Arbor mediocris cortice pallide-flavescente in ramis dense hirto-
villosissimo; spinis brevibus rectis latere 2-angulatis apice fuscis
basi tomentosis; foliis bipollicaribus pubescentibus vel puberulis
pinnis 10-15-, rarius 6-jugis; foliolis 20-30-, rarius 17-jugis parvulis
linearibus obtusis longitudine latitudinem 5 superantibus petiolo
communi 4-5ies glanduloso, inflorescentia coaetanea capitulis globosis
albidis, pedunculis in axillis 3-5 aggregatis vel paniculam longam
efoliatam formantibus 1-ad semipollicaribus ipsa basi bracteatis
tomentosis, leguminibus? . . .
_Nomen vern._: Tsche’a.
_Habitat_: In Abyssiniae provincia Tigre, prope Adoam in monte Kubbi et
prope Mendel.
Nach den Exemplaren zu urtheilen, welche mir vorlagen, gehören hierher
sowohl die unter Nr. 1813 der dritten Section der SCHIMPER’schen
Sammlung als _A. abyssinica_, als auch die unter Nr. 382 der ersten
Section derselben Sammlung als _Mimosa Habbas_ vertheilten, trotz der
gegentheiligen Ansicht BENTHAM’s, welcher unter letztgenannter Nummer in
W. HOOKER’s Herbar eine ganz andere Pflanze gesehen haben will. Die
Exemplare von Nr. 382, die ich sah, unterschieden sich von denen der Nr.
1813 nur durch 5-jochige Primär- und durch 17-jochige Secundär-Fiedern,
trugen aber im Wesentlichen dieselbe Behaarung, die gleichen Dornen und
Blüthen.
Diese Art erscheint auf den ersten Blick der _A. spirocarpa_, namentlich
der var. β. _major_ ausserordentlich ähnlich, unterscheidet sich indess
von derselben durch die gelbliche Farbe der Rinde an den Zweigen, sowie
die mit mehr oder minder langen, unter der Pubescenz hervortretenden
Borsten, durch die Dornen, welche meist verkümmert und nicht länger als
½ Zoll angetroffen wurden, aber stets gerade, nie mit hakig gekrümmten
abwechselnd und an den Seiten mit zwei scharfen Kanten sich zeigten, am
meisten aber durch den Mittelnervstiel, welcher nicht nur unmittelbar
unter dem untersten Fiederjoche, sondern auch zwischen den 4 obersten
Fiederpaaren ziemlich grosse, napfförmige Drüsen trägt. Bei _A.
spirocarpa_ dagegen hat der Mittelnervstiel nur an seiner Basis und vom
untersten Fiederjoche entfernt eine Drüse aufzuweisen.
Die Blüthen sind sehr ähnlich wie bei _A. spirocarpa_ gestaltet, die
Stiele der Köpfchen indess erscheinen stets unmittelbar an ihrer Basis
mit einem festen, 2-4-zähnigen Bracteenring besetzt, während bei _A.
spirocarpa_ ein solcher im unteren Viertel oder Drittel ausnahmsweise
auch in der Mitte desselben zu sitzen pflegt.
Kelch, Blumenkrone und Staubfäden sind wie bei _A. spirocarpa_, auch
erscheint der der Blüthen beraubte Blüthenboden mit vielen
spathelförmigen, an der Spitze breiten und stark gewimperten
Deckblättchen besetzt.
A. RICHARD versetzte die beiden citirten Nummern der _A. abyssinica_ mit
Unrecht unter die _A. arabica_ W., von welcher sie durch die meisten
Merkmale abweicht.
BENTHAM vermuthete, dass zur _A. abyssinica_ die in der 2. Section unter
Nr. 940 als _Inga Nefasia_ vertheilten Fruchtexemplare gehörten, wogegen
jedoch sowohl das Aussehen der Blätter, als auch die Form der kleinen
Stipular-Dornen zu sprechen scheint.
_Acacia tomentosa_ W., im Habitus dieser Art ähnlich, unterscheidet sich
von ihr durch grössere Blätter und durch den in der Mitte oder an der
Spitze mit einem Bracteenringe versehenen Stiel der Blüthenköpfe.