Abb. 92. Baumhaus der Eingeborenen auf Neupommern.]

Abgesehen von den größeren Zeremonien, die oft wochenlang dauern,

halten andere Stämme, wie zum Beispiel am Flyriver, häufig kleine Feste

ab, die von der Dämmerung bis zum Morgengrauen währen. Tänze spielen

auch hier die Hauptrolle, sie dauern die ganze Nacht und gemeinsamer

Gesang der phantastisch herausgeputzten Eingeborenen begleitet ihr

taktmäßiges Schlagen der Trommeln (siehe die farbige Kunstbeilage).

[Illustration:

Phot. A. M. Fillodean.

Abb. 93. Mekeoweib, das ihr Kind in einem Netz mit sich schleppt.

Für gewöhnlich dient ein solches Netz, das vom Kopf über den Rücken

herabhängt, zum Tragen von Früchten und Feuerholz.]

[Illustration: Tänzer vom Flyrivergebiet in Festtracht.

Von den großen Zeremonien abgesehen, die manchmal wochenlang dauern,

werden von den Eingeborenen dieses Gebiets häufig kleinere Feste

abgehalten, die vom Abend bis zum Morgen andauern. Die ganze Nacht über

ertönt der gemeinsame Gesang des Wilden zum Klang der Trommeln und zum

Stampfen der Tänzer, während flackernde Feuer die phantastische Szene

beleuchten.]

