1834 hat der Chemnitzer Kaufmann G. F. _Oehley_ die Gebäude des

heutigen Schokoladenwerkes aufführen lassen. Sie dienten zuerst

einer Spinnerei, und die Fabrikation ging einen guten Gang, als

Richard Hartmann aus Chemnitz daran beteiligt war. Bis 1913. Während

des Krieges brach der Verfall herein. Das Bekleidungsamt Chemnitz

quartierte sich in den Gebäuden ein. Es wurde grundsätzlich nichts

mehr auf die Erhaltung verwendet. 1921, als der gegenwärtige Inhaber,

Herr Martin _Schmidt_ aus Dresden, den Besitz übernahm, wuchsen

schon lustige Birken aus dem heutigen Werksgebäude heraus: das Kurze

Haus war polizeilich geschlossen; der Gesamtzustand derart, daß

der neue Besitzer das Dach des Herrenhauses eines Tages – in der

Zschopau wiederfand. So galt es durchgreifenden Neuaufbau, Aufwendung

erheblicher Mittel, vornehmlich aber Verständnis für den Wert des

Überkommenen und schonsame Rettung dieses Wertes in die Gegenwart

hinein. Und mit diesem allen kommt man denn auf den jetzigen Besitzer.

[Illustration: Abb. 4. =Waldpartie im Zschopautale mit Himmelmühle=]

Wer ein Freund der Heimat ist, der hegt oft auch eine stille

Schwärmerei für die Herrensitze alter Adelsgeschlechter. Wir erkennen

Kultur darin, daß da das Herrenhaus organisch mit der Kirche

verbunden zu sein pflegt; es gab noch ein anerkanntes Höchstes

über dem Herrentum, und es gab nicht das, was Nietzsche als die

Schrankenlosigkeit des modernen Fabrikherrentums in der Selbstsucht

erkannte. Wäre der Herr auf der Himmelmühle von der Sorte der

zeitgemäßen Industrieritter, er wäre gewiß dem Ratgeber gefolgt, der

ihm anno 1921 empfahl, das Spitzdach des Schokoladenwerkes in ein

flaches umzuwandeln. Praktischer wäre das gewesen, denn im Winter

hätten dann die Eiszapfen keine Ecken mehr gefunden, wo sie sich

gefahrdrohend aufbaumeln konnten, – und billiger wäre es am Ende auch

gewesen. Es ist nicht nach diesem Ratschlag gehandelt worden, denn der

neue Inhaber empfand, daß mit dem Mansardendach der Landschaft ihre

eingewurzelte Ländlichkeit verlorengegangen wäre.

[Illustration: Abb. 5. =Gasthaus Himmelmühle mit der neuen Talstraße=]

Und so ist aufgebaut worden in mühsamer, aber auch aufmunternder,

erfreuender Arbeit. Der Dresdner Architekt Oskar Röhle, daneben der

Dresdner Kunstmaler Paul Ricken, sind die verantwortlichen Werkmeister

gewesen, und alle drei, Architekt, Maler und Bauherr, haben nach

dem Grundgedanken geschafft, daß erst eine _Wohnstätte_ für die

Menschen, dann _Wasser_ und _Verpflegung_ und dann neuzeitliche

_Gesundheitlichkeit_ vorhanden sein müßten, ehe wieder Leben auf dem

Himmelmühlhof einziehen dürfte. Wirklich, man ist betroffen, wenn man

das fertige Werk betrachtet.

Überkommenes Stiltum ist mit neuem Stilverständnis erhalten und

gepflegt. Die Baumeister von 1834 haben mit köstlicher Festigkeit

gebaut. Wenn man die Mauern des Schokoladenwerkes sieht, in die zwei

Kraftmeier von heute ihre Brüste hineinstemmen könnten, so durchfährt

einen Freude: Gott, muß das warm sein hier im Winter! Die Fabrik ist

mit schlichter Farbeneinstimmung ausgemalt; Kontor und Werkräume sind

in stillen Farben gehalten. Aber durchgängig bewegt man sich eben nicht

in Fabriknüchternheit, sondern in bäuerlicher Breite und Behaglichkeit.

