mit schöner, aber nicht ganz vollständiger Gesichtstatauierung und dem
für die Maori charakteristischen Mantel von Flachsblättern, der einen
ausgezeichneten Schutz gegen den Regen bietet.]
Zu Halsketten werden vielfach auch Muscheln verwendet (Abb. 14),
die entweder in ganzen Stücken oder, wie in Mikronesien üblich, in
kleine Scheibchen geschnitten und auf ein Band aufgezogen werden.
Die Herstellung der Scheibchen erfordert eine langwierige Arbeit;
die Muschel wird in passende Stücke zerbrochen, von denen jedes mit
einer Art primitiven Drillbohrers durchlöchert und bis auf einen
zierlichen Kreis durch sorgfältiges Abschleifen verkleinert wird.
Auf den Gilbertinseln trägt man mit Vorliebe Halsketten, die aus den
Schneidezähnen eines verstorbenen Vorfahren hergestellt sind, und hält
solchen Schmuck hoch in Ehren.
[Illustration: Abb. 7. Tatauieren auf Samoa.
Die Muster der Zeichnung werden auf der straff gezogenen Haut mit dem
Tatauierinstrument, das zuvor in einen schwarzen Farbstoff getaucht
wurde, durch Aufschlagen eines Stäbchens eingegraben.]
Die eigentliche +Kleidung+ bestand in Polynesien vordem allgemein
aus Matten und Tapastoffen (Abb. 8 und 13); beide werden noch jetzt
bei Tänzen und zeremoniellen Veranstaltungen verwendet. Die Tapa
(Abb. 2) ist eine Art Filz, der aus der Rinde des Papiermaulbeerbaums
durch beständiges Klopfen, manchmal so dünn wie Papier, hergestellt
wird. Was die moderne Kleidung anbetrifft, so pflegen die Männer ein
Hüftentuch aus europäischem Stoff und eine Jacke zu tragen; Rock und
Hosen finden jetzt mehr und mehr Aufnahme. Die Frauen dagegen sind mit
einem Gewand, Holoku genannt, bekleidet, das lang herabfallend einem
Nachthemd gleicht. Die frühere Bekleidung (Abb. 12) kommt aber noch
bei Tänzen zum Vorschein. Abseits von den größeren Plätzen verzichten
die Männer meistens auf das Obergewand. Leider ist die Einführung der
europäischen Kleidung nicht von Vorteil gewesen, da sie den Körper der
Eingeborenen verweichlichte und die Neigung für Erkältungskrankheiten
erhöhte; Influenza und Lungenentzündung richteten seitdem viel Unheil
unter ihnen an. Von den hochzivilisierten Tonganern, bei denen heute
ein Frack kein ungewöhnlicher Anblick mehr ist, wird bei feierlichen
Gelegenheiten oft über dem europäischen Kleid noch die primitive Matte
getragen, die häufig genug durch ihr altertümliches, abgenutztes
Aussehen zu dem modernen Kleidungsstück einen auffälligen Gegensatz
bildet.
[Illustration:
Aus: Kraemer, Samoainseln.