O Gefühle, bedrückende und aufreißende
Gefühle: daß ich, ungekannt, ungeliebt von dir,
Altar dir auf Altar errichte wie einer Göttin,
Lichter um dich entzünde und schwebende Sterne.
Wo bist du jetzt? Wo fliegen deine Gedanken?
In leichten Lüften? In dumpfer Niederung?
Im Atem steigenden Lebens oder in Dünsten
Sinkender Schwäche und zerfallener Krankheit?
Schläfst du schon, eingehüllt in Decken und Kissen,
Ruhig, wunschlos? Oder sehnst du den Leib
Brünstigen Zuckens nach der starken Umarmung
Schauernder Wollust und hinströmender Triebe?
Was soll dies alles? Weiß ich das eine doch nur:
Daß ich hier sitze und schreibe und an dich denke
Und du mir fern bist und -- ob du nun weinst oder lachst,
Klar oder verworren in dir bist, nicht an mich denkst.