Das Haupterfordernis zum guten Gelingen jeder Art von Backwe

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Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net

Für die Küche!

Dr A. Oetkers Grundlehren

der Kochkunst

sowie

preisgekrönte Rezepte für Haus und Küche.

Jeder Nachdruck

ist nur mit Erlaubnis des Verfassers gestattet.

Dr. A. Oetker, Apothekenbesitzer,

Bielefeld.

Nachdruck des ersten Dr. Oetker Kochbuches aus dem Jahre 1895

Inhalts-Verzeichnis.

Seite

Vorwort 5

Was muß jede Frau von der Chemie der Nahrungsmittel

wissen? 7

Was ist ein schwacher Magen? 9

Welche Speisen sind leicht, welche sind schwer verdaulich? 11

Aufbewahrung der frischen Aepfel und Birnen während des

Winters 13

Das Backen 15

Das Backen der Kuchen in der Küche 16

Backwerke 17

Das Bier als Getränk und als Nahrungsmittel 19

Braten 20

Das Brot 22

Butter 23

Kakao und Chokolade 25

Vom Einlegen und Einmachen der Früchte für den Winterbedarf 25

Ob wirklich ein Ei dem andern gleicht? 28

Das Feuer 31

Die Fische &c. 32

Die verschiedenen Fleischsorten 33

Fleischbrühe 35

Gelée 36

Gemüse, Kräuter und Salate 37

Die Gewürze 39

Der Käse 42

Wie bereitet man einen guten Kaffee? 43

Kartoffeln 46

Das Kochen 48

Das Kochen der Hülsenfrüchte 49

Dr. Oetker's Konservierpulver für Fleisch 51

Die Luft 52

Milch 53

Der Thee 60

Die Verdauung 60

Das Wasser 62

Der Wein 63

Der Zucker 64

Frage und Antwort über Dr. Oetkers Fabrikate 65

Rezepte zu verschiedenen Kuchen und Backwerk 68

Entfernen der Rostflecken aus Weißwäsche 73

Anerkennungsschreiben 74

_Etwas »Praktisches« für die Küche!_

Alexanderwerk-Kochtopf 82

" -Fleischhackmaschinen 83

" -Eismaschinen 84

" -Frucht- und Saft-Presse, Brotschneidmaschinen,

Wringmaschinen, Wirtschaftswagen, Reibmaschinen 85

_Für die feinere Küche:_

R. v. Hünersdorff Nachf., Stuttgart, Blitzrührschüssel 86

" " Amerikaner-Quirltopf 87

* * * * *

»Vineta«, Spezialmarke des Westfälischen Margarine-Werks in

Bielefeld 88

Vorwort.

In den gewaltigen Fortschritten, welche unserer Zeit ihr Gepräge geben und

alle unsere Verhältnisse den Zielen des Praktischen, Schönen und Nützlichen

entgegenführen, wird mehr und mehr auch der stille Wirkungskreis der

Hausfrau ergriffen. Was in vergangenen Zeiten mühsame Arbeit war, das

gestaltet sich unter dem Einfluß moderner Hilfsmittel zu angenehmer

Beschäftigung; wo früher der Erfolg trotz aller Sorgfalt ein Spiel des

Zufalles blieb, da ist gegenwärtig durch neue Methoden die Gewißheit des

Gelingens gegeben, neue Gebiete ersprießlicher Thätigkeit sind der Hausfrau

eröffnet, lästige und nutzlose Arbeiten ihr genommen worden und so ist die

Vertreterin moderner Wirtschaftsweise nicht mehr verurteilt, in den

ausgetretenen Geleisen ihrer Vorfahren zu wandeln, sondern sie kann mit

freiem Geiste alle Gebiete ihres Wirkens überblicken, sich das Nützliche

dienstbar machen und allen Nachteil erfolgreich vermeiden.

Wie kommt es nun, daß die Fortschritte der Chemie sich so langsam im Haus-

und Küchenwesen einbürgern?

Zwei Ursachen kann man als die wahrscheinlichen angeben.

Die Anweisungen, welche bisher für die Hausfrauen geschrieben sind, waren

nicht so klar und kurz gefaßt, wie es zur Erreichung eines Erfolges

notwendig ist, oder sie wurden am grünen Tische ohne Rücksicht auf die

Praxis geschrieben, und waren in Folge dessen unbrauchbar.

Andererseits werden auch vielfach die Anweisungen nicht genau genommen, man

glaubt, daß es auf kleine Abweichungen und geringe Nachlässigkeiten nicht

ankomme. Dem ist aber nicht so, denn gerade derjenige, der ein leicht

verständliches Rezept geben will, muß sich so kurz und bestimmt wie

möglich fassen und alles überflüssige Beiwerk streng vermeiden. Wer deshalb

in seinem Hauswesen eine Neuerung einführen will, der höre nicht auf die

klugen Ratschläge anderer, die nur zweifelhafte Resultate erzielt haben,

sondern er verschaffe sich die Original-Anweisungen, um sie wörtlich und

pünktlich zu befolgen.

In der Natur der Sache liegt es, daß sich das wirklich Gute nur langsam

Bahn bricht und erst nur kleinen Kreisen zu Gute kommt. Was sich aber in

diesen erprobt und bewährt hat, das muß der Allgemeinheit erschlossen

werden.

Die Sammlung erhebt nicht den stolzen Anspruch auf Vollständigkeit, denn

wann würde eine gründliche Reform des täglichen Lebens wohl jemals fertig.

Aber es sind doch wesentliche Fortschritte, wenn gerade die wundesten

Punkte dieses weiten Gebietes kritisch beleuchtet werden und wenn zu

Aenderungen praktische Mittel gefunden und geeignete Ratschläge gegeben

werden. Möge deshalb die deutsche Frauenwelt beherzigen, daß jede, auch die

kleinste Verbesserung des Hauswesens nicht nur Arbeit spart, sondern auch

Genuß schafft, nicht nur die Freude, sondern auch den praktischen Nutzen

des Erfolges bringt.

$_Selbst_ prüfen!$

$_Selbst_ urteilen!$

Was muß jede Hausfrau von der Chemie der Nahrungsmittel wissen?

Alle Nahrungsmittel, welche zum Aufbau unseres Körpers dienen und zum

Fortleben notwendig sind, kann man einteilen in lösliche und unlösliche

Nahrungsmittel.

Zu den löslichen Nahrungsmitteln gehört der Zucker. Aufgelöst im Wasser

oder im Magensaft tritt er in das Blut und wird hier zur Erzeugung von

Wärme verbraucht.

Die Zahl der Nahrungsmittel, welche sich im Wasser nicht lösen, ist viel

größer, und deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Kochkunst,

diese im Wasser unlöslichen Nahrungsmittel so vorzubereiten, daß sie sich

unter den Einflüssen des Magen- und Darmsaftes leicht lösen. Denn jedes

Nahrungsmittel muß ja zur Unterhaltung des Lebens im aufgelösten Zustande

in das Blut treten können, sonst ist es zwecklos und ohne jeden Nährwert.

Die Eiweißstoffe kommen in gelöstem oder in festem Zustande in den Magen.

Das Pepsin und die Salzsäure des Magensaftes machen die ungelösten

Eiweißstoffe löslich, damit sie in das Blut übergeführt werden können.

Ebenfalls im Wasser unlöslich sind die Fette, welche wir täglich genießen;

z. B. Butter. In dem Magen geht mit der Butter keinerlei Veränderung vor

sich; sehr fette Speisen sind jedoch schwer verdaulich, weil das Fett die

Eiweißstoffe umschließt und somit die Einwirkung des Magensaftes

verhindert; die genossenen Speisen liegen wie Bleiklumpen im Magen; für

solche Behandlung rächt sich der Magen; Druck und Schmerz stellen sich ein

und am besten ist es noch, wenn der Magen sich durch eine kleine Explosion

von dem Unverdaulichen befreit. Das Fett wandert bei normalen

Verhältnissen durch den Magen in den Darm und wird hier unter dem Einflusse

des Pankreatins so fein verteilt, daß es in die Blutbahn eintreten kann, um

seinen Zweck zu erfüllen.

Für die Köchin ist es eine Hauptaufgabe, alle fetten Speisen so

zuzubereiten, daß das Fett mit den anderen Stoffen, z. B. Mehl, recht innig

verbunden ist. Die Kuchen z. B., welche nach Dr. Oetker's Rezepten

angefertigt werden, enthalten ja auch mehr oder weniger Butter, aber sind

stets leicht verdaulich, weil durch die vielen Poren der Magensaft mit

Leichtigkeit die Eiweißstoffe angreifen und lösen kann.

Ein anderes wichtiges Nahrungsmittel, die Stärke oder das Stärkemehl, ist

ebenfalls unlöslich im Wasser. Betrachtet man die Stärke unter dem

Mikroskope, so erkennt man, daß sie aus Körnern besteht. Die Körner sind

umschlossen von einer Zellwand, welche unverdaulich ist, und Stärkekörner,

welche im rohen Zustande in den Körper kommen, haben gar keinen Nährwert,

weil sie von den Säften nicht gelöst werden können.

Deshalb ist es wiederum eine Hauptaufgabe der Köchin, die

stärkemehlhaltigen Speisen so vorzubereiten, daß sie im Körper leicht

gelöst werden können.

Dies geschieht auf verschiedene Weise. Rührt man die Stärke, z. B.

Weizenstärke, mit kaltem Wasser an, so setzt sich das Pulver bald am Boden

ab; erwärmt man jedoch das Wasser, so platzt die Umhüllung jenes

Stärkekornes, der Inhalt tritt heraus und nach dem Kochen erhält man einen

Brei, welcher sehr leicht verdaut wird. Dieser Vorgang findet immer statt

beim Kochen von Kartoffeln, Puddings und Flammeris.

Beim Backen von Brot und Kuchen wird das an Stärkemehl reiche Weizenmehl

mit den anderen Zuthaten gemischt und der hohen Temperatur des Ofens

ausgesetzt. Jedes einzelne Stärkemehlkorn hat sich mit Wasser vollgesogen,

kommt in den Ofen, platzt in der hohen Temperatur, weil das Wasser in Dampf

übergeht und die Zellwand zerreißt, der Inhalt des Körnchens wird frei und

zum Teil schon in lösliche Produkte verwandelt.

Die Kochkunst hat den Zweck, die Nahrungsmittel so vorzubereiten, daß die

verdauende Thätigkeit unserer Organe die Arbeit leicht bewältigen kann.

Ferner liegt es einer intelligenten Köchin ob, alle auf den Tisch

gebrachten Speisen so zu würzen und so tadellos herzustellen, daß das

Einnehmen einer Mahlzeit nicht nur eine Notwendigkeit für das Leben ist,

sondern auch ein Genuß wird, sodaß Mann, Frau und Kind so gestärkt sind, um

mit neuem Mute die Arbeiten des Berufes bewältigen zu können.

Was ist ein schwacher Magen?

Ein solcher, der viele Speisen nicht verträgt, welche gesunde und kräftige

Personen gut verdauen, und gleichzeitig ein solcher, der nur relativ

geringe Speisen aufnehmen und verdauen kann. Die Gründe sind mannigfach.

Wenn Speisen, die sonst im allgemeinen bekömmlich sind, nicht vertragen

werden, so hängt ein guter Teil dieses Fehlers von Gewohnheit, Geschmack

und Vorstellung ab (verwöhnter Magen!). Viele Menschen vertragen die Milch

nicht: manche aus subjektiver Abneigung, andere, weil sie Durchfall und

selbst Erbrechen bekommen. Dies Letztere beruht auf starker übermäßiger

Säurebildung im Magen. Sodann ist der schwache Magen klein und empfindlich:

er verträgt nur geringe Mengen von Speisen, zuweilen fast nur flüssige oder

weiche Speisen und er braucht lange Zeit, um sie durch den Pylorus zu

entleeren. Vielleicht ist auch der Magensaft selbst schwach, es treten

leichter Gährungen ein mit Gasbildung und Aufstoßen. -- Der schwache Magen

ist auch von geringer motorischer Kraft und vermag größere Mengen von

Speisen, besonders von kompakten Speisen nur sehr langsam zu entleeren;

diese bleiben daher lange liegen, können sich zersetzen, gähren, oder

Druckgefühle erzeugen. Sehr zu beachten ist auch für den sogenannten

schwachen Magen die Fähigkeit zu kauen. Diese ist von der Beschaffenheit

der Zähne und der Kraft der Kaumuskeln abhängig. Für gute Zähne und

kräftige Kiefer ist vieles leicht verdaulich, was für andere schwer und

unverdaulich ist. Es ist von großer Wichtigkeit, daß der Arzt bei seinen

diätischen Verordnungen hierauf mit Sorgfalt achtet. Wer gute Zähne hat,

kann Brot und Fleisch in reichlicher Menge essen; wer schlechte Zähne hat,

wie z. B. alte Leute, den nähre man mit Milch, Mehlspeisen, Eiern und

Fleischpurées. Schwächliche Menschen, zarte Kinder nähre man ebenfalls mit

weichen Speisen, denn sie ermüden schnell beim Kauen härterer Speisen

(besonders Fleisch) und mit der Ermüdung schwindet die Eßlust. Von großer

Bedeutung ist dieser Gesichtspunkt auch bei schwachen Kranken und

Rekonvalescenten, welche weder die Kraft noch die Lust haben, harte Dinge

zu genießen. Werden aber harte Speisen schlecht gekaut und verschluckt, so

bleiben sie lange Zeit unverdaut im Magen liegen: sie sind also in diesem

Falle schwer verdaulich. Endlich kommt auch die Empfindlichkeit des Magens

in Betracht. Der empfindliche Magen hat nach jeder reichlichen Mahlzeit ein

Gefühl von Druck und Schwere, oft mit großer Belästigung verbunden. Dies

Gefühl wird besonders durch harte (kompakte) Speisen bewirkt, welche lange

im Magen liegen bleiben. Solche Speisen gelten dem empfindlichen Magen

ebenfalls für schwerverdaulich. Auch der Geschmack, d. h. die Vorliebe oder

Abneigung gegen gewisse Speisen, hat Einfluß auf den Begriff der Leicht-

und Schwer-Verdaulichkeit. Das mit Widerwillen Genossene erzeugt ein

unbehagliches Gefühl, vermindert den Appetit. »Diese Speise vertrage ich

nicht«, hört man sagen. Dagegen wird die Lieblingsspeise in großen Mengen

genossen und leicht befunden. Die psychische Vorstellung hat erheblichen

Einfluß auf die Art, wie Speisen vertragen und verdaut werden. Hierbei ist

aber wohl auch das Umgekehrte zu berücksichtigen, daß nämlich Jedermann,

durch die Erfahrung belehrt, diejenige Speise mit Vorliebe genießen wird,

welche ihm ein behagliches Gefühl erzeugt, und diejenige ungern, welche ihn

belästigt. Gewohnheit, Vorstellung, Individualität greifen hier vielfach

ineinander ein.