Auf den Inseln des Bismarckarchipels gibt es eine andere Form von

Geheimgesellschaften, +Ingiet+ genannt; an ihrer Spitze steht ein

großer Zauberer, der den Ruf, mächtige Zauberkraft zu besitzen,

genießt. Nach dem Aberglauben der Eingeborenen vermag dieser Zauberer

die Geister zu beschwören, indem er Kalk verspritzt, Ingwer ißt und

Zaubersprüche hersagt; er wird daher auch in Krankheitsfällen zu Rate

gezogen. Ebenso wie der Duk-Duk-Bund besitzen die Ingietgesellschaften

ihren geheimen Versammlungsort, dessen Betreten von seiten

Uneingeweihter durch die Geister mit dem Tode geahndet wird. Der

Platz ist umzäunt, und an einer Stelle der Umfriedigung werden roh

in Stein gehauene oder aus Holz geschnitzte und bemalte Bildnisse

aufbewahrt, welche menschliche Wesen, Schweine, Krokodile, Haifische,

Vögel und andere Tiere darstellen. Da nur das Haupt der Ingietgemeinde

diesen geheiligten Ort betreten darf, so müssen die Novizen bei ihrem

ersten Erscheinen zuvor vor der Todesstrafe, die sonst die Folge

unbefugten Eindringens sein würde, geschützt werden, indem sie Ingwer

kauen, die Ingwerpflanze in den Händen halten und sich um den Hals

legen. Der oberste des Bundes bemalt die neu Aufzunehmenden außerdem

noch mit einem Zauberstoff, den er aus ausgekautem Ingwer und Kalk

zusammengestellt hat und aus seinem Munde auf ihre Körper, desgleichen

auf die Bildnisse an der geweihten Stätte bläst. Bei der sich daran

anschließenden Einweihungsfeier hält der Häuptling den Stiel einer

bestimmten Pflanze, der Einzuweihende deren Blätter in der Hand,

dann zieht der erstere und streift auf diese Weise die Blätter unter

Hersagen von Zaubersprüchen durch die Hand des Novizen. Damit ist die

Einweihungsfeier vollzogen. -- Mit den angeführten Gesellschaften ist

indessen die Zahl der auf Melanesien vorhandenen Geheimbünde noch nicht

erschöpft; es gibt noch eine Reihe anderer, von denen jeder seine

eigenen Gebräuche bei der Einweihungsfeier der neu Aufzunehmenden

und bei anderen festlichen Gelegenheiten besitzt. Eine dieser

Geheimgesellschaften wollen wir indessen noch erwähnen, die bis vor

kurzem auf einer der Torresstraßengruppe ihr Wesen trieb, da sie von

der bisher beschriebenen Art stark abwich. Jeder Novize wurde während

der Dauer der Zeremonie am ganzen Körper täglich mit Ruß angemalt; er

wurde außerdem in ein Mattenzelt von der Form eines steilen Daches

gesteckt, das an seinem Körper befestigt wurde und einen so geringen

Umfang besaß, daß der Knabe, damit das Zelt auf die Erde reichte, eine

sitzende Stellung einnehmen mußte. Einen vollen Monat hatten die neu

Aufzunehmenden in der erstickenden Hitze und Dunkelheit eingezwängt

auszuhalten. Sie durften weder spielen noch sprechen, weder ihre Väter

noch ein weibliches Wesen sehen; sie wurden streng bewacht und mußten,

obgleich sie allabendlich zu einem für sie besonders hergerichteten

Hause geführt und morgens vor Sonnenaufgang wieder zurückgebracht

wurden, ihre Zelte mit sich schleppen, so daß beim Gehen nur ihre Beine

sichtbar blieben. Während ihrer Abgeschlossenheit wurden die Novizen

in den Lehren und Gebräuchen ihres Stammes unterwiesen und über ihre

moralischen Pflichten, sowie über den Umgang mit den Frauen aufgeklärt;

im besonderen mußten sie gewisse Zauberformeln und Mittel kennen

lernen, durch die sie die Zuneigung eines Mädchens gewinnen konnten.

Eines dieser Mittel bestand darin, die Erde an bestimmten Stellen mit

dem Speer zu bearbeiten und bei dessen Herausziehen den Namen des

Mädchens auszurufen, ein anderes in der Bereitung einer besonderen

„Mädchenmedizin“ durch Vermischung mit Tabak und ihrer Darreichung an

die Geliebte, oder auch in dem Salben des ganzen Körpers mit dieser

Medizin. Am Ende des Monats wurden die Trommeln geschlagen und die

Zelte den Knaben abgenommen; sie wurden dann in der See gewaschen, mit

Blättern abgerieben und mit der wirklichen „Mädchenmedizin“ gesalbt.

Bei Einbruch der Nacht mußten sie alle zu einem freien Platze in der

Nähe des Dorfes wandern, wo ihre Angehörigen auf sie warteten. Auf

dem Hinweg wurde eine lange Matte vorangetragen, welche die Knaben

verbarg. Nachdem die Aufgenommenen sich gelagert hatten, wurde die

Matte entfernt und die Jünglinge zeigten sich nun den hocherfreuten

Verwandten als Männer, nicht mehr als Knaben.

[Illustration:

Phot. R. W. Williamson.

Abb. 94. Festlichkeit bei den Mafulu (Neuguinea), die veranstaltet

wird, wenn die Kinder ihre erste Bekleidung, die aus einem Dammgurt

besteht, erhalten. Die Eltern jedes Kindes haben zu der Bewirtung der

Gäste aus anderen Gemeinden ein Schwein und Früchte beizusteuern.]

[Illustration:

Aus: Meyer-Parkinson, Papua-Album II.

Abb. 95. Maskenhaus auf Neumecklenburg.

In der unteren Reihe sind gewöhnliche Tanzmasken, in der oberen Reihe

Totenmasken aufbewahrt.]

Belustigungen und Spiele erfreuen sich unter den Eingeborenen

Melanesiens bei Klein und Groß allgemeiner Beliebtheit, so das

Fadenspiel (Abb. 117), in dem die Erwachsenen eine große Fertigkeit

aufweisen, und das Cuscusspiel (Abb. 121) der Kleinen.

[Illustration:

Aus: Parkinson, Dreißig Jahre in der Südsee.

Abb. 96. Einweihung von Jünglingen in Nordbougainville in die Sitten

und Gebräuche ihres Stammes.

Ein Häuptling wählt vier oder fünf Jünglinge aus, die in eine Hütte

geführt werden. Sie müssen verschiedene Verrichtungen vollführen, die

Stammesregeln lernen und müssen immer die merkwürdige ballonförmige

Kopfbedeckung tragen. Wenn ihr Haar die letztere ausfüllt, dann ist die

Zeit ihrer Abschließung vorüber.]

[Illustration:

Aus: Parkinson, Dreißig Jahre in der Südsee.

