Dritter Aufenthalt in den Diamantenfeldern.
So war ich denn zum dritten Male in Dutoitspan angelangt, gleich wie
nach meiner ersten Ankunft in den trostlosesten pecuniären
Verhältnissen. Gleich am Tage nach meiner Ankunft wurde mir von einem
Attorney (Notar) das Good for zur Zahlung präsentirt, das ich vor der
Abreise für den später entlaufenen M. gegeben und hatte bald darauf den
weiteren Betrag von 117 £ St. zu bezahlen. So mußte ich denn die meisten
Carossen und Straußenfedern sowie meinen Wagen und Gespann um jeden
Preis losschlagen. Auch in anderer Hinsicht hatte ich mit manchen
Schwierigkeiten zu kämpfen, umsomehr, als es länger denn einen Monat
währte, bis ich mir wieder eine nennenswerthe Praxis verschafft hatte.
Ich miethete mir in einer der Nebenstraßen Dutoitspans ein aus Lehm
aufgeführtes, aus einem Zimmer bestehendes, mit galvanisirtem Eisenblech
gedecktes Häuschen, dem eine aus gleichem Material errichtete Bude
angebaut war, zu welchem auch ein Hof mit einem Brunnen und ein nach
zwei Seiten hin offener Pferdestall gehörte und bezahlte für diese
weitläufigen Appartements 5 £ St. monatliche Miethe. Im Juni hatte ich
mir wieder eine ansehnliche Praxis erworben und war genöthigt, mir ein
Reitpferd, einen Monat später zwei Ponnies zu einem Cabriolet
anzuschaffen. In den Wintermonaten des Jahres 1874 gab es eine böse Zeit
für die Central-Diggings, die Masern waren ausgebrochen, 40 Visiten
täglich waren mehrere Wochen hindurch an der Tagesordnung, manche Woche
stieg die Zahl derselben auf 52.
Mit dem Aufblühen meiner Praxis begannen bei mir auch schon die
Vorbereitungen zu meiner dritten und großen Reise. Ich schaffte mir
einen neuen Wagen und zehn ausgesuchte, kräftige Zugthiere an; von allen
Seiten trugen sich mir Begleiter an, doch diesmal hatte ich es mir
vorgenommen, mit der größten Vorsicht meine Auswahl zu treffen.
Eine große Erleichterung während meines dritten Aufenthaltes in den
Central-Diggings erfuhr ich durch meinen Cap'schen Halfcast-Diener mit
Namen Jan van Stahl, der englisch und holländisch schreiben konnte, es
auch bald begriff, mir die Medikamente bereiten zu helfen und überdies
ein ausgezeichneter Eincassierer war. In einem der vielen Kaufläden
lernte ich einen jungen Commis kennen, der mir seine Berufsgenossen an
Bildung zu überragen schien und auch sonst ein einnehmendes Wesen hatte.
Ich machte ihm daher, als ich mich seines Charakters versichert hielt,
den Antrag, mit mir zu gehen, und einen Monat darauf kam er auch
thatsächlich zu mir, da sein Brodherr das Geschäft aufgegeben hatte.
Theunissen, so hieß mein neuer Gefährte, wurde bald mein Freund, und
obwohl wir über ein Jahr bei einander wohnten und lebten, hatte ich mich
nicht eher ernstlich über ihn zu beklagen, als am Zambesi, woselbst er
mich im Stiche ließ, da er der ihm vom Fieber drohenden Gefahr entgehen
wollte. In Dutoitspan hatte er sich bald in das Zubereiten der
Medicamente gefunden und da er eine ziemlich gute Kenntniß der
Landwirthschaft besaß, war mir oft sein Rath, namentlich was die Wahl
der Zugthiere etc. betraf, von nicht unerheblichem Nutzen. Der Diener
van Stahl hatte keine Lust mit in's Innere zu reisen--die Löwen waren
ihm zu schreckliche Gestalten--dagegen entschloß sich der Hirte Pit
Dreyer mitzugehen.
Vor und während der Zeit meines dritten Aufenthaltes hatten die
Verhältnisse in den Diamantenfeldern einen großen Umschwung erfahren.
Mehr denn ein Viertel der einstigen weißen Bevölkerung hatte sie
verlassen, war nach der Colonie, nach dem Oranje-Freistaat (ihrer
früheren Heimat), nach Europa etc. zurückgekehrt oder nach den
Transvaaler Goldfeldern ausgewandert. Man begann namentlich in Kimberley
größere Sorgfalt auf die eisernen und hölzernen Wohnungen zu verwenden.
Doch zeigte sich ein guter Theil der Bevölkerung mit dem ersten
Gouverneur der Provinz unzufrieden, welche Mißstimmung während meiner
dritten Reise zu einer Revolte ausartete. Die Diamanten waren im Preise
seit dem Jahre 1872 gesunken, da aber dies nicht mit den Claims der Fall
war, verwendete man größere Capitalien und bessere Maschinerien, um der
Edelsteine habhaft zu werden.
[Illustration: Mein Wohnhaus in Dutoitspan.]
Vor dem Antritte meiner dritten Reise begab ich mich im November 1874
nach dem Vaal-River und schlug hier, Delportshope und der
Hart-Rivermündung gegenüber, zu meiner Erholung für 14 Tage mein Lager
auf. Kleine Jagdausflüge und das Sammeln naturhistorischer Objecte
füllten diese Tage bald aus.
[Illustration: Koles-Kopje im Jahre 1875.]
Nach Dutoitspan zurückgekehrt, erhielt ich aus Prag die erfreuliche
Nachricht, daß die auf der ersten Versuchsreise und während meines
Aufenthaltes in den Diamantenfeldern gesammelten Objecte, mit Ausnahme
einiger beschädigter Vogelbälge und Insecten, vollkommen erhalten in der
Heimat eingetroffen waren.
Ich hatte mich mit Kleidern auf 2½ Jahre, mit Lebensmitteln auf zehn
Monate versehen, in den wildreichen Gegenden hoffte ich genügende Mengen
Fleisch zu gewinnen, um nicht Noth zu leiden. Schließlich traf ich
Vorsorge, daß mir meine Correspondenz nach Zeerust im Marico-District
nachgesendet werde.
Anhang.
1) Das Museum, um dessen Gründung und Hebung sich namentlich die Herren
Grey, Fairbridge und der frühere österreichische Consul, Herr Adler,
hohe Verdienste erworben haben, steht mit seiner Hauptfaçade dem
Tafelberge zugewendet. Es enthält theils inländische, theils auch
eingetauschte oder geschenkte ethnographische und naturwissenschaftliche
Gegenstände, ferner eine kleine Gemäldesammlung und eine bedeutende
Bibliothek. Aus der Vorhalle, in der dem Besucher der ausgestopfte Balg
eines aus der südlichen Polarzone herrührenden See-Elephanten und
Gemälde von den Victoriafällen des Zambesi besonders in die Augen
fallen, tritt man zur rechten in die Bibliothek, zur Linken in den
großen Saal ein, der zwei Gallerien aufweist, und die ethnographischen
und zoologischen Sammlungen enthält. Die ersteren sind ziemlich
bedeutend, von den letzteren namentlich die Sammlung afrikanischer
Mamalia, Aves, Crustaceen und Lepidoptera nennenswerth. Das Museum steht
unter der Leitung eines Kurators, R. Trimen, welcher sich nicht nur um
das Museum große Verdienste, sondern auch als Erforscher der
südafrikanischen Lepidoptera einen Weltnamen in diesem Fache erworben
hat. Auch der sich anschließende botanische Garten ist in jeder
Beziehung nennenswerth, wenn er auch vielleicht nicht so viel zur
Pflanzencultur beiträgt als wie jener in Grahamstown, der unter den
sogenannten botanischen Gärten Süd-Afrika's, deren es mehrere gibt, wohl
der bedeutendste ist. Diese Gärten sind wie in Europa theils vom Staate,
theils von den Städten, in deren Nähe sie errichtet sind, theils durch
freiwillige Beiträge unterhalten und sollen Erholungsorte vorstellen,
wobei jedoch auch besondere Rücksicht auf Pflanzen- und Baumcultur
genommen wird, so daß aus ihnen die für öffentliche Anlagen und neu zu
errichtende botanische Gärten nöthigen Setzlinge bezogen werden und sie
auch im Stande sind, den Bedarf an Pflanzen, Sträuchern und Bäumen für
Privatgärtner und Farmer zu decken. In diesen Gärten werden jedoch auch
exotische Gewächse mit vorzüglichem Erfolge cultivirt und gedeihen
namentlich australische Baumarten, ferner Gewächse aus Mauritius,
Madagaskar und Süd-Amerika. Vor Allem scheinen namentlich die
australischen Eucalyptus-Arten sehr gut fortkommen zu wollen.
2) Port Elizabeth ist der bedeutendste Hafenplatz in der Cap-Colonie,
dann folgt Capstadt, East London, Port Alfred etc., und ist der Handel
in demselben meist in den Händen englischer und deutscher Kaufleute. Bei
meiner Ankunft im Jahre 1872 wurden aus Port Elizabeth in der ersten
Jahreshälfte 280.000 Centner Schafwolle im Werthe von 2,500.000 £ St.,
Diamanten im Werthe von über 1,000.000 £ St., Elfenbein und
Straußenfedern im Werthe von über 100.000 £ St., Felle und Häute im
Werthe von über 300.000 £ St., ferner:
im zweiten Quartale des Jahres
1878 1879
Aloë . . . . . 9.150 3.625 Pfund
Mehl . . . . -- 5.000 "
Hafer . . . . 4.500 120 "
Straußenfedern . 15.403 15.347 "
Eingesalzene Fische 1.000 -- "
Angorahaar . . 79.555 268.690 "
Rindshäute . . 17.476 14.172 Stück
Rindshorn . . 23.519 34.208 "
Pferde . . . . -- 188 "
Elfenbein . . . 30.771 12.258 "
Schaffelle . . . 250.922 203.741 "
Ziegenfelle . . . 147.798 89.680 "
Branntwein . . -- 15 Gallonen
Castantia-Wein . -- 76 "
Wolle . . . . 57.753.42 66.036.66 Centner
im Werthe von . 524.730 509.538 £ St. ausgeführt.
