Und Werner trat einen Schritt vor, führte mit dem Schläger, den der

Testant ihm in die Hand gedrückt, einen kräftigen Lufthieb ... es

pfiff, die Bandage saß, eng, doch elastisch.

»Vergiß nicht, daß der erste Gang nur Scheingang ist! Na, und immer

feste draufschlagen, alles andre kommt von selbst!«

Wie im Traum schritt Werner hinaus. Es rauschte und flimmerte vor

seinen Augen und Ohren -- durch die ungewohnte Paukbrille erkannte

er kaum den bekannten Saal -- sah, wie alles sich im Kreise drängte,

wie zweihundert Augen auf ihn starrten, fühlte den Stuhl an seinen

Hinterbacken, packte mit der Linken fest den Riemen seiner Hose,

umspannte noch einmal mit klammernden Fingern den Griff des Rappiers,

und --

»Herr Unparteiischer, wir bitten um Silentium für einen Gang Schläger

mit Mützen und Sekundanten auf zehn Minuten bis zur Abfuhr!«

»Silentium für einen Gang Schläger mit Mützen und Sekundanten auf zehn

Minuten bis zur Abfuhr!«

»Herr Unparteiischer, wir bitten um Silentium für die Mensur!«

»Silentium für die Mensur!«

Wie aus weiter Ferne klangen diese Worte in Werners Ohr. Durch die

engen Öffnungen der Paukbrille starrte er geradeaus ... da stand der

andere, der Gegner, mit dem er sich nun messen sollte im blutigen

Turnier ...

Und plötzlich summte ihm eine bekannte Weise, altgeliebte Dichterworte,

durch den Sinn:

»Da tritt kein andrer für ihn ein, Auf sich selber steht er da ganz

allein ...«

Er reckte sich.

»Herr Unparteiischer, wir bitten um Silentium für den Scheingang!«

»Silentium für den Scheingang!«

»Fertig!« rief der Gegensekundant.

Und mechanisch, wie er es oftmals in den letzten Wochen auf dem

Fechtboden geübt, trat Werner zwei Schritte vor, den Arm hoch

aufgereckt, den Schläger in fest umklammernder Faust emporgestreckt.

Und er fühlte, wie der rechte Fuß seines Leibburschen sich fest neben

seinen linken stellte. Das machte ihn ruhig und sicher.

Zugleich fühlte er, wie der Sekundant ihm von hinten die riesige Mütze

zum Scheingang aufstülpte.

Ruhig klang das Kommando aus Krusius' Munde:

»Los -- halt!«

Nun verschwand die Mütze von seinen Haaren. Wie eine Katze,

sprungbereit, kauerte sich Krusius an seine Seite, und scharf und grell

scholl des Gegensekundanten Kommando:

»Fertig!!«

»Los!!«

Krach -- krach -- krach!

»Halt!«

»Halt!«

Das hatte gesessen ... ein scharfer und ein dumpfer Schmerz

nacheinander ...

Und über die linke Röhre der Paukbrille rann's hernieder ... sein Blut

... sein warmes, junges Herzblut ...

Und wie die ersten heißen Tropfen über sein Gesicht rannen, war alle

Aufregung, alle Befangenheit dahin ...

»Silentium -- ein Blutiger auf seiten von Cimbria!«

»Fertig!«

»Los!«

Krach, krach, rack-tack-bumm-tack-rack-tack-bumm-tack, bumm, bumm --

»Halt!«

Nichts ...

»Fertig!«

»Los!«

Und wieder ein Gang, und wieder nichts ... nur flache Hiebe waren wie

Knüppelschläge über die Auslage hinweg auf Werners Schädel und Nase

niedergesaust ...

Er hörte die Stimme seines Leibburschen an seinem Ohr:

»Ein wenig ruhiger den Oberkörper, sonst -- ganz famos!«

Ah!! Wie das spornte!

O wilde Schwerterlust! -- O jungjunges, pochendes Herz!

Und Gang auf Gang ... und da ... da färbte sich ja auch das weiße

Paukhemde drüben!

»Silentium -- ein Blutiger auf seiten von Hasso-Nassovia!«

»Bravo, Leibfuchs!«

Der Paukarzt drüben machte ein ganz merkwürdiges Gesicht ...

