Bei den Sulka, einem Stamme des mittleren Neupommern, sind die
Begräbnisfeierlichkeiten auch für einen gewöhnlichen Mann ziemlich
umständliche. Sobald der Tod eingetreten ist, wird seine Hütte
geschmückt und sein gleichfalls schön ausgeputzter Leichnam in
sie hineingelegt, worauf wieder ein großes Wehklagen anhebt. Die
Plantagen des Verstorbenen werden auch hier verwüstet, seine Schweine
getötet und verteilt, seine Waffen zerschlagen; früher wurden auch,
falls es sich um einen reichen Mann handelte, seine Weiber getötet.
Der Leichnam wird nun am nächsten Tage in sitzender Stellung, den
Kopf über der Erde, im Hause selbst beigesetzt und mit einem Haufen
Bananenblätter bedeckt; dann werden Steine darumgelegt und wird ein
Feuer angezündet. Längere Zeit hindurch schlafen die Verwandten neben
ihm, die Männer auf der einen, die Weiber auf der anderen Seite. Sehr
wichtig ist nun die Vertreibung der Seele des Verstorbenen. Damit sie
keinen Widerstand leiste, wird der Zeitpunkt hierfür geheim gehalten
und die Vorbereitungen über Nacht getroffen. Sehr früh am nächsten
Morgen fahren plötzlich die Männer mit einem Schrei in die Höhe,
schlagen gegen die Wände des Hauses und laufen mit brennenden Fackeln
aus Kokosnußblättern umher; durch diesen Lärm entweicht darauf der
erschreckte Geist. Wenn das Fleisch des Leichnams ganz zersetzt ist,
werden die Knochen wieder ausgegraben, in einen Sack aus Blättern
gehüllt und im Hause aufgehängt. Nach Ablauf einer gewissen Zeit gibt
es einen Gedenkschmaus.
[Illustration:
Aus: Brown, Melanesians and Polynesians.
Abb. 182. Grab eines Häuptlings auf den Salomoinseln.
Das giebelartige Gebilde enthält den Schädel des Toten, den die
geschnitzte Figur zur Rechten darstellen soll. Die Eingeborenen bringen
dem Geiste des verstorbenen Häuptlings Opfer, die auf dem Steinhaufen
niedergelegt und verbrannt werden.]
[Illustration:
Aus „Kolonie und Heimat“.