Die Zoll-Einnahmen dieses Hafenamtes betrugen im Oktober 1879 39.915 £.
St.; gewiß eine sehr beträchtliche Summe, wenn man bedenkt, daß Port
Elizabeth kaum 20.000 Einwohner besitzen dürfte.
3) Bezüglich ihrer Lage gilt Grahamstown oder die Stadt der »Settlers«
als die schönste Stadt der Cap-Colonie. Malerisch breitet sie sich an
den Ufern des Oberlaufes des Kowieflüßchens am Abfalle der ersten Stufe
des südafrikanischen Hochplateaus aus. Grahamstown ist der Sitz eines
katholischen und englischen (Hochkirche) Bischofs und besitzt mehrere
Bildungsanstalten. Es ist mit Port Elizabeth durch die Bahn verbunden
und soll nun auch mit seinem Hafen Port Alfred durch einen
Schienenstrang in engere Beziehung treten, welcher der Stadt große
Vortheile bieten würde. Unter den Sehenswürdigkeiten steht der
Cathedralthurm obenan (an der Kirche selbst wird gebaut), es ist der
schönste in Süd-Afrika und mit den größten Glocken versehen; um die
Förderung des Baues hat sich der dem Dome vorstehende Rev. Dean Williams
hoch verdient gemacht. Sehenswerth sind ferner: ein Gebäudecomplex des
früheren Militärkommando's für Süd-Afrika mit einem Paradeplatz und dem
sich anschließenden botanischen Garten, ferner am entgegengesetzten
Stadtende die Irrenanstalt und das im provisorischen Stadthause in der
Bathurststraße untergebrachte Museum. Es wird von der Stadt und durch
Beiträge von Privaten unterhalten und besitzt viele Versteinerungen,
meist von Dr. Atherstone für dasselbe erworben, ferner eine reichhaltige
ornithologische Sammlung und ein bedeutendes Herbarium. Im Allgemeinen
sind alle naturwissenschaftlichen Fächer, auch das ethnographische,
ziemlich gut vertreten. Im Hofraum werden einige lebende Thiere
gehalten.
4 u. 5) Cradock gehört zu den bedeutenderen Städten der Colonie und wird
in allernächster Zeit durch die Bahn mit Port Elizabeth verbunden sein.
Die Stadt besitzt eine Merkwürdigkeit, die holländische Kirche, die mehr
einem Rathhause als einer Kirche ähnelt und mit einem Kostenaufwande von
30.000 £ St. erbaut wurde.
Von großer Bedeutung für Cradock ist die Gilfillanbrücke, eine
Eisenconstruction auf drei Pfeilern ruhend. Sie wurde im Jahre 1874 von
dem tückischen Fish-River hinweggespült und ist seitdem um sechs Fuß
höher angelegt worden. Nahe an der Stadt, theilweise auf ihrem Gebiet
wie auf der nahen Farm des Herrn von Rensburg finden sich warme,
schwefelhaltige Quellen, der Boden ihrer nächsten Umgebung zeigt tiefe
Lagen von Asche. Zwei Wollwäschereien sind hier angelegt. Der District
Cradock ist einer der bedeutendsten in der Colonie und namentlich durch
seine Zucht von Angoraziegen und Straußen ausgezeichnet. Er ist einer
der Gebirgs-Districte und stellenweise ungewöhnlich reich an fossilen
Ueberresten des Dicyuodon. In Cradock selbst wohnte der um die Geologie
des Districtes so hochverdiente Dr. Grey, leider hat ihn der Tod zu
früh, bevor er noch seine Forschungen beenden konnte, der Wissenschaft
entrissen.
6) Colesberg, auf der Hauptstraße von Port Elizabeth nach den
Diamantenfeldern gelegen, hat in den letzten Jahren bedeutend gewonnen.
Auf meiner Hinreise hielt ich mich hier nur zwei Stunden, auf der
Heimreise dagegen fünf Tage auf.
7) Jagersfontein hat in den allerletzten Jahren, namentlich durch die
Rührigkeit der Kaufleute in Fauresmith bedeutend gewonnen.
