Sobald die zurückkehrende Flottille in einer Entfernung von zwanzig
bis dreißig Seemeilen gesichtet wurde, nahmen die beiden Frauen der
Führer sowie die Angehörigen der Mannschaft ein Bad und fuhren den
Ankömmlingen in Kanus entgegen; ihre Rückkehr war für alle eine Zeit
der Freude und der Aufregung (Abb. 142).
Die Eingeborenen der Santa Cruz-Inseln verwenden für ihre oft weiten
Fahrten zur See noch die primitiven, mit Plattform und Hütte versehenen
Auslegerboote (Abb. 138), während die Hermitinsulaner bereits große,
prächtig geschnitzte und bemalte Boote bauen (Abb. 140).
Ein weiterer seltsamer Brauch auf Neuguinea ist mit dem +Anfertigen
von Trommeln+ (Abb. 139) durch Knaben, die sie beim Tanzen schlagen,
verknüpft. Sobald ein Roroknabe das Reifealter erreicht hat, ist seine
erste Pflicht, sich eine solche Trommel anzufertigen. Zu diesem Zwecke
muß er im Busch wohnen; meistens gesellen sich hierfür mehrere Knaben
zusammen. Ehe die Höhlung dieser Trommeln, die aus einem Stück eines
Baumstammes hergestellt werden, nicht genügend ausgebrannt und die
Trommel selbst nicht durch das Abschrapen des Holzes die richtige Form
erhalten hat, sind den Knaben viele Speisen zu essen verboten; sie
müssen auch jedwede Berührung mit frischem Wasser vermeiden, weil sonst
die heiße Asche, mit der sie die Höhlung des Holzes ausbrennen, nicht
glühen würde. Als Getränk dient ihnen das in den Bananenblätterscheiden
sich ansammelnde Wasser oder Kokosnußmilch. Die Nahrung muß ihnen in
einem besonders kleinen Topf gekocht werden, damit sie nicht zu stark
werden und gut tanzen können. Sollte einer von ihnen Fische essen,
so würde eine Gräte das Fell seiner Trommel durchlöchern. Vor allen
Dingen aber müssen die Knaben es vermeiden, daß sie von den Frauen
gesehen werden; würde eine Frau einen Knaben erblicken, dann wäre
seine, wenngleich zum großen Teil schon fertige Trommel unbrauchbar,
und er könnte sie ruhig fortwerfen und eine neue anfangen. Bei den
Mafulu muß der Knabe auf einen Baum oder eine Plattform klettern und
dort so lange bleiben, bis er seine Trommel fertiggestellt hat. Bei der
Arbeit muß er sie stets mit der Fellseite dem Winde zukehren, wodurch
die Trommel einen musikalischen Klang bekommt. Eine Frau, meistens die
Mutter, bringt ihm das Essen, das er sich an einem Strick auf seinen
erhöhten Sitz hinaufzieht. Er steht indessen unter keinem Speiseverbot,
auch hat er keinen Schaden davon, wenn ihn weibliche Wesen sehen. --
Eine weitere Art von Trommeln, die aus einem ausgehöhlten Baumstamme
(Abb. 143) angefertigt und mittels eines starken Stockes gerührt wird,
dient den Eingeborenen des Bismarckarchipels auf weite Entfernungen zum
Signalgeben.
[Illustration: