5. =Acacia etbaica= Schwf., n. sp.

Arbor gracilis trunco erecto cortice atro, longitudinaliter rimosissimo,

in ramis atro-griseo, fusco-griseo in novellis; spinis mediocribus

foliis semper multo brevioribus, interdum nullis, arrectis fuscis

nitidis teretibus; foliis glabris pinnis 3-6-jugis, foliolis

15-30-jugis, griseo-viridibus apice rotundato-obtusis latitudinem

longitudine 2½-3 superantibus petiolo communi dilatato rubenti

2-4-glanduloso; inflorescentia coaetanea pedunculis in foliorum axillis

3-5 fasciculatis, ⅔ uncialibus medio bracteatis pubescentibus, capitulis

globosis parvulis albidis leguminibus fuscis nitidis coriaceis

indehiscentibus epulposis linearibus venosis rectis 2-3-pollicaribus

obtusiusculis non constrictis 6-spermis.

_Nomen vern._: lingua Bega: Arrat, lingua tigrensi: Serrau.

_Hab._ Ad oras Nubiae in montibus Elba et Soturba dictis, sub 22° lat.

sept.; in Abyssiniae ditionibus Bogos et Tigre.

Schlanke Bäumchen von 20-30 Fuss Höhe, mit hohem Stamm und schwarzer,

tief-längsrissiger Rinde. An den Zweigen ist die Rinde dunkelgrau, an

den diesjährigen Trieben röthlich-bräunlich. Die Blätter haben eine

schmutzig-grüne Färbung und sind fast gänzlich kahl. Der Mittelnervstiel

des Blattes und der Fiedern nimmt häufig eine röthlich-bräunliche

Färbung an, er ist schwach gerinnt, 2-3½ Centm. lang, und trägt zwischen

den beiden obersten und zwischen den beiden untersten Fiederpaaren (wo

sie vorhanden sind) kleine, ovale, flach napfförmige Drüsen, welche

fehlen können, scheint aber an seiner Basis keine solchen zu besitzen.

Die Fiedern, 2-4-jochig (auch 1, 5, 6 und 7), erreichen eine Länge von

1½-3 Ctm., und tragen an entwickelteren Blättern meist 25 Paar

Blättchen. Letztere sind an der Basis wenig schief, an der Spitze

abgerundet, mit deutlichem Mittelnerv versehen, von ziemlich derber

Beschaffenheit, und variiren sehr in der Grösse. An blühenden Zweigen

sind sie 2 Mm. lang und ¾ Mm. breit; an fruchttragenden zuweilen 6 Mm.

lang und fast 2 Mm. breit.

Die Stipular-Dornen sind ungleich stark an den verschiedenen Zweigen

entwickelt, bald 2 Ctm. lang, 1 Millim. dick, gerade, aufwärts

gerichtet, vor der Spitze plötzlich zugespitzt, von der bräunlichen

Farbe des Zweiges, bald bis zu 2 Mm. Länge reducirt und oft gänzlich

fehlend und an älteren Zweigen abgeworfen.

Die 8 Millim. im Durchmesser habenden, frisch weisslichen (in Herbarien,

wie alle weissen Acacien-Blüthen, bräunlich oder röthlich werdenden)

Blüthenköpfchen bestehen aus 20-25 Zwitterblüthen und sitzen auf 1½-2

Ctm. langen Stielen, welche sich zu 3-5 in den Blattachseln gebüschelt

befinden, ungefähr in der Mitte oder etwas unterhalb derselben einen

festen, lederartigen, vierzähnigen Bracteenring tragen und mit

zerstreuten Haaren besetzt sind. Der am Grunde braune Kelch ist mit 5

stumpfen, rundlichen, etwas gewimperten Zähnen versehen; die zu einer

freien Glocke verwachsene Blumenkrone überragt denselben um’s Zweifache,

ist farblos und hat 5 spitz-eiförmige Zipfel. Die Staubfäden, doppelt so

lang als die Blumenkrone, sind 50-60 an der Zahl, borstenartig aufwärts

gerichtet, weisslich farblos, mit hellgelben Antheren; der Griffel ist

mit ihnen von gleicher Länge. Die Deckblättchen, halb so lang als der

Kelch, sind gleich lang und breit, halbkugelig gewölbt, gebräunt,

behaart und gewimpert; der Blüthenboden ist etwas länglich und mit

Spreuhaaren versehen. Die Hülsen sitzen zu 1-6 geknäuelt, sind von

ungleicher Länge, meist 6-7 Ctm. (aber zuweilen auch kürzer und länger,

bis 11 Ctm.), meist 8 Mm. breit, flach und ½-1 Mm. dick, nirgends

eingeschnürt, an der Basis spitz, am Ende häufig sehr stumpf zugespitzt,

von lederartiger, derber Textur, nicht aufspringend, nicht pulpös,

glänzend lederbraun, derb längsaderig, beiderseits mit zwei derben

Nervensträngen berandet, meist 6-samig. Samen olivenfarbig, 6 Millim.

lang, 5 Millim breit.

Blühte im August an dem Stockausschlag umgehauener Stämme, an

beblätterten Zweigen Anfang Juli; Früchte fanden sich im April und März.

Diese Art ist, durch Hülsen und Blüthen ausgezeichnet und habituell

durch die Röthung der Blattrippen characterisirt, der _A. xiphocarpa_

Hochst. nahe verwandt.

Wurde von SCHIMPER und Q. DILLON bei Adoa, und von STEUDNER bei Keren im

Bogoslande gesammelt. Sie findet sich häufig in den Gebirgsthälern des

Etbai, an den Felsgehängen bis zu 2000′ Höhe in dem Soturba-Gebirge, am

Castle-Hill, Gebel Schellāl und am South Peak.

Die Bischarin nennen den Baum Ārrat, was kein eigentliches Bega-Wort zu

sein scheint, sondern vielleicht nur eine andere Aussprache des

arabischen Wortes Gārrat sein möchte, wie die zum Gerben verwandten

Hülsen der _Acacia nilotica_ genannt werden.

_Erklärung der Abbildungen._

Taf. VII. 1. Ein blühender Zweig, nat. Gr. 2. Ein Blüthenköpfchen. 3.

Blüthe und Pistill. 4. Fruchtknoten. 5. Staubgefäss. 6. Deckblättchen.

(vergr.)

Taf. VIII. 1. Ein fruchttragender Zweig. 2. Eine grössere Hülse. 3.

Zweig mit grossen Dornen. 4. Geöffnete Hülse. (Alle in nat. Grösse.)

Aufzählung und Beschreibung der Acacien-Arten des Nilgebiets · 第 8 / 48 题