8) Der Wunsch und die Absicht, Thiere, welche in der Regel in der
Gefangenschaft schwer zu erhalten sind, vor meinen Augen gedeihen zu
sehen, bewog mich zur Anlage eines kleinen Thiergartens, in welchem ich
unter anderen Thieren Proteles Lalandii, das Erdferkel, Schuppenthiere,
Rohrrüßler etc. hielt. Nach dem Erstgenannten fahndete ich mehrere Jahre
vergebens, bis ich endlich zwei Thiere von einem Elfenbeinhändler
erstand und sie in einer etwa sieben Meter großen aus Faßdauben
errichteten Umzäunung verwahrte. Am nächsten Morgen fand ich nur mehr
ein Thier, das andere, obgleich noch ganz jung, hatte sich nachtsüber
den Weg nach Außen aufzuscharren gewußt und war, wie die angestellten
Nachforschungen erwiesen, von Hunden zerrissen worden. Das Ueberlebende
wollte lange Zeit durchaus keine Nahrung zu sich nehmen. Das kleine
Gebiß dieses merkwürdigen Raubtieres weist es auf Termiten an und so
blieb mir nichts übrig, als ihm mit Gewalt die Nahrung,--zerhacktes, in
Milch eingeweichtes Fleisch--hinzubringen. Nach einigen Tagen, nachdem
ich den Boden des geräumigen Zwingers mit Steinen pflastern ließ, fraß
es diese Nahrung aus meiner Hohlhand, ließ ich sie jedoch in einer Tasse
in oder an seinem Baue, so rührte es dieselbe nicht an. So ging es durch
volle vier Monate, dreimal des Tages hatte ich das Thier eigenhändig zu
füttern. Allmälig wurde das Thier in mancher Hinsicht zahmer, es fauchte
nur mehr zuweilen, wobei es seine Mähne hoch aufzurichten pflegte. Da
sich während meines vierten Aufenthaltes in den Diamantenfeldern die
Zahl meiner Patienten von Woche zu Woche steigerte, sah ich mich
gezwungen, die Behandlung der meisten meiner Thiere und auch die
Fütterung des Proteles einem meiner schwarzen Diener zu übergeben. Ich
gab mich der Hoffnung hin, das Thier werde durch den Hunger genöthigt
werden, selbst die Nahrung aufzusuchen, hatte mich jedoch getäuscht, es
ließ dieselbe drei Tage gänzlich unberührt und biß mich, als ich ihm am
vierten Tage mit Gewalt einige kleine Stückchen Fleisch in den Schlund
einführte. Zwei Tage später war das Thier verhungert.
9) Die Salzpfanne (Salzsee) an der Hallwaterfarm besitzt zwei Buchten,
eine nach Norden und eine nach Westen, am Südufer erhebt sich ein aus
dem nie fehlenden schäligen Kalk bestehender Hügel, sonst sind ihre Ufer
flach und sehr steinig, das Gestein meist Grünstein in Form von Blöcken
mit mandelartigen, rosarothen Chalcedoneinschlüssen. Bis auf die Mitte
ausgetrocknet, war sie an der tiefsten Stelle höchstens zwei Fuß tief,
so daß die Bodenfläche sehr eben erschien, doch konnte man deutlich
wahrnehmen, daß dieser kleine Salzsee in früheren Perioden einen höheren
Wasserstand besaß als gegenwärtig. An den Buchten münden kleine, nur
nach heutigen, in der nächsten Umgebung niedergefallenen Regengüssen
fließende Bäche. Es scheint mir, daß dieser, wie die meisten übrigen
Salzseen, tief in das Terrain eingebettet war, da sie nur in abflußlosen
Landstrichen vorkommen. Das in den Bachbetten nach der Pfanne strömende
Wasser, das bisweilen selbst kleine Felsenplatten mitreißt, laugt den
salzhaltigen Boden aus, und da das Wasser sehr schnell verdunstet,
concentrirt sich der Salzgehalt während der Trockenheit in den
übrigbleibenden Lachen und macht den Inhalt derselben ungenießbar. Die
nächste Umgebung der Savanne ist bebuscht, namentlich dicht nach Norden
und Nordwest, in welcher Richtung sich ein Kameeldornwald anschließt.
Wir forschten nach den Stellen, d.h. nach den Ruinen, die man uns als
Reste von Monopotapa bezeichnet hatte, allein wir fanden von denselben
auch nicht die geringsten Anzeichen, dagegen in einigen Gruben
gesimsartig geformte Schieferplatten. Dieselben trugen keinerlei Spur
menschlicher Arbeit an sich, es sind Schieferlagen, welche meist in
horizontaler Lage aufeinander geschichtet sind und auf welche in dieser
Lage eine Strömung zu verschiedenen Perioden mit einer verschiedenen
Stärke einwirkte. Da wo die Schieferplatten der Quere nach gespalten
waren, drang das Wasser ein und erzeugte die rundlichen Scheiben, die
als Fragmente von Säulen angesehen wurden. Die meisten Schieferplatten
haben in der Mitte eine härtere Struktur, man möchte sagen, daß sie
schalig sind, und daher rührt auch die an manchen beobachtete
Linsenform. In geognostischer Beziehung von großem Interesse ist der Ort
vorläufig, so lange nicht Nachgrabungen zu einem entsprechenden
Resultate führen, für den Archäologen von keiner Bedeutung. Ich glaube,
daß Nachgrabungen, die ich an dieser Stelle zu veranstalten hoffe, uns
neue Aufschlüsse über die Geologie Südfrika's bieten werden. Vorläufig
ist der Traum von der glänzenden Vergangenheit zerstoben und nur die
prosaische Wirklichkeit geblieben, daß die Pfanne gutes Salz liefert. In
letzterer Zeit machten die durch das Glück der Zulu's in den ersten
Kämpfen aufgestachelten und kühner gewordenen Koranna's die Gegend so
unsicher, und betrugen sich den Gerichtsbeamten gegenüber so
unverschämt, daß bewaffnete Mannschaft gegen sie abgesendet werden
mußte, um die Diebe zu fassen. Leider wurden diese von den Koranna's mit
den Waffen in der Hand empfangen, wobei ein Weißer das Leben verlor,
bevor den beraubten Farmern und dem verhöhnten Gesetze Genugthuung
verschafft werden konnte.
