»Wenn man's so bedenkt,« sagte Legs nach einer kleinen Pause

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Sperrung: =gesperrter Text=

Antiquaschrift: _Antiquatext_

Inselwelt.

Gesammelte Erzählungen

von

Friedrich Gerstäcker.

Erster Band.

=Indische Skizzen.=

Leipzig,

=Arnoldische Buchhandlung.=

1860.

Inhaltsverzeichniß vom ersten Bande.

I. In der Südsee.

Seite

Der Wallfischfänger 1

Die Bootsmannschaft 82

Der Schooner 168

II. Im Ostindischen Archipel.

Der Balinese 249

Der Menschentiger 313

Der Khris 374

I.

In der Südsee.

Der Wallfischfänger.

1.

In der weiten und bequemen Corallenbai von Monui, einer der

Tonga-Inseln, ankerte im Januar des Jahres 18** ein englischer

Wallfischfänger, die »_Lucy Walker_«, Provisionen, Holz und

Erfrischungen einzunehmen, und da sich die Eingeborenen ziemlich

freundlich gezeigt, hatte die Mannschaft in Abtheilungen Tag nach Tag

Erlaubniß bekommen, an Land zu gehen und mit den Eingebornen zu

verkehren.

Der Capitain selber, ein junger Mann, der seine erste Reise als Führer

eines Schiffes machte, war viel zu entzückt von dem wundervollen Land,

das er betreten, seine Freiheit nicht ebenfalls soviel als möglich

benützen zu sollen, und unter den freundlichen Menschen, von dem alten

Häuptling selber auf das herzlichste aufgenommen, vergingen die Tage in

Zauberschnelle. Er schien zuletzt zwar ganz vergessen zu haben, daß er

des Wallfischfanges wegen in diese Breiten gekommen und selber gehen

müßte die Fische aufzusuchen, wenn er überhaupt deren fangen, und sein

Schiff voll Öl bekommen wollte.

Die Scenerie allein trug aber nicht die Schuld. Hua, Toanonga's

liebliches Töchterlein, hatte sein Herz mit einer Leidenschaft

entflammt, der er sich selber im Anfang nicht klar bewußt war, die aber

mit jedem Tage mehr Überhand gewann. Ja, je mehr ihm Gelegenheit geboten

wurde, sich dem Gegenstand derselben zu nähern, und je weniger nah er

doch demselben dadurch kam, vergaß er zuletzt selbst seine Pflicht gegen

sein Schiff sowohl, wie seine Mannschaft, um noch immer kurze Zeit

länger in der verführerischen Nähe des holden Mädchens zu weilen.

Hua[1], nach ihrem heiteren, fröhlichen Wesen so genannt, sah den

fremden jungen Mann gern bei sich, der ihr, der Tonga-Sprache vollkommen

mächtig, noch von früheren Reisen her, viel von fremden Ländern und

Völkern erzählen, und mit dem sie lachen und sich freuen konnte. An eine

ernstere Neigung dachte sie nicht, denn sie wußte recht gut, daß solche

Schiffe nur immer auf kurze Zeit an eine ihrer Inseln anlegten und

dann wieder fortfuhren, vielleicht nie mehr zurückzukehren -- was hätte

ihr seine Liebe genützt? Überdem war sie schon dem jungen Häuptling

eines Nachbarstammes versprochen, der jeden Tag eintreffen konnte, sie

abzuholen. Die Zeit bis dahin war ihr denn auch schon recht lang

geworden, und etwas Erwünschteres hätte gar nicht kommen können, als das

fremde Schiff mit den weißen, wunderlichen und doch so freundlichen

Männern.

Toanonga befand sich am Besten dabei; der junge Engländer brachte, um

ihn sich beliebt zu machen jeden Tag neue Geschenke, und er sah sich

dadurch bald in dem Besitz einer so bedeutenden Anzahl von Nägeln,

Glasperlen, kleiner Spiegel, Messer, Beile, Kattun, und vor allem Andern

Tabak, dessen Gebrauch er auch schon kennen gelernt, daß er schon

anfing, sich als einen Capitalisten zu betrachten, der sich nun bald von

seiner beschwerlichen Häuptlingsschaft werde in das Privatleben

zurückziehen können, von seinen Renten zu leben.

So angenehm nun aber auch ein solches Leben der Mannschaft des

Wallfischfängers war, der sich, nach dem beschwerlichen Dienst an Bord,

ein förmliches Paradies hier öffnete, so bedenklich schüttelten die

Officiere -- Harpuniere und Bootsteuerer -- darüber den Kopf. Eine

Zeitlang hatten sich diese wohl mit ruhigem Behagen dem Stillleben der

Inseln hingegeben; als dies aber immer noch kein Ende zu nehmen schien,

gedachten sie auch ihres eigenen Nutzens, und wünschten ihr Geschäft

wieder aufzunehmen, wegen dem sie doch eigentlich an Bord gegangen

waren: nämlich Geld durch den Fang der hier muthwillig versäumten Fische

zu verdienen.

Zuerst erinnerte der erste Harpunier den Capitain, daß es später und

später in der Jahreszeit würde, und sie schon gar nicht mehr daran

denken dürften, ihrer ersten Absicht nach, Neuseeland anzulaufen. Die

Mahnung half aber weiter nichts, als daß der Capitain noch einmal sechs

Klaftern Holz bei den Eingebornen bestellte, zu denen diese, wie er

recht gut wußte, fast eben so viele Wochen brauchten, es zu schlagen,

und doch hatten die Leute an Bord schon jetzt alle Winkel und Ecken

davon vollgestaut, -- doch traten endlich die Officiere zusammen und

erklärten ihrem Vorgesetzten, daß sie ihm allerdings gehorchen und so

lange hier bleiben müßten, wie er es für gut fände, daß sie aber bei

ihrer Zurückkunft nach Liverpool jedenfalls Beschwerde oder vielmehr

Klage auf Schadenersatz für versäumte Zeit gegen ihn einreichen

würden, wenn er jetzt nicht bald wieder die Anker lichte.

Capitain Silwitch, so zum Äußersten getrieben und sich seinen Leuten

gegenüber auch im Unrecht fühlend, beschloß nun einen entscheidenden

Schritt zu thun, und Toanonga selber um die Hand seiner Tochter zu

bitten. Einer ihrer heidnischen Trauungsceremonien konnte er sich, als

höchst unbedeutender Christ, leicht unterwerfen, und ehe er die

Heimfahrt antrat, was noch ein paar Jahr dauern mochte, fand sich immer

eine Gelegenheit, das Mädchen, wenn auch nicht genau an diese, doch

vielleicht an eine der Nachbarinseln wieder abzusetzen -- mit nach Hause

durfte er sie natürlich nicht nehmen.

Toanonga saß mit Hua auf einer großen, aus langem Gras feingeflochtenen

Matte, vor seiner Hütte, im Schatten eines gewaltigen Toa-Baumes, der

mit dem Duft seiner Blüten die ganze Nachbarschaft erfüllte. Es war ein

reizender Platz, gerade an der Mündung eines kleinen, aus den Höhlen

kühl und plätschernd niedersprudelnden Bergbachs, der sich die klare

Bahn unter wehenden Palmen und über moosiges Gestein brach und Blumen

und Früchte als Tribut dem Meere zuführte. Mächtige Cocospalmen

schüttelten ihre federartigen, rauschenden Kronen über seiner Fluth und

die hohen, stattlichen Mapebäume mit ihren breiten, magnolienartigen

Blättern und wunderlich geformten Stämmen[2] deckten und beschatteten

niedere Haine fruchtbeladener Orangen und Citronen und duftender

Blütenbüsche, die durch sie gegen die sengenden Strahlen der Sonne

geschützt wurden.

Das Haus des Häuptlings war nur wie das seiner geringsten Unterthanen

aus trockenen, gelben Bambusstäben aufgerichtet, und mit

Zuckerrohrblättern fest, aber doch luftig und vollkommen regendicht,

gedeckt. Ein kleiner dabei angelegter und mit dicht gesteckten dünnen

Stangen umzäunter Garten (eine Quantität wild herumlaufender Ferkel

daraus fern zu halten, denen der Besuch des Hauses jedoch vollkommen

frei zu stehen schien) enthielt Reihen gepflanzter Bananen und sogar

einige Yams, und in feuchten Gruben gezogene Taro-Pflanzen, während

dichtgesteckte Brotfruchtbäume, die jedoch auch überall wild gediehen,

die Hauptnahrung der Insel anzeigten und ihre wohlthätigen Äpfel vor die

Thür ihres Eigenthümers niederschütteln.

Toanonga schwelgte in der Verdauung eines eben genossenen vortrefflichen

Frühstücks, eines mit heißen Steinen gerösteten Ferkels und _Me_[3], und

dieser gleichsam eine höhere Weihe zu verleihen, hatte er einen Theil

der erhaltenen Geschenke, besonders eine Anzahl Nägel und Glasperlen,

einige Uniformknöpfe und vor allem Andern einen zerbrochenen Sporn, an

dem das Rädchen aber noch gut war und wirbelte, vortrefflich vor sich

ausgebreitet und betrachtete sie mit augenscheinlicher Genugthuung und

Freude.

Capitain Silwitch hätte wirklich keinen glücklicheren Moment für seine

Werbung treffen -- und keinen unglücklicheren Erfolg haben können.

Eine ganze Jagdtasche voll Geschenke für den König; Gegenstände, als ob

ein Trödler seine Bude ausgeräumt und den Schutt zurückgeworfen, die

Quantität vielleicht an den Eisenhändler zu verkaufen. Dazwischen fanden

sich ein paar buntblitzende, blaue, großbeerige Glaskorallen, von

enormem Gewicht; ein kleiner, gesprungener Rasirspiegel, eine unechte

goldene Quaste von irgend einer Gardine, ein Argentan-Löffel und

besonders eine plattirte Schuhschnalle bildeten aber die

Hauptbestandtheile der Masse, die er, Hua dabei freundlich zulächelnd,

vor dem erstaunten _Hou_ -- Häuptling der Insel -- und auf die Matten zu

den Knöpfen und Perlen schüttete.

»Tangaloa[4] segne mich!« rief der würdige Toanonga, als er die

unvermutheten Schätze aus dem ganz unscheinbaren Lederbeutel auf sich

förmlich herabregnen sah, ohne in dem Augenblicke eine Ahnung zu haben,

welchem glücklichen Ereignisse er diese fabelhafte Freigebigkeit des

fremden weißen Mannes verdanke, -- »der Fremde hat sein ganzes Canoe

geplündert, die Augen seines Freundes mit seinen Schätzen glücklich zu

machen, Si-li-wi« -- (eine natürliche Verunstaltung des Namen Silwitch,

da die Insulaner nur sehr schwer zwei Consonanten hinter einander in

einer Silbe aussprechen können) »soll Brotfrucht und Cocosnüsse, Bananen

und Taro, Ferkel und Fische haben, so viel er will auf sein Schiff.

Si-li-wi ist ein Ehrenmann und darf sich eine Gnade erbitten.«

»Und gebe Gott, daß du sie erfüllst, würdiger Greis,« sagte der junge

Mann halb lachend, halb verlegen, »ich komme allerdings heute Morgen mit

einer großen Bitte an dich, oder eigentlich an -- Hua an deiner Seite,

deren Erfüllung mich unendlich glücklich machen würde.«

»An mich?« fragte Hua erröthend, während sie von ihrer Matte aufsprang

und den Fremden überrascht ansah; »willst du noch mehr von den

wunderlichen weiß- und rothgefleckten Corallen, die wir in der Bai da

drüben gesucht? oder soll ich dir Perlen holen lassen, unten vom Grund

herauf? Ich weiß auch --«

»Halt, halt, Mädchen, mach mich nicht toll mit deinen freundlichen

Worten!« bat der junge Mann abwehrend. »Es ist mehr als alles Das, und

nun, Toanonga, soll es auch heraus, denn lange Reden bin ich doch nicht

im Stande zu machen. Hier sind die Geschenke, du sollst noch mehr

haben, Tabak, Feuerwasser, Messer, Beile, Kattun -- auch ein Gewehr hab'

ich für dich bestimmt, das den Blitz und Donner in sich trägt, und womit

du deine Feinde besiegen und dir unterthan machen kannst.«

»_Mea fanna fonnua_[5]?« rief Toanonga rasch, der bei der Aussicht auf

solchen Besitz alles Andere in dem Augenblick vergaß. »Wäre nicht übel;

Toanonga möchte ungemein gern _Mea fanna fonnua_ haben.«

»Und du giebst mir Hua?« rief der Engländer rasch und freundlich.

»Hua?« sagte der alte Häuptling erstaunt, während das Mädchen bestürzt

und erröthend dabei stand und kein Wort zu erwidern wagte. »Hua gehört

nicht mein, kann ich nicht vergeben; gehört _Tai manavachi_, ist _Tai

manavachis ohana_.«

»_Ohana?_« wiederholte der junge Mann bestürzt und erschreckt, denn das

Wort bedeutet in der Tongasprache Braut sowohl als Frau. »_Ohana?_ --

seit wann?«

»Bah, nicht so lange,« sagte der Alte kopfschüttelnd und die vor ihm

ausgebreiteten Geschenke ein wenig mehr nach sich herüber schiebend,

als ob er eine ungewisse Ahnung hätte, daß der Fremde, wenn er den

angebotenen Tausch =nicht= eingehen wolle, diese am Ende auch wieder

zurückziehen könne. »Muß heute oder morgen kommen, sie zu holen.«

»Holen? -- wohin?«

»Nach Tongatabu -- große Insel, großer Häuptling,« setzte der Alte mit

einiger Selbstzufriedenheit hinzu; »wird _Ohana_ dort und bekommt große

Strecke Land.«

»=Wird= _Ohana_?« rief Silwitch aber, denn noch ein Strahl von Hoffnung

dämmerte, also =ist= sie noch nicht seine Frau, und wenn mich Hua lieber

hat, als den braunen Burschen, da denk' ich, soll sie sich bei mir so

wohl befinden, wie bei _Tai manavachi_, -- Und was sagt Hua selber? --

komm her Mädchen und sag' deinem Vater, daß du mir gut bist und mich zum

Mann haben willst.«

»Ich dich zum Mann haben?« lachte aber die Schöne schelmisch, während

ihr ein noch höheres Roth Wangen und Nacken färbte, »und wer hat dir das

gesagt, _Muli_[6]?«

»Nenn' mich nicht =fremd=, denn ich bin es nicht mehr!« rief der

Engländer bittend. »Wenn du es mir auch noch nicht mit klaren Worten

gesagt, hat es doch jeder Zug deines Angesichts, selbst der Ton deiner

Stimme, der Blick deines Auges schon gesprochen!«

»Und willst du hier bei uns bleiben auf der Insel, und dein Schiff

verlassen?« frug der alte Häuptling vorsichtig.

»Mein Schiff verlassen? -- jetzt? -- nein, das geht nicht,« sagte der

Fremde rasch, »ich muß nach Norden hinauf und Fische fangen, aber im

nächsten _Liha mua_[7] komme ich zurück mit Hua, wieder bei Euch zu

wohnen.«

»Mit Hua?« rief der Alte erstaunt und mit eigenthümlichen, halb ernsten,

halb drolligen Zug um die Lippen -- der tolle _Muli_ wär's im Stande. --

»Wolltest du das Mädchen mitnehmen auf dein Schiff?«

»Gewiß will ich,« rief der Seemann rasch, »und sie soll's gut haben bei

mir, und die Welt sehen. Toanonga, ich liebe deine Tochter so heiß und

glühend, wie ich dir es gar nicht beschreiben kann, und du =mußt= sie

mir zum Weibe geben.«

»=Muß= ich, so?« lachte der Alte gutmüthig; Hua aber, noch mehr

erröthend, sagte leise und vorsichtig unter den halbgesenkten Wimpern zu

ihm aufschauend.

»Und wenn Hua nun nicht will?«

»Du nicht wollen, Mädchen, und weshalb?« rief der junge Mann bittend.

»Und _Tai manavachi_?«

»Bah, _Tai manavachi_!« rief der Engländer verächtlich, »was schirt der

=mich= -- er soll kommen und dich holen, wenn ich dich erst einmal

habe.«

»Er ist ein tapferer Krieger!« rief aber der Alte jetzt rasch, »und hat

seinen Namen danach bekommen. -- Schlimm für den Feind, dessen Fährte er

folgt.«

Silwitch schüttelte den Kopf ärgerlich.

»Damit kommen wir nicht weiter,« rief er rasch; »ich frage dich,

Toanonga, ob du mir Hua zum Weibe geben willst?«

»Warum frägst du nicht Hua selber, ob sie dich haben will?« sagte der

Alte mit seinem trocknen Lachen.

»Weil ich ihrer Liebe gewiß bin,« rief der Engländer leidenschaftlich;

»sie wird mit mir gehen, wenn =du= ihr die Erlaubniß giebst!«

»Frag' sie,« war Alles, was Toanonga erwiderte. Der junge Engländer

wandte sich rasch dem schönen Mädchen zu, und streckte den Arm nach ihr

aus, aber Hua wich ihm rasch und entschlossen aus und rief:

»Nein -- nein -- ich bin die Braut eines Andern, fort mit dir,

_Pagalangi_[8], was willst du von mir?«

»Hua!« rief aber der junge Seemann erschreckt. »Hua, ich kann nicht

leben ohne dich und muß dich mein nennen, wende dich nicht ab von mir

und sei mein Weib.«

»Du bist unser Freund gewesen,« sagte das Mädchen ernst und fast traurig

mit dem Kopf schüttelnd, »und wir haben dich und die Deinen freundlich

aufgenommen, was willst du mehr? Ich passe nicht zu euch, zu euren

Sitten, eurer Sprache, eurer Religion, nicht zu den wilden Männern auf

deinem Schiff. Ich will auf diesen Inseln bleiben, die meine Heimat

sind.«

»=Meine= Einwilligung hast du,« lachte Toanonga in seiner trockenen

Weise; »ich hab' es dir vorher gesagt.«

»=Deine= Einwilligung hab' ich, Toanonga?« rief Silwitch rasch und in

furchtbarer Aufregung, durch den Spott vielleicht nur noch mehr gereizt.

»Ja, die hast du,« nickte der Alte lachend, »aber Hua will nicht.«

»Sei nicht so bös, weißer Mann,« sagte aber das Mädchen jetzt

freundlich, ihm die Hand entgegenstreckend, »sieh', was würde _Tai

manavachi_ sagen, wenn er käme und fände mich als das Weib eines Andern;

bliebest du selbst bei uns auf der Insel, die ich nun einmal nicht

verlassen kann und will. Hua sieht dich gern, aber sie kann dir nie

angehören.«

Silwitch nahm die Hand und drückte sie in heftiger Aufregung, barg dann

die Augen kurze Zeit in seiner Linken, und Toanonga sah, wie er einen

heftigen Kampf mit sich selber kämpfe; aber er bezwang sich und als er

den Kopf wieder hob, sagte er ruhig und gefaßt:

»Es ist gut, Hua; wenn du mich nicht haben willst, kann ich dich nicht

zwingen, aber -- ich hatte es gut mit dir gemeint und -- du hast mir weh

-- recht weh gethan. Das ist jetzt vorbei und ich werde nun wieder

fortsegeln von hier, und wahrscheinlich nie -- nie wieder zurückkehren,

nach _Monui_ -- Wirst du noch manchmal meiner dann gedenken?«

»Wenn ich ein Segel am Horizonte sehe, werde ich wünschen, daß es das

deine ist,« sagte Hua in ihrer einfachen Herzlichkeit, ihm treu und

kindlich dabei in's Auge schauend.

»Und wann willst du gehen, _cowtangata_[9]?« frug der Alte jetzt,

anscheinend gleichgültig, aber vielleicht mit dem unbestimmten Wunsch,

das Gespräch auf einen fernen Gegenstand zu bringen, und nicht auf die

noch vor ihm ausgebreiteten Geschenke zurückzuführen, die er eines nach

dem andern, vorsichtig und sorgfältig hinter sich und aus Sicht brachte.

»Ich weiß es noch nicht,« erwiderte der Engländer ruhig; »ich habe noch

Holz bei deinen Leuten bestellt, das ich zuerst an Bord nehmen möchte.

Willst du mich los sein?«

»Nein, nein, bewahre!« rief der Häuptling rasch und erschreckt; »du bist

willkommen, so lange auf der Insel zu bleiben, wie es dir gefällt --

nachher kannst du gehen. -- Und wollen die _Pagalangis_ selber ihr Holz

schlagen?«

»Nein, ich habe deine Leute schon dafür bezahlt,« sagte der Engländer,

»und glaube sie sind mitten in der Arbeit; bis morgen Abend soll ich es

an Bord haben.«

»Es ist gut -- ich will es dir wünschen,« erwiderte der Alte mit einem

etwas zweideutigen Lächeln. Ob es Silwitch aber bemerkte oder nicht, er

schaute einen Augenblick sinnend vor sich nieder, nickte dann mit einem

kaum unterdrückten Seufzer Hua, etwas lebendiger ihrem Vater zu, und

schritt mit verschränkten Armen und gebeugten Hauptes langsam dem

Strande zu, wohin er sein Boot beordert hatte, ihn wieder an Bord zu

rudern.

2.

Die Bootsmannschaft hatte sich indessen, auf ihren Capitain wartend, die

Zeit bestmöglichst vertrieben, Cocosnüsse abgepflückt, Orangen

ausgesogen, getrunken, und sich dann, in den Schatten eines

engverwachsenen Pandanus-Dickichts auf den bröcklichen, fast

pulverisirten Corallenboden niedergeworfen, sich von den Anstrengungen

des Fruchtsammelns zu erholen.

Es waren lauter englische Matrosen, und nur ein Schotte unter ihnen,

Namens Mac Kringo, scherzweise gewöhnlich Lord Douglas genannt. Das

Gespräch drehte sich aber natürlich um das herrliche Leben, das sie

hier geführt und das, wie sie jetzt fast fürchten mußten, bald ein Ende

nehmen würde, wenn sich der Capitain nicht, trotz den Officieren, noch

einmal anders besänne und doch am Lande bliebe.

»Hol's der Teufel, Jungen!« sagte der eine Matrose, den die andern

seiner ungemein großen Vorliebe für Fische wegen und in einer

sonderbaren Verwirrung der heiligen Schrift =Jonas= nannten, »wenn ich

Capitain der »_Lucy Walker_« wäre, ich wollte den Teufel thun und ihr

Kupfer so rasch wieder gegen Eisschollen reiben, wo ich selber hier

einen solchen capitalen Hafen gefunden hätte. Der Böse mag sich die

Wallfische selbst fangen, wenn er sie haben will, ich bin nicht

eigennützig, und gönne ihm gern den Verdienst.«

»Das glaub' ich, daß =du= den Wallfischen das Wort redest, Jonas,«

lachte Mac Kringo, ihn von der Seite anblinzend, »bei dir ist's alte

Anhänglichkeit.«

»Ah bah, mein _bonny scotsman_,« brummte aber der Engländer, »wenn du

nichts Besseres weißt, so bleib mit deinen abgedroschenen Witzen zu

Hause; die sind auf meinem Namen schon lange stumpf geworden. Gieb uns

aus deinem allzeit fertigen Hirn einen Rath, wie wir anständiger Weise

hier bleiben können, denn zum Weglaufen ist die Insel zu klein, und ich

will dir dann zugestehen, daß du wirklich Grütze im Kopfe hast. Bis

dahin aber laß mich zufrieden, mit dem was du =glaubst= oder nicht; sag'

uns, was du =weißt=.«

»Guter Rath wäre da nicht das erstemal an Narren fortgeworfen,« brummte

der unhöfliche Schotte ärgerlich in den Bart, »und wenn der liebe Gott

herunterkäme und euch sagte, wie ihr's machen solltet, hättet ihr noch

drei Bedenken und fünf Aber. Nein, geht mir fort; mit euch ist nichts

anzufangen, und =wenn= ich das wüßte, ich behielt's für mich.«

»Wenn er was wüßte,« spottete ein Anderer, »_Legs_« -- »Beine« -- von

einem Paar etwas kurzer und eingebogener Extremitäten so genannt. »Lord

Douglas thut wahrhaftig, als =ob= er etwas im Hinterhalt hätte und uns

nun nicht für würdig hielt, die Geschichte mit anzuhören. Das ist das

billigste Mittel jedenfalls, dick zu thun. Nein, Kinder, unsere Zeit ist

abgelaufen und ich müßte mich, nach allen Vorbereitungen zu urtheilen,

sehr irren, wenn wir nicht schon morgen Abend um diese Zeit wieder

unsere regelmäßige Wacht gehen und uns die Hälse abdrehen, nach den

Schwarzkitteln auszuschauen. Wasser und Provisionen sind genug an Bord,

und auf das bestellte Holz kommts dann gerade auch nicht so sehr an, ob

wir das einwerfen oder nicht. Der Raum ist überdies so voll, daß wir's

eine Zeitlang mitten auf Deck und im Weg lassen müßten, und der erste

Harpunier würfe die verfluchten Scheite eigenhändig über Bord, wenn er

sich ein einzigesmal die Schienbeine daran stieße.«

»Ja, auf =unsere= Schienbeine würd' es da auch nicht besonders

ankommen,« knurrte ein Anderer, der den allerdings nicht empfehlenden

Beinamen _Lemon_[10] hatte, weil er fortwährend und selbst bei seinem

allerdings sehr seltenen Lachen genau solch ein Gesicht schnitt, als ob

er ganz plötzlich aus Versehen in eine Citrone gebissen hätte. »Es ist

eine verwünscht kuriose Einrichtung in der Welt, man mag's betrachten

wie man will, und wir armen Matrosen ziehen immer den Kürzern. Schon

beim Vertheilen, wir haben den hundertzwanzigsten, der Capitain hat den

achtzehnten Theil, und wer fängt die Fische, wir oder er?«

»Nun, =du= nicht, Lemon, mit deinem ewigen Raisonniren,« brummte der

Schotte, »denn wenn dir nicht jedesmal beim Anrudern das Maul verboten

würde, kämen wir auch jedesmal zu spät zum Zulangen.«

»Zankt euch nicht noch den letzten Tag, den wir vielleicht an Land

sind,« fiel Jonas hier rasch ein, als er sah, daß Lemon boshaft darauf

erwidern wollte; »hier, mit festem Boden unter uns, sind wir doch Alle

gleich, und die vom Lande fragen nicht darnach, ob wir an Bord den

achtzehnten oder hundertachzigsten Theil bekommen. Jungens, Jungens, mir

bricht das Herz ordentlich, wenn ich daran denke, daß wir hier fort

sollen.«

»Herzbrechen?« knurrte Lemon, »das wäre der Mühe werth; kommt auch gar

nicht vor in der Welt, daß Einem das Herz bricht, und ich weiß nur einen

einzigen Fall, wo wirklich einmal Jemand an gebrochenem Herzen gestorben

ist.«

»Aus =deiner= Bekanntschaft?« rief Jonas ungläubig.

»Aus =meiner= Bekanntschaft,« erwiderte der Matrose ruhig; »es war der

»lange Tom«, wie wir ihn nannten, der hatte in Bristol, wo wir damals

vor Anker lagen, mit einem andern Kameraden, ich weiß nicht mehr um was,

gewettet, er wollte einen verdammt schweren Wurfanker von seinem Dock

bis zu dem, wo unser Schiff lag, ohne abzusetzen, tragen -- und er trug

ihn auch, aber -- er lebte keine fünf Minuten mehr -- der Anker hatte

ihm das Herz gebrochen.«

Die Anderen lachten, der Schotte blinzte Jonas aber heimlich und

verstohlen mit den Augen an, und sah nach den Busch hinüber, ein

Zeichen, das dieser zu verstehen schien, denn er warf erst einen

flüchtigen Blick auf seine Kameraden, ob ihn Niemand beobachte, und

nickte dann zurück, daß er kommen werde.

