Monz sagte, indem er mir in den Postwagen half: »Sie besinnen sich noch
anders, ich weiß, bitte recht baldigen Bescheid.«
Wir fuhren davon.
»Ach Gott, Nannele, ich war in Todesangst«, sagte Therese.
Ich lachte sie aus: »Glaubst du wirklich, ich habe Lust, meine schöne
Selbständigkeit an den Nagel zu hängen und wieder Schülerin zu werden?«
Nein, wirklich, Caton, so war er nicht, so war er früher nicht. Es
überkam mich eine plötzliche Angst, so daß ich Therese bat, mir doch ja
immer zu sagen, wenn ich unrecht habe, damit ich nicht auch solch ein
Narr werde.
Sie lachte und versprach's.
Es ist aber gar nicht zum Lachen, denn da der Lehrer seinen Schülern
gegenüber notwendigerweise stets recht haben muß, so liegt die
Gefahr nicht weit, sich dieses Immer-recht-haben-Wollen als etwas
Selbstverständliches anzugewöhnen. Monz soll mir als abschreckendes
Beispiel dienen.
* * * * *
Rastatt, den 7. Juni 1844.
Die Kinder singen im Hofe:
»Und ich wett mit dir um ein halb' Maß Bier,
Und die Eisenbahn isch noch nit hier,
und du hascht kei Geld, und du kriegscht kei Geld,
und du darfscht nit mit nach Friedrichsfeld.«
Aus dem Unterland, wo die Eisenbahn jetzt fährt, kommt das Versle
angeflogen.
Jetzt geht sie von Karlsruhe nach Offenburg, und schon im nächsten Jahr
soll sie bis Freiburg gehen.
Weißt du noch, Caton, wie wir als Kinder von Menschenflügeln träumten?
Sollte das jetzt noch schwerfällige Dampfroß der Anfang sein, aus dem
in späteren Zeiten sich allmählich ein leicht flatterndes Flügelpaar
entpuppt? Einstweilen wollen wir indes mit dem, was uns jetzt beschert
ist, zufrieden sein. O Gott, beglückt bis in die letzte Faser unsres
Herzens. Welch ein Umschwung für die Menschen, die nach einem
Wiedersehen schmachten -- o Caton, Luftschlösser steigen aus dem Grunde
meiner Seele in bisher ungeahnter Pracht auf. Die Möglichkeit eines
Wiedersehens rückt näher und näher. Sechzehn Jahre fast liegen seit
unserm letzten Beisammensein im Elternhaus. Die Jugend ging, aber die
Liebe blieb.
Siehst Du, was alles aus der sparsamen Führung eines Haushaltes
entstehen kann an Freude und Glück, wenn der Sparpfennig langt? Heil
unsrer Therese, die es versteht, am rechten Fleck hauszuhalten, ohne
Engherzigkeit, aber mit dem Überblick einer erfahrenen Hausfrau. So
haben wir die Ellenbogen frei, brauchen nicht ängstlich zu rechnen,
sondern dürfen uns mit unaussprechlicher Genugtuung sagen: Auch für die
Freude ist etwas übrig. Habe ich einen solchen inneren Jubel jemals mit
achtzehn Jahren erlebt wie jetzt in meinen dreißiger Jahren?
Nämlich wir wollen im nächsten Frühjahr -- ach, Caton, der heiße Wunsch
unsres Herzens --, wir wollen unser Freiburgle wiedersehen -- die
Ostergesänge im Münster wieder hören, in das freudige, weltbezwingende
Halleluja mit den Sängern auf dem Chor einstimmen -- die geliebten
Gassen durchschreiten -- unsre Gäßle, Caton -- und am Grabe der Eltern
beten. --
Aber bis dort ist es noch lang, und inzwischen haben wir wieder
viel erlebt. Freilich behauptet Therese, ich mache aus jedem
Stecknadelknöpfle ein Erlebnis, aber diesmal ist es etwas Wichtiges
-- denn gibt es etwas Wichtigeres, als daß meine Schule nicht länger
unter dem Joch unwürdiger Lehrer zu seufzen hat, sondern einem schönen,
erfreulichen Aufblühen entgegensieht unter dem Einfluß des ernsten,
wohlwollenden Mannes, der mir nun zur Seite steht -- eines Mannes, der
allein schon durch sein Wesen Respekt einzuflößen vermag.