10) Die Carotiden waren unverletzt, dagegen die äußeren Kehlkopfarterien
schwer verletzt. Ich verband vorerst die Arterien und nähte sodann den
durchschnittenen Adamsapfel zusammen. Der Zustand des Verwundeten war
ein sehr bedenklicher und Piämie zu fürchten. Ich gab kleine Dosen von
Chinin, 1/10 Gramm in flüssiger Form jede drei Stunden, ferner Tinctura
Aconiti Napellus einen Tropfen alle vier Stunden mit Wasser, sowie
dreimal des Tages die in meiner südafrikanischen Praxis als
ausgezeichnet befundene Tinctura ferri sesquichlorati in zweitropfigen
Dosen.
Als ich am dritten Morgen zu meinem Kranken kam, hörte ich schon beim
Eintreten in's Zimmer einen starken Luftstrom durch die Kehlkopfwunde
mit dem eigenthümlichen Geräusch entweichen. Der Kranke war während der
Nacht wieder in Hallucinationen verfallen und hatte sich den Kehlkopf,
sowie den rechten Flügel der äußeren Wunde aufgerissen. Ich entfernte
mit Hilfe der Pincette und der Scheere die zerrissenen Kehlkopftheile,
wodurch eine klaffende Oeffnung in der vorderen Wand des Adamsapfels
entstand, ätzte mit Lapis die umliegenden mir als schlecht erscheinenden
Fleischstellen, wusch die Wunde aus und applicirte eine schwache
Höllensteinlösung. Schon am nächsten Tage nahm das Fieber ab und der
Kranke besserte sich von diesem Augenblicke an, ohne ein einziges Mal
eine Verschlechterung seines Zustandes zu erfahren. Sechs Wochen später
war die vordere Kehlkopfwand bis auf eine bohnengroße Oeffnung
geschlossen und nach acht Wochen vom Tage der Behandlung an, war die
Wunde geschlossen bis auf eine erbsengroße Vertiefung, eine vollkommen
seichte Narbe zurücklassend. Die Stimme des Kranken war weniger laut,
doch auch nicht heiser zu nennen.
11) Nachdem Gassibone sein Gebiet der Transvaal-Republik angeboten und
diese es auch angenommen, fürchtete sich Mankuruana, daß er ein
Unterthan dieses Staates werden müsse, und bot sein nördlich vom
Hart-River bis gegen den unteren Molapo sich erstreckendes Gebiet, mit
Ausnahmne einer kleinen Strecke bei Taung, der englischen Regierung an,
die es nicht annahm. Ich erlaubte mir, als dies geschah, die
Colonial-Regierung auf Mankuruana's Charakter aufmerksam zu machen,
hauptsächlich darauf, daß man seiner Erklärung von »Loyalität und
Freundschaft« nur wenig glauben schenken dürfe. Die Folge betätigte
meine Ansicht: sowie der Transvaal-Staat englisch geworden war, änderte
er sein Spiel, erst in allerletzter Zeit zeigte er sich abermals
freundlicher und englisch gesinnt, dies jedoch nur, nachdem sich seiner
Vasallen, Mora von Kuruman zu Ungerechtigkeiten den Weißen gegenüber
hinreißen ließ und dafür gezüchtigt wurde.