Kurze Beratung mit dem Gegensekundanten --

»Herr Unparteiischer, wir bitten um Pause!«

»Silentium -- Pause für Hasso-Nassovia!«

Der Paukarzt ließ den Gegner seinen Kopf beugen, fühlte mit dem Finger

in den Schlitz der Kopfhaut ...

Abermals ein bedenkliches Gesicht -- kurze Beratung ...

»Herr Unparteiischer, von unserer Seite aus kann's weitergehn!«

»Silentium -- Pause ex!«

»Fertig!«

»Los!«

Krach, krach, rack-tack-bumm, tack --

»Halt!«

»Halt!«

Über Werners linke Backe war's wie ein leises Wehen hinweggegangen ...

Wichart schmunzelte:

»Rest, Füchschen! Da bringst deiner Frau Mutter aber gleich e scheene

Bescheerung mit!«

Und: »Herr Unparteiischer, wir erklären Abfuhr!«

»Silentium -- Cimbria erklärt Abfuhr nach viereinhalb Minuten.«

Was? War er denn getroffen?

O ja, er war getroffen. Seine linke Wange klaffte vom Ohrläppchen bis

unter die Nasenwurzel.

Werner Achenbach hatte die Bluttaufe bekommen.

XII.

Und Willy Klauser und Werner Achenbach standen am Bahnhof. Sie hatten

sich aus der Schar der Korpsbrüder abgesondert, um die letzten Minuten

allein zu verplaudern. Bald würden von Süden und Norden die Züge

kommen, um Klauser ins heimische Magdeburg, Achenbach über Gießen

ins Wuppertal zu entführen. Das nächste Semester würde sie nicht

wieder zusammenbringen. Klauser würde in Berlin das vernachlässigte

Physikum bauen, Werner in Marburg weiter mit Blut und Eisen Cimbrias

Band umwerben ... und bei Professor Dornblüth eifrig Pandekten hören.

Denn der Alte Herr hatte schon in den letzten drei Wochen Zug in das

Rechtsstudium seiner jungen Korpsbrüder gebracht ... das war hochnötig

gewesen.

Die Erinnerung an den Abschiedskommers, an die letzte Wanderung des

Korps nach Wehrda, den Beschluß eines wohllöblichen C. C. der Cimbria,

seinen C. B. Klauser mit Farben zu inaktivieren, stimmte die Herzen der

Freunde heiterer, als sie selbst erwartet hätten.

»Und weißt du, Willy, das andere ... da wirst du auch noch mal drüber

kommen,« wagte Werner endlich zu sagen. Es mußte auch dies letzte Wort

noch gesprochen werden.

Eben noch hatte Klauser unter seinen Kompressen, seinen Wattebäuschen

heiter gelächelt. Jetzt verlor sein Auge den Glanz, nervös bebten seine

Lippen.

»Dafür werden hoffentlich die kleinen Mädchen in Berlin sorgen.«

»Ach nee, Willy, nicht so, nicht so! Laß dich doch nicht so

unterkriegen! Du wirst schon noch was Besseres finden, um ... das

andere zu vergessen.«

»Was Besseres? Hahaha! Es gibt nichts Besseres für dumme, grüne Jungen,

wie wir zwei. Das geht nicht ans Herz und nicht ans Blut, das geht nur

... ans Portemonnaie.«

»Willy -- bist du noch mal ... da oben gewesen?!«

»Da oben?! Bei dem Vieh?!« Voll Ekel und Abscheu wandte sich Klauser ab.

»Glaubst du, daß sie in Berlin anders sind?!«

»Nee -- das glaub ich freilich nicht -- --«

»Also ... du ... für das Pack ... sind wir doch wohl zu schade ... äh

komm ... laß uns jetzt von was anderem sprechen ... du -- schön war's

doch ... dieser Sommer ... und ... du und ich ... nicht wahr?!«

»Ja, ~das~ war schön, Werner ... und soll auch schön bleiben.«

Die Freunde sahen sich in die Augen.

»Ich wünsch dir alles Schönste,« sagte Klauser. »Und -- nimm dir ein

Beispiel an mir. Du hast mir mal was von einer -- Elfriede erzählt ...

laß sie laufen ... vergiß sie ... sonst geht's dir noch mal wie mir.«

Elfriede! -- War's nicht Werners seligster Gedanke gewesen in diesen

letzten Tagen, daß er sie nun wiedersehen würde --?! Trotz allem --

trotz allem?!