Was sind ungesunde Speisen? Eigentlich nur solche, welche schädliche

Beimischungen enthalten. Der populäre Begriff der ungesunden Speisen deckt

sich zum Teil mit dem Begriff der schwer verdaulichen; als ungesund wird

aber auch eine unzweckmäßige Vereinigung von Speisen zu einer Mahlzeit oder

auch ihre schlechte Zubereitung verstanden. Individuell ungesund sind

Speisen, gegen die eine Idiosyncrasie besteht, wie z. B. Krebse, Hummer,

Erdbeeren, Spargel, Spinat; für manche ist selbst Milch eine schädliche

Speise. Viele Speisen können im Momente ungesund sein, abhängig von äußeren

Verhältnissen (Sommerhitze, Kälte, drohende Epidemieen) oder vom Zustande

des Magens (Dyspepsie, Neigung zu Diarrhöe u. s. w.)

Welche Speisen sind leicht, welche sind schwer verdaulich?

Gebratenes _Fleisch_ ist leicht verdaulich, weil die durch die Hitze

gelockerten Fleischfasern vom Magensafte schnell angegriffen werden können.

Tunkt man jedoch ein Fleischstück in dicke fette Sauce, so wird es sofort

viel schwerverdaulicher, weil der wässerige Magensaft nicht durch das Fett

dringen kann. Der Magensaft braucht infolge dessen viel längere Zeit um das

Fleisch zu lösen.

_Eier_, weich gekocht und mit Salz verspeist, sind sehr leicht verdaulich,

denn das Eiweiß wird in diesem weichen schwammigen Zustande leicht vom

Magensafte gelöst. Das Eigelb enthält das Fett sehr fein verteilt zwischen

den anderen Bestandteilen und kann der Magensaft daher auch das im Eigelb

vorhandene Eiweiß schnell in den löslichen Zustand überführen.

_Milch_ ist leicht verdaulich, denn ihre Hauptbestandteile sind so fein

verteilt, daß die Verdauungssäfte des Magens und des Darmes leicht

einwirken können.

_Käse_ ist ein leicht verdauliches Nahrungsmittel. Das ursprüngliche,

unlösliche Eiweiß, aus welchem der Käse bereitet wird, ist durch die

Gährung schon für die Verdauung vorbereitet und wird leicht vom Magensafte

angegriffen und gelöst.

_Stärkemehl_haltige Substanzen, z. B. Maismehl und Reis mit Milch gekocht,

werden sehr gut verdaut, weil das Stärkemehl durch das Kochen

aufgeschlossen ist und vom Darmsafte gelöst wird.

_Kartoffeln_ in ihren verschiedenen Zubereitungen gekocht, geröstet &c.,

werden im Körper langsamer verdaut wie Mais und Reis.

_Nudeln_, Spätzle, Klöße werden leicht verdaut.

_Wirsingkohl_ und _gelbe Rüben_ enthalten ja auch Stärkemehl und Eiweiß,

aber der menschliche Organismus ist nicht im Stande, die Nährstoffe dieser

Pflanzen vollkommen auszunutzen.

_Fette_, z. B. Butter und Speck, werden leicht verdaut und vom Darmsafte so

bearbeitet, daß sie ohne Mühe vom Körper aufgenommen werden können.

Wenn aber eiweißhaltige Substanzen mit viel Fett genossen werden, so

stellen sich bei empfindlichen Personen manchmal Magenschmerzen ein. Dies

rührt wahrscheinlich daher, daß das Fett die Einwirkung des Magensaftes auf

die Eiweißsubstanzen verhindert.

_Brot_ genießen wir in Gestalt von:

Weizenbrot. Dieses wird von allen Brotsorten am leichtesten verdaut, weil

es sehr porös ist und den verdauenden Säften den Eintritt in die Poren am

leichtesten gestattet.

Ein Brot aus Weizen- und Roggenmehl gebacken wird weniger gut ausgenutzt

wie ein Brot aus reinem Weizenmehl.

Roggenbrot ist weniger porös und Pumpernickel hat nur sehr wenig Poren und

die Folge ist, daß Pumpernickel am schwierigsten aufgenommen wird und dem

Magensafte am meisten Arbeit verursacht.

Die landläufige Redensart, daß ein dunkles Brot aus reinem Roggen kräftiger

sei wie Weizenbrot, ist falsch. Man esse einmal vom Weizenbrote dem

Gewichte nach ebensoviel wie Roggenbrot, dann wird wohl Niemand behaupten

können, daß er sich in seinem Kräftegefühl geschädigt finde. Roggenbrot ist

aber billiger als Weizenbrot und wenn man für 10 Pfennig Roggenbrot

verzehrt hat, so hat man viel eher das Gefühl der Sättigung, als wenn man

für 10 Pfennig Weizenbrot zu sich genommen hat.

Manchmal hört man die Ansicht aussprechen, daß der Körper der Frau weniger

Nahrungsmittel bedürfe wie der Körper des Mannes. Das ist in dieser

Allgemeinheit ausgedrückt durchaus falsch.

Die arbeitende Frau hat denselben Anspruch auf eine genügende Ernährung wie

der arbeitende Mann. Je schwerer die Arbeit, um so reichlicher muß die

Nahrung sein; einerlei, ob Mann oder Frau.

Aufbewahrung der frischen Aepfel und Birnen während des Winters.

Folgende Anweisungen sind gegeben von Herrn Kgl. Gartenbau-Direktor

Heinrich Gaerdt.

1. Richtige Wahl der Sorten und dabei Sichtung der Exemplare.

2. Man vermeide wurmstichige Früchte, verletzte, gedrückte Exemplare, weil

jede Schadhaftigkeit, mag sie auch noch so gering erscheinen, stets ein

Herd für Fäulnis ist. Unter allen Umständen gefährlich sind Wunden, durch

welche die Wachshaut verletzt ist.

3. Behutsames Pflücken der Früchte. Zum Pflücken wähle man heitere Tage,

denn feuchtes Obst darf nicht eingewintert werden.

4. Die Winterfrüchte sind möglichst lange am Baume hängen zu lassen, um zur

vollsten Ausbildung zu gelangen.

5. Es kommt nicht darauf an, ob die Stiele unverletzt oder gebrochen sind.

6. Das vielfach empfohlene Abwaschen der Früchte vor der Aufbewahrung ist

keineswegs als eine Bedingung und Notwendigkeit anzusehen, ja sogar

nachteilig, weil leicht Verletzungen an zartschaligen Früchten dadurch

entstehen können.

7. Die Aufbewahrungsräume müssen eine möglichst gleichmäßige niedrige

Temperatur haben und sollte dieselbe + 3 bis 5° =R=. nicht übersteigen;

insbesondere sollen die Eingänge nach Nord oder Nordost gelegen sein.

