Heil, im Garten von Segewold.
_Garten_, dem ich _Leben_ gab:
Senke deinen Stolz danieder!
Deine _Flora_ ging zu _Grab_',
Und kein Frühling weckt sie wieder!
_Rosenblüthe_, weiss und roth:
Neige deine Zauberfülle!
Meine _Rosa_ brach der _Tod_:
Schmücke nun die _Leichenhülle_!
_Veilchen_, das der Hain verbarg,
_Veilchen_ von der Alpenwiese:
Blühet nun an _ihrem_ Sarg,
Wie ein Kranz vom Paradiese!
Ihr, _Jasminen_, reich an Duft:
Leer sind ohne _sie_ die Räume!
Füllet nun die Todtengruft,
Mit dem Hauch der Blüthenträume!
Farbenpracht im Schwester-Chor,
Adelstolze _Georginen_!
Hüllet euch in Trauerflor,
Dort, auf meinen Weltruinen!
Reich an Balsam, voll der Pracht,
Labyrinthe süsser _Nelken_!
Schmücket ihre Todesnacht,
Eh', wie _sie_, die Blüthen welken!
_Lilie_ der Blumenau,
Rein wie _sie_, vor allen Reinen:
Fülle dich mit Maienthau;
Lass' ihn sanft daniederweinen!
Kränze von _Vergissmeinnicht_,
Die das Blau vom _Himmel_ saugen!
Nacht begrub der Sonne Licht:
Schliesset nun die Liebesaugen!
* * *
_Myrthenstamm_, den ich erzog,
Du, der holden _Braut_ Verlangen,
Den ich ihr zur _Laube_ bog:
Nur am _Grabe_ wirst du prangen!
_Loorber_-Schmuck und _Palmen_-Zier!
Lohn dem Helden, Preis dem Ruhme,
Durch den _Tod_ erkauft von _ihr_:
Grünet nun im Heiligthume!
_Oelzweig_, den nach müdem Flug,
Friedebringend, _Noah's_ Taube,
Nach der Wunderarche trug: --
_Meine_ Arche -- fiel zu Staube!
Schatten du vom _Lebensbaum_,
Den mein Traum zu lang gemessen:
Edler schmücken deinen Raum
_Trauerweiden_ und _Cypressen_.
_Baum_ der _Gräber_, du allein,
Wirst hinfort, und nicht vergebens,
Zierde meiner Hütte sein;
Und _allein_ mir Baum des Lebens!
Draussen, fern, im _Neckarthal_,
Wo im Grab' die _Lieben_ wohnen:
Gründ' ich ihr ein Todtenmal,
Reich an Immortellen-Kronen.
Nah' bei meiner _Clause_ blinkt,
Klar und rein der _Quelle_ Spiegel;
Und der _Holden Urne_ winkt,
Freundlich mir, am Rosenhügel.
Bis der Tage Ziel erscheint;
Gram und Kummer dann entschwinden;
Und wir _droben_, neu vereint,
Was wir _lieben_, wiederfinden.