Und dabei herrscht doch Zwecksinn. Die Verarbeitung ist so geregelt,

daß die Rohstoffe mit Fahrstuhl in das oberste Stockwerk gefahren

und von da, je nach dem Fortschreiten der Behandlung, Stockwerk um

Stockwerk tiefer gefiltert werden. Es geht alles durch Falltrichter;

Menschen brauchen sich nicht abzuhetzen.

[Illustration: Abb. 6. =Wohnzimmer im Herrenhause=]

Eine biologische Kläranlage versorgt jeden Bewohner mit den

Grundvoraussetzungen neuzeitlicher Reinlichkeit. Eine helle Freude

schafft der Anblick der Arbeiterwohnungen – z. B. im _Kurzen Haus_. In

Riesenzimmern, riesenmäßig an Tiefe und Höhe, dabei so hell! liegen die

Kinder in ihren Bettchen und schlafen sich stark in der gesunden Luft.

Ich werde mich einmal aufmachen und forschen, wo es in der Großstadt

eine gleiche Mittelstandswohnung gäbe; ich weiß schon im voraus: da

forsche ich vergebens. Die Schule sieht sich von außen sehr sauber und

fröhlich an, aber es darf leider zurzeit kein Schulunterricht darinnen

gegeben werden. Das junge und rasch zunehmende Geschlecht muß erst

groß werden. Eine besondere Beschreibung verdient dann das _Gasthaus_.

Es ist in seinen drei Gaststuben mit wahrem Behagen als ländliche

Pfleg- und Erholungsstätte aufgerüstet, bauernbunt an den Wänden, mit

starken, hölzernen Tischen und derben Stühlen, dazu großen, hellen

Fenstern. Hier verzehren die Arbeitsleute ihr Mittagbrot. Steigt man

aber die Stiege hinan, so bekommt man mit den Fremdenzimmern eine

pure Lustigkeit zu sehen. Jegliches hat seinen Namen erhalten; dem

einen steht auf der Türe »’s Herzel«, dem andern »Himmelschlüssel«,

einem dritten »Vuglbeer«. Innen enthalten die Zimmer immer die nötigen

Wandmalereien. Sie schauen solchergestalt sehr lieb drein und locken

zum Dableiben. Gewaltige Böden über den Wohnungen sind ein Besitz aller

Himmelmühl-Häuser.

[Illustration: Abb. 7. =Blick auf Warmbad Wiesenbad im Erzgebirge=]

Bliebe noch das Herrenhaus zu erwähnen, wenn man einiges andere

wegstreichen wollte. Das Herrenhaus ist die Wohnung des Fabrikherrn. Es

ist der eigentliche Adelsbau des ganzen, mit hohen, herrlichen Zimmern,

von denen das Biedermeierzimmer ein Stück Liebhaberei verkörpert, indes

die anderen im neuen Geschmack gehalten sind, ohne irgendwie Stil zu

verleugnen.

Bleiben ein paar Wertstückchen – Nippes, sagt man gebildet. Ich

meine vornehmlich den kleinen _Pavillon_ im Garteneck. Über die

moosübergangenen Steine einer Mauer sieht man zur Zschopaurinne durch;

_vor_ einem aber steht ein romantisches Tempelchen. Es ist rund gebaut,

mit dorerartigen Säulen und einer weißgestrichenen Holzbalustrade

herum, mit großen Fenstern voll Stabwerkes zum Stübchen inmitten. Und

das Stübchen ist ein kleines festliches Gemach. Ringsherum sind bunte

Bilder über die Fenster und in die Nischen gemalt; sie stellen im

wesentlichen die vier Jahreszeiten dar – der Geschmack zwischen Ludwig

Richter und Runge spielend. Wer waren die Künstler zu dem allen? Dies

hübsche Häusel verdient noch weiteren Ausbau.