8. Nächst der niedrigen Temperatur ist Dunkelheit eine Bedingung und

Notwendigkeit. Dunkelheit ist künstlich herzustellen.

9. Als Aufbewahrungsräume dienen Keller, Kammern, Böden, Zimmer im

allgemeinen.

10. Hat man bei gleichen Eigenschaften die Wahl zwischen Keller und Kammer,

so ist dem Raum über der Erde der Vorzug zu geben.

11. Modernde Gegenstände oder solche, die einen üblen, multrigen Geruch

verbreiten, auch Gemüse jeder Art, sind fern zu halten.

12. Entspricht der Aufbewahrungsraum allen Anforderungen, so ist

vorzuziehen, die Früchte frei, uneingehüllt höchstens dreischichtig

übereinander zu legen. Entschieden hartschalige Sorten ertragen auch ein

höheres Uebereinanderlegen. Andererseits ist das Einwickeln in

Seidenpapier, sowie das schichtweise Lagern in Kisten, Fässern, zwischen

Isoliersubstanzen, wie pulverisierte Holzkohle, Sand &c. zu empfehlen.

13. Bewahrt man Früchte in Kisten, Fässern &c. auf, so soll man stets nur

Sorten von gleicher Reifezeit in eine Kiste zu bringen suchen.

14. Wenn möglich, sind die Früchte so zu stellen, daß der Kelch nach unten,

der Stiel nach oben gekehrt sei.

15. Man wische die Früchte mit einem weichen Tuche, bevor man sie zur Tafel

giebt.

16. Die Früchte mit einer dünnen, weichen Schale und feinem, lockeren

Fleische konserviert man vorteilhafter bei Luftabschluß. Früchte mit

rauher, lederartiger Schale und festerem Fleische ertragen einen luftigeren

Platz.

17. Unter Luftzutritt ausgesetzten Räumen sind Keller, Gewölbe, Kammern

u. s. w. zu verstehen.

Das Backen.

Das Backen in der Küche muß in zwei Teilen besprochen werden, weil sich das

Backen in Fett und das Backen der Mehlspeisen und Kuchen sehr voneinander

unterscheidet.

Zum Backen in Fett gebraucht man ein reines Fett. Dieses kann sein

ausgelassene oder sehr gut ausgewaschene Butter, Schweineschmalz,

Rindschmalz oder Oel, je nach dem Gegenstande, welcher gebacken werden

soll. Man bringt das Fett in der Pfanne zum Sieden, und es hat dann eine

Temperatur von ungefähr 170° Celsius. Legt man den zu backenden Gegenstand

jetzt hinein, so gerinnt das Eiweiß des Fleisches an der Oberfläche sofort

und die feste Kruste verhindert das weitere Eindringen des Fettes in die

Speise. Das Fett darf nicht eindringen und muß deshalb siedend heiß sein,

damit die gebildete Kruste sofort die Poren schließt. Das Feuer, auf

welchem gebacken werden soll, muß eine gute Flamme haben.

Ob das Fett heiß genug ist, erfährt man durch einen Tropfen Wasser, welchen

man in die Pfanne fallen läßt. Wenn der Tropfen den Boden der Pfanne

berührt, muß er sich unter prasselndem Geräusch sofort in Dampf verwandeln.

Man muß soviel Fett anwenden, daß die Speise schwimmt.

Nimmt man Butter, so darf diese kein Salz enthalten. Das Salz sinkt sonst

in dem geschmolzenen Fette zu Boden, wird auf der eisernen Fläche zu heiß,

verkohlt organische Bestandteile und sitzt nachher als eine schwarze

kohlige Masse an der Speise.

Die Pfanne muß groß sein, damit das siedende Fett nicht überläuft.

Das benutzte Fett ist nach dieser Methode nicht verloren. Man gießt das

heiße Fett in kochendes Wasser, rührt kräftig um, damit sich

hineingefallene Fleischstückchen oder Semmelkrumen trennen können. Nach dem

Erkalten kann man das Fett in Gestalt eines festen Kuchens abnehmen. Von

der Unterseite schabt man die rauhen Teile ab und kann dieses gereinigte

Fett wieder zu allen anderen Speisen verwenden.

Das Fett jedoch, welches man zum Backen von Fischen benutzt hat, kann man

nur wieder zu diesen verwenden, weil es den Fischgeschmack und Geruch

angenommen hat.

Um gebackene Speisen von dem überschüssigen Fette zu befreien legt man sie

auf Löschpapier oder ein Tuch; auch darf man sie niemals in einem warmen

Ofen aufbewahren um sie warm zu erhalten, sonst werden sie weich und das

Knusperige geht verloren. In diesem Falle ist das heiße Fett nur benutzt

worden, um den zu bratenden Gegenstand schnell und in seinem eigenen Safte

gar werden zu lassen.

Das Backen der Kuchen in der Küche!

Frau M. Aabel, Verfasserin des neuen Regensburger

Kochbuches, schreibt:

Viel praktischer, sicherer und besser wie Hefe ist die Verwendung von Dr.

Oetker's Backpulver. Die mit obigem Backpulver zubereiteten Bäckereien

gelingen vorzüglich, haben einen sehr guten Geschmack, sind leichter

verdaulich und kommen ungeheuer billig. Dieses Backpulver, welches in

Päckchen =à= 10 Pfg. in allen feineren Delikatessen- und Drogen-Geschäften

vorrätig ist, kann man auch zu allen Knödeln (Klößen), Torten, Mehlspatzen,

Kartoffel-Speisen verwenden.

Bei Anwendung gebe man das Backpulver zuletzt hinzu, mische schnell

durcheinander und schiebe in heißen Ofen, ohne das Aufgehen abzuwarten.

Langes Rühren ist nachteilig. Milch und Wasser werden kalt angewendet.

Backwerke.

Regeln beim Backen.

Das Haupterfordernis zum guten Gelingen jeder Art von Backwerk ist, daß

alle hierzu verwendeten Bestandteile, namentlich Butter, Eier, Dr.

