Aus der Holzschnittfolge „der Totentanz“.]

Mit zu den ersten Schnittausführungen Holbeinscher Zeichnungen durch

Lützelburger gehört das sogenannte Totentanzalphabet. Einzelne

Buchstaben aus diesem erschienen schon in Drucken des Jahres 1524.

Holbein befolgte bei seinen Buchstabenzeichnungen, die den Zweck

hatten, die Texte gedruckter Bücher nach dem Vorbild der gemalten

Initialen in mittelalterlichen Handschriften zu schmücken, immer

eine gleiche Art der Anordnung. Den Buchstaben selbst, den er stets

in der eigentlichen Renaissancegestalt, das ist in der klassischen

Form der alten lateinischen Schrift, bildete, ließ er unverziert; die

Ausschmückung gab er ihm durch ein quadratisches Figurenbildchen, das

den Hintergrund für den Buchstaben bildet, ohne eine andere Verbindung

zwischen dem Bildchen und dem Buchstaben, als die des künstlerischen

Zusammenklangs der Linien. Gern zeichnete er ganze Alphabete in der

Weise, daß die 24 Bildchen -- für ~U~ und ~V~ gab es nur ein Zeichen,

ebenso wie für ~I~ und ~J~ -- eine in sich zusammenhängende Folge

bildeten. So hat er zum Beispiel ein Alphabet mit den verschiedenen

Berufsarten des Menschen, in Kinderspiel eingekleidet, ein anderes mit

den belustigenden Vorgängen einer Bauernkirmeß geschaffen. Den meisten

Beifall aber fand er mit dem Alphabet, in dem er die Gewalt des Todes

über alle Stände zum Thema der Bildchen nahm.

[Illustration: Abb. 76. +Der Tod und der Ackermann.+

Holbein der jüngere · 第 30 / 39 题