Abb. 97. Maske aus Bougainville,

die indessen nie zu Tänzen getragen wurde.]

[Illustration:

Aus: Parkinson, Dreißig Jahre in der Südsee.

Abb. 98. Tanzmaske von der Insel Nissan,

mit der die Eingeborenen erschreckt und verscheucht wurden, so daß die

Mitglieder des Geheimbundes deren Habseligkeiten rauben konnten.]

Verschiedentlich wird auf Melanesien mit Eintritt der Geschlechtsreife

eine +Beschneidung+ der Knaben vorgenommen. Jedoch kommt es auch

gelegentlich vor, daß man schon verheiratete junge Leute zusammen

mit kleinen Knaben dieser Operation unterwirft, wenn man nämlich

in einem Dorfe für diese Feierlichkeit, die alljährlich höchstens

einmal stattfindet, nicht genügend Kandidaten beisammen hat, so daß

das Fest um ein oder mehrere Jahre hinausgeschoben werden muß. Auf

Kaiser-Wilhelms-Land, wo die Beschneidung keineswegs allgemein üblich

ist, spielt sich der Vorgang folgendermaßen ab. Für die Jünglinge

bestehen, wie bei ähnlichen Feierlichkeiten, strenge Diätvorschriften.

Nach solcher Vorbereitungszeit werden die Kandidaten unter dem

Geheul der Weiber und unter Rutenstreichen der Männer zu dem für die

Beschneidung bestimmten Platze geführt, wo sich das Haus des „Balum“,

eines mythischen Ungeheuers, befindet. Schon während des Baues dieser

Hütte dürfen die Weiber des Dorfes sich ihr nicht nähern, nötigenfalls

müssen sie auf ihren Gängen große Umwege machen. Außerdem müssen

Frauen und Kinder so lange, als das Ungeheuer in diesem Hause weilt,

außerhalb des Dorfes in eigens dazu errichteten Hütten wohnen; auch

dürfen sie keinen der zu beschneidenden Knaben sehen, es würde ihnen

sonst das Leben kosten. Um sich bemerkbar zu machen, verursachen sie

bei ihren Ausgängen innerhalb des Dorfes mittels eines trommelartigen

Werkzeuges Lärm, der von den Knaben, wenn sie ihn hören, durch das

Blasen von Bambusflöten erwidert wird, um die Frauen zu warnen, in

dieser Richtung weiter zu gehen, oder sie zu veranlassen, auszuweichen.

Sobald die Kandidaten an der Hütte des Balum, die sein „Magen“ heißt,

angekommen sind, ruft man den Balum mit Namen und fordert ihn durch

Blasen auf Muscheltrompeten auf, herauszukommen. Gibt er dann aus dem

Innern der Hütte ein Zeichen von sich, dann beginnen die Männer ihre

Gesänge, die mehr einem Geheule gleichen, und opfern Schweine, um das

Leben der Knaben zu erhalten. Den Weibern wird vorgeredet, der Balum

verschlinge die Knaben und gebe sie nach dem Schweineopfer als kräftige

Burschen wieder von sich. In Wahrheit aber wird das Fleisch von den

Männern verspeist. Damit das Ungeheuer nicht fortlaufe und die übrigen

Dorfbewohner belästige, wird die Hütte mit Stricken festgebunden. In

ihrem Innern vollzieht sich nun die Beschneidung. Stirbt dabei etwa ein

Knabe, dann sagt man, er sei unversehens in den Schweine- anstatt in

den Menschenmagen des Balum geraten; nur der letztere könne ihn wieder

von sich geben. Ist die Operation vorbei, dann müssen die Beschnittenen

noch so lange in der Balumhütte bleiben, bis sie durch ein nochmaliges

Schweineopfer für erlöst erklärt werden. Darauf werden sie in

feierlichem Zuge zum Dorfe zurückgeführt und erhalten von nun an das

Recht, an den zukünftigen Beschneidungsfeierlichkeiten teilzunehmen.

Auf der Insel Karesau (Neuguinea) sind die Beschneidungszeremonien noch

verwickelter. Nachdem die Kandidaten ein Bad genommen haben, werden

sie in besonderen Häusern am Ende des Dorfes untergebracht und dürfen

ihre Angehörigen nicht mehr zu Gesicht bekommen. Das Essen erhalten

sie von ihren Beschneidungspaten gebracht, deren Frauen es zubereiten.