Oetker's Backpulver und Milch, recht frisch und von tadellosem Geschmack

sind, sonst verdirbt man sich das ganze Gebäck. Mehl und Zucker müssen fein

gesiebt werden und alles zum Backen gehörige, namentlich bei kälterer

Jahreszeit, stellt man am besten schon Abends zuvor in ein warmes Zimmer

oder früh in der Küche auf die erwärmte Herdplatte, sowie man auch den Teig

im Warmen einrührt und aufgehen läßt, außer Butter und Blätterteigen, die

man kalt stellt. Die Butter wäscht man gewöhnlich aus und knetet sie unter

öfterem Uebergießen mit frischem Wasser gut durch, um die salzigen Teile zu

entfernen; den meisten Wohlgeschmack giebt natürlich ganz frische Butter,

doch kann man in deren Ermangelung auch gute eingelegte Butter anwenden,

von der man weniger bedarf, weil sie fetter ist, dann hüte man sich jedoch,

dieselbe heiß zu gebrauchen, was ihrem Geschmack großen Eintrag thut. Die

Eier schlage man nie über dem Teig auf, damit derselbe nicht verdorben

werde, falls ein schlechtes Ei darunter wäre; will man das Weiße zu Schnee

schlagen, so lasse man nichts von dem Dotter darunter kommen und bereite

den Schnee an einem kühlen Orte, denn z. B. in der Küche erhält er nie die

erforderliche Steife. Das Einrühren der Kuchen oder Torten, wozu man einen

tiefen, steinernen oder irdenen Napf und einen flachen Holzlöffel nimmt,

muß stets nach einer bestimmten Seite hin geschehen, entweder von links

nach rechts oder von rechts nach links, denn ein Rühren nach verschiedenen

Seiten würde das Gebäck mißlingen machen; man rühre möglichst rasch und

fasse den Löffel mit beiden Händen, was weniger ermüdet. Alle Formen zu

Bäckereien streicht man mit einem, in geschmolzene Butter getauchten Pinsel

gehörig aus und überstreut sie dann mit geriebener Semmel oder Zwieback,

damit sich das Backwerk später leichter auslöst. Bäckt man kleines, süßes

Gebäck auf einem Blech, so bestreicht man letzteres mit Butter und verreibt

dieselbe mit weichem Papier, ebenso kann man das erwärmte Blech mit weißem

Wachs einreiben; wenn man Butterteig bäckt, bestreut man das Blech mit Mehl

oder geriebener Semmel. Den erforderlichen Hitzegrad des Ofens zum Backen

erprobt man am besten, indem man ein Stück Papier hineinlegt; wird dasselbe

schnell gelb, so kann man den Blätterteig in den Ofen setzen, am

geeignetsten ist aber für das meiste Backwerk der zweite Hitzegrad, wenn

das hineingelegte Papier langsam gelb wird. Allerlei kleines Gebäck, wie

Makronen, spanischer Wind, Anisbackwerk und dergl., bedarf eines noch

schwächeren Hitzegrades, da es mehr austrocknen als backen soll. Hat man

eine Form mit zu backendem Teig im Ofen, so muß die Ofenthüre möglichst

wenig geöffnet werden und keinerlei Topf oder Kasserol mit Wasser oder

sonst etwas, darf dabei im Rohr stehen, weil der feuchte Dampf das Bräunen

des Gebäcks verhindern würde. Um zu versuchen, ob der Kuchen völlig

durchgebacken sei, nimmt man ein spitziges, dünnes Hölzchen oder eine

Stricknadel und sticht in der Mitte hinein; bleiben noch kleine

Teigkrümmelchen daran hängen, so ist der Kuchen noch nicht gar, hängt aber

nichts daran, so kann man ihn, falls er braun genug ist, sofort

herausnehmen und noch eine Weile in der Form stehen lassen, bevor man ihn

ausschüttet, auch darf man ihn nicht gleich darauf ins Kalte bringen. Will

man Torten oder Kuchen mit einer Glasur überziehen, so geschieht dies,

sowie das Gebäck heiß aus dem Ofen kommt und man läßt die Glasur dann

trocknen, indem man den Kuchen entweder in die obere Ofenröhre stellt oder

in die Backröhre, nachdem sie durch Offenstehen der Ofenthüren etwas

ausgekühlt ist.

Es scheint, daß Magenkranke das Backwerk, welches mit gutem Backpulver

bereitet ist, besser vertragen wie das mit Hefe gebackene Weißbrot. Es wird

dies vielleicht daran liegen, daß die Backpulvergebäcke so sehr porös

sind.

Von den Gebäcken sind am leichtesten zu verdauen: Cakes, dann Zwieback,

dann Weißbrot und zuletzt Schwarzbrot und Pumpernickel. Frisches Brot gilt

im Volksmunde als schwerverdaulich weil es nicht so stark gekaut wird wie

älteres oder härter gebackenes Brot. Je mehr die Speisen beim Kauen

eingespeichelt werden, um so besser werden sie verdaut. Manche Menschen

essen sehr schnell aus Angewohnheit und Unruhe, richtiger ist es immer

langsam zu speisen und ordentlich zu kauen.

Das Bier

als Getränk und als Nahrungsmittel.

Das Bier ist Genuß- und Nahrungsmittel. Von den alkoholischen Getränken,

deren wir uns bedienen, ist das Bier das an Alkohol ärmste. Dem geringen

Gehalte an Alkohol entsprechend, ist seine Wirkung beim Genusse, es wirkt

erwärmend und belebend, es regt das Nervensystem genügend an, ohne es zu

überreizen, es bringt, wenn es innerhalb der durch die Vernunft gesetzten

Grenzen genossen wird, das Gefühl des Wohlbehagens hervor, ohne zu

berauschen wie der Wein, und ohne sinnverwirrend zu sein, wie der

Branntwein.

Wenn die menschliche Natur des Genusses derartiger Getränke bedarf, so ist

der des Bieres unzweifelhaft der dem Organismus am meisten zuträgliche,

namentlich weil dieses Getränk, außer seiner nervenbelebenden Wirkung,

einen nicht unbedeutenden Nährwert besitzt. Wegen seines geringen Gehaltes

an Eiweißstoffen kann das Bier nie zur vollkommenen Ernährung des Körpers

ausreichen. Als Zugabe zu Fleisch, Brot, Käse und anderen Stoffen ist es

aber, wegen seines Gehaltes an Extraktivstoffen und phosphorsauren Salzen,

ein wertvolles Nahrungsmittel. In dieser Beziehung steht es weit über dem

Wein.

Mit dem Branntwein ist es gar nicht zu vergleichen, da dieser dem Körper

nichts giebt als den Alkohol. Ein kräftig genährter ausgewachsener

gesunder Mann kann einen Schnaps ohne Schaden trinken, aber ein schwacher

Körper wird schwächer wie vorher. Darin liegt der Fluch des

Branntweintrinkens. Beim Biergenuß wird dagegen dem Körper ein Teil der zu

verbrauchenden, oder durch vorangegangene Leistung verbrauchten Kraft

ersetzt.

Braten.

Welche Grundsätze sind beim Braten des Fleisches zu beachten?

Fleisch besteht aus Fleischfasern und dem Fleischsafte. Erste Bedingung

ist, dem Fleischstücke eine Kruste zu geben, damit der Fleischsaft nicht

ausfließen kann.

Dies geschieht dadurch, daß man das Fleisch in das _kochende_ Fett der

Pfanne legt und die Oberfläche mit dem kochendheißen Fette übergießt.

_Einfaches Verfahren_: Das zum Braten vorgerichtete Fleisch wird mit dem

hierzu nötigen heißen Fett oder Butter auf beiden Seiten begossen und dann

in die gut geheizte Bratröhre geschoben.

Wodurch bildet sich jetzt eine Kruste? Durch das Eiweiß des Fleisches,

welches durch die hohe Temperatur des heißen Fettes gerinnt und somit einen

Austritt des Fleischsaftes aus dem Fleisch verhindert.

Jetzt mäßigt man das Feuer, begießt das Fleisch mit etwas Fleischbrühe,

damit sich kurze Sauce bildet, und nach einiger Zeit erhält man einen

Braten, welcher beim Anschneiden den Fleischsaft austreten läßt und sehr

saftige Stücke liefert. Jede Köchin wird finden, daß ein so behandelter

Braten aufquillt und viel dicker wird, wie das Stück Fleisch war.

Wie kommt das?