Auch mit der noch sehr jungen Hilfslehrerin kann ich zufrieden sein,
um so mehr, als ich selbst noch bildend und fördernd auf sie einwirken
kann, uns also ein freundliches Band verknüpft.
O Caton, und der Professor hat ein überaus herziges, ganz prächtiges
Fraule. Sie wohnen in der Herrenstraße, zunächst dem Schloß, und
täglich sehe ich sie mit ihren fünf Buben am Lyzeum vorbei in den
Schloßgarten ziehen. Von der zierlichsten Gestalt, wie ein junges
Mädele, hört man sie lachen und schelten inmitten ihrer die Mutter eng
umdrängenden Buben, von denen sie einer schon überragt.
Eines Tages trafen wir uns im Schloßgarten, der Professor war mit dabei
und machte mich mit seiner Frau bekannt. Gleich beim ersten Blick
nahmen wir uns an und plauderten miteinander, als kennten wir uns schon
Jahre. Sie ist eine Schwäbin mit prachtvollen braunen Augen, die so
viel Herzensgüte und Heiterkeit ausstrahlen, daß man schon froh wird
bloß durch ihren Blick. Kurzum ein Mensch -- und ein lieber, lieber --
O Caton, Du weißt nicht, aber jetzt kann ich Dir's gestehen, so
manchesmal, wenn ich vom Schloß in die Gassen hinunterschritt, die
breit sind und still wie ausgestorben, suchte mein Blick wohl in jedes
dieser niedrigen Häuslein einzudringen mit der sehnsüchtigen Frage:
Braucht denn hier niemand Wohlwollen, niemand Liebe und Mitempfinden in
Freud und Leid? -- O ihr geschlossenen Häuser und Seelen, klagte es in
mir, euer Kinder Wohl vertraut ihr mir an, aber um mein Wohl kümmert
sich auch nicht eine Seele.
Und jetzt, siehst Du, Caton, jetzt hat das Fraule allem ein Ende
gemacht. Es kommt die Treppe herauf, wie 's jüngste Mädele und will
alles wissen und will immer helfen und tut, als ob's gar nicht mehr
sein könnt, ohne täglich im Sibyllenbau einzukehren, sein Herz
auszuschütten und mich zu dem Aussprechen meiner Gedanken zu bewegen.
-- Mein Ölbild von Baron Ö., das über der Komode hängt, sah sie lange
an. »Dieser Mann hat Sie geliebt,« sagte sie. Ich fuhr ganz erschrocken
auf: »Wie kommen Sie auf diesen Gedanken?« Sie lächelte: »Das ist nicht
schwer. Aber wie schön, daß er's nicht merken ließ, und Sie's nicht
merkten.«
Gottlob, Gottlob -- ach wie versinkt das alles im Zusammensein mit den
prächtigen Buben und ihrem flinken Mütterle, an dem sie mit rührender
Liebe hängen.
Vor dem Vater haben sie einen gewaltigen Respekt, vielleicht gerade,
weil er sich nicht viel mit ihnen abgibt, sondern die Erziehung der
Söhne der Frau überläßt. Er muß Ruhe haben, denn neben seinen vielen
Schulstunden arbeitet er an einem naturwissenschaftlichen Werk für die
Jugend, und manchmal teilt er mir ein wenig aus seinen Arbeiten mit --
immer ein Fest für mich.
So leb ich ferner nicht mehr einsam in meinem verwunschenen Schloß,
dessen Geistern nachspürend, die einst in Fleisch und Blut seine Räume
durchwandelt. Ade sage ich ihnen, macht dem warmen Leben Platz, den
kräftigen Fußtritten junger Gesellen und dem herzlichen Lachen des
liebenswürdigsten Mundes.
