heutigen Schokoladenwerkes aufführen lassen. Sie dienten zuerst
einer Spinnerei, und die Fabrikation ging einen guten Gang, als
Richard Hartmann aus Chemnitz daran beteiligt war. Bis 1913. Während
des Krieges brach der Verfall herein. Das Bekleidungsamt Chemnitz
quartierte sich in den Gebäuden ein. Es wurde grundsätzlich nichts
mehr auf die Erhaltung verwendet. 1921, als der gegenwärtige Inhaber,
Herr Martin _Schmidt_ aus Dresden, den Besitz übernahm, wuchsen
schon lustige Birken aus dem heutigen Werksgebäude heraus: das Kurze
Haus war polizeilich geschlossen; der Gesamtzustand derart, daß
der neue Besitzer das Dach des Herrenhauses eines Tages – in der
Zschopau wiederfand. So galt es durchgreifenden Neuaufbau, Aufwendung
erheblicher Mittel, vornehmlich aber Verständnis für den Wert des
Überkommenen und schonsame Rettung dieses Wertes in die Gegenwart
hinein. Und mit diesem allen kommt man denn auf den jetzigen Besitzer.
[Illustration: Abb. 4. =Waldpartie im Zschopautale mit Himmelmühle=]
Wer ein Freund der Heimat ist, der hegt oft auch eine stille
Schwärmerei für die Herrensitze alter Adelsgeschlechter. Wir erkennen
Kultur darin, daß da das Herrenhaus organisch mit der Kirche
verbunden zu sein pflegt; es gab noch ein anerkanntes Höchstes
über dem Herrentum, und es gab nicht das, was Nietzsche als die
Schrankenlosigkeit des modernen Fabrikherrentums in der Selbstsucht
erkannte. Wäre der Herr auf der Himmelmühle von der Sorte der
zeitgemäßen Industrieritter, er wäre gewiß dem Ratgeber gefolgt, der
ihm anno 1921 empfahl, das Spitzdach des Schokoladenwerkes in ein
flaches umzuwandeln. Praktischer wäre das gewesen, denn im Winter
hätten dann die Eiszapfen keine Ecken mehr gefunden, wo sie sich
gefahrdrohend aufbaumeln konnten, – und billiger wäre es am Ende auch
gewesen. Es ist nicht nach diesem Ratschlag gehandelt worden, denn der
neue Inhaber empfand, daß mit dem Mansardendach der Landschaft ihre
eingewurzelte Ländlichkeit verlorengegangen wäre.
[Illustration: Abb. 5. =Gasthaus Himmelmühle mit der neuen Talstraße=]
Und so ist aufgebaut worden in mühsamer, aber auch aufmunternder,
erfreuender Arbeit. Der Dresdner Architekt Oskar Röhle, daneben der
Dresdner Kunstmaler Paul Ricken, sind die verantwortlichen Werkmeister
gewesen, und alle drei, Architekt, Maler und Bauherr, haben nach
dem Grundgedanken geschafft, daß erst eine _Wohnstätte_ für die
Menschen, dann _Wasser_ und _Verpflegung_ und dann neuzeitliche
_Gesundheitlichkeit_ vorhanden sein müßten, ehe wieder Leben auf dem
Himmelmühlhof einziehen dürfte. Wirklich, man ist betroffen, wenn man
das fertige Werk betrachtet.
Überkommenes Stiltum ist mit neuem Stilverständnis erhalten und
gepflegt. Die Baumeister von 1834 haben mit köstlicher Festigkeit
gebaut. Wenn man die Mauern des Schokoladenwerkes sieht, in die zwei
Kraftmeier von heute ihre Brüste hineinstemmen könnten, so durchfährt
einen Freude: Gott, muß das warm sein hier im Winter! Die Fabrik ist
mit schlichter Farbeneinstimmung ausgemalt; Kontor und Werkräume sind
in stillen Farben gehalten. Aber durchgängig bewegt man sich eben nicht
in Fabriknüchternheit, sondern in bäuerlicher Breite und Behaglichkeit.