Wandert man aber noch einmal die breite Kastanienallee zum Herrenhaus

zurück, so stockt man vor zwei alten runden Säulen am Eingang. Dem

Charakter nach sind es Überreste des 18. Jahrhunderts, aus der Gleim-

und Höltyzeit, der Überlieferung nach freilich nicht. Bescheiden wir

uns beim Rätsel!

Und steigen wir so, Gedanken im Sinne, vom Tale zur Höhe zurück. Lassen

wir das _erste Schokoladenwerk_ des Erzgebirges – die Himmelmühle

ist es! – liegen in der beschaulichen Friedlichkeit seines Bezirkes

von Arbeit und Lebensgenuß. Wir sehen über den spitzen Tannen den

Erzgebirgshimmel in hellblauem Flusse, und weiße Wölkchen flattern

darüber hin. Die Einsamkeit will uns wieder fangen, und einsam scheint

auch das Stück Menschenwerk im Grunde, einsam in seine Traulichkeit

gehegt. Nichts weiter als ein Blick Heimat, aber eben Gott sei Dank,

trotz vergangener Anfechtung: Heimat!

[Illustration]

Fußnote:

[6] Dieses ist das Schmerzenskind des Besitzers, das Gebäude

befindet sich im Verfall. Man sollte meinen, daß es auch

höhere Stellen bekümmern müßte, hier keinen Schandfleck

entstehen zu lassen.

Bücherbesprechungen

_Franciscus Nagler_, »=Ein lustiger Musikante=« (Nummer 16

der Zellenbücherei im Verlage Dürr und Weber G. m. b. H.,

Leipzig-Gaschwitz).

Eine meist recht kindische Art Operette, die kunstlose Potpourriform

der Kinomusik, Jazzbands, Schlagerlieder und Schlagertänze ohne

Lebenskraft, nur einmal aufleuchtend und dann auf immer vergessen –

wir wollen es deutlich sagen: das ist die Volksmusik von heute, die

Musik, die das Volk aufnimmt. Kein Lied _im Herzen_; keine Melodie,

die von Vater und Mutter zu Kindern und Enkeln weiterklingt! – Wir

wollen versuchen, es _besser_ zu machen und die Lebensfreude, die ja

doch schließlich auch aus der gegenwärtigen Volksmusik spricht, in

_richtige_, natürliche Bahnen zu lenken.

Das will der »Lustige Musikante«! Er ist uns daher herzlich willkommen!

Heiteren Gemütes wird er uns vorgestellt. Er ist der rechte Musikante

aus dem Volke mit dem reichen, warmen Herzen. »Er freuet sich mit

den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden.« Von allem, was zu ihm

in Beziehung steht, plaudert der Verfasser: von fahrenden Sängern,

Spielleuten, Stadtpfeifern, Dorf- und Bettelmusikanten; dann vom

Dorf- und Kleinstadtkantor, von der Kirchenmusik, den Gesang- und

Musikvereinen. Ein lustiges Leben mit Sang und Klang! – Inmitten

des Frohsinnes aber taucht mancher ernsthafte Gedanke auf. Jeder

würde eine Besprechung für sich fordern. Daher kann an dieser Stelle

nur auf einzelne hingewiesen werden. Tapfer sagt uns der Verfasser

seine trefflichen Meinungen über moderne und klassische Musik, über

Gelegenheits-, Schul- und Hausmusik, über Einfachheit und Natürlichkeit

auf musikalischem Gebiete, über den Geschmack des Publikums, über

die Notwendigkeit einer deutschen volkstümlichen Oper, besonders der

komischen Oper und des Singspiels usw.

Angenehm zu lesen ist diese (etwa neunzig Seiten umfassende) Plauderei

über volkstümliche Musik. Das Buch ist inhaltlich wertvoll; es regt an

zum Nachdenken und ist verständlich für jeden Laien, der nach Bildung

strebt. Billig ist es zu erstehen; und lustig ist er auch, der ehrliche

Musikante! Was wollt ihr mehr?

