9. =Acacia verugera= Schwf., n. sp.

Arbor ingens trunco erecto cortice helvolo-flavo; spinis longissimis

3-6-uncialibus flavo-nitidis horizontaliter patentibus teretibus

gracilibus basi leviter arcuatis; foliis glaberrimis laete glauco-

viridibus pinnis plerumque 8-jugis, foliolis minutis 22-32-jugis

oblongo-linearibus apice rotundato-obtusis longitudine latitudinem

4-superantibus, petiolo communi 2-4-glanduloso; inflorescentia coaetanea

fasciculum axillarem rarius racemum efoliatum exhibente, pedunculis

6-8-fasciculatis uncialibus pube aspersis eglandulosis supra medium

bracteolatis, capitulis globosis pallide flavis, leguminibus 8-spermis.

. . .

_Habitat_: In fruticetis ad ripas fluminis Gasch in Nubia meridionali

ditione Taka prope urbem Kassala; in Fesoglu (ditione Kamamil); ad

Leuconilum superiorem in ditione Bari et alibi.

Bildet einen (nur in einem Exemplar von mir angetroffenen) schönen Baum

von 60 Fuss Höhe, mit cylindrischer Krone auf niederem Stamm. Die Rinde

der jungen Zweige trägt eine graugrüne Oberhaut mit kleinen, rundlichen,

weisslichen Lenticellen, welche, ohne ein Sekret hervortreten zu lassen,

allmälig in kleinen Stücken abblättert. Das Rindenparenchym ist hell und

lebhaft grün gefärbt. Die Rinde des Stammes und der älteren Aeste ist

hell lederfarben oder fahlgelb.

Die kurzgestielten Blätter sind hell und zwischen saftgrün und meergrün

von Farbe, fast gänzlich kahl und tragen 7-11 Joche, aber 8 und 9 ist

die Durchschnittszahl. Der Mittelnervstiel ist 3-8 Ctm. lang, ohne

deutliche Rinne, hat meist flache, ovale Drüsen, die eine unmittelbar an

der Basis, die andere zwischen den obersten Jochpaaren (oft aber auch

noch ausserdem 2 kleinere, die eine zwischen dem untersten, die andere

zwischen dem vorletzten Fiederpaare), und trägt zuweilen an der Spitze

ein unpaariges, den Fiedern gleichgestaltetes Glied. Die Fiedern sind

2-3 Ctm. lang, die Blättchen 3-4 mm. lang und ¾ mm. breit, an der Spitze

gleichmässig abgerundet und haben einen deutlichen Mittelnerven.

Die Stipular-Dornen sind glänzend helllederfarben und erreichen an allen

Zweigen, mit Ausnahme der jüngsten grünen Triebe, eine ausserordentliche

Länge, welche meist zwischen 5-25 Ctm. variirt. Jedes Paar besteht aus 2

ziemlich langen Dornen, welche horizontal von einander abstarren. Sie

sind an der Basis schwach gekrümmt, fast gänzlich stielrund, ihre Dicke

übersteigt nie 3 mm. und nimmt erst kurz vor der Spitze ab, während die

Basis gleich dick erscheint. Die dazu gehörigen Blätter sind an den

entwickelten Dornen stets abgefallen und zeigen ovale Blattnarben.

Die Blüthenstände bilden meistens in den Achseln der vorjährigen

Stipular-Dornen zu Büscheln verkürzte Triebe oder beblätterte

Blüthenzweige, oder seltener unbeblätterte Rispen. Die 8-10 mm. im

Durchmesser habenden Blüthenköpfe sitzen auf 2-3 Ctm. langen Stielen,

welche in der Regel zu 6-8 in den Blattachseln gebüschelt stehen. Die

Stiele tragen meist im oberen Viertel einen vierzähnigen, festen

Bracteenring, der weder häutig, noch, gleich einem Kragen, verschiebbar

erscheint, und sind mit zerstreuten Haaren besetzt, aber drüsenlos. Die

Blüthen, der Mehrzahl nach zwitterig, aber unter ihnen auch viele

sterile mit verkümmerten Staubgefässen, stehen zu 60-70 in einem

Köpfchen, je von einem Deckblatt gestützt. Der Kelch besitzt 5 stumpf-

eiförmige Zähne, ist mit Haaren betreut und bräunlich an der Basis. Die

kahle Blumenkrone, zu einer freien Glocke verwachsen, ist farblos,

überragt den Kelch um ⅓ seiner Höhe und besitzt 5 spitz-eiförmige

Zipfel. Die Staubfäden, stets über hundert in jeder Blüthe, überragen

die Blüthe um zwischen ⅓ und ½, sind nebst den Antheren fahlgelb oder

helllederfarben und sehr verworren in ihrer Anordnung. Die Deckblättchen

sind kürzer als der Kelch, helmartig ausgehöhlt, spathelförmig, mit

dickem gelben Mittelnerv, häutigem Rande, gewimpert und behaart,

bestehen aber oft an vielen Stellen nur aus unregelmässigen häutigen

Schüppchen. Die Länge des Griffels, der schief auf der Rückenseite des

8-eiigen Fruchtknotens fusst, ist ungleich, aber stets kürzer als die

der Staubfäden.

Diese Art ist vornehmlich durch die langen, schlanken Dornen (die

längsten, die bei Acacien vorkommen, und selbst die von _A. horrida_ und

_A. nilotica_ weit übertreffend) ausgezeichnet. Blätter und Blüthen

gleichen in Form und Färbung einigermassen der _A. nubica_ Benth. Sie

wurde auch am oberen Weissen Nil von WERNE, von KNOBLECHER bei Gondokoro

und vom Herzog PAUL VON WÜRTEMBERG am oberen Blauen Nil gesammelt.

Letzterer giebt die Höhe des Baumes zu 80-100 Fuss an.

Da mir nur wenige Exemplare der ähnlichen und nahe verwandten _A.

Adansonii_ G. P. R. zu Gebote stehen, so bin ich nicht im Stande, die

Identität dieser Art mit der beschriebenen nachweisen zu können,

besonders da mir die Frucht der _A. verugera_ unbekannt geblieben ist.

Ich unterscheide dieselbe von der _A. Adansonii_ hauptsächlich durch die

langen Dornen, die fehlende Behaarung und den deutlich am oberen Viertel

des Stieles der Blüthenköpfchen sitzenden und nicht dicht an das

letztere angeschmiegten Bracteenring.

_Erklärung der Abbildungen._

Aufzählung und Beschreibung der Acacien-Arten des Nilgebiets · 第 14 / 48 题