Mansfeld setzte sich neben die andern, weiter flüsternd: »Vielleicht geht's
nur nach Wolkersdorf. Vielleicht auch nach Steiermark.«
»Oder geradeswegs zum Bassa von Ofen, oder zum Großherrn in der Türkei,«
grinste Jonas.
Mansfeld langte herüber, packte ihn, ohne das Gesicht zu verziehen am Hals,
kippte ihn in der Luft um, preßte ihn auf den Bauch, zischelnd: »Nicht
quaken, Frosch. Nicht quaken, Frosch.«
Der plärrte, kroch losgelassen aus der Runde. Graf Paar zog die Beine an,
umschlang die Knie: »Der Herr Oberstallmeister beliebten etwas zu meinen.«
Seufzte Mansfeld, dessen Augen unruhig gingen: »Es wird etwas geschehen
müssen.«
Kalt Paar: »Vermeine, wir sind keine Hunde, die die Sau zu verbellen
haben.«
Der Kinnbärtige streichelte seine rosa Hutfeder sehr langsam. Da lag lang
auf dem Rücken ein junger Baron, warf sich nicht einmal herum in seinem
kostbaren Scharlachkleid; mit seinen schrägstehenden Augen, die aus einem
bronzefarbenen glatten Gesicht blickten, verfolgte er weiße schimmernde
Wolkenberge: man möge tun, wie man denke; jedoch denke er nicht wie der
Graf Paar.
»Also wir verbellen das Wild?«
Der Baron ruckte kleiderscharrend hoch, saß dicht neben Paar, fixierte ihn,
zog die Beine in den Scharlachhosen ein, umschlang die Knie: der Herr sei
Liebling des Kaisers und liebe den Kaiser, möchte keiner ihm verwehren nach
Belieben zu tun.
Leise erklärte der Oberstallmeister, er müsse des Erzherzogs Leopold Hoheit
benachrichtigen, wenn sie etwas Sonderliches befürchten würden; er könne
sich dem nicht entziehen, auch die Exzellenz Eggenberg, den Abt Anton und
den Beichtvater müsse er rechtzeitig aufklären; es müsse um des Heilands
willen etwas geschehen.
Eine Herde weißer Gänse schnarrte und schrie getrieben an ihnen vorbei.
Paar stand nach einer Pause auf; meinte finster, es brenne nicht, die
Herren seien ängstlich. Im übrigen seien in jedem Dorf Pferde da, um
Nachrichten zu überbringen, auch Burschen, die reiten könnten. Er sei kein
Herr vom Rat, sei nur der Person der Kaiserlichen Majestät Dienst schuldig.
Als sich der bronzene Kopf des prächtigen Barons, des Peter Mollert, gegen
ihn hob, lachte Paar heftig, überfuhr dann plötzlich maßlos den staunenden;
der Kaiser brauche Hilfe, das sähe man. Ob man sich als Schmarotzer am
Kaiser bewähren wollte, was diese Reden von Benachrichtigungen des Hofes
besagen sollten, er werde den Kaiser wecken, ihn aufklären, ihn ihnen
entreißen. Der Baron wich mit seinen glitzernden Augen dem Grafen aus, bat,
mit Mansfeld Blicke tauschend, sich nicht stören zu lassen, jedoch auch
nicht den Schlaf des Herrn durch überlautes Schelten zu stören. Er sog an
einem Halm. Mansfeld pfiff durch die Zähne.
»Was bin ich mehr als ein Hundsfott,« grollte Paar, »wenn ich nicht zum
Bassa von Ofen mit ihm rennen wollte, wofern es ihm in den Sinn kommt. Wäre
sonst nichts als ein Fleck Speichel an seinem Rock.«
Mollert streckte sich golden und scharlachrot im Grün aus. Klar und kalt
beobachtete der rüstige Mansfeld den Kaiser, scharf verfolgt von dem
glühenden Grafen, der sich seitlich von ihm, die zornzitternde Unterlippe
biß.
Freundlich lächelte am Galgen lehnend der Herr mit dem gelben kindlichen
Gesicht im Schlaf; die Peitsche war ihm aus der Hand gesunken. Mit leichtem
Satz sprang der Hund über seinen Körper auf die andere Seite.
* * * * *
Im schwarzen Jesuiterkleid, den viereckigen Flachhut in der Linken, führte
der Pater den zögernden Fürsten in die Kirche. Die Tür fiel hinter ihnen
zu. Auf dem kleinen Altar vorn brannten zwei hohe weiße Kerzen, unsicher
leuchtend, ein Kruzifix aus Metall zwischen ihnen. Durch den finstern Gang
wurde der Fürst geführt. Seinen kleinen grünen Hut legte er vor sich auf
den Teppich der Stufe, der Pater kniete neben ihm. Ohne den Kopf zu beugen
kniete der grauhaarige Fürst. Als wenn er aus der Wand etwas auf sich
zukommen sähe, hielt er den Hals steif. Er wartete wie auf einen
feindlichen Angriff, vor einer fürchterlichen unsichtbaren Front. Sein Mund
war gepreßt, in seinen geballten Händen sammelte sich der Schweiß. Er
kniete, aber er saß auf einem gepanzerten Roß im Harnisch, eine schwere
Lanze unter dem Arm, rührte sich nicht.