Günther Lamm.

_Richard Schlegel_, »=Die Vogelwelt des nordwestlichen Sachsenlandes=«.

Versuch einer Avifauna der Leipziger Flachlandsbucht, zugleich ein

Beitrag zur Zoogeographie des Freistaates Sachsen. V und 274 Seiten mit

5 Bildnistafeln. Zu beziehen: Heimatschutz, Dresden-A., Schießgasse 24.

Geh. 11.50 M.

Heimatschutz setzt Heimatkenntnis voraus und Naturschutz ist nur

möglich, wenn wir die Natur selbst kennen und über das Vorkommen und

die Bedingungen des Vorkommens ihrer Geschöpfe unterrichtet sind.

Veröffentlichungen, die diese Kenntnisse fördern, dienen immer auch

dem Heimat- und Naturschutz, und der Förderer und Freund der Heimat-

und Naturschutzbestrebungen wird sich daher auch mit ihnen befassen

müssen. Dies trifft auf ein Buch zu, das mir zur Beurteilung vorliegt

und das der »Vogelwelt des nordwestlichen Sachsenlandes« gewidmet ist.

Sein Verfasser, _Richard Schlegel_ in Leipzig, ist kein Neuling in

der wissenschaftlichen Vogelkunde und im ornithologischen Schrifttum

durch manche fleißige Arbeit rühmlichst vertreten. Die Erforschung der

Vogelwelt seiner zweiten Heimat – die Wiege Schlegels hat im Erzgebirge

gestanden und erzgebirgisches Erbe wohl auch ist seine Freude am

Vogel, die Liebe zum gefiederten Volk – ist ihm dabei immer Hauptzweck

gewesen, zur Lebensaufgabe geworden. Ein ganzes langes Menschenalter

hat er sich dieser Aufgabe gewidmet, und daß sie nicht vergebens

gewesen ist, daß Schlegels Tätigkeit reiche Früchte getragen hat,

bezeugt sein vorliegendes Buch. Es führt uns in die Vogelwelt eines

Gebietes ein, in dessen Bild der in Sachsen in größerer Ausdehnung

ja sonst fehlende, der Entwicklung eines reichen Vogellebens aber

ganz besonders förderliche Auwald noch einen breiten Raum einnimmt

und dessen Vogelbild sich daher auch in manchen wesentlichen Zügen

auffallend von den anderer Gegenden unseres sächsischen Vaterlandes

unterscheidet, Arten sein eigen nennt, die anderwärts entweder ganz

fehlen oder doch zu den Seltenheiten gehören. Der naturschützerischen

Fragen nachgehende aufmerksame Leser wird aus den Schlegelschen sehr

gründlichen und ins einzelne gehenden Ausführungen bald auch den

Einfluß der Kultur herausfühlen, den diese auf das ursprüngliche

Vogelbild Nordwestsachsens bereits ausgeübt hat und der in einzelnen

Fällen auch schon ein recht verhängnisvoller geworden ist. Machtlos

stehen wir ihm meistens gegenüber – die Kultur läßt sich eben nicht

zurückschrauben –, oft aber, so will es mir scheinen, könnten wir

ihm doch noch Einhalt gebieten, könnten diese oder jene bedrohte

Art retten. Nur dürfen wir uns nicht bloß in sentimentalen Klagen

ergehen, nicht papierne Resolutionen fassen, sondern müssen

handeln, den Stier fest bei den Hörnern packen und vor allem unsere

Schutzmaßnahmen spezialisieren, dem Einzelfall Rechnung tragen und

ihn nicht nach dem beliebten Schema ~F~ behandeln. Wir dürfen aber

auch nicht davor zurückschrecken, zugunsten einer gefährdeten Art

auch einmal ein paar Individuen einer nicht gefährdeten, häufigeren

zu opfern. Die Nachtigall erhalten wir unserer Heimat nicht durch

langatmende Zeitungsartikel und Vogelschutzgehölze, sondern einzig

und allein durch die Pflege noch vorhandener, ihren Ansprüchen

genügender Pflanzengemeinschaften und der Fernhaltung des der

Nachtigall unwillkommenen lärmvollen übrigen gefiederten Volkes

von diesen Stellen. Diese, mir hier nur so gekommenen Gedanken

jedoch nur nebenbei, ich hoffe, sie später ausführlicher einmal bei

einer anderen Gelegenheit behandeln zu können. – Dem Schlegelschen

Buche wünsche ich die verdiente Verbreitung besonders auch unter

den Lesern der Heimatschutz-Mitteilungen; des Verfassers auf die

Arbeit verwandter Fleiß kommt besonders dem zum Bewußtsein, der zwei

ähnliche, nach dem Schlegelschen Buche erschienene Arbeiten: »Krohns

Vogelwelt Schleswig-Holsteins« und Genglers »Vogelwelt Mittelfrankens«

kennengelernt hat – die »Vogelwelt des nordwestlichen Sachsenlandes«

überragt beide um ein ganz gewaltiges, und in die Anerkennung der

Schlegelschen Leistung darf sich daher auch die aufrichtige Freude des

Sachsen über die vorbildliche Arbeit des Landsmannes mischen.

Rud. Zimmermann.

=Mitteilungen des Vereins sächsischer Ornithologen.= Sonderheft, der

Deutschen Ornithologischen Gesellschaft zur Feier ihres 75jährigen

Bestehens dargebracht. VIII und 72 Seiten mit 3 Textkarten, 2

Notenbeispielen und 5 Tafeln.

Der 1922 gegründete Verein sächsischer Ornithologen, der seine

Hauptaufgabe in der Erforschung der sächsischen Vogelwelt erblickt und

auf diese Weise die wissenschaftlichen Unterlagen für ihren Schutz

zu schaffen versucht, hinsichtlich dessen zielbewußter Förderung er

sich mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz einig weiß – die

gründliche und ja auch so erfolgreiche Bestandsaufnahme der heute

noch in Sachsen horstenden Wanderfalkenpaare z. B. unternahm er mit

Unterstützung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz – konnte

im verflossenen Herbst seinen bisherigen, der Vogelkunde Sachsens

gewidmeten »Mitteilungen« eine umfangreichere Veröffentlichung

angliedern: ein Sonderheft, das er der Deutschen Ornithologischen

Gesellschaft, der ältesten sich der Vogelkunde widmenden Körperschaft

des Erdballs, zur Feier ihres 75jährigen Bestehens widmete. Das

Heft eröffnet eine historische Studie; _Rudolph Zaunick_ untersucht

mit der ihm eigenen Gründlichkeit »F. A. L. Thienemanns Anteil am

Zustandekommen der ersten Versammlungen deutscher Ornithologen« und

liefert damit zugleich auch die erste eingehendere Lebensschilderung

Thienemanns, diesen bei weitem nicht nach Gebühr gewürdigten älteren

sächsischen Vogelkundigen. Dem _Zaunick_schen Beitrag schließt sich

eine, vielleicht gerade den Lesern der Heimatschutz-Mitteilungen

besonders willkommene, Untersuchung von _Hans Förster_

»Beobachtungen über das Vorkommen der Wasseramsel als Brutvogel in

der Sächsisch-Böhmischen Schweiz« an, in der der Genannte neunzehn

Brutpaare, die sich aber wohl noch um eine Anzahl weiterer erhöhen

werden, für unser Felsengebirge nachweist, eine Zahl, die zweifellos im

Herzen jedes Vogelfreundes helles Entzücken auslösen muß. Faunistischer

Natur, wie die _Förster_sche, ist auch die _Erich Dittmann_sche Arbeit

»Zur Verbreitung des Brachpiepers in Ostsachsen nebst Mitteilungen über

seine Lebensweise«, während _Richard Heyder_, der Sachsens Ornithofaun

ist, dem wir ja die erste gründliche Gesamtdarstellung der sächsischen

Vogelwelt verdanken, in einer Arbeit Ȇber die Durchzugsfrequenz

nordischer Stelzvögel im Binnenlande« einer der heute umstrittendsten

Zugsfragen, dem Zugstraßenproblem, zu Leibe geht und überzeugend

nachweist, daß auch der Zug der Stelzvögel nicht straßenförmig, sondern

in breiter Front verläuft. Mit der »Stimme des Fichtenkreuzschnabels«

befaßt sich _Bernh. Hoffmann_, den Lesern der Heimatschutz-Mitteilungen

durch seine zahlreichen Beiträge auch in diesen ja längst kein Fremder

mehr, brutbiologische Arbeiten haben _Richard Schlegel_ (Über ein

