Andenken.
=Martha=
Ist’s wahr, Ilse, daß er ohne Kopf drinliegt?
=Ilse=
Er muß sie mit Wasser geladen haben! -- Die Königskerzen waren über und
über mit Blut besprengt. Sein Hirn hing in den Weiden umher.