Je nach den Vorstellungen, die dem Prädikatsbegriff zu Grunde liegen,
wechselt die Art der Anknüpfung des Prädikats an das Subjekt, die bejaht
oder verneint wird. Es lassen sich _fünf Hauptarten von Vorstellungen_
unterscheiden, die auch von der Sprache durch verschiedene Wortformen
gekennzeichnet sind: die Vorstellungen von _Dingen_, von deren
_Tätigkeiten_ und _Eigenschaften_, von den _Modifikationen_ der
Tätigkeiten oder Eigenschaften und von den _Beziehungen_ zwischen den
Dingen. Diesen Vorstellungsarten entsprechen die Wortformen:
Substantiva, Verba, Adjektiva, Adverbia, Partikeln.
Danach ergeben sich _fünf Prädikatsformen_, welche die Urteilsfunktion
selbst modifizieren.
1. _Subsumtionsurteile._ Der Prädikatsbegriff ist ein Gattungsbegriff,
in dessen größeren Umfang der Subjektsbegriff fällt, z. B.: dies ist
Eisen, der Walfisch ist ein Säugetier.
2. _Tätigkeitsurteile._ Der Prädikatsbegriff spricht dem Subjekt eine
Tätigkeit zu: die Erde bewegt sich.
3. _Eigenschaftsurteile._ Das Prädikat wird als Eigenschaft dem Subjekt
beigelegt: Schnee ist weiß.
4. _Modifikationsurteile._ Die Tätigkeiten und Eigenschaften werden auf
einer höheren Stufe des Denkens _für sich betrachtet_ und zu _abstrakten
Substantiven_ gemacht. Sie können dann selbst verschiedene
_Modifikationen als Prädikate_ erhalten, z. B.: dieses Rot ist schön;
die Bewegung der Brieftaube ist schnell.
5. _Beziehungsurteile._ Das Prädikat sagt eine Beziehung zwischen
verschiedenen Gegenständen aus, z. B.: die Stadt liegt am Rhein. Hier
ist eine räumliche Beziehung zwischen der Stadt und dem Rhein
ausgesprochen.