Und dabei herrscht doch Zwecksinn. Die Verarbeitung ist so geregelt,
daß die Rohstoffe mit Fahrstuhl in das oberste Stockwerk gefahren
und von da, je nach dem Fortschreiten der Behandlung, Stockwerk um
Stockwerk tiefer gefiltert werden. Es geht alles durch Falltrichter;
Menschen brauchen sich nicht abzuhetzen.
[Illustration: Abb. 6. =Wohnzimmer im Herrenhause=]
Eine biologische Kläranlage versorgt jeden Bewohner mit den
Grundvoraussetzungen neuzeitlicher Reinlichkeit. Eine helle Freude
schafft der Anblick der Arbeiterwohnungen – z. B. im _Kurzen Haus_. In
Riesenzimmern, riesenmäßig an Tiefe und Höhe, dabei so hell! liegen die
Kinder in ihren Bettchen und schlafen sich stark in der gesunden Luft.
Ich werde mich einmal aufmachen und forschen, wo es in der Großstadt
eine gleiche Mittelstandswohnung gäbe; ich weiß schon im voraus: da
forsche ich vergebens. Die Schule sieht sich von außen sehr sauber und
fröhlich an, aber es darf leider zurzeit kein Schulunterricht darinnen
gegeben werden. Das junge und rasch zunehmende Geschlecht muß erst
groß werden. Eine besondere Beschreibung verdient dann das _Gasthaus_.
Es ist in seinen drei Gaststuben mit wahrem Behagen als ländliche
Pfleg- und Erholungsstätte aufgerüstet, bauernbunt an den Wänden, mit
starken, hölzernen Tischen und derben Stühlen, dazu großen, hellen
Fenstern. Hier verzehren die Arbeitsleute ihr Mittagbrot. Steigt man
aber die Stiege hinan, so bekommt man mit den Fremdenzimmern eine
pure Lustigkeit zu sehen. Jegliches hat seinen Namen erhalten; dem
einen steht auf der Türe »’s Herzel«, dem andern »Himmelschlüssel«,
einem dritten »Vuglbeer«. Innen enthalten die Zimmer immer die nötigen
Wandmalereien. Sie schauen solchergestalt sehr lieb drein und locken
zum Dableiben. Gewaltige Böden über den Wohnungen sind ein Besitz aller
Himmelmühl-Häuser.
[Illustration: Abb. 7. =Blick auf Warmbad Wiesenbad im Erzgebirge=]
Bliebe noch das Herrenhaus zu erwähnen, wenn man einiges andere
wegstreichen wollte. Das Herrenhaus ist die Wohnung des Fabrikherrn. Es
ist der eigentliche Adelsbau des ganzen, mit hohen, herrlichen Zimmern,
von denen das Biedermeierzimmer ein Stück Liebhaberei verkörpert, indes
die anderen im neuen Geschmack gehalten sind, ohne irgendwie Stil zu
verleugnen.
Bleiben ein paar Wertstückchen – Nippes, sagt man gebildet. Ich
meine vornehmlich den kleinen _Pavillon_ im Garteneck. Über die
moosübergangenen Steine einer Mauer sieht man zur Zschopaurinne durch;
_vor_ einem aber steht ein romantisches Tempelchen. Es ist rund gebaut,
mit dorerartigen Säulen und einer weißgestrichenen Holzbalustrade
herum, mit großen Fenstern voll Stabwerkes zum Stübchen inmitten. Und
das Stübchen ist ein kleines festliches Gemach. Ringsherum sind bunte
Bilder über die Fenster und in die Nischen gemalt; sie stellen im
wesentlichen die vier Jahreszeiten dar – der Geschmack zwischen Ludwig
Richter und Runge spielend. Wer waren die Künstler zu dem allen? Dies
hübsche Häusel verdient noch weiteren Ausbau.