* * * * *
Rastatt, den 21. April 1845.
Es hat Dich wundergenommen, liebe Caton, daß ich Dir von Freiburg
keinen Brief schrieb. Du dachtest, von da müsse einer kommen, wie noch
nie einer da war. Ich habe es eigentlich auch gedacht, aber es kam
anders.
Das Gefühl der Sehnsucht, das Gefühl der unbeschreiblichen Ungeduld,
die Heimat wiederzusehen, wurde durch die Erfüllung nicht gesteigert.
So schnell, ja, bänglich schnell uns der Zug dahintrug, es ging uns
noch immer nicht schnell genug. Aber die Ängstlichkeit der Mitreisenden
steckte uns doch auch ein wenig an. Sie fuhren alle, wie wir, zum
ersten Male mit der Eisenbahn, und so oft der Zug mit einem plötzlichen
Ruck an einer Station hielt, schrien sie laut auf und stießen mit den
Köpfen gegeneinander. Zwei alte Damen waren von einem Eisenbahnunglück
so überzeugt, daß sie während der ganzen Fahrt mit hochgezogenen Knien
auf ihrem Sitz saßen und uns aufforderten, das gleiche zu tun, man habe
ihnen gesagt, daß, wenn es ein Unglück gäbe, man wenigstens auf diese
Weise seine Beine rette.
Du kannst Dir denken, wie uns war, als wir von Hermann, den wir zum
ersten Male in Uniform sahen, von Baurittels und Fromherzens am Bahnhof
begrüßt wurden -- ach und die alte Heimatluft wieder atmeten. Wir
weinten schrecklich -- das war unsere erste Leistung. Der junge Mann
mit den zweisternigen Epauletten, den rabenschwarzen Haaren und dem
rabenschwarzen Bärtchen, dessen Augen so braunlachend in die Welt
schauen, und dessen Wangen dasselbe leuchtende Rot zeigen wie das der
Schwester Caton -- solltest Du glauben, es brauchte eine ganze Weile,
bis ich mit unserm Hermännle wieder ins alte Geleise kam?
Vieles war ja, wie wir's uns ausgemalt, Therese und ich. Sie wohnte bei
Baurittels, ich bei Fromherzens, aufgehoben wie in Abrahams Schoß. Und
als wir drei Geschwister am Grabe der Eltern standen -- laß mich über
diese Stunde schweigen. --
Ohne die Meinen suchte ich später zwei wohlbekannte Kreuze auf und
wunderte mich, wie verwittert und verblaßt mich die Namen der einst so
innig geliebten Freundinnen: Maria von Verleb und Amalie Kozlowska --
anblickten.
Stille Wehmut ergriff mich, aber der Schmerz, der damals mein
Jungmädchenherz so gewaltsam an dieser Stelle erschütterte -- damit
war's vorbei.
Auch vor Rottecks Grab stand ich, der Zeit seines Wirkens gedenkend,
die ich erleben durfte, und die vielleicht das Beste in meinem Inneren
wachgerufen. Ach, daß ich diesen feinsinnigen, edlen Volksfreund nicht
mehr am Leben fand, um ihm zu sagen, wieviel Gutes er mir und so vielen
andern getan -- Schmach meiner Heimat, wenn sie ihm kein Andenken
bewahrt. --
Auch polnische Namen fand ich da und dort auf einem Grabstein. Wie
diese Zeit wieder vor mir auftauchte -- Grotecki -- Du weißt, wie's
einmal um mich stand, Caton! -- Da liest man zuweilen, wie alte Frauen
in Tränen zerfließen, wenn sie dem Mann ihrer ersten Liebe wieder
begegnen. So etwas kommt gewiß nur in Romanen vor. Wenn Grotecki
plötzlich vor mir auftauchte, was wär dann? Ich weiß nichts mehr von
jener Leidenschaft, die mich einst durchschauert, ich begreife sie
nicht mehr. -- Gott, dieses Erkalten, wie entsetzlich für jene, die
ihrer Leidenschaft zum Opfer geworden! -- Arme Prinzessin von Ahlden,
winkst du mir auch wieder aus deinem alten Schloß im Norden, wo dir
soviel Zeit gegeben war, deiner unseligen Liebe zu gedenken? Hast du
sie gesegnet, oder begreifst du sie auch nicht mehr -- arme Prinzessin
von Ahlden. --
* * * * *
Ach, die vielen bekannten Namen auf dem Friedhof, wie fehlten sie mir
in den Gassen. Fremde Gesichter auf allen unsern Wegen. Therese sagte:
»Man fühlt sich ja gar nimmer daheim.«
Wir wohnten ja nicht beisammen, und doch trafen wir immer wieder zu
jeder Tagesstunde in Oberlinden zusammen, vor unsrer einstigen Wohnung.
