Abb. 442. Die Zeremonie des Ohrdurchbohrens in Birma.]

Früher war +Leichenverbrennung+ allgemein üblich, jetzt beschränkt sich

diese Sitte auf einzelne Landesteile. Die drei nächsten Verwandten

sammeln die übrig gebliebenen Knochen, waschen sie in wohlriechendem

Wasser oder Kokosnußmilch, wickeln sie in weiße Watte und legen sie

in einen Krug. Dieser kommt zunächst ins Haus zurück, wird aber nach

dem Läuterungsfest in der Nähe eines Klosters oder einer Pagode in der

Erde beigesetzt. Ein hölzerner Turm wird als Denkmal über dem Grabe

errichtet; wenn er verfallen ist, kennt niemand die Stätte mehr. Reiche

Leute gestatten sich einen massiven Pfosten oder auch einen gemauerten

Turm. Pagoden werden über königlichen Toten errichtet, können auch über

Mönchen oder Häuptlingen (bei den Schan) erbaut werden.

[Illustration:

Phot. D. A. Ahuja.

Abb. 443. Jünglinge nach ihrer Aufnahme in den Mönchorden.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 185 / 207 题