»An was soll man sich denn schließlich halten in der Welt?«

»Halt dich an das da,« sagte Klauser und zeigte auf Werners Band.

»Vorläufig gibt's keinen besseren Halt für unsereinen. Wenn das nicht

gewesen wäre ... dann wär' ich verkommen in diesen Tagen. Später

einmal, wenn die Universitätsjahre hinter uns liegen ... dann gibt's

andere Ideale, hoff ich ... Beruf ... und Vaterland ... und so was

... vielleicht auch ... Weib und Kind -- für mich wohl kaum -- aber

hoffentlich für dich, wenn du klug bist -- und dich vor Enttäuschungen

hütest, über die man nicht hinwegkommt --«

»Aber Willy!«

»Wir ... wir sind dumme Jungen ... Schüler ... Lehrlinge ... wir müssen

uns vorläufig mit einem Symbol der großen Lebensideale begnügen ...

und dies Symbol heißt uns ... Cimbria ... das blau-rot-weiße Band

... das ist, scheint's mir, der tiefere Sinn von dem allen, was ich

hier zwei Jahre lang getrieben habe ... zwei Jahre lang, die ich nicht

missen möchte ... wenn auch vielleicht mancher denken mag, sie seien

verplempert und vergeudet ... aber, was soll das Klugreden ... da

hinten kommt mein Zug ... leb wohl, Werner ... bleib mir gut ...«

Und die Freunde küßten sich ... ein einziges Mal in ihrem Leben. Sie

waren deutsche Jünglinge der neuen Zeit ... der Zeit von Blut und Eisen

... die Dichter der Empfindsamkeit hatten ihre Kindheit begleitet ...

die Lehrer ihrer Jünglingsjahre hießen Korpsband und Rappier.

Und nun gesellten sie sich wieder zu den Korpsbrüdern. Alle

Norddeutschen führte der Zug hinweg. Papendieck, Dettmer, Böhnke,

Klauser würden nicht mehr wiederkehren. Ihnen galt's das Scheidelied zu

singen.

Und wie vor wenig Tagen der Zug einen Toten aus der Mitte der Cimbria

hinweggeführt hatte, so trug er jetzt eine Schar lebender Scheidender

der Heimat zu. Ein Abschied auch diesmal.

Aber Rührungstränen und sentimentale Wehmut waren dieser Jugend

ausgetrieben worden in der eisernen Zucht des Korps. Unter Witzen

und Gelächter barg sich, was die jungen Herzen tief bewegte ... der

Abschied von den Freunden, vom Korps, von der geliebten, wundervollen

Hessenstadt ... von der Aktivität ... von einem ersten, herrlichen

Abschnitt der Jugendzeit ...

»Fertig!« -- »Fertig!« -- »Fertig!«

Abfahren!«

Ein letztes Händedrücken ... bellend sprangen die Korpshunde noch ein

Stück dem Zuge nach ... blaue Mützen wehten und weiße Tücher ...

Und im letzten Augenblick trat da ein Paar aus dem Wartesaal, wo

es verborgen des Augenblicks der Abfahrt gewartet hatte, auf den

Bahnsteig ... der Mann hochgewachsen, gütigen, strahlenden Auges ...

das Mädchen in hellem Gewand, den Blick von unaufhaltsam strömenden

Tränen verschleiert ... sie winkte mit weißem Tuch, ihr Auge suchte

einen, einen, an dessen Lippen sie vor wenig Wochen gehangen in erster,

keuscher Seligkeit ...

Und hatte ihn doch verlassen ...

Da hatte auch er sie erkannt ... starrer Trotz schoß in seine Züge, und

rasch trat er vom Fenster zurück.

Da lehnte sie ihr blondes Haupt an die breite Brust des erwählten, des

glücklichen Mannes und weinte um den verlorenen Traum ihrer Jugend.

»Bemooster Bursche zieh ich aus,

Ade!

Behüt dich Gott Philisterhaus!

Ade!

Zur alten Heimat zieh' ich ein,

Muß selber nun Philister sein,

Ade, ade, ade.

