Abb. 167. Tanz der Mafulu bei einer Leichenfeierlichkeit

vor dem im Vordergrund gelegenen Grabe.]

Erst nach Wochen oder Monaten beginnt man in aller Form den

Trauerschmuck anzulegen. Die Verwandten versammeln sich im

Gemeindehaus der Sippe, ihr Körper ist mehr oder weniger schwarz

angemalt und ihr Haar abrasiert; bei den Frauen wird das ganze

Kopfhaar weggenommen, bei den Männern bleiben kleine Haarbüschel über

den Ohren stehen. Gleichzeitig gibt es einen gemeinsamen Schmaus.

Der Trauerschmuck besteht für gewöhnlich in Halskragen, Armbändern

oder Hüftengürtel aus geflochtenen Binsen oder Gras. Diese formelle

Trauer dauert eine Zeitlang, gewöhnlich mehrere Monate. Währenddessen

dürfen die Leidtragenden nicht baden und unterliegen besonderen

Nahrungseinschränkungen. Der Abschluß der Trauerzeit wird wiederum

festlich begangen; der Trauerschmuck wird den Trägern in aller Form

abgenommen, wodurch sie auch von den Speiseverboten befreit werden.

Natürlich bilden den Schluß wieder Schweineschlachten, Schmaus und Tanz

(Abb. 165 und 166).

[Illustration:

Phot. R. W. Williamson.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 88 / 207 题