Vor dem Burggetrümmer von Treiden.
_Fremdling_, der sich mir gesellt!
_Gast_, bei Mondenscheine!
Sieh! von weiland stolzer Welt,
Deren Denkmal hier zerfällt,
Reden noch die Steine. --
Und -- von jenem _Ritter_-Spiel,
Das im Blute stieg und fiel:
Zeugen, aus dem _Grab_-Gefild',
Helm und Panzer, Schwert und Schild,
Schädel und Gebeine; --
_Segen_-Grossthat -- _keine_!
* * * * *
Oft, seit grauer Heiden-Nacht,
Spielwerk roher Völkerstürme:
Sank, _Thoreida_! deine Macht;
Sanken deine Riesenthürme!
Aber -- liess versöhnte Zeit
Ihre Schlachtendonner schweigen:
Sah das Volk die Herrlichkeit
Wieder aus dem Grabe steigen.
Völkermark und Heldenblut
Sollte diese Fluren düngen!
Stets erneuter Kämpfe Wuth
Musste diese Welt verjüngen!
Fürst und Ritter, Herr und Knecht,
Schweden, Polen, Lithuanen,
Und der Reussen Landesrecht:
Fochten um den Sieg der Fahnen.
Ritterthum und Mönch-_Asyl_ --
Beidem klang die Todtenmette;
Und von ihrem Trauerspiel'
Blieb dem _Volke_ -- nur die _Kette_!
* * *
Aber -- als dem Siegerglück'
_Treiden_ sank, im Opfertode:
Gab dem Fest' -- ein _Weltgeschick_ --
Noch ein Stück, als _Episode_!
Und, wenn Bücher ohne Zahl,
Hier, von Schlachtenruhm erzählen:
Will ich nun, zum _Heldenmal'_,
Nur die _Episode_ wählen.
* * *
_Jungfrau_, wie dein Schicksal gross!
Grösser noch, in deinem Falle!
Komm', aus tiefem Gräberschooss',
In des Ruhmes Ehrenhalle!
Manchem Helden sank der Muth,
Sein Verhängniss zu ertragen:
Aber _du_, in deinem _Blut'_,
Hast dein Schicksal _mit_erschlagen!
* * *
Wand'le denn, mit deinem Ruhm',
Durch die Wahrheit im Gedichte, --
Von Minerva's Heiligthum',
Hin, zum Tempel der _Geschichte_!