In der ersten Nacht kündigt sich das Nahen des Kasuargeistes Makarpon

von der See aus an; die See wird mit Kokoswedeln geschlagen, Flöten

werden geblasen (Abbild. 118) und schlangenförmige Windungen im

Ufersande gezeichnet, welche die Schwanzspuren des Geistes bei seinem

Kommen vorstellen sollen. Dieser begibt sich nun in ein außerhalb des

Dorfes gelegenes Geisterhaus, in das am anderen Morgen die Kandidaten

geführt werden. Sobald sie auf dem davor liegenden Platze erscheinen,

nahen sich ihnen von dem Geisterhause aus verschiedene Geisterpaare

in Gestalt von Vögeln -- von diesem Zeitpunkt an dürfen die Knaben

Zeit ihres Lebens Fische und Vögel nur noch im Geisterhaus genießen

-- und stürzen sich, nachdem sie untereinander einen Kampf aufgeführt

haben, auf die Knaben mit ausgebreiteten Flügeln, um sie anscheinend zu

fressen, kehren jedoch wieder in das Geisterhaus zurück, das nunmehr

verschlossen wird. Die Knaben werden darauf einer nach dem anderen

nach einem abseits gelegenen Platz am Strande gebracht, wo zwei Männer

ihrer warten. Der Beschneidungspate faßt nun den Knaben, der nicht

ahnt, was mit ihm vorgenommen werden soll, von hinten an den Armen und

beugt seinen Kopf so weit nach rückwärts, daß er von der Operation,

die an ihm vorgenommen wird, nichts sehen kann. Die abgeschnittene

Vorhaut wird entweder in einen Ameisenhaufen geworfen oder in einer

kleinen Grube in der Erde verscharrt. Bei den jüngeren Knaben wird nur

die Durchbohrung des Gliedes vorgenommen, eine wirkliche Abtragung

der Vorhaut findet für gewöhnlich dann nicht mehr statt; nur wenn sie

als verheiratete Männer das Geisterhaus betreten wollen, wird die

Beschneidung mit Gewalt an ihnen ausgeführt. Knaben, die sich bei der

Operation widerspenstig zeigen, wird mit Speer und Dolch gedroht;

auch werden ihnen ernste Mahnungen darüber zuteil, daß sie den ganzen

Vorgang geheim zu halten haben. Die Beschnittenen waschen sich in

der Regel sogleich die Wunde im Meere. Nachdem sie bis dahin nackt

gegangen sind, erhalten sie jetzt einen Lendengurt. Bei ihrer Rückkehr

zum Geisterhaus werden sie von ihren Paten ermahnt, bis zum Abschluß

der Zeremonie nichts mit Frauen zu tun zu haben, fortan nie mehr mit

kleinen Mädchen zu spielen und nicht mehr auf Männer zu schimpfen und

anderes mehr. Für jeden Knaben ist gegenüber dem Geisterhaus ein Lager

bereitet, auf dem sie, mit geschlossenen Augen den Strahlen der Sonne

preisgegeben, für Stunden so lange verharren müssen, bis ihnen durch

den Ton einer Flöte, der dem Bellen eines Hundes ähnlich ist, gestattet

wird, die Augen wieder zu öffnen und zu sprechen. Mittlerweile ist

den Frauen im Dorfe ebenfalls durch Blasen auf Bambusflöten verkündet

worden, daß die Beschnittenen sich nun im Bauche des Kasuargeistes

befinden, und einige Stunden später auf die gleiche Weise, daß sie

ihn nun verlassen hätten. Sobald die Knaben von ihrer Pein erlöst

sind, nahen sich ihnen bewaffnete Männer aus dem Wald und schleudern

einen Speer oder schießen einen Pfeil dicht über die rechte Schulter

der beschnittenen Knaben in die Erde. Das ist das Zeichen für diese,

nunmehr aufzuspringen und dafür, daß die eigentliche Feier beendet ist.