Dann berieten wir, wollen wir in den Flur treten, wollen wir die
liebe, liebe Treppe hinaufgehen und an irgendeine Tür klopfen, mit
der Bitte, eintreten zu dürfen, nur um einmal wieder einen Blick in
unsre ehemaligen Stuben zu tun? -- Aber dann hatten wir wieder Angst,
es könne drinnen alles so ganz anders sein als früher, und das würde
uns doch mehr kränken und enttäuschen -- so daß wir schleunigst den
Flur verließen und wieder auf die Gasse traten und davongingen mit
einem letzten schüchternen Blick zum Altan hinauf. Und Therese sagte:
»Erwartest du nicht auch immer, es müsse etwas kommen?«
»Ja, Therese -- ach ja.«
»Und dann kommt man wieder und wieder, und es ist immer dasselbe.«
»Immer dasselbe -- was soll denn auch kommen, Therese?«
»Richtig, da seid ihr wieder.« --
Hermanns Stimme war's, des Bruders liebe, lebensfrohe Erscheinung, und
es war so, als führe er uns aus den düstern Schatten der Vergangenheit
in die frische, lebendige Gegenwart hinein.
* * * * *
Noch eins. Bei meiner Rückkehr von Freiburg fand ich ein Geschenk
des Barons vor, ein ganz köstliches Aquarell: Clothilde als schönes,
schlankes Mädchen an der Seite eines hochgewachsenen, bildhübschen
Offiziers. Darunter steht: »Elferl und Hampelmann im siebenten Himmel.«
Über den beiden aber schwebt ein Engelchen, das des kleinen Rudis Züge
trägt.
Es hat mich tief ergriffen.
* * * * *
Rastatt, 1. Mai 1845.
Liebste Caton!
Petersens Vorschlag soll uns recht sein, da er es für durchaus nötig
findet, daß Du in aller Ruhe die Ferien ohne Deine Söhne mit uns
genießest. Du weißt ja, wie sehr sich die Schwestern Deines Mannes
freuen, ihren geliebten Neffen für eine Weile die Mutter ersetzen zu
dürfen, also kannst Du Deine Reise, wenn auch mit dem unausbleiblichen
Trennungsschmerz, aber doch sorgenlos antreten. Gesegnet sei die
Eisenbahn, die Dich schon in wenigen Tagen ans Ziel bringt, das mit der
Post kaum in zehn Tagen zu erreichen war.
Mach' Dir's um Gottes willen nur recht klar, daß die Eisenbahn nicht so
gefällig ist wie die Post und auf ihre Reisenden wartet. Nun, Petersen
wird Dir wohl alles genugsam einprägen. Ach, ich bin ihm so dankbar,
es gibt keine Worte, die ihm meinen so heißen Herzensdank genugsam
auszudrücken vermöchten. Nicht leicht wird es ihm werden, auf Wochen
das geliebte Weibele entbehren zu müssen, damit endlich, endlich die so
lang getrennten Schwestern sich wiedersehen. Und nicht genug des Glücks
-- der teure Schwager holt Dich in den Herbstferien ab und kommt nicht
allein, kommt mit unsern heißgeliebten Neffen.
