Dein Antlitz speit ja Flammen!--Du nimmst dir gleich ein Tuch um,
Katharina, Und trinkst nicht ehr, bis du dich abgekühlt. - Du aber
hast keins?
Käthchen. Nein-Der Graf vom Strahl (macht sich die Schärpe
los--wendet sich plötzlich, und wirft sie auf den Tisch.)
So nimm die Schürze.
(Nimmt die Handschuh und zieht sie sich an.) Wenn du zum Vater wieder
heim willst kehren, Werd ich, wie sichs von selbst versteht--(Er hält
inne.)
Käthchen. Was wirst du?
Der Graf vom Strahl (erblickt die Peitsche). Was macht die Peitsche
hier?
Gottschalk. Ihr selbst ja nahmt sie!
Der Graf vom Strahl (ergrimmt). Hab ich hier Hunde, die zu schmeißen
sind?
(Er wirft die Peitsche, daß die Scherben niederklirren, durchs
Fenster;
hierauf zu Käthchen:) Pferd dir, mein liebes Kind, und Wagen geben,
Die sicher nach Heilbronn dich heimgeleiten.--Wann denkst du heim?
Käthchen (zitternd). Gleich, mein verehrter Herr.
Der Graf vom Strahl (streichelt ihre Wangen). Gleich nicht! Du
kannst im Wirtshaus übernachten.
(Er weint.) - Was glotzt er da? Geh, nimm die Scherben auf!
(Gottschalk hebt die Scherben auf. Er nimmt die Schärpe vom Tisch,
und gibt sie Käthchen.)
Da! Wenn du dich gekühlt, gib mir sie wieder.
Käthchen (sie will seine Hand küssen). Mein hoher Herr!
Der Graf vom Strahl (wendet sich von ihr ab). Leb wohl! Leb wohl!
Leb wohl!
(Getümmel und Glockenklang draußen.)
Gottschalk. Gott, der Allmächtige!
Käthchen. Was ist? Was gibts?
Gottschalk. Ist das nicht Sturm?
Käthchen. Sturm?
Der Graf vom Strahl. Auf! Ihr Herrn von Thurneck! Der Rheingraf,
beim Lebendgen, ist schon da!
(Alle ab.)
Szene: Platz vor dem Schloß. Es ist Nacht. Das Schloß brennt.
Sturmgeläute.