Abb. 320. Ilongotenkrieger aus Nordluzon

mit eigenartigem Kopfputz und einem schön gearbeiteten und verzierten

Schwert.]

Neben den Negrito kommen nun auf den Philippinen noch malaiische oder,

besser gesagt, +indonesische Völker+ (Abb. 310 und 317) vor, die sich,

wie wir bereits hörten, teils mit jenen, teils mit hinzugewanderten

Chinesen und Japanern kreuzten. Mit den wichtigsten von ihnen wollen

wir uns nunmehr noch beschäftigen. Auf +Luzon+, der größten Insel des

Archipels, leben die Igorroten (Abb. 315, 316 und 321), Tinguianen,

Ilongoten (Abb. 320), Kalinga (Abb. 318 und 323) und Ifugao (Abbild.

319). Die Ilongoten haben viel Negrito-, die Kalinga viel Chinesen-

und Japanerblut in sich aufgenommen. Im allgemeinen sind diese Völker

schön gebaute Leute von mittlerer Körpergröße und rötlich bis dunkel

oliv-brauner Hautfarbe. Ihr Haar ist lang und straff. Einzelne Stämme,

zum Beispiel die Igorroten und Tinguianen, tragen ihr Kopfhaar lang

und binden es auf dem Scheitel in einen Knoten zusammen (Abbild. 321),

flechten auch wohl Bänder oder Perlenketten hinein und raffen die

Stirnhaare in einem kleinen Netz nach oben, andere wieder, wie die

Ifugao, rasieren sich den Kopf ringsherum und lassen nur in der Mitte

einen Schopf stehen.

[Illustration:

Phot. Bureau of Science, Manila.

Abb. 321. Bontokigorrotenweib.

Ihr Hauptschmuck besteht in der schönen Frisur des Kopfhaares, das mit

einer Perlenschnur verziert ist.]

Die +Kleidung+ dieser Leute pflegt für die Männer in einer Hose (Abb.

322), für die Weiber in einem kurzen, von den Hüften bis zu den Knien

reichenden Rock zu bestehen, sowie für beide Geschlechter in einer

anschließenden Jacke (Abb. 324). +Tatauierung+ wird von ihnen allen

geübt (Abb. 323), besondere Sorgfalt verwenden darauf die Igorroten

und Ifugao; die bei ihnen am meisten verbreiteten Muster setzen sich

aus geraden und gebogenen Linien zusammen. Die Frauen lieben allgemein

+Körperschmuck+ in Form von Ohrringen, Halsketten, Spangen und

Ringen (Abb. 324 und 325). Bei den Tinguianen sind ein wesentlicher

Bestandteil ihres Schmuckes Perlenschnüre, mit denen sie sich nicht

nur das Kopfhaar und den Hals, sondern auch die Arme behängen (Abb.

326). An den Armen legen sie eine Schnur über die andere, so daß die

Ketten schließlich vom Handgelenk bis zu dem Ellbogen reichen und,

wenn die Wohlhabenheit ihres Besitzers es gestattet, sogar bis an die

Schulter herauf. Als Zeichen der Vornehmheit gilt es, die Schnüre um

das Handgelenk so fest anzuziehen, daß sie das Glied zum Anschwellen

bringen; aber gern unterzieht man sich dieser Unbequemlichkeit aus

Eitelkeit. -- Vornehme Ifugao leisten sich als Ruhestätte eine aus Holz

geschnitzte, unseren Liegestühlen ähnliche Bank (Abb. 327).

[Illustration:

Phot. Bureau of Science, Manila.

Abb. 322. Manobomann von der Insel Mindanao beim Bogenschießen.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 146 / 207 题