Als der Pater das Zeichen zum Aufbruch gab, konnte sich der erstarrte Mann
nicht erheben; er fiel auf die Hände, vergaß dann seinen Hut auf der Stufe.
Wie ein Blinder war er in die Kirche gegangen, schweißüberflutet verstört
bewegte er sich draußen an der blauen lerchendurchjubelten Luft. Der
Geistliche gab ihn höflich lächelnd den Herren ab. Tief verneigte sich der
Kaiser vor dem Geistlichen. In einer schweren Aufregung saß er am
Spieltisch des Schlößchens, schwieg wie die andern.
* * * * *
Man brach früh auf zur Wildschweinjagd. Es ging nach Begelhof. In die
neblige Luft ritt man hinein, das Laub stiebte Nässe, der Kuckuck rief fern
im Holz, wonnig vergruben die Pferde im fuderhohen Blattwerk ihre glatten
Füße. Je mehr die Sonne stieg, um so heftiger wurde der Vogelgesang,
schallend riefen sich die Finken und Stare an, mit schwerem Flügelschlag
segelten aus dem niedrigen Tannenwald dicke schwarze Krähen in das
aufgebrochene Feld, lärmten heiser, siedelten sich an um Wurmlöcher. Die
krummen Rücken der Reiter wurden grader, die Stumpfheit verblaßte in den
Augen, die Körper, noch eben schwer sackend, fühlten sich in das elastische
Wiegen und Schreiten der Pferde ein. Es ging flach nach Begelhof hinein.
Von dort vieltöniges Kläffen. Am Holzhäuschen des Rüdenmeisters, vor den
langen Zwingerhütten, Rendezvous. Morgentrunk im Freien. Fünf Hörner riefen
in die Sättel.
Da wimmelten um die starken Rüdenknechte die Koppeln der französischen
Hunde, Schweißhunde, Saufinder, die schwarze und braunschwarz gezeichnete
Meute. Hinter den Kätnerhütten auf den Äckern bewegten sich ängstliche
Bäuerlein, versteckten sich. Braunkappige Landleute trabten in Gruppen
feldeinwärts, führten schwere Gäule, Karren zum Zugrobot, suchten die
schmalen Saumpfade, hinter einander gereiht, aus den Hütten bedroht von
halblauten Rufen und raschen Fäusten. In der Nähe pfiff es, lärmte
plötzlich: die Wildkästen waren geöffnet worden, draußen rannte der vom
Licht geblendete Keiler, die Hunde jaulend und springend, sich überkugelnd,
rissen besessen an den Leinen. Die Riemen sausten über sie. Der Anjagdruf.
Da rasten die Hunde, vor den Wind geworfen, leise knurrend mit tiefen Ruten
in die Ackerfurchen. Das Feld setzte sich in Bewegung.
Und wie sie ritten auf der Fährte des todesbangen verzweifelten
Schwarzkittels, über die stark duftende aufgerissene Fläche der Äcker, da
fingen die Herzen der Herren zu beben an; das Herz Ferdinands bebte in der
alten Lust, die Hitze stieg aus dem weißen Pferdefell in seine Arme, wogte
aus den Schultern zurück in die Hände, um die Hüfte. Unter dem Silbergurt
für das starke Schweißschwert schwelte die Luft so wild, daß sie das feine
panzermaschige Hemd durchdringen, sich dem flatternden weißgrünen Überrock
mitteilen mußte. Geschnürt war das Griffholz des Schwertes, lang und fest
die Klinge mit den tiefen Rinnen, kurz vorne das zweischneidige blanke
blutheischende Messer. Wind war nicht mehr Wind, Wald nicht Wald, Morast
nicht Morast. Die Pferde flogen, kaum den Boden tastend, um ihre Hälse
wehte Dampf. Zäune Häuschen Büsche sprangen mit einem Satz gegen sie,
hinter sie zurück. Die Pupillen der Kavaliere unter den windschwellenden
Federhüten, unter den roten Stirnen verengerten sich in der blitzenden
Helligkeit, die Lider drückten sich zusammen in wachsender Inbrunst. In
Reihen wurden die Herren über Hürden und Schwarzdornhecken gehoben. Die
Tiere rissen, die Hinterhufe abstoßend, die gekrümmten Vorderbeine an die
aufgerichtete Brust; im Schweben warfen sie Erdballen nach rückwärts, die
Hinterhufe schlossen sich aneinander, während schon die Vorderbeine wie
Fühler nebeneinander vorgestreckt gegen den neuen Boden tasteten, der sie
empfing, sie weiter schwang. Gespitzte Ohren nach vorn.