Durch die Kruste, welche sich um das Fleisch gelegt hat, wird der Austritt

des Saftes verhindert. Durch die hohe Temperatur des Fettes wird ein Teil

des Fleischsaftes in Dampf verwandelt und dieser Dampf treibt das

Fleischstück auseinander.

Man darf aber nicht in das Fleisch stechen oder schneiden, sonst findet der

Fleischsaft einen Ausweg und läuft in die Pfanne. Man erhält dann eine gute

Sauce, aber kein saftiges Stück Fleisch.

Wie hoch ist die Temperatur, welcher das Fleisch beim Braten ausgesetzt

wird? Das Fett in der Pfanne erhält eine Temperatur bis 150° und siedet.

Das Fleisch hat außen eine Temperatur von ca. 120° und ist im Inneren

ungefähr 70° warm. Diese Temperatur genügt auch vollkommen, um das Fleisch

weich zu braten, und es darf nicht heißer werden, damit nicht auch das

Eiweiß im Innern gerinnt. Sticht man aber in den Braten, so fließt der

Fleischsaft aus; die Temperatur steigt auch im Innern des Bratens, macht

das Eiweiß unlöslich, und das Resultat ist ein Stück festes, lederartiges

Fleisch ohne Saft und Kraft.

Das Aroma des Bratens entsteht durch Einwirkung der hohen Temperatur auf

das Fleisch; die genauere Zusammensetzung dieser aromatischen

Zersetzungsprodukte kennt man noch nicht.

Wie lange soll das Fleisch braten? Das hängt ganz und gar von der Natur des

Fleisches ab und kann am Herde erlernt werden.

Ist der Braten fertig, so darf er nicht lange stehen, sondern muß auf den

Tisch gebracht werden, weil er sonst viel von seinem guten Aussehen

einbüßt.

Den Braten sofort nach dem Herausnehmen aus dem Ofen zu zerschneiden ist

auch nicht richtig, weil sonst der Saft beim Durchschneiden herausfließt.

10 bis 15 Minuten läßt man den aus dem Ofen genommenen Braten stehen, damit

der Fleischsaft sich im Fleische gleichmäßig verteilt. Dann bleiben auch

die Bratenreste, welche kalt genossen werden, noch saftig.

Im Anfange muß jedes zu bratende Fleischstück einer hohen Temperatur

ausgesetzt werden, damit sich eine Kruste bildet und der Saft nicht

ausfließen kann. Dann läßt man das Feuer etwas zurückgehen, damit das

Fleisch innerhalb der Kruste im eigenen Fleischsafte gar wird.

Fleischstücke garniert man häufig mit Ei und Semmel. Dies hat den Zweck, um

schnell eine Kruste bilden zu können, sonst fließt der Saft aus den

Schnittflächen heraus. Die Eisubstanz, dieser hohen Temperatur ausgesetzt,

gerinnt sofort und schließt die Poren.

Das Braten und Kochen des Fleisches hat den Zweck, das Bindegewebe zwischen

den Muskelfasern locker zu machen und zum Teil in eine leicht lösliche

Substanz, den Leim, zu verwandeln.

Gebratenes Fleisch von jungem Geflügel und vom Kalbe ist sehr leicht

verdaulich, deshalb werden diese Fleischarten als Krankenkost bevorzugt.

Wahrscheinlich beruht dies darauf, daß diese Fleischarten wenig Fett haben.

Bei träger oder geschwächter Verdauung hat es sich immer gezeigt, daß

fetthaltige Kost nachteilig ist.

Das Brot.

Die Getreidekörner werden in den Mühlen von den Schalen befreit, weil diese

für den Menschen unverdaulich sind. Ohne weitere Behandlung ist auch das

Mehl unverdaulich, weil unsere Verdauungswerkzeuge nicht im Stande sind, es

in lösliche aufnahmefähige Produkte zu verwandeln.

Die Mehlspeisen werden deshalb gebacken oder mit Milch oder Wasser gekocht,

damit die Stärkekörner platzen. Der gebildete Kleister wird von den

Verdauungssäften angegriffen, in Zucker verwandelt und vom Körper

aufgenommen. Auch beim Backen platzen die Stärkemehlkörner, werden

verkleistert und durch die hohe Temperatur des Ofens zum Teil schon in

lösliche Produkte übergeführt.

Zur Herstellung des Roggenbrotes verwendet man Sauerteig, um das Brot porös

zu machen. Im Sauerteig befinden sich lebende Hefezellen und wenn man nun

den aus Mehl und Wasser bereiteten Teig mit dem Sauerteig vermengt, so

findet ein lebhaftes Wachstum der Hefezellen statt. Die Hefezellen

verbrauchen einen Teil des Mehles, entwickeln Kohlensäure und diese

Kohlensäure treibt den Teig auf, macht ihn locker. Wird der Sauerteig etwas

länger aufbewahrt, so entsteht neben der Hefegärung auch noch eine Essig-

und Milchsäuregärung. Infolge der Bildung dieser Säuren schmeckt das

Roggenbrot mehr oder weniger sauer.

Zur Darstellung der Weißbrote benutzt man die käufliche Hefe. Wer aber Hefe

benutzt, erleidet immer einen Verlust an Teig; denn die Hefe lebt ja von

dem Teige.

Früher benutzte man noch viel mehr wie heute das sogenannte Hirschhornsalz.

Dieses treibt das Backwerk auch hoch, giebt demselben aber einen faden

Geschmack.

Zu dem Zwecke des Auftreibens von Brot verwendet man auch Fabrikate, welche

unter dem Namen Backpulver in den Handel kommen. Im Jahre 1893 nahm ich die

Fabrikation dieses Artikels auf und jetzt werden jährlich Millionen Kuchen

mit Dr. Oetker's Backpulver hergestellt. Das ist ja der beste Beweis

seiner Güte. Besonders sei noch erwähnt, daß beim Backen mit diesem

Backpulver die verwendeten Zuthaten zum Backwerk keinerlei Verlust

erleiden.

Je feiner das Mehl gemahlen ist, um so leichter ist das aus diesem Mehle

hergestellte Brot zu verdauen. Je vollkommener eine Speise vom Körper

resorbiert werden kann, um so besser ist es für die Erhaltung der Kräfte.

Vom Weißbrot werden 94% verdaut, vom Pumpernickel nur 70%.

Butter.

Die Butter ist das erstarrte Fett der Milch, enthält aber noch ungefähr 15

Prozent Milch in feinster Verteilung. Beim Schmelzen tritt eine Trennung

ein; die Magermilch sinkt zu Boden, darüber steht eine klare Fettschicht.

Läßt man diese erkalten, so erstarrt das klare Fett und hat den Namen

Schmelzbutter oder Butterschmalz erhalten. Die in der Butter

eingeschlossene Milch ist kein zufälliger Bestandteil, auch keine

Verunreinigung oder Verfälschung, sondern ein notwendiger Bestandteil der

Butter, der erst das Butterfett zu Butter macht.

