Gottschalk (hält sie). Bis an den Knöchel nur, Kind! bis an die
äußerste, unterste Kante der Sohle!
Käthchen. Nein, nein, nein, nein; ich bin gleich wieder bei dir!
(Sie macht sich los, und läuft weg.)
Gottschalk (kehrt aus dem Bach zurück, und ruft ihr nach). Käthchen!
Käthchen! Ich will mich umkehren! Ich will mir die Augen zuhalten!
Käthchen! Es ist kein Steg auf Meilenweite zu finden!--Ei so wollt
ich, daß ihr der Gürtel platzte! Da läuft sie am Ufer entlang, der
Quelle zu, den weißen schroffen Spitzen der Berge; mein Seel, wenn
sich kein Fährmann ihrer erbarmt, so geht sie verloren!
Der Graf vom Strahl (draußen). Gottschalk! Himmel und Erde!
Gottschalk!
Gottschalk. Ei, so schrei du!--Hier, gnädiger Herr; ich komme schon.
(Er leitet sein Pferd mürrisch durch den Bach.--Ab.)
Szene: Schloß Wetterstrahl. Platz, dicht mit Bäumen bewachsen, am
äußeren zerfallenen Mauernring der Burg. Vorn ein Holunderstrauch,
der eine Art von natürlicher Laube bildet, worunter von Feldsteinen,
mit einer Strohmatte bedeckt, ein Sitz. An den Zweigen sieht man ein
Hemdchen und ein Paar Strümpfe usw. zum Trocknen aufgehängt.