Die beiden, bisher hinter Schloß und Riegel liegenden Wohnräume sind
weit geöffnet, und die Sonne durchwärmt die nicht länger kahl und
leer stehenden Zimmer, die wir, einem seligen Vogelpärle gleich, zum
behaglichsten Nestle einrichten, und es ist wundernett, wie oft Therese
und ich unter der Türe zusammenstoßen mit irgendeinem Gegenstand,
weil wir immer wieder etwas finden, das unserm Schwesterle zur Fremde
dienen soll. Und dann lachen wir. Und weißt Du, wer mitlacht und alles
Fehlende an Möbeln und Teppichen und Sonstigem herbeischleppt, daß
wir uns nur wehren müssen, aber ohne Erfolg? -- 's Fraule, Caton, das
liebe, herzige Fraule! -- Und wie gut kommt uns ihre Hilfe, denn wir
müssen gleich beide Zimmer einrichten, da auch Hermann nicht erwarten
kann, die langentbehrte Schwester zu begrüßen.
»Sag, Tante Anna, spreche am End' deine Neffe Hochdeutsch?« fragte
gestern der Älteste vom Fraule. Und als ich nickte: »Das werden sie
wohl« -- erklärte er: »Dann prügeln wir sie so lang, bis sie's nimmer
tun.«
Ich stifte jetzt schon Frieden.
O Caton, mit der Briefschreiberei hat's nun ein Ende.
Du große Güte Gottes -- ein Wiedersehen, ein Beieinandersitzen und
wieder ganz jung werden. Mutter würde sagen: »Du Närrle.« -- Und so
ist mir auch, ich muß, bevor ich in die Klasse trete, meinem Gesicht
erst den nötigen Ernst geben; ich muß mich selber ganz fest in die Hand
nehmen und die Grammatik dazu, denn ich möchte am liebsten den Kindern
sagen: »Denkt euch, Caton kommt -- und Caton ist wie die Sonne, die
alles lebendig macht -- und -- und -- und -- kurzum.«
Therese läßt Dir sagen, Du sollst Dir wegen der Sommertoiletten keine
grauen Haare wachsen lassen. Wir haben nämlich durch Lenchen -- Du,
wie sich Lenchen freut -- also durch sie Gelegenheit, aus einem
bescheidenen Geschäft in Baden die schönsten Stoffe zu bekommen, zum
billigsten Preis. So wartet Deiner ein gelblich-brauner Barege; der
Rock ist schon fertig, sehr weit, die Erde berührend; aber ob Du noch
eine Wespentaille hast, das ist ein wenig die Frage, und darum kann die
Taille erst bei Deinem Hiersein fertiggemacht werden. Die Mantille aus
Mutters achteckigem Schal liegt, wie Du weißt, schon bereit. Du wirst
staunen über Theresens Meisterwerk. --
Wir werden überhaupt staunen, uns ältlich wiederzufinden, nachdem wir
uns zuletzt jung und blühend in die Augen geschaut. Aber haben wir
nicht auch gewonnen an Lebenseinsicht und Herzensreife, und werden es
nicht einzig schöne Tage und Abende sein, an denen wir einander von
neuem kennenlernen?
O Caton, und wenn wir Arm in Arm durchs Schloß schreiten -- denn ich
hab' es ganz in Besitz genommen, kenne Weg und Steg, verkehre im Geiste
mit seinen Fürsten und Fürstinnen; und was einst ihnen gehörte, gehört
jetzt mir, dem Habenichtsle, aus keinem andern Grund, als weil ich
lebe und mich von ganzer Seele an dieser Herrlichkeit erfreue.
Dem Besitzlosen gehört die Welt nicht weniger als dem andern -- denn
was das Auge umfassen und das Herz zu lieben vermag, gehört ihm an.
O Caton, mir ist, als müsse ich an die Brust schlagen mit der zagenden
Frage: Gott, Gott, ist es nicht zuviel der Wonne auf meinen Teil, daß
ich sagen darf:
Auf Wiedersehen
Du meine Herzensschwester.