12) Als in der Mitte der Fünfziger Jahre die Freistaatboers in einem
Kampfe mit dem im Südosten wohnenden Basutokönig Moschesch begriffen
waren, benützten einige südlich vom Vaal wohnende Koranna's mit ihrem
Häuptling Kousop (Kusop) die durch diesen Krieg hervorgerufene
Entblößung der nordwestlichen Freistaatfarmen von der männlichen
Bevölkerung, die zu dem Kriege abcommandirt war, um hinterlistiger Weise
die ihnen zunächstgelegenen Niederlassungen der Weißen zu überfallen,
und nachdenm sie die Frauen und Kinder getödtet, mit den gesammten
Heerden in ihre Heimat zu flüchten, und da sie sich nach dieser
ruchlosen That im Freistaate nicht sicher fühlten, ihre Niederlassung zu
verlassen und über den Vaalfluß zu setzen. Kusop begab sich zu
Gassibone, dem Vater des von mir besuchten Chefs der Batlapinen, und
nachdem er ihm von seiner Beute Geschenke abgegeben, erhielt er von
diesem die Erlaubniß--da Gassibone als der Paramont Chef das eigentliche
Oberhaupt der Batlapinen anerkannt war--sich in seinem Gebiete
niederzulassen. Als die Batlapinen die schönen Heerden sahen, die Kusop
geraubt, waren sie, als ihnen die Söhne des alten Gassibone, Pohu'tsive
und Bojong, den Befehl ertheilten, sofort bereit, sich zu einem Raubzuge
nach dem Freistaate zu rüsten, an welchen sich auch ein benachbarter
Chef der Bamairen »Motlabane« betheiligte und auf welchem auch die
Transvaalfarmen im Osten überfallen wurden. Da der Krieg mit Moschesch
noch nicht beendet war und der Überfall nach der Ostseite plötzlich
geschah, fanden die wilden Horden weder im Freistaate noch im
Transvaalgebiete erheblichen Widerstand und kehrten mit zahlloser Beute
beladen in ihre zwischen dem unteren Hart- und dem mittleren Vaal-River
gelegenen Wohnsitze zurück. So wie sich jedoch die Nachricht von diesen
Ueberfällen im Freistaate und dem Transvaalgebiete verbreitete, rüsteten
sich alle jene der Farmer, die nur abkommen konnten, gegen Kusop, er
wurde im Kampfe getödtet und ihm ein Theil der geraubten Heerden nebst
seinen eigenen abgenommen. Die übrig gebliebenen seiner Leute flüchteten
sich gegen Mamusa, oder folgten den Farmern, um in deren Dienste zu
treten. Pohu'tsive, der die Vergeltung seiner räuberischen That an
seines Vaters Kraal fürchtete, dachte, daß es besser wäre, die
holländischen Farmer, bevor sie noch ihre Farmen erreichen konnten,
anzugreifen, zu vernichten und ihnen die Heerden abzujagen. Sein Plan
ging dahin, die Truppe der Weißen zu umzingeln. Doch die Angreifer
wurden zurückschlagen, zerstreut, ihre Reihen nach allen Seiten
durchbrochen, und der Führer getödtet, bevor er seines Vaters Kraal
erreichen konnte. Ohne den Angriff Gassibone's des Vaters abzuwarten,
griffen nun die Farmer, die außerdem durch Zuzug verstärkt worden waren,
ihn, sowie seinen Bundesgenossen Motlabane an und schlugen beide, der
erstere wurde später enthauptet. Die so zerstreuten Koranna's,
Batlapinen und Bamairen flüchteten nach Taung, und da es manchen noch
glückte, mit den gestohlenen Heerden zu entkonmmen, so folgten die
Krieger in ihren Spuren bis nach Taung. Mahura, der König der östlichen
Batlapinen, hatte jene Raubzüge der übrigen südlichen Batlapinen nicht
gebilligt, allein er zeigte sich nicht willig, die zu ihm geflohenen
Stammesgenossen mit ihrem geraubten Gute auszuliefern. Darum setzte er
sich zur Wehre, nahm den Kampf auf und stellte sich den Farmern
entgegen. Er wurde geschlagen und seine Leute flüchteten sich in die
felsigen Höhlen über der Stadt, nach der holländischen Version sie zu
vertheidigen trachtend, nach der eigenen nun von den unten campirenden
Boers, wo sie sich blicken ließen, niedergeschossen zu werden.
Der Sieg über Taung führte zu einem Frieden, den die Söhne
Mahura's im Namen ihres Vaters mit + unterzeichneten, die
Friedensbedingungen waren überspannte und grausame, da doch Mahura's
Batlapinen sich keiner Räubereien gegen die Boers schuldig gemacht
hatten. Die Strafe lautete auf Auslieferung einiger der Freibeuter und
die Zahlung von 8000 Stück Rindvieh, 390 Pferden und 500 Musketen, eine
Kontribution, welche die vereinigten Batlapinenstämme zu jener Zeit
nicht aufbringen konnten.
13) Mankuruana's Batlapinenreich stellt gleich den übrigen nördlich
liegenden Betschuanareichen ein Parallelogramm dar, dessen lange Seiten
von West bei Nord nach Ost bei Süd und von West nach Ost laufen. Die
östliche Grenze dieser Reiche wird theilweise vom Hart-River, theilweise
vom Marico-District der Transvaal-Republik, dem unteren Maricolaufe,
sowie von dem centralen Limpopo gebildet, die westliche erstreckt sich
tief in das Kalabari-Bushveldt bis nach Groß-Namaqualand. Die
regierenden Stämme der Betschuana's, die Batlapinen, Barolongen,
Banquaketsen und Bakwena's, sowie einige ihnen verwandte Stämme, denen
gestattet wurde, im Lande zu wohnen, die Bamairen, Botlaro's, Baharutse,
Makhosi, Manupi, Batloka und Bakhatla wohnen in dem östlichen Theile des
Gebietes, in Gegenden die wasserreich sind, während die wasserarmen,
theilweise centralen, theilweise westlichen Striche von ihren Dienern,
den Makalahari's, den Barwa's und Masarwa's, bewohnt werden. Die
Makalahari, auch Bakalahari genannt, können, wenn sie dem Könige
langjährige gute Dienste erwiesen, sowie wenn sie ihren Herren durch
glückliche Jagden viel Nutzen brachten, von diesen frei erklärt werden,
es wird ihnen dann gestattet, in der Residenz des Königs oder eines
Unterchefs zu wohnen und sie werden als Batlapinen oder Barolongen etc.