Sehnsüchtiger, lockend der helle Chor der Hunde. Der Boden wurde knietief,
der Eber warf sich zwischen durchbrauste Gehöfte, durchschwamm Tümpel.
Koppeln hinterdrein, Pferde hinterdrein, Jäger obenauf. Flechtwerk, Furten,
Dickicht. Vier knappe Sekunden stand der schwermütige böse schwarzplumpe
Keiler, mit den kurzen morastigen Beinen, die Schnauze an dem halslosen
Kopf gesunken, dann brach er in das kühle Unterholz. Kopfüber die Hunde in
das Dickicht, im Schwarm eingesogen, verschwunden. Herren und Pferde
abprallend am Gebüsch warfen sich im Anschwung links herum, nach rechts
vor.
Mit rotgeäderten Augen, keuchend Ferdinand und einige Herren, versunken,
verloren auf den stoßenden Rücken, wutertrunken, berauscht. Man schoß in
den Wald, das Pferd wand sich unter den Sporen, das Geläute der Hunde klang
näher ferner durch die Schwärze aus dem Brombeergewirr. Sie kämpften gegen
das Dickicht, arbeiteten schweißgeblendet berstend vor Grimm und Lust gegen
Äste Gestrüpp Tier. Rings war der wüste Keiler umfaßt, die Meute jauchzte
im brechenden Unterholz. Da zappelten die Hunde unter dem Schimmel
Ferdinands, der die Peitsche besinnungslos hob, die Krücke auf die Nase des
stöhnenden Tieres schmetterte. Auf den Hinterbeinen stand es auf, drehte
sich, zwei Schritt zurück, warf drehend umstürzend seinen Herrn zwischen
die flüchtenden Hunde, sich selbst gegen einen schaukelnden Fichtenstamm,
an den es mit den Füßen hieb, grimmig hilflos auf dem Rücken strampelnd wie
ein Käfer. Heiß quietschte winselte die Rüde, der von den fallenden Füßen
des Reiters eine Flanke aufgerissen war.
Paar, aus seiner Besessenheit geweckt durch das Keifen des Tieres,
rückwärts blickend, sprang ab, taumelte nach hinten, stürmte: »Mansfeld,
Mollert,« die weiter preschten. Wie er die starren Asthaufen übersprang,
stellte sich der Schimmel mit wütendem Werfen und Ruck auf die Knie, stand
zitternd flankenschlagend aufgeregt neben dem Kaiser, der mit blaurotem
Nacken auf dem Nadellager bäuchlings hingestreckt war.
Als Paar ihn umdrehte, richtete er sogleich den Oberkörper auf, sah
blicklos, die Arme hinter sich auf den Boden stemmend zwischen den
Pferdebeinen hindurch. Wie eine Puppe wurde er von Paar gegen einen Stamm
geschoben. Seine Sporen rissen Bahnen in den Boden, dabei flaute sein
Gesicht ab, er faltete die Hände, senkte wie betrübt den nadelbeklebten
Kopf, bewegte die Lippen. Jenseits des Dickichts klingelte hörbar die Jagd,
das Wild war ins Feld entwischt. Mit Ächzen schob sich der Kaiser in die
Knie. Dann stand da das Pferd, seine Schabracke, Graf Paar hielt seine
Schultern, drängte die Jagdflasche an seine Lippen.
Trübe wurden die Augen des Kaisers, er ließ sich hochheben, blickte
jammervoll den Kammerherrn an, der an seinem Gurt nestelte, um das Schwert
abzuschneiden. Lange standen sie so, die Lippen zitterten dem Fürsten,
konvulsivisch zuckten seine Schultern: »Was ist geschehen. Was war das?« Er
stammelte, schluckte Wein aus der Flasche, die ihm Paar in die Linke
gepreßt hatte, sprudelte gedankenlos den Rest auf den Boden.
»Was denn, Majestät?«
»Paar, ich war bald hin. Es hat mich bald erwischt. Ich muß beten. Ich muß
beten.« Er murmelte, rieb sich die verschmierten Hände, wimmerte verwirrt.
»Es hat eines Zeichens bedurft. Ich habe es nicht erwartet.« Er stöhnte,
saß auf einem Baumstrunk, wischte sich Blut von dem abgeschürften Scheitel,
flüsterte mit steifen Blicken auf den Grafen, die Hände ballend: »Wir
sollen uns nicht fürchten. Wir haben die Gewalt in Händen. Was hat der Graf
Paar zu sagen?«
»Nichts, Eure Majestät.«
Er schmetterte sich die Faust gegen die Brust, streckte in steigender
Erregung das sprühende zuckende Gesicht gegen den blassen Mann auf.
