Früher war +Leichenverbrennung+ allgemein üblich, jetzt beschränkt sich
diese Sitte auf einzelne Landesteile. Die drei nächsten Verwandten
sammeln die übrig gebliebenen Knochen, waschen sie in wohlriechendem
Wasser oder Kokosnußmilch, wickeln sie in weiße Watte und legen sie
in einen Krug. Dieser kommt zunächst ins Haus zurück, wird aber nach
dem Läuterungsfest in der Nähe eines Klosters oder einer Pagode in der
Erde beigesetzt. Ein hölzerner Turm wird als Denkmal über dem Grabe
errichtet; wenn er verfallen ist, kennt niemand die Stätte mehr. Reiche
Leute gestatten sich einen massiven Pfosten oder auch einen gemauerten
Turm. Pagoden werden über königlichen Toten errichtet, können auch über
Mönchen oder Häuptlingen (bei den Schan) erbaut werden.
[Illustration:
Phot. D. A. Ahuja.
Abb. 443. Jünglinge nach ihrer Aufnahme in den Mönchorden.