Kunigunde und Rosalie aus der Grotte.
Kunigunde (gibt Rosalien einen Schlüssel). Hier, nimm!--Im Schubfach,
unter meinem Spiegel; Das Pulver, in der schwarzen Schachtel, rechts,
Schütt es in Wein, in Wasser oder Milch, Und sprich: komm her, mein
Käthchen!--Doch du nimmst Vielleicht sie lieber zwischen deine Kniee?
Gift, Tod und Rache! Mach es, wie du willst, Doch sorge mir, daß
sies hinunterschluckt.
Rosalie. Hört mich nur an, mein Fräulein-Kunigunde. Gift! Pest!
Verwesung! Stumm mache sie und rede nicht! Wenn sie vergiftet, tot
ist, eingesargt, Verscharrt, verwest, zerstiebt, als Myrtenstengel,
Vor dem, was sie jetzt sah, im Winde flüstert; So komm und sprich von
Sanftmut und Vergebung, Pflicht und Gesetz und Gott und Höll und
Teufel, Von Reue und Gewissensbissen mir.
Rosalie. Sie hat es schon entdeckt, es hilft zu nichts.
Kunigunde. Gift! Asche! Nacht! Chaotische Verwirrung! Das Pulver
reicht, die Burg ganz wegzufressen, Mit Hund und Katzen hin!--Tu, wie
ich sagte! Sie buhlt mir so zur Seite um sein Herz, Wie ich vernahm,
und ich--des Todes sterb ich, Wenn ihn das Affenangesicht nicht rührt;
Fort! In die Dünste mit ihr hin: die Welt, Hat nicht mehr Raum
genug, für mich und sie! (Ab.)