»Nichts, Eure Majestät« hauchte er. Stumm donnerte Ferdinand noch einmal
gegen seine Brust, den Mund offen, schäumte, erhob sich taumlig, schüttelte
den zurückweichenden Mann an den Schultern. »Sieh an. Willst du mich
ausforschen. Wer hat dich geschickt?«
»Majestät fielen vom Pferd, ich ritt dicht vorauf im Feld.«
Hin stürzte Ferdinand mit Klagen auf die Knie: »Gestorben beinah, ohne
Beichte wär' ich gestorben. Das Leben verlassen, befleckt, unbefreit.«
Paar biß sich auf die Lippen, in Scham und Ehrfurcht zog er den Kaiser
hoch, faßte ihn unter den Arm, führte ihn, während er mit der Linken das
Horn anhob, blies. Dem Herrn floß von der Stirn ein Blutstreifen über den
Nasenrücken gegen den Mund. Als wäre nichts geschehen, folgte der Herr,
schräg auf dem Hinterkopf den Hut mit der zerbrochenen Feder, blieb nach
einer Weile stehen, horchte ins Gehölz, lächelte seinen Begleiter an,
gefesselt von Betäubung, die ihm sanft über das Gehirn und den Hals strich:
»Blas noch einmal. Schön bläst du.« Er ging pirschend voran, mit dem
Schweinsschwert fuchtelnd, die Augen mondhaft weich, die Züge gleichgültig
entspannt. Der gequälte Paar lief um ihn, die beiden Pferde lockte, zog er,
plauderte, öffnete traurig Büsche vor dem Herrn.
Ein plötzlicher Gedanke zuckte durch ihn: Wenn der Kaiser fliehen wollte,
-- er wußte nicht, warum er es wollte, aber wenn, -- dann jetzt. Die Jagd
konnte nicht rasch zu Ende sein. Jetzt. Es war alles von ihm vorbereitet,
die Wagen und Knechte standen bereit am Fährmannshaus von heut ab. Der
Kaiser wollte fliehen, er konnte ihn aus einer dunklen Not erretten, er war
in seiner Gewalt, es konnte keiner dazwischen fahren. Jetzt.
Um Paar drehte sich der Wald. Nur einen Moment wehrte er sich gegen den
Gedanken. Im Augenblick aus dem Dickicht, auf den Pferden. Paar biß die
Zähne zusammen, schwang die Peitsche: »Hoh!«
Sturzäcker. Der Kaiser hing dumpf an seinem Tier, sah auf die Mähne, ab und
zu auf den Horizont, bisweilen warf er antreibend die Zügel. Das Tier lief
ebenmäßig neben Paars. Kein Klingeln der Meute mehr, kein Rufen Lachen der
Herren. Meilenweite Grasfläche, links blauumdunstete Hügelreihen; wenn der
Wind die Luft hoch warf, regten sich dahinter schwarzgrüne Baumkronen. Paar
lechzte über den Kopf seines Tieres hinweg, sein ernstes Gesicht zitterte
in vielen Bündelchen, seine geschlitzten weißgrünen Ärmel schwollen zu
Glocken auf, die linke Hand mit den Zügeln nackt erdig; zerrissen die hohe
Spitzenmanschette des rechten Handschuhs. Die Pferde ruckten sprangen; in
der ungeheuren Heide zappelten sie wie Schwimmer im Meer, arbeiteten, auf
ab, die kleinen hüpfenden Tiere.
In die anwiegende Luft stöhnte Paar, dunkel verzweifelt: »Mein Heiland, tu
ich recht.« Er rief zur Seite: »Wir sind schon weit.« Es klang nicht, es
konnte niemand gehört haben. Er rief: »Wir sind schon so weit.« Weg war es,
zwanzig fünfzig Schritt hinter ihnen. Hatte es jemand gehört. Der Schall am
Munde weggeschnappt. Das Trappeln der Pferde ließ sich nicht hören, das
Riemenzeug knarrte nicht; im raschen Takt Gießen Strömen des Bluts in den
Ohren, Verdunkeln des Blicks.
Der Kaiser hing auf seinem Schimmel. Geheimnisvoll erregt klang es herüber:
»Wir sind schon weit, so weit.«
»Graf Paar.« Der Schall am Munde weggeschnappt. »Paar, Hans, Hans.«
Anwiegte der Wind, schwappte um Brust Gesicht, schloß sich im Rücken
zusammen. »Langsamer, Hans. Reit' langsamer. Hörst, du mich?«
Der Kaiser. Er saß aufrechter, den Hut knautschte er vor sich am Sattel,
die Linie geronnenen Bluts über der Nase. Paar riß die Zügel an. »Wo sind
wir, Hans?«
»Eine halbe Stunde noch.« Die Pferde liefen rascher. »Wohin führst du mich?
Wo läuft der Keiler?« »Wir sind schon weit. Majestät werden sehen.« Paars
Stimme jauchzte fast; seine Mienen wechselten zwischen Angst und
Zärtlichkeit. »Da ist Rauch. Sie verbrennen Kraut auf dem Feld. Es ist
verabredet. Da die Fahne.« Schroff fiel die Ebene, jäh klangen Rufe hinauf.
Am Ufer eines weißblinkenden Flußlaufes weideten Viehherden, neben einem
Fährmannshaus liefen Menschen, standen Wagen. Hellblau schwelten
Rauchwolken in die Steppe herüber. Dem Grafen strahlten die Augen, er
brüllte frenetisch herunter, winkte. Eine Wolkenwand stand schwarz jenseits
des Wassers, dicke Tropfen fielen, die Gräser sprühten blitzten in der
matten Sonne.
»Gerettet. Es sind die Wagen. Unsere Wagen. Die Leute sind treu. Hier!
Hooo--ah hooo--ah!« Der Kaiser spannte sich zusammen, sein Pferd schluckte,
rückwärts gerissen das Maul aufsperrend, Luft, tanzte auf den Hinterbeinen.
Paar, ihn überschießend, kehrte um, atemlos, entzückten Gesichts, atemlos
atemlos: »Es sind die Wagen. Mögen mich Majestät enthaupten. Rettung. Wir
sind gerettet.«
Heiser rief der Kaiser, die Augen bis zur Weiße aufreißend, mit der rechten
Hand auf die anrennenden Knechte mit Piken und Partisanen weisend: »Wer
sind die? Was wollen die?« Paar Arme hebend: »Bleibt stehen. Bei den Wagen
bleiben. Nicht hierher! Es sind ja unsere Leute.« Der Kaiser donnerte:
»Hund, Bestie, hab' ich dir befohlen, mich hierher zu bringen. Schalk du,
ich metzle dich nieder auf der Stelle. Wo hast du mich verschleppt? Was
soll ich, was willst du mit mir?« Paar abgesprungen glutrot
schweißübergossen hängte sich an den Hals des fremden Rappen: Der Kaiser
solle kommen, der Kaiser solle sich nicht fürchten, es sei geschehen, er
sei gerettet, es könne ihm nun nichts widerfahren; die Freiheit, wohin er
befehle, die Leute sind zuverlässig, Gewänder liegen bereit.
Und in Ferdinand, während er vor Wut berstend das Pferd herumwarf, den Mann
beiseite schleuderte, die Sporen einsetzte, schwebte schon, die Flammen zu
heulendem Entsetzen anblasend der Gedanke: So steht es um mich, so weit bin
ich; entlarvt.
Die unendliche Steppe. Der dünne schräge Fadenregen zog hinter ihnen her,
überrieselte sie, legte einen grauen Schleier vor sie. Paars Pferd drängte
sich an seins, Paar drängte sich verlangend, Hände hinlangend an ihn, rief
etwas dem Mann zu, der den Kopf auf die Brust vor dem Wasser senkte. Die
Sätze verschluckt, die Stimme schrie, beschwor den andern, suchte ihn vom
Pferd zu bewegen. Um des Heilands willen nicht zurück, er möchte vertrauen,
o vertrauen. Von drüben die Worte: »Wo ist die Jagd? Führt mich zurück. Ihr
seid verloren sonst.« Immer weiter in die rieselnde Dämmerung. Die
lautlosen Pferde. Hinter dem Kaiser, zu seiner Seite, jagte Paar. In dem
Kaiser stieg die Angst, saß an seinem Rücken, auf seinen Schultern: »Der
Satan ist da.« Gehölz zur Rechten, schwellendes federndes Moos. Flitzend
zwischen Stangen, gespensterhaft vorbei Hütten Zäune. Schonungen rauchten
vorüber. Der Graf erblichen wurde von einer Betäubung, einer Stirn
umschließenden Abwesenheit befallen; eine Erstarrung durchdrang seine Brust
von Minute zu Minute stärker; ein hopsendes Fleischgestell warf das Pferd
auf ab, auf ab.
Hörner, viele Hörner, grelles Blasen. Menschenrufe. Schwarze Haufen auf dem
Feld, bellende Hunde. In ein Gewimmel von Knechten stürmten sie ein. Lange
später hetzten die Herren an, die aus den Wäldern von der Suche
zurückkehrten.
Blaß stierte der Kaiser regentriefend neben seinem Pferd. Die Herren legten
ihm Mäntel und Tücher um. Er sei gestürzt im Dickicht, er hätte sich mit
dem Grafen Paar verirrt. Knechte jagten nach einem Feldscher. Paar schritt
erschöpft hinterher, gab keine Antwort.
* * * * *
Im Schlößchen sagte Ferdinand zu ihm, er sei ein Verräter. Als Paar nur
stumm niederfiel, befahl Ferdinand ihm, sich still zu verhalten, sich ohne
weiteres aus seiner Umgebung zu entfernen. Als Paar sich der Tür näherte,
schäumte der Kaiser, dem Tränen in den Augen standen, vor Zorn: »Hans, ich
muß dich vor Gericht stellen, ich muß dir den Kopf abschlagen lassen, ich
muß dich ins Eisen werfen lassen. Du bist ein Schelm, du bist ein --.