bei Röhrbach-Belgershain gefundenes und irrtümlich als Rohrdommelei

bestimmtes Ei der Stockente) und _P. Bernhardt_ (Eine zweite Brut

des Eisvogels), beides ebenfalls wieder bekannte Mitarbeiter an den

Heimatschutz-Mitteilungen, sowie der Unterzeichnete (Beobachtungen

am »Rohrsänger«kuckuck; ein Beitrag zur Kuckucksfrage) beigesteuert,

während _E. Mayr_ die Vogelwelt Sachsens mit derjenigen Vorpommerns

vergleicht. – Das in sauberem Druck hergestellte Heft, das auf seinen

fünf Kunstdrucktafeln außer einem Bildnis Thienemanns Naturaufnahmen

von P. Bernhardt und dem Unterzeichneten bringt, dürfte seines reichen

und vielseitigen Inhaltes wegen manchem Vogelfreund Sachsens, der dem

Verein sächsischer Ornithologen noch fern steht, einen willkommenen

Lesestoff bieten; es ist aus diesem Grunde vom Verein auch in erhöhter

Auflage herausgegeben worden und für 3.-- M. portofrei durch den

Unterzeichneten (Dresden-A., Marienstraße 32) oder die Geschäftsstelle

des Heimatschutzes zu beziehen.

Rud. Zimmermann.

Naturschutz

Göttliche Tat.

Nach dem Willen von lichten Mächten,

In der Formen wunderbarer Pracht,

Ist aus Ur- und tiefen Nächten

In Schönheit die Erde einst erwacht.

Menschliche Tat.

Die Axt schlägt im Walde,

Die Kugel-Büchse kracht – – –

Öd und trauernd liegt die Halde –

Das hast du, o Mensch, vollbracht!

Folgen.

Vernichtet und mordet nur ruhig weiter,

Solang’ bis die letzte Eiche sinkt,

Solang’ bis als heimatloser Todesreiter

Deutsches Wesen im Meere des Grauens ertrinkt!

(Verfaßt und verbreitet vom Ring deutscher Jugend.)

Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner

Schmidt – Druck: Lehmannsche Buchdruckerei

Klischees von Römmler & Jonas, sämtlich in Dresden –

Photographische Platten »Sigurd« und »Satrap«, photographische,

sowie kinematographische Aufnahme- und Wiedergabeapparate

»Ernemann«

Photographische Aufnahmen: Max Nowak

_Einbanddecken_

Jahrgang 1925 (Band XIV)

Mark 1.50

und 30 Pfg. Postgeld und Verpackung

Landesverein

Sächsischer Heimatschutz

=Dresden-A.=, Schießgasse 24

_Bestellkarte inliegend!_

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Heimatschutz

Vergeßt die Beitragszahlungen nicht!

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_Zahlkarte inliegend!_

Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden-N.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die

Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.

Korrekturen:

S. 32: B. → IV.

{IV.} Familiennamen als Gattungsnamen.

S. 79: ein Halt → Einhalt

könnten wir ihm doch noch {Einhalt} gebieten

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XV, Heft 1-2 · 第 7 / 7 段