Aber damit ist die Zahl der mit dem Vorgang verbundenen Zeremonien noch

nicht erschöpft. Einige davon sollen hier noch Erwähnung finden.

[Illustration:

Phot. A. C. Haddon.

Abb. 99. Szene aus den Feierlichkeiten bei der Einweihung von

Jünglingen auf den Inseln der Torresstraße in die Stammesgebräuche.

Während dieser Zeremonie sind die Jünglinge zum ersten Male Zeugen der

heiligen Tänze und lernen die Legenden ihres Stammes kennen. Hierauf

werden sie zusammengestellt und von bewaffneten Männern, die Geister

vorstellen, angegriffen und oft stark verletzt.]

[Illustration:

Phot. A. C. Haddon.

Abb. 100. Einweihungstanz auf den Inseln der Torresstraße.

Der vorderste der drei Tänzer, der bei jedem Schritt das eine Bein für

kurze Zeit hoch hebt, trägt eine Maske ohne Augen und wird daher von

dem zweiten mit einem Strick geleitet.]

Nach Sonnenuntergang hauen die Beschnittenen einem Baum, der einer

Tanne gleicht und Kalpem genannt wird, die Äste so weit ab, daß nur

noch Stümpfe davon am Stamme bleiben, schälen die Rinde vollständig

ab und bemalen den Baum mit schwarzen, roten und weißen Ringen,

darauf behängen sie ihn mit Federn und Girlanden aus bunten Früchten

und pflanzen ihn in die Erde. Außerdem stecken sie in einer gewissen

Entfernung von diesem Baum zwei Stäbe in die Erde und verbinden sie

mit kunstvollen, mit Federn verzierten Geflechten aus Kokosblättern.

Sobald diese Vorbereitungen getroffen sind, stimmen die Knaben

unter Trommelschlägen einen Gesang an, der die ganze Nacht andauert

und ihre ganze „Nationalliteratur“ umfaßt. Beim Aufgehen des

Morgensterns stellen sie die Trommeln um den Kalpembaum und gehen

ins Geisterhaus, um zu schlafen. Hierauf kommen einige Männer aus

dem Dorfe, vergewissern sich, daß die Knaben diesen Baum ohne fremde

Beihilfe angefertigt haben, bewundern ihn, reißen ihn aber aus und

nehmen die Federn, mit denen er geschmückt war, als ihr Eigentum an

sich. -- Weitere Zeremonien sind die Kanufahrten der älteren Knaben

unter den Beschnittenen, die unter Gesang Baumrinde holen, woraus nach

der Rückkehr vor dem Geisterhaus Lendentücher angefertigt werden,

und daran anschließend die Bootsfahrten der Männer, um eine für tabu

geltende Liane aufzusuchen, aus der sie Saft abzapfen, mit dem vor dem

Geisterhause auch wieder Zauber getrieben wird; ferner das Schleudern

eines mehrzinkigen Fischspeeres von seiten der Knaben in eine Yams

enthaltende Schüssel, das Herausholen eines Stückes, das Lecken

daran, dessen Zurückwerfen samt dem anhaftenden Speer in die Schüssel

und das schließliche Schleudern ihres ganzen Inhaltes ins Meer; die

Zubereitung einer Salbe aus Kokosnußöl und roter Farbe, womit die Haare

eingerieben werden; die Gewinnung einer wohlriechenden Substanz aus den

Blättern eines bestimmten Baumes und Einsalben des Körpers damit; das

Aufpflanzen eines mit Blättern geschmückten Pfahles und dessen Anspeien

mit wohlriechender Substanz durch sämtliche Knaben, die ihn dabei mit

Gesang umkreisen und vieles andere mehr.

[Illustration:

Phot. E. v. Hesse-Wartegg.

Abb. 101. Duk-Duk-Tänzer vom Bismarckarchipel.

Die Duk-Duk-Gesellschaften halten ihre Zusammenkünfte auf

abgeschlossenen Plätzen ab, die Uneingeweihte und Frauen nicht betreten

dürfen. Durch Lärmen und Schreien suchen sie die anderen Eingeborenen

einzuschüchtern.]

[Illustration:

Aus: R. Neuhauß, Deutsch-Neuguinea.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 62 / 207 题