Verrucht bist du, ein Schuft bist du, ich kann dich nicht so gehen lassen.«
Kopf gesenkt stand der völlig leere Paar, der noch die nassen verschmutzten
Jagdkleider trug.
»Ich weiß nicht, ob ich dir verzeihen kann. Ich kann nicht. Ich kann
nicht.«
Wie Paar kniete, bückte sich der Kaiser, den schwarzen Seidenrock mit der
Linken zusammenraffend, schlug ihm zweimal mit der Faust auf den Kopf,
stieß ihm gegen die rechte Schulter, spie aus. Der Graf wankte rückwärts,
lag halb am Boden.
Heiser Ferdinand: »Du bleibst noch hier.« Er ging vor den abendlich
beschienenen Fenstern hin und her. Nach einer Weile sagte er: »Geh jetzt.
Du bist still. Am Hofe bleibst du, bis ich dich fortschicke.«
Als der Fürst in größter erschreckender Unruhe zur Frühmesse erschien, mit
graugrünem geschrumpften Gesicht aus Hoheneich von der Beichte
zurückkehrte, wagte niemand sich ihm zu nähern. Dann fiel bei der Mahlzeit
das Wort »Dighby«, es wurde in den Gartenzelten von Tisch zu Tisch
geworfen. Der Kaiser fragte, am ganzen Leib fliegend. Man wußte nur, daß
er, der englische Gesandte, einen drolligen hochmütigen Einzug in Wien
gehalten habe, daß, wie vom Abt Anton verlautete, der englische König
Vermittlung anbiete zwischen der Römischen Majestät und dem Pfälzer samt
seinem noch kämpfenden Anhang. Der Oberstallmeister wartete lange, bis der
Kaiser etwas herausbrachte.
»Uns ist ein guter Tag beschieden, Graf Mansfeld. Laßt Euch die schlimme
Jagd gestern nicht gereuen. Wir bleiben nicht hier. Nach Wien! Laßt uns
Herrn Dighby begrüßen.«
* * * * *
Wie den hoffnungslos Verirrten ein ferner Lichtschein von einem Haus, aus
einem Stall, von dem Wachtfeuer einer Söldnerhorde, von einem Waldbrand, so
zog Ferdinand Dighby an, der englische Gesandte, vom König Jakob zum Grafen
von Bristol ernannt, von Brüssel aus dem Quartier der spanischen Infantin
hergereist. Ferdinand hieß Reisewagen beschaffen, um bequem zu fahren.
»Nach Wien geht es, meine lieben Herren, mein lieber Mollert, Graf
Mansfeld. Es gibt Frieden im Reich, ihr werdet sehen. Was halten wir uns
auf, wenn solche Freude für alle Welt bereitet wird. Nach Wien!«
Unter den Herren war auf der Rückfahrt nur ein Gerede: wie man die
unerwartet rasche Heimkehr feiern wolle. Erst fieberte der Kaiser; in ihm
schwang es stürmisch auf und ab, durchschwoll ihn mit gewaltsamer Bewegung
vom Hals bis in den Leib, ließ ihn lachen, sich freuen, sich vorwenden
zurückwenden, Hände schütteln, nicht zur Ruhe kommen. Der blitzende Mollert
lag halb im unverdeckten Wagen, stolz schweigend wie immer. Der
Oberstjagdmeister strahlte, daß der mißlungene Tag vergessen war, Paar saß
im letzten der sechs Wagen unter fröhlichen halbfremden Kavalieren, mit
scheuen Blicken, oft seine Hände betrachtend, die den Zügel geworfen hatten
zu der Entführung des Kaisers, an allen vorbei sehend, ab und zu ohne es zu
merken dumpf stöhnend, so daß man schon am Tage vorher ihn umging, jetzt
von ihm abrückte. Die silbernen Partisanen der Trabanten zuckten über den
Wegen wie schnellende Vögel. Ein wildes Bangen durchwallte von Zeit zu Zeit
den Kaiser. Französisch, spanisch, deutsch, italienisch plauderte es sich
auf den Wagen, Duelle am Ochsengrieß, Karussell und Ringelstechen. Hinter
den Worten regten sich die zierlich gezähmten Appetite, die kennerischen
Geschmäcker, grenzenlose Bankettier- und Pokuliersucht. Die Arme
fechtsüchtig, das Zwerchfell lachsüchtig, ihre Zungen verwaiste Teller,
Münder ungefüllte Backofenlöcher. Es hieß Speichel schlucken, staubige Luft
essen, mit blitzend verdrehten Augen von zarten Braten träumen. Und dann
sollten die Abende kommen mit Kerzen, Fackeln, Trabanten schwerfüßig vor
den Türen, die Tische frei, Karten und Würfel über das blanke Holz,
heißwangige Spieler, zähe Bankhalter, französische Liköre, Wein in Fudern,
Trumpfen: »Meineidige Höllenhunde!« »Pestilenzialische Teufel!« »Herr
Bruder, jetzt frißt mich der Satan oder ich habe gewonnen.«
Nach Wien! Kein Verzug! Gesegnet sei Dighby, Graf von Bristol!