»Wenn man's so bedenkt,« sagte Legs nach einer kleinen Pause, die

Augenbrauen fest zusammengezogen, und mit kleinen Stücken Coralle, die

er vor sich aufnahm, nach einer noch unreifen, am Boden liegenden Orange

werfend, »wenn man's so bedenkt, was wir da draußen in See für ein

Hundeleben führen, Tag und Nacht in Arbeit und Gefahr, mit schlechter,

salziger Schiffskost und knappem Grog, kein freundliches Gesicht zu

sehen als Lemon's, am Tag in einer Hundekälte zu rudern, daß Einem die

Arme mit den Wurzeln ausreißen möchten, und Nachts die verdammten

Stücken Blubber[11] an Deck zu werfen und auszukochen; einmal

halberfroren, einmal halb verbrannt, und wenn man nachher von einer

dreijährigen Reise zurück kommt, vielleicht noch mit zehn Pfund Sterling

Schulden im Buch für Kleider und Schuhwerk, das man haben mußte die Zeit

über, und dem Schiff zu bezahlen hat, als ob sie von Gold und Seide

gewesen wären, -- nein, das soll verdammt sein. Und dann dagegen hier

die rothen Schufte, was die für ein Götterleben in all ihren

Bequemlichkeiten führen; nicht rühren thun sie die faulen Knochen, als

vielleicht einmal auf einem Brotfrucht- oder Cocosnußbaum zu steigen,

oder einen Fisch mit der Holzharpune aus dem seichten Wasser zu holen,

die kleine Insel ist zum Überlaufen voll von hübschen Mädchen und man

kann den ganzen Tag in Hemdsärmeln gehn. -- Hol's der Henker, der liebe

Gott hätte mir keinen größeren Gefallen thun können, als mich ebenfalls

braun anzustreichen -- die Farbe hält besser, und was spart man an

Überzügen.«

»Ich hätte auch nichts dagegen!« rief ein Anderer, mit einer feinen,

kreischenden Stimme dazwischen, der eigentlich Roberts hieß, seines

Organes wegen aber gewöhnlich »Pfeife« genannt wurde, »denn auf das

Bischen Couleur wird Einem doch nichts zu Gute gethan; was will aber der

Mensch machen? Wir müssen doch immer noch Gott danken, daß er nicht in

den ganz schwarzen Topf gegriffen, denn dann wären wir geleimt gewesen,

zeitlebens.«

»Bah, was sind wir besser als Sclaven?« brummte Legs; »die können doch

wenigstens heirathen und an Land bleiben, und was können wir? Hol der

Teufel das Seeleben; wenn man eine Weile draußen ist, gewöhnt man sich

zuletzt daran, und es kommt Einem sogar manchmal ganz hübsch vor, wie

man aber nur wieder den Fuß auf festes Land, und besonders auf =solches=

Land setzt, ist auch der Teufel los und es zwickt und reißt Einen

wieder, daß man sich ordentlich die Beine festhalten muß, nicht davon zu

laufen.«

Der Schotte war indessen aufgestanden und am Strande hin, nach den

einzelnen Cocospalmen hinaufschauend, als ob er sich eine Nuß aussuchen

wolle, langsam in den dichten Busch geschlendert, der den Corallenboden

begrenzte, und Jonas erhob sich ebenfalls, zog sich den Bund seiner

Segeltuchhose auf, spuckte sein Priemchen aus und biß ein frisches ab

und setzte sich den auf der Erde verschobenen Hut wieder fester auf das

in kleine, krause Löckchen gedrehte Haar.

»Nun, dir wird wohl die Zeit lang,« sagte Pfeife, sich noch bequemer

ausstreckend und ein Bündel Cocosnußbast unter den Kopf schiebend,

weicher darauf zu liegen, »ich kann's abwarten -- zum Henker, daß man

nun nicht einmal das Glück hat, an irgend einer solchen Corallenbank

hier -- und Zeug ist genug da -- ordentlich auf den Strand und fest zu

kommen. Das wäre doch ein kapitaler Spaß, wenn wir nachher eine Colonie

gründeten und uns häuslich einrichteten -- ich weiß auch, wen ich

heirathete.«

»Ja, wenn wir einmal auf den Strand kommen,« knurrte Lemon dazwischen,

»so kannst du dich drauf verlassen, daß es auch im Schnee und Eis und

ohne Fausthandschuh ist; unser Glück kenne ich; rennen wir aber =nicht=

auf, so magst du Gift darauf nehmen, Kamerad, daß die »_Lucy Walker_«

droben noch drei volle Jahreszeiten[12] herumschwimmt, und nachher immer

noch nicht voll ist. Ich habe =meine= Hoffnung jetzt auch nur auf

nächsten Winter gesetzt, da wird »der Alte« schon dafür sorgen, daß wir

wieder hier anlaufen.«

Jonas hatte sich indessen, ohne weiter Theil an dem Gespräch zu nehmen,

ebenfalls langsam und scheinbar ohne besondern Zweck von der in dem

Pandanusschatten gelagerten Gruppe entfernt, und hier an einem Busch

schüttelnd, dort sich einen Zweig niederbiegend und vielleicht

abbrechend, kam er nach und nach aus Sicht. Dann aber eine Richtung

einschlagend, die ihn näher dorthin brachte, wo Mac Kringo vor ihm

verschwunden war, traf er auch diesen bald, seiner harrend, unter einer

kleinen Gruppe von Cocospalmen und Casuarinen, von wo aus er ihm winkte

hinanzukommen.

»Was zum Teufel hast du denn nur, Douglas,« sagte Jonas kopfschüttelnd,

als er das geheimnißvolle Wesen des Kommenden sah. »Du willst doch nicht

etwa auskneifen, mein Bursche? -- das gib auf, denn du weißt nicht, wie

dick der Capitain mit dem alten Häuptling ist, und wie er überhaupt nur

auf eine anständige Entschuldigung wartete, noch länger hier liegen zu

bleiben; der holte dich wieder und wenn er die ganze Jahreszeit darum

versäumen sollte.«

»Schrei doch nicht, als ob du ein Segel draußen bei einem steifen

Nordwester anrufen müßtest, Mate,« brummte der vorsichtige Schotte mit

gedämpfter Stimme; »es fällt mir nicht ein, solchen tollen Gedanken zu

haben, aber -- hättest du was dagegen, Kamerad, wenn wir hier an Land

blieben und Brotfrucht und Schweinefleisch rösteten, wie Christen,

anstatt hinter den alten, schmierigen Fischen herzufahren, wie ein Trupp

Narren, und für andere Leute, die zu klug sind, selber zu gehen, Brennöl

zu holen? -- Hättest du was dagegen, mir zu helfen einen gescheuten

Gedanken auszuführen, bei dem wir nicht die geringste Gefahr laufen,

wenn wir -- das Maul halten und unser eigenes Geheimniß bewahren

können?«

»Frag' mich, ob ich lieber Grog trinke, als Salzwasser,« knurrte der

Matrose; »laß die Vorrede und komm zur Sache, wenn du wirklich was hast,

denn der Alte kann alle Augenblicke herunter kommen und pfeifen und dann

müssen wir fort.«

»Gut, Jonas, ich will keine Umschweife machen,« sagte der Schotte leise,

vorsichtig noch einmal dabei den Blick umherwerfend, »aber schweigen

mußt du können, denn ein Bischen Gefahr ist am Ende doch dabei.«

»Unsinn, -- ich werde mir nicht selber die Schlinge machen, in die sie

mich hängen wollen,« sagte der Matrose mürrisch über die vielen

Vorreden.

