Eleonore. Nun, sag an! Ich höre.
Käthchen. - Doch du gelobst mir, nimmermehr, Lenore, Wem es auch sei,
den Vorfall zu entdecken.
Eleonore. Nein, keiner Seele; nein! Verlaß dich drauf.
Käthchen. Schau, in die Seitengrotte hatt ich mich, Durch die
verborgne Türe eingeschlichen; Das große Prachtgewölb war mir zu hell.
Und nun, da mich das Bad erquickt, tret ich In jene größre Mitte
scherzend ein, Und denke du, du seists, die darin rauscht: Und eben
von dem Rand ins Becken steigend, Erblickt mein Aug-Eleonore. Nun,
was? wen? Sprich!
Käthchen. Was sag ich! Du mußt sogleich zum Grafen, Leonore, Und
von der ganzen Sach ihn unterrichten.
Eleonore. Mein Kind! Wenn ich nur wüßte, was es wäre?
Käthchen. - Doch ihm nicht sagen, nein, ums Himmels willen, Daß es
von mir kommt. Hörst du? Eher wollt ich, Daß er den Greuel
nimmermehr entdeckte.
Eleonore. In welchen Rätseln sprichst du, liebstes Käthchen? Was
für ein Greul? Was ists, das du erschaut?
Käthchen. Ach, Leonor', ich fühle, es ist besser, Das Wort kommt
über meine Lippen nie! Durch mich kann er, durch mich, enttäuscht
nicht werden!
Eleonore. Warum nicht? Welch ein Grund ist, ihm zu bergen--? Wenn
du nur sagtest-Käthchen (wendet sich). Horch!
Eleonore. Was gibts?
Käthchen. Es kommt!
Eleonore. Das Fräulein ists, sonst niemand, und Rosalie.
Käthchen. Fort! Gleich! Hinweg!
Eleonore. Warum?
Käthchen. Fort, Rasende!
Eleonore. Wohin?
Käthchen. Hier fort, aus diesem Garten will ich-Eleonore. Bist du
bei Sinnen?
Käthchen. Liebe Leonore! Ich bin verloren, wenn sie mich hier
trifft! Fort! In der Gräfin Arme flücht ich mich! (Ab.)