Ja, Scheiden und Meiden tut weh!«

so sangen, die da schieden und die da blieben.

* * * * *

Ja, Scheiden und Meiden tut weh ...

Und Marie Hollerbaum erkannte erst in diesem Augenblick, was sie

dahingegeben habe für immer ... für alle Zeit ...

* * * * *

Und nun saß auch Werner im Coupé. Er fuhr allein und dankte das dem

Geschick. Zu viel stürmte durch sein Herz ... es wäre ihm schmerzlich

gewesen, diese Scheidestunde mit einem andern teilen zu müssen, sie zu

entweihen durch gutgemeintes, doch alltägliches Geschwätz.

Der Zug umkreiste in weitem Bogen die Stadt da drüben am Berge. Vor

wenig Monden hatte Werne, von Verehrungsschauern seligbang umwittert,

dies wundersame Bild zum ersten Male erschaut. Vor wenig Monaten ...

war's möglich?

Damals war's ein wundersames, doch fremdes Bild gewesen ... nun war

jedes Fleckchen beseelt von Erinnerungen an ungeheure, grundstürzende

Erlebnisse seiner Seele ...

In ernster, gleichgültiger Erhabenheit thronte droben das Schloß;

Jahrhunderte waren an ihm vorübergezogen ... Völkergeschicke,

Weltgeschicke ... und Millionen, Millionen von Einzelschicksalen ...

Millionen von Herzensgeschicken ... es stand und stand in seiner

braunen Unnahbarkeit ...

Und länger noch standen und grünten die Berge, die Werners Jugendträume

umschlossen hatten, wie die der andern tausend, die gekommen waren in

diesem Sommer und nun auseinanderflogen in ihre Heimat ...

Und da unten blühte Sankt Elisabeth, die unverwelkliche Wunderknospe ...

Und um den Berg herum, ins Tal hüben und drüben hinein und hinunter,

alle die alten, alten Häuser, die spitzen Giebel, die winzigen Fenster

...

Da oben flatterte Cimbrias Panier, für das er nun auch zum ersten Male

sein Herzblut vergossen ...

Dort unter dem steilen Dache des Anatomiegebäudes hatte das tote

Lenchen gelegen ... und dann ein paar Wochen später ihr toter Liebster

... der Vater ihres Kindes ...

Seine drei lebendigen »Bälger« aber ... wo mochten die herumkrabbeln?!

Auch dort hinten irgendwo ...

Und dort ... in einem der kleinen Häuschen ... da weinte die schöne

Rosalie ... da harrte der arme Simon Markus des Richterspruchs ...

Erinnerungen -- Erinnerungen überall ...

Nun wandte sich der Zug, und die Südstadt tauchte auf. Der Dammelsberg

... Fanfahrengedröhn und Geigengequiek, ein scharfer, doppelter

Pistolenknall ... dies alles wurde wach ... das alles war aufgezeichnet

in Werners Hirn, unauslöschlich ... unvergeßlich ...

Und unter jenen Bäumen im Tale lag Ockershausen ...

»Fertig!«

»Los!«

Krach -- krach -- krach --

»Halt!«

»Halt!«

Vorbei -- vorbei ...

Und rasch entfloh der Zug ... rasch verschwamm das Bild ... so war es

vor wenig Monden zum ersten Male vor des Knaben Augen aufgetaucht ...

so schwand es nun ... geheimnisvoll ... deutungstief ...

Das Schicksal, das Erleben eines einzigen, kurzen Sommers ...

Und in Werners Seele quoll ein warmes, tiefes, heiliges Empfinden empor

... ein glockenfeierliches Dankgefühl ...

Das war das Leben ... nun war er eingetreten in seine Tempelhallen ...

Becherklang und Pistolenknall, brünstige Küsse und wilde

Verzweiflungstränen, wüste Zechgelage und friedliche

Waldeseinsamkeiten, ekle Buhlschaft und erhabenes Liebesentsagen ...

Jauchzen und Totensang ... Lust und Weh ...

Das war eingeschlossen in diesen kurzen Monden ... das alles hatte er

erlitten und erfahren, fühlend geschaut und fühlend durchlebt ...

Oh, Leben, Leben -- heiliges, herrliches, grausiges, mächtiges ...

heiliges, dreimal heiliges Leben --!!