Wandert man aber noch einmal die breite Kastanienallee zum Herrenhaus
zurück, so stockt man vor zwei alten runden Säulen am Eingang. Dem
Charakter nach sind es Überreste des 18. Jahrhunderts, aus der Gleim-
und Höltyzeit, der Überlieferung nach freilich nicht. Bescheiden wir
uns beim Rätsel!
Und steigen wir so, Gedanken im Sinne, vom Tale zur Höhe zurück. Lassen
wir das _erste Schokoladenwerk_ des Erzgebirges – die Himmelmühle
ist es! – liegen in der beschaulichen Friedlichkeit seines Bezirkes
von Arbeit und Lebensgenuß. Wir sehen über den spitzen Tannen den
Erzgebirgshimmel in hellblauem Flusse, und weiße Wölkchen flattern
darüber hin. Die Einsamkeit will uns wieder fangen, und einsam scheint
auch das Stück Menschenwerk im Grunde, einsam in seine Traulichkeit
gehegt. Nichts weiter als ein Blick Heimat, aber eben Gott sei Dank,
trotz vergangener Anfechtung: Heimat!
[Illustration]
Fußnote:
[6] Dieses ist das Schmerzenskind des Besitzers, das Gebäude
befindet sich im Verfall. Man sollte meinen, daß es auch
höhere Stellen bekümmern müßte, hier keinen Schandfleck
entstehen zu lassen.
Bücherbesprechungen
_Franciscus Nagler_, »=Ein lustiger Musikante=« (Nummer 16
der Zellenbücherei im Verlage Dürr und Weber G. m. b. H.,
Leipzig-Gaschwitz).
Eine meist recht kindische Art Operette, die kunstlose Potpourriform
der Kinomusik, Jazzbands, Schlagerlieder und Schlagertänze ohne
Lebenskraft, nur einmal aufleuchtend und dann auf immer vergessen –
wir wollen es deutlich sagen: das ist die Volksmusik von heute, die
Musik, die das Volk aufnimmt. Kein Lied _im Herzen_; keine Melodie,
die von Vater und Mutter zu Kindern und Enkeln weiterklingt! – Wir
wollen versuchen, es _besser_ zu machen und die Lebensfreude, die ja
doch schließlich auch aus der gegenwärtigen Volksmusik spricht, in
_richtige_, natürliche Bahnen zu lenken.
Das will der »Lustige Musikante«! Er ist uns daher herzlich willkommen!
Heiteren Gemütes wird er uns vorgestellt. Er ist der rechte Musikante
aus dem Volke mit dem reichen, warmen Herzen. »Er freuet sich mit
den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden.« Von allem, was zu ihm
in Beziehung steht, plaudert der Verfasser: von fahrenden Sängern,
Spielleuten, Stadtpfeifern, Dorf- und Bettelmusikanten; dann vom
Dorf- und Kleinstadtkantor, von der Kirchenmusik, den Gesang- und
Musikvereinen. Ein lustiges Leben mit Sang und Klang! – Inmitten
des Frohsinnes aber taucht mancher ernsthafte Gedanke auf. Jeder
würde eine Besprechung für sich fordern. Daher kann an dieser Stelle
nur auf einzelne hingewiesen werden. Tapfer sagt uns der Verfasser
seine trefflichen Meinungen über moderne und klassische Musik, über
Gelegenheits-, Schul- und Hausmusik, über Einfachheit und Natürlichkeit
auf musikalischem Gebiete, über den Geschmack des Publikums, über
die Notwendigkeit einer deutschen volkstümlichen Oper, besonders der
komischen Oper und des Singspiels usw.
Angenehm zu lesen ist diese (etwa neunzig Seiten umfassende) Plauderei
über volkstümliche Musik. Das Buch ist inhaltlich wertvoll; es regt an
zum Nachdenken und ist verständlich für jeden Laien, der nach Bildung
strebt. Billig ist es zu erstehen; und lustig ist er auch, der ehrliche
Musikante! Was wollt ihr mehr?