betrachtet und behandelt. Rev. Mackenzie, der seit 20 Jahren Gelegenheit
hatte, das Verhältniß zwischen beiden Stämmen, den Dienern und Herren,
zu beobachten, bemerkte, daß die Diener auch Bakhalahatsane oder
Bathu-hela (»Menschen«, oder »gleich anderen Menschen«) von den
letzteren genannt werden. Unter den Betschuana-Reichen ist das
Mankuruan's das kleinste, und bisher das am wenigsten ergiebige gewesen,
doch wenn der Stamm durch die gegenwärtigen, von Seite der Regierung in
Griqualand-West ergriffenen Maßregeln arbeitsamer geworden, wird er
durch Ackerbau und Viehzucht leicht emporkommen können, wobei ihm die
Nähe der Diamantenfelder besonders zu Gute kommt.
14) In den Diamantenfeldern war die Ansicht allgemein verbreitet, daß
die in denselben arbeitenden Schwarzen ihren Chefs Diamanten von den
Feldern in die Heimat mitzubringen verpflichtet wurden. Ich glaube
nicht, daß dies regelmäßig geschieht und von allen Eingebornen-Chefs
gefordert wird, doch von manchen Häuptlingen, wie von Secoccuni und
anderen geschah es _ganz sicher_; daß jedoch viele Betschuana's ihre
Makalahari- und Barwadiener nach den Diamantenfeldern zur Arbeit senden,
ohne daß deren Häuptlinge von diesen Diebstählen wissen, ist ebenso
gewiß. Die Haupturheber der zahllosen an den Diggers von Seite ihrer
farbigen Diener begangenen Diebstähle sind jedoch weniger die
unwissenden Eingebornen, sondern jene Bande von verkommenen Weißen und
Halfcasts, welche eine wahre Plage der Diamantenfelder sind, und
trotzdem viele von ihnen von dem Arme der Gerechtigkeit erreicht wurden,
ihr Unwesen noch lange forttrieben. Die Behörde hält sich natürlich in
erster Linie an den factischen Verbrecher, sie trachtet aber auch den
Anstifter zu eruiren. In dem Falle in dem ein Weißer oder Halfcast der
Schuldige war, wird der Dieb dies sofort eingestehen, dagegen wohl nie,
wenn der Dieb von seinen Angehörigen, von seinen gleichfarbigen Herren
daheim, nach dem Diamanten-District _»zur Arbeit«_ gesendet wurde. Die
Meisten erdulden ihre Strafe, ihre Lasches und ihr bis dreijähriges
Gefängniß, ohne etwas zu verrathen, daheim hätten sie im
entgegengesetzten Falle die Rache ihrer Herren zu fürchten.
15) Die ethnographischen Verhältnisse auf dem Gebiete zwischen dem
Konana-, Hart- und Vaal-River lassen erkennen, daß sich das
Koranna-Element vom Süden nach Norden ausgebreitet hat. Ich glaube, daß
die Hottentotten, die längs der Westküste nach dem Süden zogen und den
westlichen Theil der Cap-Colonie bevölkerten, sich theilten, d.h. durch
Streitigkeiten und Kriege unter sich verfielen und theils gezwungen
theils freiwillig jene Gebiete verließen, wobei ein Theil im Thale des
Oranje-Rivers nach aufwärts zog (das folgen der Flüsse ist ein
Charakteristicum in der Verbreitung des Hottentotten-Stammes) und sich
endlich in den fruchtbaren Gefilden an der Vereinigung des gelben und
schwarzen Gariep (Oranje- und Vaal-Rivers) niederließ. Die veränderte
Lebensweise, Einwirkung des Klima's, sowie deren theilweise Vermischung
mit den Buschmännern im Süden und Osten, mit den Barwa's im Norden,
vielleicht auch mit den Stämmen im Westen erzeugte jene Veränderungen,
welche diesen am Oranje-River angesiedelten Stamm charakterisiren, ihn
von den eigentlichen Hottentotten schieden und zum Griqua stempelten.
(Ich glaube, daß der Linguist leicht den Namen Griqua wie Koranna aus
der Hottentottensprache herleiten könnte, was gewiß von Wichtigkeit sein
würde.) Diese Griqua haben durch diese Veränderung ihres ursprünglichen
Elementes nicht gewonnen, physisch und psychisch stehen sie unter ihren
Stammvätern ebenso wie die Koranna's wieder unter den Griqua's, die ich
als eine Abzweigung der letzteren halte, welche ähnlich wie jene der
Griqua's von den Hottentotten vor sich gegangen sein mußte. Die
Koranna's zogen den Vaal aufwärts, bis sie gegen das jetzige Bloemhof
von dem Betschuana-Elemente, den Bamairen, Barolongen, Batlapinen etc.
zum Stillstand gebracht wurden. Diese sie zwischen den Hart- und
Vaal-River drängende Barriere durchbrachen sie zwischen Christiana und
dem Hart-River, da, wo zwischen den verschiedenen Stämmen der Batlapinen
ein von allen beanspruchtes, von keinem aber in Besitz genommenes Land
lag und setzten sich am Mamusahügel fest. Von Mamusa gingen sie auf das
obere Mokarathal (rechter Nebenfluß des Hart-Rivers) über und von da
sogar noch nördlicher in das Thal und Gebiet des Konanaspruit, der nach
Norden nach dem Maretsane fließt. Hier mußten sie die Obergewalt der
Barolongen anerkennen und mischten sich theilweise mit diesem
Betschuanastamme diese Abkömmlinge fand ich physisch und intellektuell
höherstehend als die Koranna's und Griqua's.