»Nun, gut denn,« flüsterte der Schotte, »hast du die beiden Wraks

gesehen, die vor Honolulu lagen, wie wir dort waren?«

»Die Wraks von den zwei Wallfischfängern? -- gleich am Eingang vom

Hafen?«

»Dieselben.«

»Ja wohl; und was ist mit denen?«

»Du weißt, wie sie dorthin gekommen sind.«

»Es ist Feuer an Bord ausgebrochen, und die Schiffe sind verbrannt.«

»Und die Mannschaft?«

»Blieb nachher an Land, bis sie sich auf andere Schiffe verdingte,«

brummte Jonas, »so haben sie's mir da wenigstens erzählt; aber was hat

das mit uns zu thun.«

»Wirst gleich hören, Kamerad; wer hat die Schiffe angesteckt?«

»Angesteckt?«

»Nun ja, glaubst du, daß ein Schiff im Hafen so leicht von selber zu

brennen anfängt?« lachte der Schotte, »nein, wenn du's denn nicht weißt,

will ich dir's sagen; die Leute der beiden Wallfischfänger haben sich

den Gefallen selber gethan, und was in der weiten Welt hindert uns hier,

daß wir nicht dasselbe thun?«

»Was uns hindert? -- unser Hals,« sagte Jonas kopfschüttelnd, dem die

Idee zu rasch gekommen war, sie sogleich vollständig begreifen zu

können, »weißt du, mein Junge, daß sie uns einfach an die Raanocke[13]

aufhängen, wenn sie uns dabei erwischen?«

»Wenn sie uns erwischen, ja,« lachte der Schotte, »wer hat denn aber die

erwischt, die die Schiffe in der Bai von Honolulu angesteckt haben, heh?

-- Wer =kann= uns denn nachher überführen, wenn wir unsere Sache nur

einigermaßen klug anfangen. Nein, Jonas, mit einem Schwefelholz haben

wir's in der Gewalt, uns einen Aufenthalt auf diesen Inseln zu sichern,

so lang wie er uns behagt, und ich glaube, unser Alter selber wär' ganz

damit einverstanden, wenn er sich's nur eben dürfte merken lassen.«

»Aber die Andern?« sagte Jonas, schon halb unschlüssig mit der

verführerischen Aussicht vor sich, dem traurigen Leben an Bord eines

Wallfischfängers auf so leichte Art plötzlich enthoben zu werden.

»Würden uns auch nicht verrathen,« meinte der Schotte, »brauchen aber

auch gar Nichts davon zu erfahren; Muth haben sie doch nicht genug,

dafür einzustehen, und ein Paar von ihnen trau' ich nicht eine

Schiffslänge aus Sicht; Pfeife besonders, der Hallunke, ist mir ein Dorn

im Auge, und bleiben wir länger hier, spiel' ich dem auch noch einmal

einen Possen.«

»Und meinst du wirklich?«

»=Meinen=, Jonas?« rief Mac Kringo unwillig, »was ist da noch zu meinen

dabei? Etwas Einfacheres gibts auf der Welt nicht, und wenn du nur den

zehnten Theil so viel Courage hast, wie ich dir früher zugetraut, so

verlieren wir kein Wort weiter über die Sache, und schlafen morgen Abend

hier in einem Bambushaus am Strand in -- besserer Gesellschaft als dem

dumpfigen Blubberloch von einem Logiskasten. -- Nun, was sagst du, ja

oder nein?«

»Und wann soll das geschehen?« frug Jonas leise.

»Sobald wir die Gelegenheit dazu finden; wahrscheinlich heute Abend mit

Dunkelwerden, wenn der Koch sein Schaffen[14] fertig hat. Sie sitzen

dann Alle oben an Deck, die Officiere, die an Bord sind, kriechen auch

nicht draußen herum, und Einer kann unten Alles besorgen, während der

Andere nur oben Wache hält, daß er ein paar Minuten ungestört bleibt; du

magst Wache stehen, ich will selber das Übrige in Ordnung bringen. Bist

du damit zufrieden?«

»Hol's der Teufel, ja!« sagte Jonas, sich im Voraus bei dem Gedanken an

den Erfolg die Hände reibend, »stecken wir den alten Blubberkasten vor

seinem Anker an. Wetter noch einmal, was der für eine famose Fackel

machen wird!«

»Aber ruhig und keine Silbe zu --«

»Unsinn!« brummte Jonas; »werde mich hüten -- wenn wir aber nur unsere

Sachen retten könnten.«

»Nimm dich in Acht!« warnte ihn der Schotte, »damit hat sich schon

Mancher verrathen; wenns einmal brennt, ja, dann so schnell wie möglich,

und für ein Canoe in der Nähe will ich schon sorgen; aber vorher keine

Hand angerührt. Wenn =die= klug sind, da wollen wir nicht dumm sein.«

»Gut denn, heute Abend --«

Ein gellender Pfiff von der Gegend her, in welcher ihr Boot lag,

unterbrach ihr Gespräch, und Mac Kringo dem Andern zuwinkend, daß er

sich wieder dorthin begebe, wo er hergekommen, damit sie nicht zusammen

zum Strand zurückkehrten, lief rasch durch eine kleine Lichtung hin, die

freie Corallenbank weiter oben zu erreichen.

»Hallo, hier Douglas, Seelöwen und Haifische, wo steckt Ihr?« rief ihm

der Capitain, der in seinem Boot stand und ungeduldig nach ihm

ausgeschaut zu haben schien, schon von Weitem entgegen; »was habt ihr im

Busch zu thun, wenn ihr auf Bootswacht seid? -- Wo ist Jonas?«

»Ich wollte nur --«

»Ach, da kommt er; herein mit euch, -- Wetter noch einmal, das faule

Leben hier an Land scheint euch zu behagen; wartet, ich will euch Beine

machen, wenn ich euch wieder draußen in See habe, daß die Glieder

gelenk werden. Auf euere Sitze da vorn -- sind wir flott?«

»Alles in Ordnung, Sir --«

»Stoßt ab denn, und legt euch in die Riemen[15], meine Jungen. Ist schon

Holz heut von Land an Bord geschafft?«

»Nein, Sir!« sagte Jonas, der gleich hinten im Boot vor dem Capitain

saß, während die rasch eingesetzten Riemen das scharfgebaute Boot

pfeilschnell durch den glatten Wasserspiegel trieben; »haben nichts

gesehen.«

»Schon gut -- macht nichts!« lautete die kurze Antwort, und wenige

Minuten später lief das Boot unter die niederhängende Fallreepstreppe.

Der Capitain sprang an Bord und die Leute wollten damit unter ihre

Krahnen gehn, es wie gewöhnlich aufzuheben, die Ordre aber lautete: es

im Wasser zu lassen, da es wahrscheinlich gleich wieder gebraucht würde.

3.

Einer der Ungeduldigsten an Bord war der erste Harpunier, ein junger,

kräftiger Irländer aus Galvay-Bai und dort erst kurz vor seiner Abreise

verheirathet. Ihm brannte natürlich der Boden unter den Füßen, und er

wollte das Schiff wieder in See haben, Beute zu machen und nach Hause

zurückzukehren. Was half =ihm= das müßige Leben hier an Land.