Günther Lamm.
_Richard Schlegel_, »=Die Vogelwelt des nordwestlichen Sachsenlandes=«.
Versuch einer Avifauna der Leipziger Flachlandsbucht, zugleich ein
Beitrag zur Zoogeographie des Freistaates Sachsen. V und 274 Seiten mit
5 Bildnistafeln. Zu beziehen: Heimatschutz, Dresden-A., Schießgasse 24.
Geh. 11.50 M.
Heimatschutz setzt Heimatkenntnis voraus und Naturschutz ist nur
möglich, wenn wir die Natur selbst kennen und über das Vorkommen und
die Bedingungen des Vorkommens ihrer Geschöpfe unterrichtet sind.
Veröffentlichungen, die diese Kenntnisse fördern, dienen immer auch
dem Heimat- und Naturschutz, und der Förderer und Freund der Heimat-
und Naturschutzbestrebungen wird sich daher auch mit ihnen befassen
müssen. Dies trifft auf ein Buch zu, das mir zur Beurteilung vorliegt
und das der »Vogelwelt des nordwestlichen Sachsenlandes« gewidmet ist.
Sein Verfasser, _Richard Schlegel_ in Leipzig, ist kein Neuling in
der wissenschaftlichen Vogelkunde und im ornithologischen Schrifttum
durch manche fleißige Arbeit rühmlichst vertreten. Die Erforschung der
Vogelwelt seiner zweiten Heimat – die Wiege Schlegels hat im Erzgebirge
gestanden und erzgebirgisches Erbe wohl auch ist seine Freude am
Vogel, die Liebe zum gefiederten Volk – ist ihm dabei immer Hauptzweck
gewesen, zur Lebensaufgabe geworden. Ein ganzes langes Menschenalter
hat er sich dieser Aufgabe gewidmet, und daß sie nicht vergebens
gewesen ist, daß Schlegels Tätigkeit reiche Früchte getragen hat,
bezeugt sein vorliegendes Buch. Es führt uns in die Vogelwelt eines
Gebietes ein, in dessen Bild der in Sachsen in größerer Ausdehnung
ja sonst fehlende, der Entwicklung eines reichen Vogellebens aber
ganz besonders förderliche Auwald noch einen breiten Raum einnimmt
und dessen Vogelbild sich daher auch in manchen wesentlichen Zügen
auffallend von den anderer Gegenden unseres sächsischen Vaterlandes
unterscheidet, Arten sein eigen nennt, die anderwärts entweder ganz
fehlen oder doch zu den Seltenheiten gehören. Der naturschützerischen
Fragen nachgehende aufmerksame Leser wird aus den Schlegelschen sehr
gründlichen und ins einzelne gehenden Ausführungen bald auch den
Einfluß der Kultur herausfühlen, den diese auf das ursprüngliche
Vogelbild Nordwestsachsens bereits ausgeübt hat und der in einzelnen
Fällen auch schon ein recht verhängnisvoller geworden ist. Machtlos
stehen wir ihm meistens gegenüber – die Kultur läßt sich eben nicht
zurückschrauben –, oft aber, so will es mir scheinen, könnten wir
ihm doch noch Einhalt gebieten, könnten diese oder jene bedrohte
Art retten. Nur dürfen wir uns nicht bloß in sentimentalen Klagen
ergehen, nicht papierne Resolutionen fassen, sondern müssen
handeln, den Stier fest bei den Hörnern packen und vor allem unsere
Schutzmaßnahmen spezialisieren, dem Einzelfall Rechnung tragen und
ihn nicht nach dem beliebten Schema ~F~ behandeln. Wir dürfen aber
auch nicht davor zurückschrecken, zugunsten einer gefährdeten Art
auch einmal ein paar Individuen einer nicht gefährdeten, häufigeren
zu opfern. Die Nachtigall erhalten wir unserer Heimat nicht durch
langatmende Zeitungsartikel und Vogelschutzgehölze, sondern einzig