Die Wagen schütterten auf den Chausseen, die Pferde sprengten mit Hussa
hoh; von Dorf zu Dorf wartete Vorspann. Der Staub erhob sich, auf seiner
Woge glitten sie vorwärts. Zwei Fanfaren vorn, zwei Fanfaren zur Seite,
zwei Fanfaren hinten. Sie sahen und hörten nichts. Und als die Herren in
Wien einfuhren, dachte weder der seidige Mollert, noch Nostiz, noch
Mansfeld, noch Ferdinand der Andere an Dighby, den Träger einer englischen
Botschaft. Der Hohe Markt, die Balkons des Grabens, Gassen nach Gassen, der
Petersplatz. Schweres Dröhnen vom Stefansturm, das Türkengeläut; die Wagen
hielten, die Herren knieten auf der Straße, der Kaiser im Wagen. Vor dem
sonnenüberfluteten Burgplatz, zwischen den Hatschierreihen vorquellend
Bettlergelichter Beghinen Minoriten Barfüßer. Mit übermütiger Wucht warf
Mollert aufstehend seinen Geldsack einem Savojardenbuben an die Brust, daß
der umtaumelte, andere sich balgten.
Da wußte bald Dighby, daß die Römische Majestät wieder residiere in der
Burg. Auch die hohen Staatsmänner wußten es, die Karussells fanden statt,
Vorbereitungen zu einer Maskerade, Bauernwirtschaft im Prater. Aber mehr
wußten sie nicht, morgen nicht, übermorgen nicht. Bis in die Nacht
leuchteten die Bogenfenster der Burg aus den großen und kleinen
Ritterstuben mit den fröhlichen Herren. Dazwischen ging der Kaiser herum,
sann und sann, ohne Rat, wen er sprechen sollte, wen er schicken sollte zu
Gurland, seinem Schatzmeister, nach Gold und vielen vielen Geschenken, um
Dighby sich willig zu machen.
* * * * *
Eines Morgens wandte sich König Jakob mit wegwerfender Miene von dem
eleganten Dialektiker und Lüstling ab, seinem Kanzler Buckingham, dessen
feine rosa Seidenstrümpfe ihn reizten: er würde sich in den Garten an die
Frühlingsluft tragen lassen; mag denn das Volk recht haben, mag einer nach
dem Kontinent fahren, sich die Finger verbrennen an dem Brei, den dieser
Narr Friedrich sich eingebrockt hat. Einen Sprung fast einen halben Meter
hoch auf dem Teppich des Audienzzimmers machte der sehr junge Lord, als der
schlaffe König, kaum den Kopf bewegend, fortgefahren war. Dann zählte er
seine Schritte, ein zwei drei vier, er war an der Türe, eine gerade Zahl,
die Sache würde gut verlaufen. Und während Jakob zankend die Mistbeete
abdecken ließ und sich heimlich darüber grämte, daß seine Tochter Elisabeth
in ihrer Liebesraserei sich diesem geleckten deutschen Kurfürsten, diesem
Windbeutel, an den Hals geworfen hätte, seine schöne stolze Tochter,
erteilte Buckingham hochmütig drei trotzigen Parlamentsherren Auskünfte
orakelhafter Art in seiner Villa, beiläufig hinwerfend, daß man sich
nunmehr des geschlagenen Böhmenkönigs annehmen werde, spöttisch genießend,
wie den betrübten Lohgerbern ihre Agitationsstoffe fortschwammen,
benachrichtigte den Lord Dighby. Von London fuhren nach Portsmouth darauf
mit dem Lordkanzler, unter dem Schutz derselben fünfzig eisengeharnischten
Arkebusiere -- gelbe und rote Ärmel, wüst unter dem hochgeschlagenen Visier
blickend, auf trampelnden gemästeten Gäulen -- zwei deutsche Herren, die
sich nicht abschütteln ließen, Rusdorf und Pavel, kurpfälzische Räte.
Sprachen öfter heftig auf französisch den Lordkanzler an, der sie nach
Belieben anhörte oder englische Worte hinwarf, die sie nicht verstanden.
Dighby verbat sich in Portsmouth den Anhang dieser beiden Herren, worauf
Buckingham die Achseln zuckte: es ließe sich nichts machen gegen sie, ohne
das Parlament zu erregen. Naserümpfend ließ sich der junge Graf von Bristol
die beiden Pfälzer vorstellen; er und Buckingham zwinkerten sich lächelnd
zu, als bei der Abfahrt unter Verbeugungen nach vielen Seiten die deutschen
Räte das Schiff bestiegen.
