Hast du den Vergil schon auf morgen? -- -- -- -- --

(Die Gymnasiasten ab. -- Martha und Ilse kommen ans Grab.)

=Ilse=

Rasch, rasch! -- Dort hinten kommen die Totengräber.

=Martha=

Wollen wir nicht lieber warten, Ilse?

=Ilse=

Wozu? -- Wir bringen neue. Immer neue und neue! -- Es wachsen genug.

=Martha=

Du hast recht, Ilse! -- (Sie wirft einen Epheukranz in die Gruft. Ilse

öffnet ihre Schürze und läßt eine Fülle frischer Anemonen auf den Sarg

regnen.)

=Martha=

Ich grabe unsere Rosen aus. Schläge bekomme ich ja doch! -- Hier werden

sie gedeihen.

=Ilse=

Ich will sie begießen, so oft ich vorbeikomme. Ich hole Vergißmeinnicht

vom Goldbach herüber und Schwertlilien bringe ich von Hause mit.

=Martha=

Es soll eine Pracht werden! Eine Pracht!

=Ilse=

Ich war schon über der Brücke drüben, da hört’ ich den Knall.

=Martha=

Armes Herz!

=Ilse=

Und ich weiß auch den Grund, Martha.

=Martha=

Hat er dir was gesagt?

=Ilse=

Parallelepipedon! -- Aber sag’ es niemandem.

=Martha=

Meine Hand darauf.

=Ilse=

-- Hier ist die Pistole.

=Martha=

Deshalb hat man sie nicht gefunden!

=Ilse=

Ich nahm sie ihm gleich aus der Hand, als ich am Morgen vorbeikam.

=Martha=

Schenk’ sie mir, Ilse! -- Bitte, schenk’ sie mir!

=Ilse=

Nein, die behalt’ ich zum Andenken.

=Martha=

Ist’s wahr, Ilse, daß er ohne Kopf drinliegt?

=Ilse=

Er muß sie mit Wasser geladen haben! -- Die Königskerzen waren über und

über mit Blut besprengt. Sein Hirn hing in den Weiden umher.

Frühlings Erwachen: Eine Kindertragödie · 第 34 / 59 题