16) Die theilweise Verschmelzung des Koranna-Elementes mit dem der
Barolongen in Konana hatte theilweise zur Folge, daß die Wohnungen im
Style der Betschuana's aufgeführt, reinliche Gehöfte darstellten. Ein
ziemlich großer Theil der Bevölkerung hatte sich schon an den Gebrauch
europäischer Kleidung gewöhnt. Dagegen konnte man jedoch auch deutlich
beobachten, daß Frechheit eine der Untugenden ihrer Bewohner war und
diese war dadurch begründet, daß viele derselben längere Zeit in den
River-Diggings als Diener und zwar in der ärgsten Zeit, unmittelbar
nachdem die Diamantenfelder aufgefunden wurden, gearbeitet hatten. Daß
sie nicht auch den Branntweingebrauch hierher verschleppt, war in dem
Verbote von Seite des Herrschers dieser Landstriche, des Königs Montsua,
begründet. Auf meiner Fahrt von Konana nach Molema's Town traf ich drei
Eingeborne, welche gemeinschaftlich einen Hinterlader ihr Eigenthum
nannten. Darüber erstaunt, wurde ich belehrt, daß dies hier zu Lande
häufig vorkomme: die Miteigenthümer gehen dann gemeinschaftlich auf die
Jagd und einen Tag benützt ihn der Eine, am nächsten der Zweite u.s.w.
Die Beute wird ohne Rücksicht auf die Leistungen der einzelnen Jäger zu
gleichen Theilen vertheilt. Schießen sie zwei oder blos ein Zebra, so
theilen sich zwei in das Fleisch, der Dritte nimmt das Fell. Doch
häufiger geschieht es, daß jeder der Eigenthümer tourweise mit seinen
Dienern während einiger Wochen der Jagd obliegt.
17) Aus den Fellen der beiden letzteren werden Carossen verfertigt und
dem Könige verehrt oder an die in Moschaneng wohnenden Händler verkauft,
d.h. gegen Waaren ausgetauscht, um von diesen wieder nach Süden gesendet
und hier als Bett- oder Sophadecken, oder als Zimmerschmuck feilgeboten
zu werden. Für eine Caracal-Carosse von zehn Fellen, welche in
Süd-Afrika als Roikat-Karossen bekannt sind, erhält der Eingeborne
Waaren im Werthe von 3 £. St., in Moschaneng z.B. folgende Gegenstände:
1. Zwei Wolldecken und eine Hose; 2. einen Rock, eine Banmwolldecke,
sechs farbige Tücher, oder 3. zehn Pfund Schießpulver. Beim
Wiederverkaufe begehrt der Trader 4 £. St. in barem Gelde, in der
Colonie 4-10 £. St., oder 5 £. St. in Waaren. Eine aus vier
Leopardenfellen gearbeitete Carosse wurde mit einer Muskete, zwei Sack
Schießpulver, 10-15 Pfund Blei, einer Dose Zündhütchen und einem kleinen
Geschenk als Zugabe bezahlt, und in Moschaneng für 9 £. St. in der
Colonie für 10-13 £. St. in Barem feilgeboten. Gegenwärtig, wo durch das
Waffen-Einfuhrsverbot die Gewehre entfallen, würde der Kaufpreis einen
Anzug, zwei Wolldecken, ein Paar Stiefel und ein großes Frauentuch, oder
mit der Zugabe eines Schafes zu der Carosse, einen Pflug betragen. Eine
Carosse aus Silberschakalfellen (Canis mesomelas), gewöhnlich aus 14
Fellen gearbeitet, hat in Moschaneng einen Werth von 4-10 £ St., eine
aus 30 Klippdachsfellen, einen solchen von 3-10 £. St., eine Carosse aus
den Fellen der gewöhnlichen bläulich-grauen Wildkatze 3-10 £. St., eine
aus 16 Proteles-Lalandiifellen 4 £. St., eine aus 6 Tharifellen 8 £. St.
und eine aus 32 Genettafellen einen Werth von 4-10 £. St. Die schönsten
Carossen (für das Auge) sind die Silberschakal-Decken, die schönsten
Felle liefern die Batlapinenländer und der südlich vom Molapo liegende
Theil der von den Barolongen bewohnten Striche.
18) Während meines Aufenthaltes in Moschaneng hatte ich Eingeborne und
Weisse in folgenden Krankheitsfällen zu behandeln: