mit zierlich geflochtenem Lendenschurz.]
+Tatauierung+ ist auf den meisten Inseln üblich; auf einzelnen werden
sowohl Männer wie Weiber, auf anderen wieder nur letztere tatauiert
(Abb. 66, 67 und 72). Für beide Geschlechter gilt dieser Schmuck
einfach als ein Zeichen der Geschlechtsreife und der Heiratsfähigkeit,
besonders beim weiblichen Geschlecht, in anderen Gegenden als
Klanabzeichen, in noch anderen als Ehrenabzeichen für Männer, die
sich hervorgetan, zum Beispiel einen Feind getötet haben und anderes
mehr. Schnitte ins Fleisch und davon zurückbleibende +Narben+ sind
gleichfalls eine übliche Form des Körperschmuckes, auch häufig ein
besonderes Merkmal zur Kennzeichnung der Sippe. Die Wilden von
Liueniua, die verwandtschaftlich mehr zu den Polynesiern gehören,
schlitzen die Nasenspitzen auf (Abb. 83). +Nasen- und Ohrdurchbohrung+
ist bei beiden Geschlechtern sehr beliebt (Abb. 69 und 70). In die so
entstandenen Löcher werden später die verschiedenartigsten Gegenstände
eingeführt, wie Stäbchen, Muscheln, Blumen, Gras und dergleichen.
Die Ohrlöcher werden vielfach durch Hindurchstecken immer größerer
Gegenstände in dem Maße ausgedehnt (Abb. 76), daß sie, wenn nichts
in ihnen steckt, wie lange, schwebende Fleischlappen beinahe bis auf
die Schultern herabhängen (Abb. 80); umschließen sie aber eine große
Scheibe, dann sehen sie wie mit einem schmalen Rande (Fleischsaum)
eingefaßte Brillengläser aus (Abb. 69). -- Auf einzelnen Inseln übt
man auch die +Verunstaltung des Schädels+. So wird dem Schädel der
Kinder auf Neupommern durch Pressen eine hohe, spitze Form gegeben
(Abb. 84).
[Illustration:
Aus: „Kolonie und Heimat“.
Abb. 65. Eingeborene von der Gazellehalbinsel.
Beachtenswert sind die morgensternartigen Keulen und die großen
Halskragen, tellerartige breite Gebilde aus besonders zugerichteten
Nassaschnecken, die auf dünnen Rotangstreifen festgenäht sind.]
[Illustration:
Phot. Rev. A. H. Fillodean.