Und doch ... war denn dies alles schon das Leben selbst gewesen?!

Das wirkliche, wahre, eigene Leben?!

Und die Liebe, die ihn und jene andern, seine Freunde, seine Brüder,

gefoltert und entzückt, durch eine Welt von Brünsten und Ängsten,

Küssen und Tränen, Seligkeiten und Todesschauer gejagt ... war das

schon die wirkliche Liebe gewesen?!

Ein Knabe, des Lebens unkund, war er gekommen ... ein Wissender kehrte

er zur Heimat, sollte er heut abend vor das forschende Vaterauge

treten, ausruhen in gläubigen Mutterarmen ...

Ein Wissender -- aber nicht doch ein Knabe noch?!

War nicht am Ende dies alles, Leben, Liebe, Leid ...

-- War das alles nicht am Ende doch nur ein Vorspiel gewesen?!

Eine furchtbar ernste Vorbereitung, aber doch eben nur eine

Vorbereitung?

Ein mächtig ergreifendes Vorspiel, ein Vorspiel, das Ungeheures,

Hochherrliches ankündigte ... aber eben doch nur ein Vorspiel?!

Fern, fern ahnte Werner ein anderes, ein volleres, ein erschütternderes

Erleben ... das wahre Leben ... die wahre Liebe ... das wahre Leid.

Das alles würde kommen, wenn er ein Mann geworden sein würde ...

Ja, ein Mann! Das wollte er werden ... das gelobte er seinem Bande da

um seiner Brust, seiner jungen Burschenwunde, allen gewaltigen und

heiligen Erinnerungen dieser vergangenen Monde ...

Dem teuren Bilde der geliebten Eltern daheim --

Elfrieden, dem Idol seiner Knabenjahre ...

Und sich selbst, seiner bebenden, weinenden, erstarkenden, werdenden,

jauchzenden Seele ...

Ja, ein Mann werden! --

Das Vorspiel war zu Ende ...

Und über das Erinnern dieses übergewaltigen Vorklanges hinweg grüßte

der Knabe Werner die Zukunft seiner Seele ...

Grüßte das kommende Glück, das kommende Leid ...

Grüßte die wahre Liebe ... das wahre Leben.

[Illustration]

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(Der Paragraphenlehrling)

Roman

34. Tausend

Preis broschiert M. 4.--, gebunden M. 5.--

Ein gesunder Idealismus spricht aus dem Werk, das nicht nur dem

Juristen willkommen sein kann, sondern auch von dem beachtet werden

wird, dem die Gesundung unserer Rechtsverhältnisse am Herzen liegt. Die

in dem Roman gezeichneten Zustände bilden gewissermaßen ein Pendant

zu der Kritik, die Beyerlein in seinem »Jena oder Sedan« vor einigen

Jahren an unseren militärischen Verhältnissen übte.

~Hamburger Wochenblatt~

Lebensprudelnd ist vor allem die Schilderung der bergischen

Eisenindustrie mit den kernigen, bodenständigen Gestalten der

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die beide gleichermaßen die gemütlichen

Laute des Wuppertaler Niederdeutsch erklingen lassen.

~Berliner Tageblatt~

Bei der Liebesgeschichte erfreut wiederum die Lebenswärme, mit der

die besondere, etwas spießbürgerliche und patriarchalische, aber auch

wieder behagliche, anziehende Art des bergischen Bürgertums in der

Familie und in der Geselligkeit zur Geltung gebracht wird. Auch die

industriellen Arbeiterverhältnisse beherrscht Bloem, und er zeichnet

sie mit großer Anschaulichkeit und lebhafter Bewegung; so wirkt

namentlich die Schilderung der technischen Versuche mit einem neuen

Stahlverfahren nichts weniger als trocken, sondern dramatisch lebendig.

Wir haben ein ausgezeichnetes Buch vor uns, das voll aus dem Leben

geschöpft ist und Zeugnis einer echten Gestaltungskraft gibt. Der

»Paragraphenlehrling« darf sich neben das bekannte Buch Rudolf Herzogs,

des engeren Landsmannes Bloems, »Die Wiskottens«, ebenbürtig stellen.

~Kölnische Zeitung~

W. Moeser Buchdruckerei, Berlin S. 34.

Der krasse Fuchs · 第 17 / 17 段