Der Geschmack der Butter ist abhängig davon, ob die Butter aus süßem oder

sauerem Rahm hergestellt ist, ob sie gesalzen oder ungesalzen auf den Tisch

kommt. Der Wohlgeschmack der Butter kann durch verschiedene Einflüsse

beeinträchtigt werden. Zu langes Verweilen der Milch im Stalle verleiht der

Butter einen Stallgeschmack. Scharfe Stoffe des Futters gehen in die Butter

über, z. B. wenn größere Mengen Steckrüben oder Rapskuchen gefüttert

werden. Die Butter wird sehr leicht ranzig wenn sie offen an der Luft

steht, und ganz besonders wenn sie vom Lichte getroffen wird. Steht die

Butter in einem Raume, welcher stark riechende Stoffe enthält, so nimmt die

Butter diese Stoffe ungeheuer schnell auf und bekommt einen widerlichen

Geschmack.

Die Ursache des Verderbens der frischen Butter ist ihr Gehalt an Wasser und

nicht völlig abgeschiedenen Eiweißstoffen.

In wärmerer Temperatur wird die Butter sehr schnell ranzig. Dieser Geruch

und Geschmack wird dadurch verursacht, daß die Fette der Butter in freie

Fettsäuren und Glycerin zerlegt werden. Knetet man unter die Butter Salz,

so wird die Butter nicht so leicht ranzig. Das Salz wirkt hier als

wasserentziehendes Mittel. Die Molkereien bringen die Butter heute in

Stücken =à= ½ und 1 Pfund, eingeschlagen in dünnes, nasses

Pergamentpapier zum Konsumenten. Diese Methode des Verkaufes ist reinlich

und nur zu empfehlen.

Gute Butter ist ein teuerer Haushaltartikel und man muß immer bedenken, daß

man den hohen Preis nur für den Wohlgeschmack bezahlt, denn bezüglich des

Nährwertes leistet ein Pfund Schweineschmalz für den Körper ebensoviel wie

ein Pfund Butter. Nur daher ist es zu erklären, daß die guten

Kunstbuttersorten, welche unter dem Namen Margarine verkauft werden, sich

so schnell eingeführt haben.

Kakao und Chokolade.

Der Kakaobaum ist in Zentralamerika einheimisch und die Bohnen dieses

Baumes werden in großen Mengen importiert. In den Bohnen befindet sich das

Theobromin, eine Substanz, welche dem Coffein ähnlich ist und ebenfalls

anregend auf das Nervensystem wirkt.

Das Fett der Kakaobohnen wird durch Pressen entfernt und die Kakaobohnen zu

feinstem Pulver gemahlen. Kocht man dieses Pulver mit Wasser so schmeckt es

bitter und wird erst zu einem angenehmen Getränke, wenn man je nach

Geschmack genügend Zucker und Gewürze beigefügt hat. Die zweckmäßigste

Bereitung ist folgende: man reibt das Kakaopulver mit kaltem Wasser zu

einem glatten dünnen Brei und läßt diesen in das kochende Wasser einlaufen

und 2 Minuten kochen. Nimmt man an Stelle des Wassers Milch, so wird das

Getränk nahrhafter.

Vermischt man die enthülsten, gerösteten und gemahlenen Kakaobohnen mit

Zucker und Gewürzen, so erhält man die Chokolade, welche infolge dieser

Zusätze viel nahrhafter ist wie Kakao. Um eine gute Tasse Chokolade zu

bereiten, nimmt man gewöhnlich pro Tasse 30 Gramm und kocht mit Milch.

Vom Einlegen und Einmachen der Früchte für den Winterbedarf.

Zu den dankbarsten Arbeiten eines geordneten Hauswesens gehört in erster

Linie das Einsetzen und die Aufbewahrung von Obst und anderen Früchten,

damit während des ganzen Jahres eine angenehme und billige Zugabe zu den

Mahlzeiten vorhanden ist. Wer den rechten Sinn für Häuslichkeit hat, der

läßt es sich nicht ausstreiten, daß die im eigenen Hause hergestellten

Konserven sehr gut schmecken und sehr billig sind. Eine rechte Hausfrau

unterzieht sich gern der Mühe, größere Vorräte herzustellen und ihre

geeignete Aufbewahrung zu überwachen; sie weiß, daß sich nicht nur

Pfennige, sondern ganz erkleckliche Sümmchen auf solche Weise sparen

lassen, von der Befriedigung, die darin liegt, auf der eignen Hände Arbeit

blicken zu können, soll hierbei noch gar nicht einmal die Rede sein.

Freilich wird die Freude an der eignen Arbeit manchmal bitter vergällt,

wenn man die erforderliche Sorgfalt hat mangeln lassen und infolgedessen

durch das Verderben einzelner Büchsen sich Schäden zeigen, die außerhalb

der sorglich angestellten Berechnung liegen. Wenn auch in erster Linie

peinliche Sauberkeit in der Zubereitung, strengste Sorgfalt in der Auswahl

der Früchte erforderlich sind, um das Verderben zu verhüten, so giebt es

doch andrerseits auch äußerliche Hilfsmittel, durch welche man den Schaden

der wuchernden Schimmelpilze abwenden kann.

Man hat hierzu in letzter Zeit hauptsächlich die luftdichte Verpackung

empfohlen, indem man spekulierte, daß zur Existenz jener kleinen Lebewesen,

welche die Zersetzung der organischen Substanz herbeiführen sollen, die

atmosphärische Luft abgeschlossen werden muß. Die Patentverschlüsse sind

meist so teuer und so wenig haltbar, daß sie sich bisher in den meisten

Haushaltungen nicht einzubürgern vermochten. Ein sicheres Mittel gegen das

Verderben der Speisen haben wir nur in den Salzen, und wenn sich auch das

gewöhnliche Kochsalz, welches z. B. bei Fleisch und Fischen ganz

vorzügliche Dienste leistet, nicht in allen Fällen eignet, so sind doch

auch für eingemachte Früchte gewisse Zusätze als bestes Verhütungsmittel

gegen das Verderben zu empfehlen. So wird in neurer Zeit Dr. _Oetker's

Salicyl_ mit bestem Erfolg angewendet, weil es den Geschmack der Früchte

nicht nur nicht beeinträchtigt, sondern ihn lange Zeit sogar frisch und

kräftig erhält. Seine Anwendung ist einfach und sauber und sein Preis

billig. Dieses Salicyl enthält reinste Salicylsäure, und ein Päckchen =à=

10 Pfg. genügt, um 10 Pfd. eingemachte Früchte gegen Schimmel zu schützen.

Die Hausfrau, welche dieses Präparat einmal kennen gelernt hat, wird es

stets ihren einzumachenden Früchten zusetzen und braucht sich über

verschimmelte Kompotts nie mehr zu ärgern.

Im Interesse einer ausgedehnten Verwendung ist der Preis billigst gestellt.

Anwendung.

Man kocht die Früchte mit dem Zucker wie bisher, nimmt sie vom Feuer, löst

den Inhalt des Päckchens unter Umrühren in den 10 Pfd. Früchten auf, giebt

sie in die sauberen Gläser oder Töpfe und läßt erkalten.

Nach dem Abkühlen legt man ein Stück reines Papier auf die Früchte,

befeuchtet mit etwas Rum oder Arrac und streut etwas Salicyl darauf. Jetzt

überbindet man mit einfachem oder mit Pergamentpapier, und die Früchte

halten sich vorzüglich und bewahren ihren reinen Geschmack.

Will man Früchte, zum Beispiel Gurken, in Essig oder Salzwasser einlegen,

so löst man in 5 Liter gutem Einmache-Essig ein Päckchen Salicyl und hat

dann 5 Liter Salicyl-Essig, in welchem Gurken, Zwiebeln &c. niemals

verderben oder auch nur anlaufen, sondern sich sehr gut halten.

