II. Vom Süden des Tschadsee über Wadai nach Omdurman und Djedda.

1. Rukāmi in Mandăra-Dungāmi (5 Tage zu Fuss); 2. Dungami-Djīna (5

Tage), gehört zu Logon; 3. Djīna-Logon (3 Tage); 4. Logon-Massenja

(7 Tage); 5. Massenja-Moï̄to (3 Tage), gehört zu Baghirmi; 6.

Moï̄to-Bulāla (5 Tage), Sultan: Baikŭm, gehört zu Baghirmi;

7. Bulāla-Mudagō (3 Tage), Sultan: Djebrīn, gehört zu Wadai;

8. Mudagō-Borku (Abeschr) (15 Tage), damals Sultan: Jusuf; 9.

Borku-Turdja (15 Tage), dort Grenze von Wadai gegen Tāma, Sultan:

Muhammed; 10. Turdja nach Tāma (7 Tage), unabhängig; 11 Tāma-Masālīt

(12 Tage), unabhängig, Sultan: Abu Bekr, gehörte früher zu Fōr; 12.

Masālīt-Fāscher (13 Tage), (damals unter dem Derwisch-Emir: Mahmūd)

Fāscher-el Obeid (25 Tage, weil Gewährsmann von den Derwischen als

Gefangener herumgeschleppt wurde); 14. el Obeid-Djebel Hille (8

Tage), gehörte dem Chalifa; 15. Djebel Hille-Omdurman (23 Tage);

16. Omdurman-Berber (13 Tage); 17. Berber-Suākin (9 Tage); 18.

Suākin-Djedda (7 Tage). -- Die Marschzeiten insbesondere nach Abeschr

sind nicht kritisch zu nehmen.

III. Von Benghazi und Djalo über Goru durch Kanem nach dem Süden des

Tschadsees.

Benghazi-Djalo (8 Tage). Djalo-Bir Bu Tafal (1 Tag). Bir Bu

Tafal-Sighen (7 Tage ohne Wasser). Sighen-Kufra (4 Tage ohne Wasser).

Im grossen Oasenbezirk von Kufra ist der nördlichste Brunnen Hauari.

Hauari-Djōf (6 Stunden). Eine halbe Stunde im Nordosten von Djōf liegt

et Tadj, die frühere Senussi-Residenz, auf einem Berge. Die Zauija

el Ustad mit einer grossen Medrese befindet sich in Djōf selbst.

Djōf-Bir Tulāb (6 Stunden). Bir Tulāb-Bir Bischre (3 Tage ohne Wasser).

Bir Bischre-Tekro (8 Tage ohne Wasser). Hier beginnt das Gebiet der

Tibbu (Gura‘ān). Die Gegend von Tekro ist gebirgig. Der Ort hat

etwa 200 Tibbu-Häuser. Es wird hier Salz gewonnen. Nunmehr wird die

grosse, südwärts nach Abeschr, der Hauptstadt von Wadai, führende

Strasse verlassen. Man wendet sich südwestwärts nach Goru (4 Tage).

Der Ort liegt bereits in dem zu Wadai im Tributverhältnis stehenden

Gebiete Borku und zwar in gebirgigem Gebiet, das hauptsächlich von

Tibbu (Gura‘ān), aber auch von nomadisierenden Arabern bewohnt wird.

Goru ist gegenwärtig der Centralsitz des Oberschechs der Senussi.

Goru-Enguri im W. (3 Tage), 50 Gura‘ān. Enguri-Tiki Bidi im S.W. (1

Tag). Tiki Bidi-Kėrdimēl im S.W. (1 Tag). Kėrdimēl-‘Aīn Kalaka (1

Tag), fliessendes Wasser, warme Quelle, Dattelanpflanzungen, zahlreiche

Äcker, neue grosse Senussi-Zauija.

Immer weiter W.S.W. führt der Weg darauf über welliges Gebiet, das

dem Hamād der syrischen Wüstensteppe nicht unähnlich sein muss.

Nach 3 Tagen wird die Wasserstelle ed Dōma erreicht mit reichlichem

Kamelfutter. Darauf marschiert man 6 Tage lang durch eine Ebene mit

vorzüglichem Kamelfutter nach Wādī ‘Agai. Das grosse wasserreiche

Gebiet des Wādī ‘Agai wird von Gura‘ān bewohnt. Es beginnt schon etwa

am zweiten Tagemarsche nach ed Dōma. Dann folgen 3 Tagemärsche ohne

Wasser, bis im Gebiete von Kanem die erste Wasserstelle: Abū Fumēn

(2 Brunnen)[94] erreicht wird. Auch hier finden sich noch zahlreiche

Gura‘ān neben den Waled Solimān-Arabern, welche die Vorherrschaft

haben. Das Land Kanem ist eine Ebene von vielen Wadis (im Sommer

ausgetrockneten Bachläufen) durchzogen. Von ed Dōma hatte sich der Weg

südwestlich gewendet. Am ersten Tage nach Abu Fumēn gelangt man nach

Nīre, wo der Oberschech der Waled Solimān, Rēt, der Sohn des ‘Abd el

djelīl, welch letzterer vor zwei Jahren gestorben ist, sich befand.

Dann 1 Tag bis Wādī Nahl, dann 1 Tag bis Māo, einer grossen, dauernden

Niederlassung, wo ein Unterschech von Rēt residiert. Südwärts und nach

3 Tagen kam mein Gewährsmann in das Hauptlager der Dekena, eines von

Wadai abhängigen, dunkelfarbigen arabischen Stammes. Von hier sollte es

nur mehr 2 Tage bis zum Schari nach Gulfeï sein. Der Tschadsee wurde

auf dieser Route nicht berührt. Bemerkenswert ist, dass in Māo eine

Medrese der Senussi im Entstehen begriffen war. Sowohl Gura‘ān wie

Waled Solimān leben gegenwärtig in Behausungen, die Buschije genannt

werden, Hütten aus Palmenblättern, welche wie Zelte abgeschlagen und

transportiert werden können. Die Region mit solchen Hütten beginnt auf

der beschriebenen Strasse bei Tekro.

[94] Das Killari bei Nachtigal Bd. II, S. 314.

Rabeh und das Tschadseegebiet · 第 35 / 42 题