Mit diesem hatte der Capitain, als er an Bord zurückkehrte, eine längere

Unterredung, die den Wünschen des jungen Iren auch vollständig

entsprochen haben mußte, denn er kam bald nachher mit fröhlichem Gesicht

gleich hinter dem Capitain an Deck und beorderte seine Bootsmannschaft,

sich fertig zu halten, kurz vor Sonnenuntergang an Land zu rudern, etwas

dort abzuholen. Die vier Matrosen mit dem Bootsteurer, die er

befehligte, waren ebenfalls seine Landsleute, und die Schiffsmannschaft

hatte deshalb das Boot auch das Irische getauft.

An Bord der »_Lucy Walker_« herrschte indessen rege Geschäftigkeit; ein

paar zum Ausbessern niedergeholte Segel wurden wieder angeschlagen, Taue

gespließt, Pardunen angespannt, das Deck klar gemacht und überhaupt

Manches vorgenommen, das auf einen baldigen Aufbruch schließen ließ. Als

zwei der Leute deshalb, Legs und Pfeife, dem Capitain selber, der mit

raschen Schritten auf seinem Quarterdeck auf- und abging, um kurzen

Urlaub an Land baten, der ihnen, in einzelnen Abtheilungen natürlich,

fast noch gar nicht verweigert worden war, schlug es ihnen dieser rund

ab und schickte sie wieder nach vorn an ihre Arbeit.

»Siehst du,« flüsterte da der Schotte seinem Kameraden Jonas, mit dem er

oben in den Marsen etwas nachzusehen hatte, zu, »siehst du, mein Junge,

daß ich eine gute Nase habe? Es ist die höchste Zeit für uns, unser

kleines Geschäft in Ordnung zu bringen, denn ich möchte jetzt kein Maul

voll Tabak gegen eine monatliche Löhnung wetten, daß wir nicht morgen

Früh mit Tagesanbruch Anker auf und Segel gesetzt hätten. Der Alte

dahinten zeigt wenigstens den besten Willen, aber wir Beide, denk' ich,

sollen ihm noch einen Strich durch die Rechnung machen. Das wär' ein

schöner Spaß, so auf einmal, ohne nur Abschied von unsern Freunden und

Mädchen am Land zu nehmen, wieder auf und davon und draußen

herumrackern; _nai my bonny child_, hier sind auch noch Leute, die ihre

Stimme dabei abzugeben wünschen, wenn sie auch nur eben den

hundertzwanzigsten Theil bekommen von dem Fang und das Ganze mit ihrem

Schweiß und Mark bezahlen sollen.«

»Am Ende will er gar noch heut Abend fort,« sagte Jonas leise; »nachher

wären wir aber die Angeführten.«

»Nein, das nicht,« beruhigte ihn der Schotte; »ich habe gehört, daß er

sich das Irische Boot bestellt hat, gegen Sonnenuntergang mit an Land zu

fahren, und dann kommt er immer vor vier Glasen[16] nicht wieder zurück;

aber auf morgen Früh hat er's abgesehen. Er frug uns ja auch, als wir

von Land zurückkamen, ob sie Holz an Bord gebracht hätten. Bah, so viel

für deine Berechnungen,« -- und er schnalzte höchst selbstzufrieden mit

den Fingern.

Jonas hatte indessen seine Arbeit oben beendet und mußte hinunter, wohin

ihm der Schotte bald nachher folgte; als sich aber die Sonne mehr und

mehr dem Horizonte näherte, wurde auch das Boot des ersten Harpuniers,

der vorher einen seiner Mannschaft nach oben zum Ausschauen geschickt

hatte, niedergelassen, und Legs, der in den Besahnwanten etwas

auszubessern hatte, sah mit Erstaunen, daß unter einer Matte, auf dem

Boden des Bootes, als sie durch die Einsteigenden zurückgeschoben wurde,

Waffen versteckt waren. Er hatte -- beschwören hätt' er's wollen, -- ein

paar Gewehrläufe darunter vorblitzen sehen? was zum Teufel war da wieder

im Wind?

Der Koch, die Abendmahlzeit noch vor Dunkelwerden am Deck beenden zu

können, und nicht gezwungen zu sein, in das dumpfige Logis

hinabzusteigen, war indeß in der Cambüse emsig beschäftigt gewesen Thee

zu kochen und Bananen und Brotfrucht zu braten, die mit dem kalten

Fleisch von Mittag her keine üble Schiffskost abgaben. Nachdem er vorher

bei dem jetzt commandirenden zweiten Harpunier die Erlaubniß eingeholt,

rief sein gellender, wohlbekannter Ruf bald darauf die Leute sämmtlich

nach vorn unter die Back, wo auf der Steuerbordseite des Schiffes die

riesige kupferne Theekanne qualmte und der sonst in breiter hölzerner

Mulde präsentirte harte Schiffszwieback jetzt fast vollkommen durch die

nahrhafte, in Scheiben geschnittene und geröstete Brotfrucht verdrängt

war.

Der Schotte setzte sich auch mit hin auf Deck und schenkte sich seinen

Thee in den breiten, niederen Blechbecher, der den Inhalt einer

gewöhnlichen Theekanne hätte mit Bequemlichkeit fassen können, vermißte

dann aber sein Messer und stieg in den Raum hinunter, wo er es heute

Morgen gebraucht und wahrscheinlich vergessen. Jonas indessen saß noch

nicht und hatte ein kleines Faß mit seiner Wäsche zu der großen Luke

gezogen, nahm die Hemden einzeln heraus, rang sie aus und legte sie auf

das um den Vormast gehende Nagelbret.

»Komm her, Jonas,« rief ihn Legs an, »hat den ganzen Tag nichts gethan

und jetzt, nun der Thee an Deck steht, fällt's ihm auf einmal ein, daß

er Hemden in der Brüh hat. Die Bananen werden kalt und schmecken nachher

schlecht.«

»Sie werden nachher gar nicht schmecken,« lachte Pfeife mit seiner

höchsten Stimme, »denn ich glaube wir werden damit eher fertig, wie er

mit seinen Hemden.«

»Glaub's, wenn man sie euch vorstellte,« brummte Jonas, mit einem halb

verschluckten Fluch; »aber der Koch hat noch mehr.«

»Hallo!« rief Pfeife aufspringend, »da will ich mir gleich noch eine

holen!« und er kam mit seinem Blechteller zur Cambüse, den Versuch

wenigstens zu machen.

»Sieh einmal das Wetter, das herauf kommt,« rief ihm hier der Koch zu,

der in der niederen Thür stand und mit dem Arm nach Osten hinüber

deutete; »zum Teufel das sieht schwarz aus, und sollte mich gar nicht

wundern, wenn da eine tüchtige Mütze Wind drein stäke. Jedenfalls gibts

Regen und wir thun besser die Luken zuzulegen; macht, daß ihr mit eurem

Essen da vorn fertig werdet.«

Der zweite Harpunier hatte indessen mit dem Fernrohr auf dem Quarterdeck

gestanden, und unverwandt nach der niedrig auslaufenden Landspitze

geschaut, hinter der das Boot vorher verschwunden war.

Mac Kringo stieg in diesem Augenblick die Luke herauf und als der Koch

auch gerade zusprang, nahmen sie die beiden genau passenden und

schließenden Lukendeckel, an den in den gegenüberliegenden Ecken

angebrachten eisernen Ringen und hoben sie in die Falze.