Wenn sich die Essigfrüchte und Gemüse lange Zeit halten sollen, so gießt

man den Essig _kalt_ darüber. Sollen die Gemüse schnell genußfähig werden,

so gießt man den Essig _heiß_ über die Gemüse oder Früchte.

Nimmt man etwas mehr Salicyl, so schadet das auch nichts, weil Dr.

_Oetker's Salicyl_ keinerlei schädliche Substanzen enthält.

Zu welchen Früchten, Gemüsen und Konserven kann man Dr. _Oetker's

Salicyl_ verwenden? Zu Amarellen; Annanas-Gelée und Marmelade; Apfel-Gelée;

Apfelmarmelade und Kraut; Apfelsinen; Aprikosen; Artischocken; Birnen in

Essig; Birnen mit Zucker; Bohnen in Salzwasser; Brombeerensaft; Brünellen;

Kornelkirschen; Dreifruchtmarmelade; Dunstfrüchte; Erdbeeren in Gläsern;

Gurken als Essig-Gurken; Gurken in Salz; Gurken als Senfgurken;

Hagebuttenmarmelade; Heidelbeeren in Flaschen; Himbeergelée; Himbeersaft;

Johannisbeergelée; Johannisbeersaft; Kapern; Kirschen in Essig; Kirschen in

Zucker; Kirschensaft; Kirschen im eigenen Safte; Kraut als Sauerkraut;

Kürbis; Marmeladen; Maulbeeren; Mirabellen in Dunst oder in Essig;

Mixedpickles; Nüsse; Orangen; Perlzwiebeln; Pfirsiche, Pflaumen

in Dunst oder in Essig oder in Zucker; Pflaumenmus; Pomeranzen;

Preißelbeeren; Quitten; Reineklauden; Rote Rüben; Stachelbeeren;

Tutti-frutti-Eingemachtes; Weinbeeren; Zwiebeln.

Als Grundsatz

merke man sich, daß auf 10 Pfd. gekochte Früchte, oder Gelée, oder

Marmelade, oder Mus, oder auf 5 Liter Himbeersaft, oder auf 5 Liter Essig

_nur_ 1 Päckchen =à= 10 Pfg. genommen wird. Nimmt man jedoch etwas mehr, so

schadet es auch nicht! Hat man jedoch nur 5 Pfd. eingemachte Früchte, so

nimmt man selbstredend nur ein halbes Päckchen Dr. Oetker's Salicyl.

Skala für Frucht wie Zuckerbedarf: Man rechnet auf: 1 =kg= geschälte Birnen

1½ =kg= Zucker; 1 =kg= Aprikosen 1 =kg= Zucker; 1 =kg= Pfirsiche 1 =kg=

Zucker; 1 =kg= Pflaumen 1½ =kg= Zucker; 1 =kg= Reineklauden 1½ =kg=

Zucker; 1 =kg= Brombeeren ¾ =kg= Zucker; 1 =kg= Preißelbeeren ¼ =kg=

Zucker; 1 =kg= Kirschen ¾ =kg= Zucker.

Ob wirklich ein Ei dem andern gleicht?

Viel Verdruß und finanzieller Verlust entsteht trotz aller Vorsicht in

umfangreicheren Wirtschaften dadurch, daß ein gewisser Prozentsatz der

aufgespeicherten Vorräte dem Verderben anheimfällt. Auch die

größtmöglichste Aufmerksamkeit ist diesem Uebelstande gegenüber vergebens,

denn wenn die Zersetzung erst einmal, sei es auch in noch so geringem

Umfange, Fuß gefaßt hat, dann greift sie mit Riesenschritten um sich; es

ist vergebliche Mühe, sie zu bekämpfen; hat man die Gefahr an einer Seite

beseitigt, so taucht sie dafür an drei anderen Ecken und Enden auf.

Am empfindlichsten sind hierbei die Produkte der Hühnerzucht; es gehört

nicht nur Geschick und Sachkenntnis, sondern auch viel Glück dazu, um den

Winterbedarf verlustfrei zu konservieren. Trotzdem wird keine ordentliche

Hauswirtin Bedenken tragen, den Wintervorrat selbst zu sammeln und in

geeigneter Weise aufzubewahren; sie kennt den Unterschied zwischen dem

Produkt ihrer sorglich gezüchteten Rassen und den minderwertigen Faß- und

Kisteneiern und unterzieht sich gern der Arbeit des Konservierens, weil sie

weiß, was sich dabei ersparen und welche Genüsse sich dabei gewinnen

lassen.

Aber auch in solchen Wirtschaften, wo man nicht selbst Geflügelzucht

treibt, empfiehlt es sich, selbst Vorrat an Eiern zu halten und im Herbste

ausreichend frische Ware zu beschaffen, damit der Bedarf für den Winter

gedeckt ist. Werden die Eier erst kurz vor dem Gebrauch beim Händler

geholt, so muß man wohl oder übel nehmen was da ist, nämlich Lagerware. In

Fässern oder Kisten verpackt treiben sich diese Eier monate- und

vierteljahrelang bei Spediteuren herum und, wenn auch das eigentliche

Faulwerden verhütet wird, so leidet doch die Qualität der Ware so

erheblich, daß auch eine ungeübte Zunge und noch mehr die Nase den

Unterschied herausfindet. Mit einem einzigen solchen angegangenen Ei kann

unter Umständen eine ganze kostspielig zubereitete Speise verdorben werden.

Das Huhn ist nämlich ein Tier, welches sich in hohem Grade den

Verhältnissen anpaßt, wie schon die große Zahl der Rassen und Spielarten

beweist. Durch Zucht und geeignete Fütterung kann man das Huhn dahin

bringen, sehr viel Eier zu legen, eine Methode, nach welcher in den großen,

den Handelsbedarf deckenden Züchtereien gearbeitet wird. Es können dabei

auch große, äußerlich recht schöne Eier erzielt werden -- aber nur auf

Kosten der Qualität, und daraus erklärt es sich, daß 10 Faß- oder

Kisteneier noch lange nicht so viel wert sind, als eine kleinere Zahl Eier

von den im eigenen Haushalt gezüchteten Hennen.

Die Sorge für Aufbewahrung des hierbei zu Zeiten sich ergebenden

Ueberflusses ist kaum zu rechnen gegenüber den auf diese Weise sich

bietenden Vorteilen; sie verschwindet vollständig, wenn man die frischen

Eier nach folgendem Verfahren behandelt.

Dieses Verfahren ist so einfach, daß man sich wundern muß, warum es nicht

schon längst im Haushalte Fuß gefaßt hat.

Man kauft also frische Eier, prüft sie abends, indem man jedes Ei mit

Daumen und Zeigefinger umschließt und gegen eine helle Flamme hält.

Ist das Ei hell durchscheinend, so ist es zum Einlegen zu verwenden. Ist es

an einer Stelle dunkel, so verwendet man es sogleich, denn ein solches Ei

wird auch in der besten Konservierflüssigkeit schlecht werden.

Dr A. Oetkers Grundlehren der Kochkunst sowie preisgekrönte Rezepte für Haus und Küche · 第 1 / 6 段