8) ψαμμιτης, der Sandzähler, lateinisch arenarius.

9) περι οχουμενων, über schwimmende Körper. 2 Bücher, bis vor kurzem

nur lateinisch erhalten.

10) προβλημα βοων, das Rinderproblem, bis vor kurzem (bis vor

Entdeckung des Pariser Codex) bezweifelt.

11) εφοδιον, Methodik, das oben besprochene, jetzt erst wieder zum

Vorschein gekommene Werk, welches ¨H. Zeuthen¨ l. c. vor No. 4 ansetzt,

ich vermute, dass Heiberg in seiner neuen Ausgabe mit dem εφοδιον

beginnen wird, da er jetzt schon die Schriften nach ihrem sachlichen

Zusammenhang geordnet hat, ohne sich weiter über seine Gründe in der

Vorrede zu äussern.

Aus dem arabischen Manuskript des ¨Thabit ibn Qurrah¨, der die

Euklidübersetzung des Ishaq ibn Hunein wesentlich verbessert hat, ist

von ¨S. Foster¨ 1659 eine angeblich von Archimedes herrührende Sammlung

von 13 Sätzen herausgegeben unter dem Titel liber assumptorum Λημματα,

Wahlsätze. Dass ein Teil sicher auf ihn zurückgeht, wird durch Pappos

bezeugt.

Dass der grosse Mann auch ein Kinderspiel »loculus Archimedis« unter

dem Namen στομαχιον., von ¨Drachmann¨ mit Neckspiel (¨Heiberg¨,

Hermes 42, 240) wiedergegeben, ersonnen hatte, wird von ¨Heiberg¨ auf

Grund des Palimpsest von 1906 bestätigt, es bestand (Quaest. Archim.

43, 2) aus 14 teils quadratischen teils dreieckigen Plättchen aus

Elfenbein und hat sich bis heute als das »¨Pythagoras¨« genannte

Zusammensetzspiel erhalten.

Aus einer verlorenen Schrift hat uns Pappos, Buch V, Kap. 33-36 die

13 sogen. »Archimedischen Körper« erhalten, das sind halbreguläre

Polyëder, begrenzt von abwechselnden regelmässigen Polygonen zweier

Gattungen, worüber man ¨R. Baltzers¨ klassische Elemente nachsehen

möge. Aus dem Umstand, dass Archimedes diese Körper, abgesehen von den

Prismaten, vollständig aufgestellt hat, geht klar hervor, dass er den

sogen. ¨Euler'schen¨ Satz e + f = k + 2 kannte, wie es ja auch ziemlich

sicher ist, dass er die bei Pappos gegebene sogen. ¨Guldinsche¨ Regel

vom Volumen der Rotationskörper kannte.

Bis auf minimale Spuren verloren sind περι ζυγων, über Wāgen,

κεντροβαρικα. κατοπτρικα περι σφαιροποιας, welche von Pappos, Theon und

Proklos erwähnt werden.

Analyse der Schriften des Archimedes.

[Sidenote: Analyse der Schriften des Archimedes.]

Dieselbe wird dadurch erleichtert, dass sie Archimedes selbst gleich in

der Einleitung gibt.

Ich beginne mit der Quadratur der Parabel von Archimedes (s. o.)

»Schnitt des rechtwinkligen Kegels« genannt. Aus Euklids Konika

schickt er 3 Sätze als bekannt voraus. I. Wenn ¯ABC¯ eine Parabel,

die Gerade ¯BD¯ entweder der Axe (Durchmesser) parallel oder die Axe

selbst ist, und wenn ¯ADC¯ der berührenden an dem Punkte Β der Parabel

(Scheiteltangente des Durchmessers) parallel ist, so wird ¯AD¯ = ¯DC¯

sein, und wenn ¯AD¯ = ¯DC¯ ist, so werden ¯ADC¯ und die berührende an

dem Punkt Β der Parabel parallel sein.

II. Die Tangente im Endpunkt einer Sehne schneidet den konjugierten

Durchmesser so weit hinter dem Scheitel wie die Sehne vor.

III. Die Quadrate zweier paralleler Sehnen verhalten sich wie ihre

Abstände vom Scheitel des konjugierten Durchmessers.

Es folgt dann die Quadratur mittelst der Sätze der Statik aus dem 1.

Buch des »Gleichgewicht der Ebenen« ¨unter Bildung des statischen

Moments¨ und dann von Satz 18 bis 24 die Quadratur in bekannter Weise

als: Σ 1/4^n wobei der strenge Beweis durch das Archimedische Prinzip

gegeben wird. Das Interessanteste ist wohl die Vorrede:

Archimedes wünscht dem Dositheos Wohlergehen. Mit der Nachricht von

dem Tode des ¨Konon¨, der mir aus dem Freundeskreise noch übrig

geblieben war, verband sich die, dass du sein Vertrauter gewesen und

ein geschickter Geometer bist. In der Trauer über den Verstorbenen,

der mir lieb war und ein bewunderungswürdiger Mathematiker, fasste ich

den Entschluss, wie sonst mit ihm, so jetzt mit dir in schriftliche

Verbindung zu treten und dir ein bisher nicht aufgestelltes

geometrisches Theorem zu senden, das jetzt von mir bewiesen ist und

zwar wurde es zuerst statisch gefunden, dann aber auch geometrisch

bewiesen.

[Sidenote: Quadratur der Parabel.]

Einige von denen, welche sich früher mit Geometrie beschäftigten,

unterfingen sich zu schreiben es sei möglich eine geradlinige Figur zu

finden, welche einem gegebenen Kreise oder Kreisabschnitt gleich sei.

Danach versuchten sie auch die Ellipse zu quadrieren [Ellipse gleich

ολα τομα του κωνου., die beiden andern ατελής d. h. unvollendbar]

unter Annahme von Sätzen, die man ihnen nicht wohl zugestehen konnte.

Doch hat meines Wissens keiner von den früheren versucht den von

dem Schnitt des rechtwinkligen Kegels [= Parabel] und einer Geraden

umschlossenen Raum zu quadrieren, was jetzt von uns aufgefunden ist.

Denn es wird gezeigt, dass jedes Parabelsegment 4/3 des Dreiecks ist,

das mit ihm gleiche Grundlinie und Höhe hat, unter Annahme folgenden

Hilfssatzes: ¨Der Unterschied zweier Flächen einer grösseren und einer

kleineren kann durch Vervielfältigung jede vorgelegte begrenzte Fläche

übertreffen.¨ --

[Sidenote: Archimedes' Werke (Prinzip; Kugel und Cylinder).]

Dies ist also das ¨Archimedische Prinzip¨ in Originalfassung.

Es kommt noch einmal vor am Schluss der Einleitung zu der Spirale Heib.

II, 14, wörtlich wie hier, nur dass es auch noch auf lineare Grössen

ausgedehnt ist; in Kugel und Cylinder Heib. 1, 10, ε ist es auch auf

Körper ausgedehnt, vergl. darüber Eudoxos.

Geschichte der Mathematik im Altertum in Verbindung mit antiker Kulturgeschichte · 第 43 / 49 题