II. Nach den Prädikatsformen.

Je nach den Vorstellungen, die dem Prädikatsbegriff zu Grunde liegen,

wechselt die Art der Anknüpfung des Prädikats an das Subjekt, die bejaht

oder verneint wird. Es lassen sich _fünf Hauptarten von Vorstellungen_

unterscheiden, die auch von der Sprache durch verschiedene Wortformen

gekennzeichnet sind: die Vorstellungen von _Dingen_, von deren

_Tätigkeiten_ und _Eigenschaften_, von den _Modifikationen_ der

Tätigkeiten oder Eigenschaften und von den _Beziehungen_ zwischen den

Dingen. Diesen Vorstellungsarten entsprechen die Wortformen:

Substantiva, Verba, Adjektiva, Adverbia, Partikeln.

Danach ergeben sich _fünf Prädikatsformen_, welche die Urteilsfunktion

selbst modifizieren.

1. _Subsumtionsurteile._ Der Prädikatsbegriff ist ein Gattungsbegriff,

in dessen größeren Umfang der Subjektsbegriff fällt, z. B.: dies ist

Eisen, der Walfisch ist ein Säugetier.

2. _Tätigkeitsurteile._ Der Prädikatsbegriff spricht dem Subjekt eine

Tätigkeit zu: die Erde bewegt sich.

3. _Eigenschaftsurteile._ Das Prädikat wird als Eigenschaft dem Subjekt

beigelegt: Schnee ist weiß.

4. _Modifikationsurteile._ Die Tätigkeiten und Eigenschaften werden auf

einer höheren Stufe des Denkens _für sich betrachtet_ und zu _abstrakten

Substantiven_ gemacht. Sie können dann selbst verschiedene

_Modifikationen als Prädikate_ erhalten, z. B.: dieses Rot ist schön;

die Bewegung der Brieftaube ist schnell.

5. _Beziehungsurteile._ Das Prädikat sagt eine Beziehung zwischen

verschiedenen Gegenständen aus, z. B.: die Stadt liegt am Rhein. Hier

ist eine räumliche Beziehung zwischen der Stadt und dem Rhein

ausgesprochen.

Psychologie und Logik: zur Einführung in die Philosophie · 第 32 / 73 题