»Koch!« rief des Harpuniers Stimme in diesem Augenblicke von dem

Quarterdeck aus.

»Ay, ay, Sir!«

»Rasch dein Essen wieder fort und in die Cambüse -- _all hands on

deck_[17] -- große und Vormarsraae auf -- rasch mit euch, meine Jungen,

werft die Falle los! -- Nun, was steht ihr da, wie verhagelt? die

Marsraaen auf, und schnell, oder ich mache euch Beine!«

»Halloh, was ist nun los?« rief aber Legs, der eben einen Teller voll

glücklich erbeuteter heißer Bananen in Sicherheit bringen wollte und

jetzt nicht wußte, wohin damit, »was soll das heißen?« Es blieb ihm aber

nicht lange Zeit zur Besinnung, die Befehle folgten zu rasch

nacheinander, und während unter dem Singen und Schreien der Mannschaft

die schweren Raaen an ihren Ketten in die Höhe klirrten, schob und

schleppte der Koch rasch das Abendbrot der Leute bei Seite und jetzt

vorn in das Logis hinunter, damit er die Sachen nur einmal vor der Hand

aus dem Wege bekäme.

»An die Winde mit euch, rasch da vorn und ein Bischen lebhaft!« rief

jetzt der Officier, der nach vorn und mitten zwischen die Leute gekommen

war, von denen sich die meisten noch gar nicht von ihrer ersten

Überraschung erholen konnten, denn es fing ihnen jetzt wirklich an klar

zu werden, daß sie ohne Weiteres in See hinaus und die Insel verlassen

sollten; »munter, meine Jungen, munter!« rief der Harpunier, dabei auf

die Back springend, die Leute besser übersehen zu können, »her mit

eurem Pumpgeschirr, und nun laßt uns einmal sehn, wie rasch ihr den

Anker herauf bekommen könnt. Wetter, Jungen, es sind nur fünfundzwanzig

Faden Kette aus, mit denen müßt ihr ja nur so weglaufen können.«

»Den Teufel, Douglas!« flüsterte Jonas, in Todesangst an den Schotten

hintretend, diesem in's Ohr, »hast du's gethan? -- und jetzt sollen wir

in See, das wäre eine schöne Geschichte.«

»Hallo, da ihr Beiden!« rief in diesem Augenblick, und ehe noch der

Schotte etwas erwidern konnte, der Officier, dessen Adlerblick die

beiden Müßiggänger dort schon entdeckt hatte. »Hier Douglas -- herauf

mit dir, mein Mann, und löse das große Marssegel, und du, Jonas, auf die

Vormarsraae; marsch mit euch, und nachher die Bramsegel auch frei, und

du Bill, hinaus mit dir, und mach den großen Clüver los. Auf mit dem

Anker, auf meine Jungen! -- _Oh joli men hoy!_«

Widerspruch gegen die gegebenen Befehle war nicht möglich, obgleich fast

alle Matrosen erstaunt mit den Köpfen schüttelten und sich diese bald

abdrehten, um zu sehen, ob ihr Capitain noch nicht bald an Bord käme,

ohne den sie doch unmöglich in See gehen konnten. Einmal war es fast,

als ob Mac Kringo zögere, und er machte sogar eine Bewegung nach dem

Harpunier zu, aber er besann sich in demselben Momente, als dieser ihm

ein paar Kernflüche über seine Säumigkeit entgegendonnerte, und lief

jetzt rasch die Wanten hinauf nach oben, den gegebenen Befehl zu

erfüllen und die Segel zu lösen, die sie vielleicht bald Alle dem

Verderben entgegenführen würden. Gestehen =durfte= er ja nicht was er

gethan, er wäre gebrandmarkt gewesen auf Lebenszeit, wenn man ihm

wirklich das Leben geschenkt hätte, und die Kameraden --

»Ei, zum Teufel!« zischte er dabei zwischen den zusammengebissenen

Zähnen durch; »kröche ich jetzt zu Kreuz, die Schufte ließen keinen

guten Faden an mir, so lang sie mich hätten. Ich hab's nicht

meinethalben allein gethan, so mögen's die Anderen auch mit ausbaden.«

Die Ankerkette rasselte indessen, mit den raschen Schlägen des eisernen

Pumpgeschirrs, schnell an Deck, der Anker hing schon und das Schiff

trieb mit der ausgehenden Ebbe der Mündung der Bai zu.

»Boot ahoy!« rief da Einer der Leute an der Winde aus, der eben über die

Monkeyrailing das rasch anrudernde Boot erkennen konnte, und der

Harpunier drehte sich, das Teleskop, das er noch in der Hand hielt,

darauf richtend, schnell danach um.

»Flink, meine Jungen, flink!« rief er dabei; »hier hat's Eile -- Larbord

Seite da, Einer von euch, werft die Brassen los -- Koch! rasch dahinten,

die Brassen von den Nägeln -- Starbordseite große und Fockbrassen --

_belay that anchor_[18] -- so, genug! -- Marsbrassen -- so, genug! und

nun die Bramsegelschoten aus -- so, genug! So, nun auf mit dem Anker,

unter die Klüsen mit ihm, so rasch ihr laufen könnt. -- _Oh, joly men

hoy!_«

Der Schotte, der die Bramsegel gelöst hatte, kam jetzt rasch an den

Wanten herunter, als ihn der Harpunier sah.

»Hallo, da oben, Sir -- da du einmal gerade unterwegs bist, wirf den

Royal[19] los -- heda -- hast du's gehört, Bursche? hinauf mit dir, oder

ich werde dir Beine machen. Wenn ich keinen von den Jungen gleich bei

der Hand habe, wird es deinen faulen Knochen wohl auch nichts schaden,

einmal nach oben zu gehen. -- Alle Wetter, da sind sie -- das war Zeit,

daß wir fortkommen,« unterbrach er sich rasch, als plötzlich eine

förmliche kleine Flotte von Canoes um die Landspitze bog. Die

Aufmerksamkeit der Leute wurde aber rasch von dieser ab an Bord ihres

eigenen Schiffes gelenkt, wo jetzt das vom Land zurückkehrende Boot, um

das sie sich bis daher gar nicht hatten kümmern können, langseit legte,

und im nächsten Augenblick, seinen Leuten voran, Capitain Silwitch an

Bord sprang.

4.

Toanonga hatte an dem Nachmittag noch recht herzlich über den wilden,

tollköpfigen Pagalangi gelacht, der da, aus irgend einem Land

hergeregnet, gleich geglaubt, er könne so ohne weiteres die Tochter

eines ersten Häuptlings, aus dem Blut der Hau's oder ersten Könige auf

seine Arme packen und in die weite See damit hinein fahren, wohin es ihm

gerade beliebe.

»Guter Bursch,« sagt er dabei auf seine gemüthliche Weise hin, »sehr

guter Bursch; hat mir die ganze Tasche voll Sachen gebracht, und blieb'

er hier bei uns, und _Tai manavachi_ wäre nicht da, und Hua wollte ihn

-- und er hätte noch mehr solche Sachen, und brächte alles Das, was er

versprochen, wer weiß, ob nicht dann der Pagalangi und Hua doch Mann

und Frau geworden wären.«

Inselwelt. Erster Band. Indische Skizzen · 第 1 / 20 段