und allein durch die Pflege noch vorhandener, ihren Ansprüchen
genügender Pflanzengemeinschaften und der Fernhaltung des der
Nachtigall unwillkommenen lärmvollen übrigen gefiederten Volkes
von diesen Stellen. Diese, mir hier nur so gekommenen Gedanken
jedoch nur nebenbei, ich hoffe, sie später ausführlicher einmal bei
einer anderen Gelegenheit behandeln zu können. – Dem Schlegelschen
Buche wünsche ich die verdiente Verbreitung besonders auch unter
den Lesern der Heimatschutz-Mitteilungen; des Verfassers auf die
Arbeit verwandter Fleiß kommt besonders dem zum Bewußtsein, der zwei
ähnliche, nach dem Schlegelschen Buche erschienene Arbeiten: »Krohns
Vogelwelt Schleswig-Holsteins« und Genglers »Vogelwelt Mittelfrankens«
kennengelernt hat – die »Vogelwelt des nordwestlichen Sachsenlandes«
überragt beide um ein ganz gewaltiges, und in die Anerkennung der
Schlegelschen Leistung darf sich daher auch die aufrichtige Freude des
Sachsen über die vorbildliche Arbeit des Landsmannes mischen.
Rud. Zimmermann.
=Mitteilungen des Vereins sächsischer Ornithologen.= Sonderheft, der
Deutschen Ornithologischen Gesellschaft zur Feier ihres 75jährigen
Bestehens dargebracht. VIII und 72 Seiten mit 3 Textkarten, 2
Notenbeispielen und 5 Tafeln.
Der 1922 gegründete Verein sächsischer Ornithologen, der seine
Hauptaufgabe in der Erforschung der sächsischen Vogelwelt erblickt und
auf diese Weise die wissenschaftlichen Unterlagen für ihren Schutz
zu schaffen versucht, hinsichtlich dessen zielbewußter Förderung er
sich mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz einig weiß – die
gründliche und ja auch so erfolgreiche Bestandsaufnahme der heute
noch in Sachsen horstenden Wanderfalkenpaare z. B. unternahm er mit
Unterstützung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz – konnte
im verflossenen Herbst seinen bisherigen, der Vogelkunde Sachsens
gewidmeten »Mitteilungen« eine umfangreichere Veröffentlichung
angliedern: ein Sonderheft, das er der Deutschen Ornithologischen
Gesellschaft, der ältesten sich der Vogelkunde widmenden Körperschaft
des Erdballs, zur Feier ihres 75jährigen Bestehens widmete. Das
Heft eröffnet eine historische Studie; _Rudolph Zaunick_ untersucht
mit der ihm eigenen Gründlichkeit »F. A. L. Thienemanns Anteil am
Zustandekommen der ersten Versammlungen deutscher Ornithologen« und
liefert damit zugleich auch die erste eingehendere Lebensschilderung
Thienemanns, diesen bei weitem nicht nach Gebühr gewürdigten älteren
sächsischen Vogelkundigen. Dem _Zaunick_schen Beitrag schließt sich
eine, vielleicht gerade den Lesern der Heimatschutz-Mitteilungen
besonders willkommene, Untersuchung von _Hans Förster_
»Beobachtungen über das Vorkommen der Wasseramsel als Brutvogel in
der Sächsisch-Böhmischen Schweiz« an, in der der Genannte neunzehn
Brutpaare, die sich aber wohl noch um eine Anzahl weiterer erhöhen
werden, für unser Felsengebirge nachweist, eine Zahl, die zweifellos im
Herzen jedes Vogelfreundes helles Entzücken auslösen muß. Faunistischer
Natur, wie die _Förster_sche, ist auch die _Erich Dittmann_sche Arbeit
»Zur Verbreitung des Brachpiepers in Ostsachsen nebst Mitteilungen über
