Pavel konnte sich nicht beruhigen: »Er kommt öfter. Verlaßt Euch darauf. Es
war das erstemal. Er hat es heute erst versucht.«
»Pavel, was sollen wir tun.«
»Es kommt noch schlimmer. Und -- wir müssen unserem Herrn dienen.«
»Unser armer armer König.«
Als Dighby am nächsten Mittag kam, saß Rusdorf, der aus Furcht nicht das
Quartier verließ, allein da. Ohne ein Wort zu sagen, hob Dighby den Stock.
Dann pfiff er. Flehentlich sagte Rusdorf: »Der Herr treibt es zu weit. Weiß
der Herr nicht, wem wir dienen?«
Der pfiff.
»Einem hochgeborenen Herrn, dem Schwiegersohn des Königs von England.«
Es bedurfte nur eines Schritts von Dighby, um Rusdorf auf den Tisch zu
bringen neben eine Breischale.
Der Lord, Hut Stock Degen auf die Diele schmetternd, rückte sich den Stuhl
zurecht, langte nach dem Krug, fragte schluckend den Rat: »Wie war das mit
seinem Herrn. Es gefiel mir.« Rusdorf beschwor ihn leise, mit einem
gewissen vertraulichen Ton in der Stimme, er möchte doch Vernunft annehmen,
ihre gemeinsamen Interessen bedenken, die Verwandtschaft ihres Herrn und
alles; sie müßten sich persönlich verstehen lernen, da ihre Sachen Hand in
Hand gingen. Dighby fragte, wessen das fast ausgetrunkene Weinglas sei; und
zum maßlosen Entsetzen Rusdorfs rief der Lord nach dem Hausdiener, der
sogleich eintrat, an der Tür stutzend stehen blieb. Wein wollte der Lord;
für den Herrn oben auf dem Tisch ein neues Glas.
Rusdorf hatte nicht vermocht, vom Tisch herunterzusteigen; ein kleiner
Blick Dighbys von unten hielt ihn fest. Jetzt saß er, die Augen mit den
Händen verhüllend, da, stumm, während der Lord schmatzte schluckte, ihm
kräftig zum Abschied die Schulter schlug.
Rusdorf erwähnte gegen Pavel diesen Besuch nicht. Er sah es kommen, wie
Dighby mit dem Stock spielte, daß er Hiebe von ihm kriegte. Mit
schmerzlichem Verständnis suchte er die Unerzogenheit und Wildheit Dighbys
auf sich zu lenken, damit mit Pavel die Geschäfte von statten gingen;
verteidigte öfter den Lord vor Pavel, Jugend hat keine Tugend.
»Wir waren nicht besser, als wir jung waren. Ich selbst, Pavel, in Altdorf,
o jeh!« Leckte sich zärtlich die Lippen.