Vom Ostersonntag bis Dienstag reiste der Brite um Wien herum, Mauern und
Basteien studierend, über Wälle kariolend, wieder in die waldversenkten
Nachbardörfer eintauchend, nach Hernals hinein, über den Laurenzergrund,
Altlerchenfeld, Nikolsdorf, den Rustschacher, Schutt, die Taborstraße, wo
die Juden hausten, Mariahilf. Während alle Kirchen vom Jubelgesang der
Menschen erschollen über die Auferstehung des allerliebsten Herrn Jesu, die
Türme vom Glockenschwung bebten, schlug sich Dighby vom dicken Rotenturmtor
zum Turm Im Elend, Schotten- und Jörgenturm und Sankt Marx. Und als er das
Siechenhaus im Regen des Ostermontags passiert hatte, schickte er zwei
Knechte zur Heinersbastei, verlangte für morgen beim Torschreiber Einlaß
zum Kärntnertor. Junge Burschen ritten langbebändert über die Felder,
trieben die Pferde in den Bach. In der Nacht weckte ihn Feuerschein in
seiner Herberge; da schwang man draußen brennende Besen, zog grünes Volk
singend, Asche streuend ins Freie.
Der geschwollene Lord ließ die zwanzig Mann pikenbewehrter Stadtgarde, die
ihn am Kärntnertor erwarteten, bis Mittag stehen. In einer Sänfte kam er,
warf seine Kalbsaugen nach den zierlichen Mädchen, den auf Stelzen
spazierenden Fräulein, ließ halten, um einer Gruppe Minoriten
kopfschüttelnd unter die Kapuzen zu schauen. Am Hohen Markt war Gedränge;
ein Umzug wurde erwartet. Mit Flöten und Pauken hoch zu Roß ließ sich die
Bäckerinnung erblicken, weißstrumpfig Meister und Gesellen, perlgrau die
Beinkleider, blaue Jacken, silberne Schnallen an den Schuhen. Vom Salzgrieß
waren sie aufgebrochen. Über einen bekränzten blutjungen Gesellen auf
schneeweißem Pferde wurden unter Jubelrufen aus Fenstern, Balkons Blumen
geschüttet; angestemmt an die Brust trug er den riesigen Türkenbecher, drei
erschlagene Janitscharen, ziseliert in Silber, dazu drei Bäcker und das
Heidenschußhaus mit der entdeckten klaffenden Mine, dem Ort ihres
Triumphes. In einer verschlossenen Sänfte hinter dem Lord fuhr man die
beiden giftigen Pfälzer. Rusdorf hatte sich in Nürnberg englische
Lakaientracht verschafft; nur unter der Bedingung, sie tragen zu dürfen,
war er mit Pavel nach Wien gedrungen. Sie ängstigten sich hinter ihren
Vorhängen, kein Wort ließen sie im Gedränge verlauten.
Als nach zwei Tagen der Abt Anton von Kremsmünster, Kammerpräsident, sie in
seinem stillen Refektorium empfing, ein ehrerbietiger schlaffwangiger Herr,
der überaus verschüchtert schien, wehmütig demütig um sich blickte, von
Zeit zu Zeit entsetzt vor einer Motte zusammenfuhr und sich entschuldigend,
fast weinend, sein Käppchen verlierend hinter ihr her durch das Zimmer
rannte, vergeblich nach allen Seiten klatschend, schmerzvoll seinen Gästen
die leeren roten Handteller zeigend, als er sie empfing, bat er mit dem
Abgesandten des Königs von England und den Beratern des pfälzischen
Kurfürsten getrennt verhandeln zu dürfen. Die Verbeugung wurde steif
beantwortet; die deutschen Herren blieben den Bescheid schuldig, warfen
sich ratlose Blicke zu. Dighby, ungeschlacht, wilder blonder Kinnbart,
Fäuste in den Weichen, die beiden fixierend wie ein bekanntes
absonderliches Tierpaar, machte eine demonstrierende Handbewegung: die
Herren seien noch nicht so weit, sie würden wohl morgen antworten.
In ihrem Quartier, von Dighby aufgesucht und befragt, weigerten sie sich
überhaupt zu antworten, würden sich erst beraten. Sie kämen selbständig für
den Böhmerkönig und pfälzischen Kurfürsten, würden sich aber gewiß nicht
trennen lassen in der Diskussion von England. Er fragte den Reitstock
wirbelnd, ob sie der Verhandlung ein Bein stellen wollten, ob er also
warten solle, bis sie etwa Kuriere zu ihrem Herrn schickten. Die Herren
spien einsilbig Wörtchen aus den Mundwinkeln wie »Pflicht«,
»unabänderlich«, »Beschluß«.
»Wollt mich tribulieren, ihr Herren von Heidelberg. Seid aber hier auf
heißem Boden, wisset.«