seine Lebensweise«, während _Richard Heyder_, der Sachsens Ornithofaun
ist, dem wir ja die erste gründliche Gesamtdarstellung der sächsischen
Vogelwelt verdanken, in einer Arbeit Ȇber die Durchzugsfrequenz
nordischer Stelzvögel im Binnenlande« einer der heute umstrittendsten
Zugsfragen, dem Zugstraßenproblem, zu Leibe geht und überzeugend
nachweist, daß auch der Zug der Stelzvögel nicht straßenförmig, sondern
in breiter Front verläuft. Mit der »Stimme des Fichtenkreuzschnabels«
befaßt sich _Bernh. Hoffmann_, den Lesern der Heimatschutz-Mitteilungen
durch seine zahlreichen Beiträge auch in diesen ja längst kein Fremder
mehr, brutbiologische Arbeiten haben _Richard Schlegel_ (Über ein
bei Röhrbach-Belgershain gefundenes und irrtümlich als Rohrdommelei
bestimmtes Ei der Stockente) und _P. Bernhardt_ (Eine zweite Brut
des Eisvogels), beides ebenfalls wieder bekannte Mitarbeiter an den
Heimatschutz-Mitteilungen, sowie der Unterzeichnete (Beobachtungen
am »Rohrsänger«kuckuck; ein Beitrag zur Kuckucksfrage) beigesteuert,
während _E. Mayr_ die Vogelwelt Sachsens mit derjenigen Vorpommerns
vergleicht. – Das in sauberem Druck hergestellte Heft, das auf seinen
fünf Kunstdrucktafeln außer einem Bildnis Thienemanns Naturaufnahmen
von P. Bernhardt und dem Unterzeichneten bringt, dürfte seines reichen
und vielseitigen Inhaltes wegen manchem Vogelfreund Sachsens, der dem
Verein sächsischer Ornithologen noch fern steht, einen willkommenen
Lesestoff bieten; es ist aus diesem Grunde vom Verein auch in erhöhter
Auflage herausgegeben worden und für 3.-- M. portofrei durch den
Unterzeichneten (Dresden-A., Marienstraße 32) oder die Geschäftsstelle
des Heimatschutzes zu beziehen.
Rud. Zimmermann.
Naturschutz
Göttliche Tat.
Nach dem Willen von lichten Mächten,
In der Formen wunderbarer Pracht,
Ist aus Ur- und tiefen Nächten
In Schönheit die Erde einst erwacht.
Menschliche Tat.
Die Axt schlägt im Walde,
Die Kugel-Büchse kracht – – –
Öd und trauernd liegt die Halde –
Das hast du, o Mensch, vollbracht!
Folgen.
Vernichtet und mordet nur ruhig weiter,
Solang’ bis die letzte Eiche sinkt,
Solang’ bis als heimatloser Todesreiter
Deutsches Wesen im Meere des Grauens ertrinkt!
(Verfaßt und verbreitet vom Ring deutscher Jugend.)
Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner
Schmidt – Druck: Lehmannsche Buchdruckerei
Klischees von Römmler & Jonas, sämtlich in Dresden –
Photographische Platten »Sigurd« und »Satrap«, photographische,
sowie kinematographische Aufnahme- und Wiedergabeapparate
»Ernemann«
Photographische Aufnahmen: Max Nowak
_Einbanddecken_
Jahrgang 1925 (Band XIV)
Mark 1.50
und 30 Pfg. Postgeld und Verpackung
Landesverein
Sächsischer Heimatschutz
=Dresden-A.=, Schießgasse 24
_Bestellkarte inliegend!_
Werbt
für unseren
Heimatschutz
Vergeßt die Beitragszahlungen nicht!
_Anmeldekarte inliegend!_
_Zahlkarte inliegend!_
Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden-N.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
Korrekturen:
S. 32: B. → IV.
{IV.} Familiennamen als Gattungsnamen.
S. 79: ein Halt → Einhalt
könnten wir ihm doch noch {Einhalt} gebieten